Deus, in adiutorium meum intende …

… sind die Anfangsworte des Stundengebetes, das zu Beginn jeden Arbeitstages in der Synode gebetet wird (O Gott, komm mir zu Hilfe, Psalm 70 entnommen). Es sind die ersten Worte jeden Tages. Und während alles auf die Debatten und die Meinungen wartet, bekräftigen das Anfangsgebet und ganz besonders die Anfangsworte das, was der Papst am Samstagabend gesagt hat: Ohne Heiligen Geist ist Gott fern, bleibt Jesus Christus Vergangenheit, wird die Kirche zu einer bloßen Organisation. Es gilt nicht nur die Stärke des Argumentes, sondern darin und dadurch das Wirken des Heiligen Geistes.

Anfangsgebet der Synode mit Papst Franziskus

Anfangsgebet der Synode

Ohne Beten ist eine Synoden-Versammlung sinnlos. Es ist nicht die fromme Zeit vor den wirklich wichtigen Zeiten, es ist die wirklich wichtige Zeit. Wenn das alles nicht im Bewusstsein um den Raum passiert, in dem die Synode sich bewegt – Raum der Kirche, Raum des Gebetes, Raum des Geistes, Raum aller Gläubigen – dann wird das nichts.

 

Fenster

 

Noch ein zweiter Gedanke zum Beginn: Der Papst dankte zum Schluss seiner Anfangsansprache auch den Journalisten, den Medien. Die Synode ist weiter als der Raum, in dem sie stattfindet und tagt. Anders als die etwas dunklen und fensterlosen Tagunsgsräume oberhalb der Audienzhalle hat die Versammlung der Synode Fenster. Ja, sie findet vertraulich statt, um die Offenheit der Debatte zu schützen. Die Mitglieder sollen miteinander sprechen, nicht zu anwesenden Kameras und Notizblöcken. Aber die Debatte findet ja auch außerhalb statt, und das schaffen vielleicht mehr noch als die anwesenden Bischöfe die Medien.

Von meinem Sitz aus will ich meinen bescheidenen Beitrag dazu leisten.

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25 Kommentare zu Deus, in adiutorium meum intende …

  1. Rosi Steffens sagt:

    Das ist eine interessante Perspektive, die sie da in den Raum stellen! Es stimmt, man denkt und fühlt anders, abhängig vom Umfeld derer, die einem die Gefühle geben und dadurch Gedanken beeinflussen können. Vielleicht ist Objektivität das Ergebnis aus unzähligen Gebeten, aus denen man den Raum schöpfen kann, der einem wirklich zur Verfügung steht und nicht auf das eigene Denken beschränkt. Erst gestern empfand ich eine maßlose Traurigkeit meinem Schwager gegenüber. Gefangen in einer hierarchischen Denkweise war es ihm nicht möglich meinen Ausführungen über den Beginn der Welt offen und unvoreingenommen zu folgen. Wäre es nicht sinnvoll, eine eigene Haltung zu überdenken und nicht die im Raum stehenden Argumentationen? Wer hat uns Menschen so weit gebracht überhaupt zu denken, und wer hat als Mensch nun das Recht über andere Menschen zu richten? Ich hoffe sehr die Synode bringt den Beteiligten das Gefühl nicht bewerten zu müssen sondern frei entscheiden zu können, was diese Welt aus ihnen gemacht hat. Gott wirkt, doch er würde sich nicht über den Willen des Menschen hinwegsetzen, denn nur dieser Wille ist es am Ende auch, der ihn selbst zum Leben erwecken kann. Gott trägt zwar das Vertrauen zu dieser Welt in seinem Herzen, doch schlägt dieses Herz nur dann, wenn es der Mensch zulässt, denn allein der Mensch ist in der Lage sich selbst aus dem Leben zu nehmen um dadurch einen neuen Anfang zu finden. Ich selbst z.B. schreibe in vielen Foren, um mich so einzubringen, wie es mir möglich ist, um meine Kompetenzen einer Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Parallel dazu lebe ich was ich denke und fühle und handle auch im Alltag danach. Es liegt jedoch nicht in meinem Dafürhalten, wie viel Ertrag daraus geschöpft werden kann, das kann allein Gott ermessen. Erst gestern erfuhr ich durch meinen Schwager wie fest Grenzen stehen können, die man sich selbst errichtet indem man seinen eigenen Wert anderen Menschen unterstellt und nicht Gott zuordnet. Er schöpft aus allen Menschen und nicht nur aus denen, die das auch realisieren können.

  2. Paul Compes sagt:

    Ich hätte eine bescheidene Bitte. Könnten Sie mir „Deus, in adiutorium meum intende .. “ übersetzen? Mein großes Latinum liegt nun doch schon mehr als 40 Jahre zurück und Google schlägt für adiutorium immer nur Auditorium vor.

    Mit bestem Dank vorab

    Paul Compes

  3. JLTD sagt:

    Pater, vielen Dank für diesen Beitrag so voller Demut! Es tat gut, ihn zu lesen. Die Worte „Es ist nicht die fromme Zeit vor den wirklich wichtigen Zeiten, es ist die wirklich wichtige Zeit.“ möchte ich für mein eigenes Gebet beherzigen!

    Gelobt sei unser Herr!

  4. S.G. sagt:

    Psalm 1271: Wenn der HERR nicht das Haus baut,so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.

  5. S.G. sagt:

    Psalm 127,1 + 2

  6. T.Tränkner sagt:

    da hier Interesse an den Anfangsworten des Stundwngebets bekundet wird ein kleiner Impuls im Sinne der Papstbitte um Gebet für die Synode: Beten Sie es einfach mit. Seit dem Konzil angeraten bisher aufgrund der vielen teuren Bücher schwer möglich, hilft hier die moderne Technik: Die Gratis- Stundengebet-App ist mir zur Gewohnheit geworden…testen Sie’s auch mal und beginnen Sie den Tag mit den gleichen Worten wie in Rom

    • brigitta sagt:

      Und ich habe meine alten Stundenbücher herausgekramt und heute wieder angefangen – zumindest mit einem Teil der Laudes

  7. Rosi Steffens sagt:

    Auch von mir noch weitere Gedanken in Anbetracht der Tragweite dieser Synode und meiner eigenen Betroffenheit:

    Hat nicht Gott selbst beschlossen, den Bund der Ehe zwischen Mann und Frau zu lösen, um dem Menschen die Sicht seiner Dinge zu gewähren und damit festzustellen, dass er ohne diesen Bund in die Beliebigkeit stürzt? Es gibt Menschen, die sind überzeugt davon, dass sie sich anderen Menschen unterordnen müssen. Das ist ein Relikt aus der Zeit der Unterdrückung eigener Anschauungen in ein System, das sich an Vorgaben hält, die vom Menschen inszeniert werden und nicht von Gott erschaffen sind. Kirche ist für mich der aktuelle Bund mit Gott, was ihr zwar die Gewissheit gibt, jedoch dem Glauben seine Kraft entzieht. Kirche als Mutter zeigt uns als Volk, dass sie nicht dem entspricht, was Glaube uns lehrt, denn jeder Tag verlangt Zuwendung den Bedingungen gegenüber, denen Gott zu Grunde liegt. Gott ist das Leben in voller Tragweite und Präsenz und jeder sollte sich dem stellen, was uns dadurch angeboten wird, denn wir haben das weltliche Chaos selbst verursacht, im Bruch mit dem Glauben an die göttliche Gestaltungsfähigkeit einer Natur, die dem Menschen zu Grunde liegt, was uns kläglich scheitern ließ. Jesus und nur Jesus hat sich für uns geopfert, um in Gott das wieder zu spiegeln was die Natur als ihr Herz in Ihn gelegt hat, um die Seele der Menschheit zu retten. Zeit ist das Kommunikationsmittel der gesamten Menschheit, sie verbindet, was der Mensch nicht wahrhaben will. Der Wille frei zu sein ist dem Recht auf Leben unterworfen, denn nur wer wirklich lebt kann seinen Willen frei zu sein auch bekunden. Die Kirche ist als Mutter dem Gesetz der Dinge die da kommen unterworfen und muss sich diesen Prüfungen stellen, ohne den Halt in Gott zu verlieren, denn allein Gott steht auf der einen Seite und die Kirche beansprucht das Recht auf die andere, um im Namen seines Sohnes Jesus Christus zu handeln. Nun geht es darum, ein Spiegelbild zu entwickeln das Vater und Sohn eint, in dem, was der Mensch selbst verursacht hat. Dies dann in Dankbarkeit anzunehmen ist selbstverständlich, denn Gott hat uns alle vor dem Schlimmsten bewahrt. Ich glaube an Gott und seine Kirche, denn hätte er diese Kirche nicht gewollt, so hätte er sie ihrem Schicksal überlassen. Kirche als der Schoß einer Mutter, der bewahrt was zu bewahren ist und frei gibt, was frei zu geben ist, immer im Angesicht der eigenen Unvollkommenheit gegenüber Gott.

  8. Franziskus sagt:

    Wir sollten Gott so annehemen wie er ist und in dem was er Will.
    Können wir erwarten, dass Gott sich unseren Bedürfnissen anpasst?
    Nein, denn seine Offenbahrung ist keine Lüge . Wir dürfen Gott nicht zum Lügner machen indem wir nicht auf IHN sondern auf unser Herz hören .
    Bauen wir an der Stadt Gottes und nicht an der Stadt des Menschen .

    • Rosi Steffens sagt:

      Ich glaube der Wille Gottes ist mit der Wiederauferstehung Jesus verwirklicht. Ein Spruch auf dem Sterbebild meines Opas vom 05.07.1976:

      Du lebst in unseren Herzen,
      in unserer Liebe fort
      und unvergessen bleibt uns
      Dein Wandel und Dein Wort.

      O schau auf unsere Wege,
      dass wir den rechten gehn
      und bitt für uns dort oben,
      bis wir Dich wiedersehn.

      Für mich bedeutet das, dass Gott in Jesus bereits verwirklicht ist, nur muss der Mensch dies als solches auch annehmen können.

      Auf dem Sterbebild meiner Oma vom 13.02.2002:

      Ein Herz, das für uns alle schlug,
      mit vielen Leid und Freude trug,
      bis dass es müde stille stand,
      um auszuruhn in Gottes Hand.

      Ich glaube die Natur tut ihr übriges nach dem Willen Gottes und fängt nicht wieder von vorne an. Alles was dazu benötigt wird ist Lebenszeit, die mit Würde getragen wird, um sie dem Menschen zugänglich zu machen und sie den Gesetzen seiner Natur zu unterwerfen.

      Was geschähe mit all den unschuldigen Menschen, würden „wir“ an Gott bauen, wo er doch an uns sein Werk bereits mit Jesus vollendet hat? Er bat nicht die Menschheit darum sein Reich zu vollenden, sie muss es nur als solches anerkennen und ertragreich bewirtschaften.

  9. S.G. sagt:

    Man kann über folgenden Link:

    http://www.adoptabishop.org/de

    einen Bischof für die Zeit der Familiensynode „adoptieren“ und für ihn beten, damit der Heilige Geist ihn begleiten möge und etwas Fruchtbares aus dieser Synode entsteht. Vorallem keine Spaltung!

    • Amica sagt:

      Haben Sie selbst auch einen „adoptiert“? Ich hab‘ das unüberlegter Weise getan und weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, ob das so gut für den jeweiligen Bischof ist. Da stand nämlich auch dabei, dass man sich angemessen verhalten sollte: also für ihn beten (klar) und … ja, leider auch, fasten … jetzt darf ich zweieinhalb Wochen keinen Alkohol mehr trinken. Aber für meinen Bischof tu ich alles! 😉

  10. S.G. sagt:

    Ja, das habe ich gemacht… Das mit dem Fasten…habe ich nicht so gecheckt… Danke für den Hinweis☺.
    Für alle nochmal zur Info:

    Wie schön, dass du dabei bist!

    Um dafür zu sorgen, dass für jeden Bischof gebetet wird und um Missbrauch dieser Seite zu verhindern, ist es notwendig, sich kurz mit Namen und Email-Adresse zu registrieren.
    Selbstverständlich werden diese Daten nur für diese Initiative genutzt, nicht an Dritte weitergegeben und auch nicht für andere Zwecke missbraucht.
    Jetzt geht’s los:

    Wir legen ganz bewusst nicht fest, was jeder Einzelne betet/wie er fastet. Jeder soll einfach nach seiner Kraft und seinen Möglichkeiten das Anliegen mit einschließen und mittragen.
    Auf der nächsten Seite wird der Name „deines“ Bischofs/Synodenteilnehmers, der dein Gebet braucht, erscheinen.
    Bete einen kurzen Augenblick um den Hl. Geist und klicke dann auf „Adoptieren“.

  11. chrisma sagt:

    @ S.G. Habe ich schon gemacht. Ich habe einen ausgesucht der doch von mir in den Positionen etwas weiter entfernt ist. Das hilft ihm mit meinem Gebet und mir seine Positionen besser kennen zu lernen.

    @Amica Kein Alkohol habe ich auch erst übersehen. Aber ok. Es ist immer gut für Körper und Geist.

    Ab nochmal etwas allgemeiner: ich finde das diese Synode im Bewusstsein der Menschen ist, dass viele Menschen sich interessieren und die Synode aufmerksam verfolgen. Mein „subjektiver“ (muss nicht negativ sein) Eindruck ist, dass die vorherigen Synoden irgendwie untergegangen ist. Liege ich richtig oder habe ich nur nicht richtig hingeschaut?

    Ist es gewollt, dass nun einige Bischöfe ihre Beiträge ins Netz stellen? Ich finde es störend.

  12. KRP sagt:

    Sorry aber muss man wirklich einen Bischof adoptieren oder kann man nicht auch für eine gute erfolgreich Synode beten? Am Ende entscheiden sich alle für einen und die anderen wo bleiben die.

    • Amica sagt:

      Nein, man kriegt auf der genannten Seite ja einen zugewiesen – per Losverfahren also. So ist das dann ganz gerecht: Auch für den armen – bei uns zu Lande eher ungeliebten – Kardinal Müller betet also jemand. Das ist doch eine schöne Idee, oder?

      • KRP sagt:

        Wozu soll das gut sein. Weshalb soll ich mir einen Bischof zuweisen lassen für den man beten soll damit der richtig entscheidet nö das klingt für mich wie von bestimmten Seiten. Da ist mir das Gebet um eine erfolgreiche Synode lieber in der es zu einer sinnvollen Einigung kommt.

        • Amica sagt:

          Welche Seiten meinen Sie da genau?
          Seitdem ich diesen Bischof adoptiert habe, bete ich jedenfalls mehr als sonst. Also, mir bringt das schon was. Das hat sowas Persönliches an sich, man fühlt sich irgendwie verantwortlich für jemand. Und für die Synode an sich zu beten ist mir irgendwie zu hoch: Wie soll ich das denn in angemessene Worte fassen?
          Naja, aber ich will und kann Ihnen nix aufzwängen. Machen Sie mal, wie Sie meinen und ich zieh mein Ding eben wieder anders durch. 🙂

      • KRP sagt:

        Was ist daran gerecht wenn dann eventuell nur die „ungeliebten“ ausgewählt werden, nö das Losverfahren überzeugt mich nicht.

  13. KRP sagt:

    Vielleicht würde jedem geistliche Übungen und Gebetseinheiten in und ausserhalb der Synode sehr viel mehr bringen als die vielen Diskussionen im Vorfeld und auch während der ganzen Synode. In die Beziehung zwischen Gott und mir, dem Menschen, genauso wie zwischen Bischöfen, Kardinälen und jedem Interessierten passen keine Gedanken an eine Frontbildung und aufgeheizte Debatten, schon eher einzelne Gebetseinheiten für das Ganze Geschehen. Da würde ich schon eher dazu raten das alle sich sehr viel mehr dem inneren Gespräch, dem Gebet MIT GOTT widmen als ständig sich auszutauschen über die neuesten Pressemeldungen. Ich bin mir sicher das mehr Schweigen und Beten für Jeden in und um die Synode, Zuhörer und Interessierte, mehr bringen würde als für einzelne „nicht geliebte“ zu beten.

  14. Stephan sagt:

    Ich habe mal gelesen, ein wirklich starkes Gebet wäre, wenn man in Jerusalem an die Tempelmauer tritt und dort dann wartet, was kommt! Nichts vorher überlegen! Ich also in Jerusalem abends zum Tempel, Kipa aufgesetzt und ran an die Tempelmauer – sehr bewegte Atmosphäre um die Zeit, feierlich.
    „Lieber Gott, wann wird die Menschheit endlich vernünftig?!“ Rumms, das war’s also. Ich fand es als Gebet okay und hoffe sehr, daß es immer noch dem lieben Gott als wichtiges Anliegen im Ohr hängt. Das Gebet „Deus, in adiutorium meum intende!“ find‘ ich auch sehr stark, vor allem auf Latein,ich kannte es noch nicht. Jetzt hat ja bekanntlich Gott den Menschen nach seinem Bilde geschaffen, also auch mit einem „intendere“. Liebe Pater Hagenkord, ich würd’s anders übersetzen, so daß man auch gleich morgens beim ersten Gebet dran erinnert wird, daß man auch dieses „Intendere“ hat, was man dann ja gleich beim Sündenfall erkennen konnte, nämlich die Freiheit, etwas zu denken und zu beabsichtigen. Also z.B. so: „Lieber Gott, hab‘ vor, mir beizustehen!“
    Liebe Grüße, Stephan

    • Rosi Steffens sagt:

      Durch Ihren Beitrag kamen mir Gedanken in den Sinn, die ich dann zu dem ausgearbeitet habe, was ich hier einbringen möchte:

      Ich glaube an Gott, weil seine Dreifaltigkeit mir ins Leben half, um einen Weg zu finden, der mir nahe legt zu teilen, um daraus ein Ganzes zu schöpfen. „Ich“ registriert die Einheit der Schöpfung und kann sie nur so wiedergeben wie es die Eltern im Geiste zulassen. Es liegt also an der Zeit ein aktuelles Lebensbild zu vermitteln, das es zu verwirklichen gilt, um aufzuzeigen, was gerade jetzt für das Leben von Bedeutung ist. Hier, für die Familiensynode, ist Kirche die tragende Bedeutung im Wort als Mutter, denn ohne Mutter gibt es keine Kinder in Gottes Hand.

      So würde ich als Mutter das tägliche Morgengebet formulieren: „Lieber Gott, gewähre mir Dein Vertrauen als Mutter durch die Liebe zu Deinem Sohn Jesus Christus, unseren Herrn“, denn der Herr vermittelt durch Kommunikation zwischen der Menschheit und Mutter. Der Herr ist die Verbindung zwischen Gott Vater, Gott Sohn und Heiligem Geist, denn er führt zusammen, was zusammen gehört, um es für die Ewigkeit zu bewahren.

      Ich hoffe und bete, diese Synode möge die inneren Grenzen ihrer Teilnehmer überwinden und dadurch den Raum schaffen, der dem Herrn zur Entfaltung verhilft, um der Menschheit zu dienen. Liebe ist die absolute Teilbarkeit der eigenen Güte und liegt im Ursprung der Zeit, denn ohne Zeit gibt es keine Möglichkeit für menschliches Leben in seine Ursprünge zu finden und ohne Mensch gibt es keine Möglichkeit für Zeit in ihre Vollendung zu finden. Liebe musste also im menschlichen Wesen den Anklang finden, den sie braucht, um als Mutter ins Leben zu führen, was ihr Sohn fortführt, um in sich selbst Gottes Weg zu vollenden. Jesus ist als Mensch in der göttlichen Dreifaltigkeit die Verkörperung der bestehenden Menschheit, die das Leben fortführt, das Gott als seine Entscheidung dem menschlichen Bewusstsein zur Verfügung stellt. „Ich“ ist also nicht mehr und nicht weniger als die Verwirklichung der eigenen Existenz im Angesicht Gottes, der im Spiegel als Bild wiedergibt, was jeder einzelne daraus erkennen kann. Maria ist die Mutter der reinen Liebe, die ins Leben führt und damit der Zeit ihren Anfang setzt, durch Jesus Christus ihren eingeborenen Sohn, unseren Herrn, jetzt und in Ewigkeit.

  15. Rosi Steffens sagt:

    Ich habe mir gerade einige Berichte aus der Synode durchgelesen und das Gebet am Ende des Arbeitspapiers und dazu ist mir nun folgendes eingefallen:

    Hat nicht Jesus als Kind selbst zu Gott gefunden, indem er sich als Kind Gottes angenommen hat und nicht durch Gebete dazu gedrängt wurde an Gott zu glauben? Ich glaube an Gott, weil ich durch ihn die Natur als Geschenk annehmen kann, das mir auch mein Leben schenkte. Als Vorbilder aus dem daraus folgenden Leben dienten mir meine Eltern, Großeltern und meine Mitmenschen, sie alle haben mir gezeigt, dass man das Leben nehmen muss wie es kommt, ohne sich darüber zu beklagen. Ich verdanke meinen Eltern alles was ich je erreichen konnte, weil sie mir das Gefühl schenkten, dass ich selbst für mich und das Leben verantwortlich sein kann, wenn ich mich den Naturgesetzen unterwerfe und sie nicht selbst bestimme. Vater zu sein bedeutet das Kind als solches anzunehmen, das durch die Mutter ins Leben geführt wird, so wie es zwischen Maria und Gott durch Jesus geschehen ist. Heute scheint eine Schwangerschaft eher dem Wunsch der Eltern entsprechen zu müssen und wird damit in Menschenhand gelegt und nicht durch Gott ins Leben geführt. Die Familie als Verantwortungsträger für das Gelingen einer vorbildlichen Gesellschaft, die auf ihren natürlichen Werdegang vertraut, weil sie die Wunder der Natur in Gott erkennen kann, verliert immer mehr ihre eigene Identität. Ich bete für die Väter dieser Synode um die Einsicht, die sie benötigen in ihre eigenen Lebenseinstellungen zu finden, um sie dann untereinander austauschen zu können. Es ist als Mutter zweier Kinder ziemlich spannend, diese Synode zu verfolgen und ich bin dankbar für diesen Blog und die Informationen auf Radio Vatikan.

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