Die Kreativität Christi: Verkündigung

Koordinatensystem für den Papst, Teil 5

Noch eine weitere Koordinate: „eine ständige missionarische Haltung“. Das will der Papst von seiner Kirche. EG ist voll davon, aber auch sonst sehen wir an diesem Papst einen Verkünder. Und das ist kein einfaches Konzept von Christentum, der Papst liebt Verben der Bewegung, da muss man dauernd aufstehen, aus sich heraus gehen, losgehen, aufstehen, und so weiter.

Dahinter liegt ganz schlicht die Frage, wie Christsein im 21. Jahrhundert zu leben ist. Jedenfalls nicht bürgerlich zufrieden, um noch einmal das Feindbild aufzurufen. Wir erleben einen Traditionsabbruch, wir müssen neu lernen, zu verkünden. Wir müssen christliches Handeln ohne stützendes Milieu erlernen. Das bedeutet Christsein.

EG „[Christus] kann mit seiner Neuheit immer unser Leben und unsere Gemeinschaft erneuern, und selbst dann, wenn die christliche Botschaft dunkle Zeiten und kirchliche Schwachheiten durchläuft, altert sie nie. Jesus Christus kann auch die langweiligen Schablonen durchbrechen, in denen wir uns anmaßen, ihn gefangen zu halten, und überrascht uns mit seiner beständigen göttlichen Kreativität.“

 

Nicht delegierbar

 

Und da rüttelt der Papst an unserem Verständnis von Glauben und Kirche. Verkündigung ist nämlich nicht an eine Stabsstelle delegierbar, an kein Institut und keinen Hauptamtlichen. Verkünden soll jeder. Letztlich ist das ja auch gut jesuanisch, aber irgendwie hat das keinen sehr guten Ruf bei uns.

Damit deutet der Papst auch den unglücklichen Begriff der Neuevangelisierung um. Er nutzt ihn selber überhaupt nicht, füllt die Idee aber auf seine eigene Weise. Wir müssen lernen, neu zu verkünden. Und das ist mehr, als nur das Internet zu nutzen, dahinter steckt eine Haltung. Ich zitiere noch einmal EG „Niemals verschließt sich das missionarische Herz, niemals greift es auf die eigenen Sicherheiten zurück, niemals entscheidet es sich für die Starrheit der Selbstverteidigung. Es weiß, dass es selbst wachsen muss im Verständnis des Evangeliums und in der Unterscheidung der Wege des Geistes, und so verzichtet es nicht auf das mögliche Gute, obwohl es Gefahr läuft, sich mit dem Schlamm der Straße zu beschmutzen.“

Jorge Mario Bergoglio hatte einen Text über einen Kirchenvater geschrieben, über Dorotheus von Gaza, den ich sehr hilfreich für unser Unterfangen eines Koordinatensystems finde. Zuerst war der für die Ordensausbildung gedacht, dann hatte er ihn 2005 noch einmal für sein Bistum veröffentlicht. In diesem Text nimmt er Ausgang von einem uns mittlerweile von Papst Franziskus vertrauten Thema: Dem bösen Reden über andere. Wir nähmen Zuflucht bei den Fehlern der anderen und würden sie heraus posaunen, weil wir uns dann besser fühlten. Das zerstöre dann die Einheit unter den Menschen, die Beziehungen und Bindungen: Hier geht es um ein geistliches Handeln, das den Argwohn anderen gegenüber schwächt und das gute alte Wort der ‚Demut’ wieder erweckt.

In dieser sehr kurzen Schrift zeigt uns Bergoglio sein Vorgehen: Er will dem auf den Grund gehen, was uns antreibt, das Gute und das Schlechte. Diese inneren Antriebe kann man entdecken, man kann ihnen auf die Spur kommen. Sie zeigen sich im Wollen, in den Emotionen, sie zeigen sich in Sehnsüchten und Träumen. Und sie zeigen sich besonders dann, wenn in uns etwas in Bewegung kommt. Um diese inneren Bewegungen geht es dem Papst. Wenn ich aufmerksam bin auf das, was in mir drin steckt, was sich für Wünsche regen, Zorn oder Zufriedenheit, Aufregung oder Ruhe, wie sich mein Wille ändert und zeigt, dann gehe ich mir selber auf den Grund.

 

Demut

 

In der Tradition benennt man das mit dem schwierig gewordenen Wort „Gewissensrechenschaft“. Lassen wir das Wort weg, denn allein „Rechenschaft“ klingt zu sehr nach Gericht. Es soll hier um diese inneren Bewegungen gehen. In diesen inneren Regungen begegne ich nämlich Gott.

Warum? Weil die Kommunikation mit Gott in uns selbst stattfindet. Der Geist regt mich an, zu Reue und Freude, zu Wünschen und schlechtem Gewissen. Was sind meine Sehnsüchte, was hakt sich fest, wo bleibe ich stecken, was will ich eigentlich, was rührt mich an, wo fühle ich mich ertappt: All das bezeichnet diese inneren Bewegungen, in denen ich Gottes Willen für mich entdecken kann, wenn ich dem auf die Spur gehe.

In Evangelii Gaudium legt uns der Papst einen Meditationstext zu einer solchen inneren Erforschung vor, aber auch viele andere Texte und Predigten sind dies. Die schönste ist vielleicht die Palmsonntagspredigt vom vergangenen Jahr: Wer bin ich vor Christus.

“Die große Gefahr der Welt von heute mit ihrem vielfältigen und erdrückenden Konsumangebot ist eine individualistische Traurigkeit, die aus einem bequemen, begehrlichen Herzen hervorgeht, aus der krankhaften Suche nach oberflächlichen Vergnügungen, aus einer abgeschotteten Geisteshaltung. Wenn das innere Leben sich in den eigenen Interessen verschließt, gibt es keinen Raum mehr für die anderen, finden die Armen keinen Einlass mehr, hört man nicht mehr die Stimme Gottes, genießt man nicht mehr die innige Freude über seine Liebe, regt sich nicht die Begeisterung, das Gute zu tun.” (EG 2-3) Kurz: Wer sich innerlich gegen die inneren Bewegungen abschottet und diese durch Konsum zuschüttet, der verspürt nicht mehr, wie sich Gott an uns wendet. Das Resultat: Traurigkeit. Auch die Traurigkeit ist eine solche Bewegung, und von ihr ausgehend geht der Papst dem auf den Grund, was sie verursacht hat.

 

Gegen das Defensive

 

Ein weiterer Abschnitt: “Das christliche Ideal wird immer dazu auffordern, den Verdacht, das ständige Misstrauen, die Angst überschwemmt zu werden, die defensiven Verhaltensweisen, die die heutige Welt uns auferlegt, zu überwinden. … Unterdessen lädt das Evangelium uns immer ein, das Risiko der Begegnung mit dem Angesicht des anderen einzugehen, mit seiner physischen Gegenwart, die uns anfragt, mit seinem Schmerz und seinen Bitten, mit seiner ansteckenden Freude in einem ständigen unmittelbar physischen Kontakt. Der echte Glaube an den Mensch gewordenen Sohn Gottes ist untrennbar von der Selbsthingabe, von der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft, vom Dienst, von der Versöhnung mit dem Leib der anderen. Der Sohn Gottes hat uns in seiner Inkarnation zur Revolution der zärtlichen Liebe eingeladen.” (EG 88)

Hier spricht der Papst nicht über diese Bewegungen, aber wie in vielen anderen Abschnitten kann man gar nicht anders als innerlich darauf zu reagieren. Die verstandesmäßige Antwort reicht nicht aus, ich muss mich innerlich zu dem verhalten, was der Papst schreibt.

Ganz klar wird das auch bei seinen zornigen Worten über die Wirtschaft, die tötet. Ganz deutlich wird das auch bei seinen Anklagen über den Karriere-Christen, den Bürokraten-Christen, den Gesellschafts-Christen, die er drastisch beschreibt, auch hier können wir gar nicht anders innerlich zu reagieren. Und damit kommen wir dem auf die Spur, was Gott uns in all dem sagen will, wo unsere eigenen Schwächen – nicht die der anderen, unsere eigenen – liegen. Und hier liegt vielleicht die stärkste Koordinate des Pontifikates: die geistliche Grundhaltung. Sie ist beim Thema Reform und Bekehrung schon einmal vorgekommen, aber bei dieser sehr ignatianischen Beschreibung tritt sie noch einmal ganz klar hervor. Was als missionarische Haltung begonnen hat, stellt sich als Begegnung mit Jesus heraus. Das sind zwei Seiten derselben Medaille.

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Franziskus abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

22 Kommentare zu Die Kreativität Christi: Verkündigung

  1. Elasund sagt:

    Vor einiger Zeit habe ich mit einem buddhistischen Mönch gesprochen. Er ging zunächst davon aus, dass ich Buddhistin bin und sagte etwa folgendes: „Wir [Buddhisten] müssen in Asien soziale Arbeit aufbauen, denn wenn wir es nicht tun, tun es die Christen. Und die Christen missionieren immer – auch wenn sie es selbst gar nicht wollen; einfach durch ihr Da-Sein oder durch das Bauen von Beziehungen.“ Mein Gesprächspartner bewertete also das Missionieren der Christen negativ. Seine Beschreibung der [asiatischen] Christen geht mir nach.

  2. Amica sagt:

    Das mit der Demut verstehe ich einfach nicht. Demut meint doch nicht, dass ich mein Gewissen erforschen soll, oder? Also, Demut meint – zumindest für mich – die freiwillige Bereitschaft des Menschen zu dienen. Jemanden oder etwas als Größer als man selber ist anzuerkennen und auf Grund dieser Erkenntnis die eigene Begrenztheit anzunehmen. Und was ist größer als der Mensch? Gott allein. Und wenn ich An Gott wirklich glaube, vor ihm demütig bin, dann komme ich mit mir selbst ins Reine, weil ich mich selbst nicht so wichtig nehmen muss.
    Wo kann man diese Demut noch zeigen? Im Gebet. Deshalb würde mich eine Analyse der Gebetspraxis von Papst Franziskus interessieren. Aber da ist hier sicherlich schon viel dazu geschrieben worden.
    Ich glaube halt, dass diese Demut bei den heute jungen Menschen verloren gegangen ist bzw. immer mehr verloren gehen wird. Vielleicht kann man Demut aber auch erlernen. Ich weiß es nicht.

  3. Petra sagt:

    Ihr tut mir wirklich leid. Dieses verzweifelte Suchen nach Gott, dem Abgleich mit ihm und einer Kirche/ Religion, die sich überlebt hat. Ihr Offenbarungsreligionen könnt euch in diesem apokalyptischen Jahrhundert gegenseitig mit Gut und Böse Steinen bewerfen. Aber Mission könnt ihr vergessen: schon zu denken intelligente Menschen könnte man mit diesem fürchterlichen Gottesbild noch überzeugen ist lächerlich.
    Und alles nur, weil ihr euch nicht mit eurer Endlichkeit abfinden könnt: wie armselig!
    Dass Gott sich auf einem abseitigen Planeten des Universums in einer fortgeschrittenen Affenart inkarniert und nichts hinterlässt als fragwürdige Augenzeugenberichte von Analphabeten, ist absolut grössenwahnsinnig, fast irre und ihr werdet nicht mal merken, wie dumm und verschwendet euer Leben war, weil ihr mit diesem Irrglauben in den Tod geht.
    Gibt es wirklich einen Gott, dann wäre er durch seine Trägheit, seine Einfallslosigkeit und sein Herumgeziere selbst das Haupthindernis des Glaubens an ihn. Dieser Offenbarungsstümper!

    • Pater Hagenkord sagt:

      Auch wenn dieser Kommentar außer Beschimpfungen wenig enthält, was zu einem Gespräch beitragen kann, ist er doch eine ziemlich gute Zusammenfassung des vulgär-Atheismus, dem sich Verkündigung und Zeugnis stellen muss. „Petra“ ist ehrlich genug das zu sagen, was sie denkt. Viele andere denken es, sagen es aber nicht. Daher gehört auch das hierher.
      Das geht auch nicht argumentativ. Natürlich kann man dagegen sein, aber das hilft gar nicht, denn allein die Emotionalität in den Aussagen lässt kein reden zu. Aber es ist nun mal Teil unserer Welt. Schade eigentlich, dass es nicht auch mit Respekt geht.

      • galahad sagt:

        Es ist immerhin erstaunlich, dass Petra sich auf diesen Blog verirrt hat und dass sie sich vom hier überwiegenden demonstrativen Bekenntnis zu Franziskus so weit provozieren lässt, dass sie sich die Zeit zu einer – wenngleich argumentativ eher dünnen – Polemik nimmt. Also an irgend etwas hat sie sich offenbar noch nicht ausreichend abgearbeitet.

    • Vom-anderen-Stern sagt:

      Ich denke, es gibt nicht zwei Wirklichkeiten – Offenbarungsreligion oder Erfahrungsreligion – sondern zwei Perspektiven auf eine Wirklichkeit, deren tragender Grund verborgen bleibt

    • Rosi Steffens sagt:

      Geehrte Petra, auch wenn ich an Gott glaube, so muss ich ihnen nicht leid tun. Sie könnten an ihrer Ausdrucksweise arbeiten, um dem menschichen Wunsch nach einem einheitlichen Umgang miteinander näher zu kommen, doch das obliegt allein Ihnen, denn ich weiß ja gar nicht was Sie eigentlich wollen. Es ist ihr gutes Recht zu glauben/denken was sie wollen, doch den „Glauben“ als solchen zu ignorieren, das erscheint mir dann doch sehr weltfremd, denn ohne die Sicherheit der eigenen Person wäre es sehr schwer sich im Leben zu Recht zu finden. Diese Sicherheit aber ist nur dann von Nutzen, wenn man daran glauben kann oder eben nicht. Das eine bringt einen zum Leben hin, das andere entfremdet das Leben. Gott mag als Wunsch des Menschen sein, doch ohne dieses Wort wären wir alle heute nicht hier. Wir wären im animalischen Urwald unserer eigenen Ansichten stecken geblieben und hätten uns in gegenseitigen Vorwürfen und Streitigkeiten um die bessere Lebensform verloren. Das geistige Potential, das heute nur der Mensch nutzen kann, das haben wir diesem Begriff „Gott“ zu verdanken, der alles was bisher war zusammenfasst, ohne dabei menschliche Grenzen überwinden zu müssen, denn er hat sie selbst erschaffen. Zeit ist in meinen Augen das „Wunder“ der Natur, das bis heute zwar alles umfasst und doch für den Menschen nicht in seiner vollkommenen Tragweite greifbar ist. In Licht ausgedrückt gewinnt Zeit eine unendliche Bedeutung und doch fließt sie nicht, sie sammelt sich, um dem zu dienen, der sie zu fassen und zu begreifen sucht. Sie sehen, auch sie können mit ihren Beiträgen zu einer Inspiration werden, auch wenn sie das vielleicht gar nicht wollen.

  4. Konstantin sagt:

    P. Hagenkord Sie haben völlig recht, wenn Sie von „vulgär Atheismus“ sprechen. Ich mache keine e i n z i g e gute Erfahrung in Gesprächen mit Atheisten…….. Es ist keine konstruktive Diskussion möglich. Die „Durchmischung“ von Kirchenfeindlichkeit, Gottlosigkeit, Institutionsverachtung…..Alles wird verallgemeiner, ins lächerliche gezogen,und das mit einer Überheblichkeit, die mir den „Atem nimmt“.

    • chrisma sagt:

      @Konstantin, schade dass Sie nur schlechte Erfahrungen mit den „Atheisten“ gemacht haben. Aber sowie es unzählige Meinungen, Einstellungen u.ä. bei der Christenheit gibt, gilt dies auch für Atheisten. Sicher ist das was Pater Hagenkord als „vulgär Atheismus“ bezeichnet, weit verbreitet und ich gebe Ihnen recht, es macht wenig Sinn hier „Aufklärungsarbeit“ leisten zu wollen. Aber es ist immer wieder spannend sich mit- ich nenne es mal- denkenden Atheisten zu unterhalten. Oft sind Sie „Suchende“ und ein Gespräch ist allemal die Zeit wert.

  5. Amica sagt:

    Also, mir gefällt das was Petra so von sich gibt… rein sprachlich betrachtet zumindest… irgendwie ist sie kreativ: „Offenbarungsstümper“ ist etwa ein sehr gelungener Ausdruck oder die Alliteration „AffenArt“. Auch Schimpfen will gelernt sein. Bravo! 🙂
    Aber ehrlich gesagt ist mir vollkommen egal, ob ich mit dem Glauben an Gott recht habe oder eben nicht… ich lebe irgendwie besser, wenn ich glaube. Das tut dem Menschen einfach gut… und der ist nicht nur ein Verstandeswesen – sondern eben vielschichtig. Ganz zu Schweigen davon, was man unter Vernunft und Wissen eigentlich versteht.

  6. Konstantin sagt:

    Viele gesellschaftspolitischen, soziologischen u.s.w. Probleme und Konflikte unserer Zeit (weltweit) haben im fehlen vor dem Respekt des Andersdenkenden ihre Ursachen. Schimpfen ist etwas anderes. Was Petra „so gekonnt“ tut, ist nichts anderes als eine Depretiation. Diese Anmerkung von mir, bezieht sich ausdrücklich nicht nur auf die Religion, sondern auf alle Lebenswirklichkeiten.

  7. KRP sagt:

    Kreativ wäre es wenn es wie P. Hagenkord sagt nicht so vulgär wäre und eine ja vernünftige Auseinandersetzung dabei heraus käme. Aber die Überheblichkeit gibt es sicher nicht nur bei Atheisten sondern ist sehr oft auch bei sogenannten christlichen Mitbürgern festzustellen. Weshalb ihr lieben Atheisten und Christen können wir nicht jedem seinen eigenen Glauben lassen und uns gegenseitig zu beschimpfen und anzugreifen.

    • Amica sagt:

      Verehrte KRP Sie sind einfach ein bisschen eingerostet, wenn ich das sagen darf. Kreativität hat doch nix mit Vernunft zu tun. Das macht ja gerade die kreativen Leute aus, dass sie Grenzen negieren und nach Neuem suchen, Neues schaffen. Wären kreative Menschen alle so unbeweglich-ernst wie Sie, dann könnten wir die Welt unter einem Müllberg zubegraben. Leben muss doch auch noch ein bisserle Spaß machen, ne? Und wenn jemand grade zu Schimpfen zu Mute ist, hat er vielleicht auch irgendeinen Grund dafür. Immer nur Haltung bewahren ist manchmal auch nicht der richtige Weg.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Ein gerostet? Das habe ich da gar nicht gelesen.
        Und: Natürlich hat Kreativität etwas mit Vernunft zu tun, sehr viel sogar. Sie verwechseln glaube ich Kreativität mit Irrationalität, beides steigt über Grenzen hinweg, aber ganz und gar verschieden. Und Kreativität ist auch nicht etwas, was unbedingt Spaß macht, schauen Sie sich mal die Künstlerbiographien an, die wirklich großen waren nicht Teil einer Spaßgesellschaft.

        • Amica sagt:

          Naja, einige von denen hatten ordentlich viel Spaß, wenn ich das mal so süffisant und nebenbei bemerken darf.
          Aber ich gebe Ihnen darin recht, dass die wirklich Großen in Ihrem Tun ernsthaft waren. Ein Giacometti zum Beispiel, der war fast destruktiv. Da haben Sie schon Recht. Für große Kunst braucht es einfach viele Jahre Lebenserfahrung. Für alles Große braucht es das wahrscheinlich. Aber ist das Große immer vernünftig?

          • Amica sagt:

            Nachsatz: Wenn man die Kreativität Gottes/ der Natur allerdings so anschaut ist sie durch und durch geordnet und wahnsinnig vernünftig: die Natur ist wunderschön und zugleich durch und durch systematisch. Das ist faszinierend. Und je weiter die Wissenschaft voranschreitet desto mehr erkennt sie die Logik der Welt (mikrokosmisch und makrokosmisch). Aber die Kunst bildet die Natur nicht mehr eins zu eins ab. Vielleicht ist das der größte Fehler den die Kunst begehen kann, denn in der Natur gibt es so viel zu entdecken was Sinn macht. Also, ich gebe es ungern zu, aber vielleicht haben Sie und KRP doch Recht, vielleicht ist Kreativität doch und letztendlich stark verbunden mit der Vernunft. Ok, ok, Sie haben Recht. 🙂

      • KRP sagt:

        Ich weis zwar nicht wo sie mir Rost ansetzen da ich eigentlich nur meinte das es kreativ wäre wenn eine etwas bessere Sprache herauskäme. Wieso Kreativität nix mit Vernunft zutun haben soll ist mir allerdings ein Rätsel vielleicht sollten Sie das was ich geschrieben habe nochmal lesen. Ausser das ich „und“ uns gegenseitig“ geschrieben habe statt „als“ haben Sie überhaupt nicht verstanden was ich meinte und haben dem was P. Hagenkord geschrieben hat nichts hinzuzufügen.

  8. Petra sagt:

    Bedeutet Respekt vor Religion/ Kirche/ institutionalisiertem Aberglauben euch zu behandeln wie kleine Kinder, ‚Rücksicht’ nehmen und vor Wahrheit verschonen, weil ihr meint es geht um etwas Heiliges/ ehrfürchtig Ewiges? Das tut mir leid, aber die Zeiten sind vorbei. Ihr werdet behandelt und bewertet wie jede andere Esoterik, jeder Fußballverein und jedes Restaurant.
    Ich beleidige auch niemanden, außer das menschengemachte und abstruse Gottesbild; welche Schuhe man sich jeweils persönlich anzieht entscheidet ein Erwachsener ja selber.

    Dass das Leben mit einem Glauben einfacher und wohliger ist ‚glaube’ und beneide ich, wie Fußball im Ruhrgebiet, Karriere und Heroin. Aber es ist nicht die Realität, es ist ein Scheinthema und unterm Strich wäre die Menschheit besser und käme schneller voran, wenn wir nicht an die Ewigkeit glauben würden und damit alles ‚outsourcen’ und uns für all das Leid, Gott- Natur- und Menschenerzeugt einen Plan B (und Gerechtigkeit) virtualisieren und simulieren können.

    Warum ich mich hier manchmal tummle?
    Weil es Spaß macht, ich katholisch bin und weil ich mich überlegen fühle (und auch bin, ganz sicher ;-): ja. Wem gegenüber seid ihr alle überheblich? Habt ihr darüber mal nachgedacht? Ihr zieht jeden anderen Glauben in den Dreck und diese glaubenden Menschen sogar in die ewige Hölle. Zeus, Thor, Spekulatius, Astrologie und was es sonst an 1000en Glaubenssystemen gibt. Für mich ist alles dasselbe… eine Scheinwelt.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Da haben Sie jetzt aber richtig Anlauf genommen, um mit Ihrem letzten Post Schritt zu halten. Ist aber nicht gelungen, der letzte war amüsanter.

    • Vom-anderen-Stern sagt:

      Ungeachtet, ob Sie in einigen Punkten im Kern recht haben: Wenn Sie Ihre Wortwahl mit den Worten Einsteins aus seinem Brief vom 3. Jan. 1954 an den Philsophen Erich Gutkind vergleichen, wird Ihnen Ihr Verbalradikalismus unweigerlich ins Gesicht springen.

      „Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden. Keine noch so feinsinnige Auslegung kann (für mich) etwas daran ändern. Diese verfeinerten Auslegungen sind naturgemäß höchst mannigfaltig und haben so gut wie nichts mit dem Urtext zu schaffen. Für mich ist die unverfälschte jüdische Religion wie alle anderen Religionen eine Incarnation des primitiven Aberglaubens. Und das jüdische Volk, zu dem ich gern gehöre und mit dessen Mentalität ich tief verwachsen bin, hat für mich doch keine andersartige Dignität als alle anderen Völker. Soweit meine Erfahrung reicht, ist es auch um nichts besser als andere menschliche Gruppierungen, wenn es auch durch Mangel an Macht gegen die schlimmsten Auswüchse gesichert ist. Sonst kann ich nichts ‚Auserwähltes‘ an ihm wahrnehmen.“ (Albert Einstein)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*