„Der Dienst, der dient“

Was ist das Wichtigste? Wir können dieser Frage nicht ausweichen, so der Papst heute in seiner Predigt in Havanna. Wir können – übersetze ich – nicht irgendwie Christen sein, unter anderem auch. Die Frage nach dem Wichtigsten stellt sich, und sie stellt sich das ganze Leben  lang.

Der Papst ist dann aber weit entfernt davon, irgend eine Form von Dezisionismus zu pflegen, also nur Menschen zu loben, die eine Entscheidung getroffen hätten. Das wäre in den Worten von Papst Franziskus ein Elitismus. Stattdessen sagt er: „Weit entfernt von jeder Form von Elitismus ist der Horizont Jesu nicht für die Wenigen da, die ein bestimmtes Wissen erlangen oder ein besonderes Niveau von Spiritualität erreichen. Der Horizont Jesu ist ein Angebot für das alltägliche Leben.“

Und was ist das alltägliche Leben? Dienst. Wer groß sein will, soll dienen, nicht bedient werden wollen, das ist klassische biblische Lehre, das ist Logik der Liebe, um wieder Worte des Papstes aus der Predigt zu gebrauchen. Das authentische Leben wird im konkreten Engagement, in der Verbindlichkeit gegenüber dem Nächsten gelebt. Dienen bedeutet, sich der Schwachheit anzunehmen. Das ist die Entscheidung für das Wichtigste.

Aber auch hier wieder eine Warnung: Es gibt einen Dienst, der sich selber dient. „Es gibt eine Form, den Dienst auszuüben, bei der es mehr um das „mir“ geht als das „uns“.“ Der echte Dienst ist niemals ideologisch, er dient nicht Ideen, sondern Menschen. Was ist das Wichtigste? Genau hier ist es zu finden.

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Ein Kommentar zu „Der Dienst, der dient“

  1. chrisma sagt:

    Es war eine Messe nach meinem Herzen und eine Predigt die mir direkt ins Herz ging, von dort in meinen Kopf, um von dort zum Handeln zu führen (Also medizinisch/biologisch war das gerade nicht.) Und eine musikalische Begleitung mit einem äußerst lebendigen Chor. So ganz und gar untypisch für uns Europäer. Und Che hat auch mitgefeiert, zumindest sein Portrait. Manchmal, wenn ich romantischen Gedanken nachgehe: Wenn diese beiden großen Lateinamerikaner – auf der einen Seite der große Visionär und Christ Franziskus, auf der anderen Seite Che der Idealist – sich begegnet wären, miteinander gesprochen hätten, wäre Che der Idealist dann den Weg der Gewalt gegangen??? Hätte, wäre wenn…..
    PS übrigens das Interview mit Kardinal Ortega passt gut zur Debatte die wir gerade im Blogthema „Sittenlos“ darüberführen wer katholisch sein darf und wer nicht. Hier besonders der Abschnitt Volksglauben – eine lebendige Kirche. Ich stelle für diejenigen die es interessiert mal den ganzen Artikel hier ein, da bestimmt nicht alle immer bei RV auf der Webseite „stöbern“.

    http://de.radiovaticana.va/news/2015/09/20/kardinal_ortega_dialog-modell_f%C3%BCr_die_welt/1172920

    Ihnen weiterhin eine gute Reise.

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