Die Straße

Da wo ich lebe, geht man gerne auf die Straße. Ohne den berechtigten Anliegen und Ängsten von Demonstranten hier in Italien zu nahe treten zu wollen, fällt es schon auf, dass Demos gerne an Freitagen oder Montagen stattfinden, oder an Brückentagen. Das gibt freie Zeit.

Deswegen ist es schwer, von hier aus – aus Rom – zu verstehen, wer gerade in Deutschland auf die Straße geht. Ich habe deswegen auch mehr Fragen als Antworten.

Da ist zum Beispiel diese Demo in Dresden, die sich selbst so nennenden Patrioten demonstrieren, geführt vor allem wohl von eigenen Ängsten, wenn man den klügeren der Berichte folgt.

Da ist zum Beispiel diese Demo in Berlin, „Friedenswinter“, pro Völkerrechts-Verletzer Putin, gegen den Mann der offenen Sprache, Gauck. Ausgerechnet Eugen Drewermann findet sich dort auf der Bühne, warum auch immer. Pazifismus im Namen des Aggressors in der Ukraine und der Krim? Schwer zu verstehen.

Was schon einfacher zu verstehen ist, ist die allgemeine Verunsicherung. Russland steht vermeintlich für eine einfacher, geregelte Welt, in der zur Not Werte mit Gewalt durchgesetzt werden. Das gibt Sicherheit. Dass man die Opfer in der Ukraine dabei übersehen muss, ist geradezu tragisch.

Zurück zu den „Patrioten Europas“ , die flankiert von online-Schreibern und in der Szene altbekannten Gesichtern Parolen auf ihre Plakate schreiben, die vor allem eines aufgreifen: Angst. Angst vor etwas, was es statistisch gesehen nicht gibt – die Islamisierung Deutschlands. Angst vor der Unsicherheit, das Gefühl der Minderwertigkeit wenn einem das TV jeden Tag Reichtum und Konsum zeigt und man selber nicht mal annähernd so weit kommt. Das muss raus. Angst davor, dass man selbst in den eigenen Rückzugsorten neue Kulturen, Sprachen, Umgangsformen sieht, dass selbst die eigenen Rückzugsorte keine mehr sind.

Das sind keine Wut“Bürger“ mehr, mit Bürger hat das wenig zu tun. Wie gesagt, alles aus der Ferne beobachtet und deswegen analytisch nicht gerade scharf. Ich bin bestimmt auch nicht der einzige, der das so sagt und sieht.

Das sind alles Eindrücke, mehr Fragen als Antworten. Trotzdem gehört die Straße allen und ich mag nicht still daneben sitzen, wenn Demos Abgrenzung, und Ausgrenzung fordern.

 

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55 Kommentare zu Die Straße

  1. suennerklaas sagt:

    Lieber Pater Hagenkord,
    ich bin vorgestern auf einen Artikel aufmerksam gemacht worden, den ich in diesem Zusammenhang nicht vorenthalten möchte: „PEGIDA: Wenn Untertanen aufmüpfig werden“

    http://www.publikative.org/2014/12/11/pegida-wenn-untertanen-aufmuepfig-werden/

    Der Autor bringt in seinem Artikel eines der kommunikative Hauptprobleme unserer Zeit zum Ausdruck, wenn er schreibt:

    „Die Grundregel dabei lautet: Hohe Glaubwürdigkeit genießt der, der mir sagt, was ich ohnehin hören will.“

    Und dieses Problem gibt es nicht allein bei PEDIGA – es ist in vielen Bereichen und Gesellschaftsruppen inzwischen zu beobachten. Allein, dass in Dresden tausende nicht nur einem, sondern offenbahr mehreren Kriminellen hinter her laufen…

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-organisatoren-stehen-in-polizeidatei-a-1008320.html

    …ist bedenklich – dass man gegen nicht existierende Probleme „demonstriert“ – lässt die ganze Angelegenheit nicht nur in einem Zwielicht erscheinen, nein mehr noch: sie erscheint hochgradi pathologisch. Vor diesem Hintergrund sind die klaren Worte Kardinal Woelkis ein ganz wichtiges Zeichen.

  2. KRP sagt:

    Nicht die Abgrenzung und Ausgrenzung sollte man sehen sondern wie Sie schreiben die Angst die dahinter steht. Bei allen Demonstrationen. Ich denke die werden ja nicht alleine deshalb abgehalten um Grenzen aufzuzeigen sondern Aufmerksamkeit zu erreichen. Also ist es die Aufgabe den Menschen die Angst zunehmen, denke ich mal und das wird so wenig gemacht. Man sieht und spürt die Angst aber niemand ist in der Lage diese Ernst zu nehmen. Angst ist auch ein Krankheitszeichen und Bedarf einer Heilung oder auch einen guten Arzt.

  3. Silvia Brückner sagt:

    Lieber Pater Hagenkord, ich finde es gut, dass Sie dieses Thema aufgreifen, denn es besteht Diskussionsbedarf.

    Ich selbst bin ziemlich verwirrt und weiß nicht mehr, wem und was ich glauben soll.

    Wenn bei uns Salafisten junge Männer – und inzwischen auch junge Frauen – erfolgreich für den Dschihad rekrutieren, wenn im Internet zu lesen ist, und zwar vom Verfassungsschutz, dass Deutschland im Fadenkreuz des IS sei, dann finde ich die Angst dieser Mitbürger verständlich und teile sie.

    Andererseits sehe ich die große Gefahr, dass diese Bewegungen von Rechtsextremisten unterwandert werden bzw. sind.

    Und den Protest gegen die Aufnahme von Flüchtlingen, den Pegida betreibt, lehne ich ausdrücklich ab.

    Der Terror des IS hat ganz augenscheinlich auch unser Bewusstsein in Deutschland verändert, aber die Szene wird – zumindest für mich – immer undurchsichtiger und verwirrender.

    Für mich ist im Moment nur eines Klar:

    Dass ich mich klar und unmissverständlich mit unseren verfolgten Mitchristen im Irak, in Syrien und in anderen muslimischen Ländern solidarisiere, ebenso mit den verfolgten Jesiden und Kurden. Und dass ich dafür eintrete, dass diese Verfolgten bei uns Asyl bekommen und alle Hilfe, sich hier zu integrieren.

    Ob und wann sie in ihre Heimat zurückkehren können, bleibt abzuwarten.

  4. Chrisma sagt:

    Ja auch ich danke Pater Hagenkord dass Sie dieses Thema aufgreifen. Besonders der Aspekt der täglichen Vorführung eines scheinbaren Reichtums in den diversen TV-Profilen ist in diesem Zusammenhang gut gewählt. Sog. „Wut“ die aus dem das eigene Gefühl der täglich erlebten und vorgeführten Minderwertigkeit entspringt. Diese die sog. „Wutbürger“ die aus dem rechten Spektrum kommen, auch aus dem rechtspopulistischen Spektrum der CSU, die gerade versucht die Oberhoheit über die deutschen Stammtische zu erobern. Wut ist kein guter Ausgangspunkt für politisches Handeln, Not, Verzweiflung, aufgebehren, Leidenschaft ja, aber fehlgeleitete instrumentalisierte „Wut“ nein. Ich mag auch kein Verständnis dafür haben, dass dahinter angeblich „Angst“ steht. Hier werden diffuse Ängste geschürt um scheinbare Besitz- Stands Wahrung und in politisch und menschlich fragwürdige Ziele umgesetzt. Das ist schlicht inhuman. Und das die „Pigida“ auch noch mit Begriffen wie „Zurückeroberung“ des „christlichen Abendlandes“ für die Christen arbeitet und anbietet das christliche Abendland für die Christen unter Mitarbeit der afrikanischen Christen zurück zu erobern ist Kreuzzugswahn und hat mit unserem christlichen Abendland und seinem christlichen Glauben und Werten nichts zu tun. Hier bildet sich ähnlich krudes Gedankengut wie in den diversen sog. islamistischen Gruppen, die mit dem Islam als Weltreligion nichts zu tun haben.

  5. KRP sagt:

    Es hat sehr wohl mit Angst zu tun weil mit der Angst der Bürger diese sogenannten Recht6en und Machthabern oder wie die sich alle nennen…Pegida oder sonst wie. Alle die nutzen die Angst der einfachen Menschen und schaffen somit ihren Vormarsch. Der genauso von den sogenannten christlichen Gruppierungen ausgehen wie von Parteien.

    • KRP sagt:

      Es waren auch ganz normale Menschen die im dritten Reich einem Diktator gefolgt sind und die Menschen die sich Pegida nennen sind auch verführte Menschen die frustriert sind und Angst haben ihre Identität zu verlieren.

  6. KRP sagt:

    All diese Demonstrationen die gegen Fremde sind und gegen Einwanderung das ist ganz einfach Fremdenfeindiich und bleibt Fremdenfeindlich. Und das sind und machen auch ganz normale Menschen die sich bedroht fühlen und sei es nur durch Busfahrer oder ein einfaches Kopftuch.

  7. Silvia Brückner sagt:

    Heute Abend hat sich auch Günter Jauch in seiner Talkshow mit „Pegida“ befasst, klarer ist für mein Empfinden dadurch aber nichts geworden.

    Ich empfinde es aber als problematisch, diese so genannten „Wutbürger“ entweder alle in die „rechte Ecke“ abzuschieben oder als Menschen mit durch die Medien geschürtem Sozialneid abzutun, statt ihre Ängste ernst zu nehmen.

    Politiker und hohe Kirchenleute sind meiner Meinung nach viel zu weit weg vom ganz normalen Leben der Bürger, um überhaupt noch wahrzunehmen, was die Menschen bewegt bzw., welche Probleme tatsächlich bestehen.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Das finde ich richtig beobachtet. Deswegen benutze ich ja auch das Wort „rechts“ nicht. Es ist aber gar nicht so einfach, die Linie zwischen ernst nehmen und Widerstand zu finden. Denn beides ist ja Teil eines guten Umgangs. Ängste ernst nehmen heißt Menschen ernst nehmen, trotzdem mag ich mir auf derlei Debatten nicht einlassen, denn allein das rückt unsere Gesellschaft in eine „Schuld“-debatte: Die Ausländer, die Flüchtlinge, der Islam …

      • KRP sagt:

        Dem stimme ich uneingeschränkt zu.

      • Silvia Brückner sagt:

        Gerade eben habe ich auf t-online von einer Geiselnahme in einem Café in Sidney gelesen, der Täter ist offenbar ein Dschihadist, der zwei seiner Geiseln gezwungen hat, eine Fahne mit dem arabischen Schriftzug „Allah ist groß“ von innen gegen das Fenster zu halten.

        Mag sein, dass der Mann ein Trittbrettfahrer ist. Aber solche u.ä. Meldungen findet man fast täglich auf t-online. Laut Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt besteht auch eine entsprechende Gefährdung für Deutschland.

        Wen wundert es, wenn Menschen ihrer berechtigten Angst Ausdruck verleihen und kein Vertrauen mehr in die Politik haben?

        Als vor wenigen Monaten fast jedes Wochenende antijüdische Demonstrationen stattfanden, die jüdische Mitbürger in Angst und Schrecken versetzt haben, hielt sich die allgemeine Empörung in relativ bescheidenen Grenzen.

        Aber kaum wittert man „Islamophobie“, schon finden sich überall „Betroffene“ zusammen, um zu protestieren und es werden schnellstens Gegendemonstrationen organisiert.

        Und hat z.B. unsere eigene Kirche schon mal zu einer Demonstration gegen die grausame Christenverfolgung in Syrien und im Irak aufgerufen? Nein, das hat sie nicht!

        Und ich muss sagen, das befremdet mich.

        Hat sich schon mal jemand gefragt, wie es dabei den Christen geht, die aus dem Irak und Syrien zu uns geflüchtet sind und hier wieder erleben müssen, wie man ängstlich vor dem Islam kuscht?

        Nach allem, was man inzwischen weiß, ist der Islam eben nicht „nur“ eine Religion sondern ein politisches und soziologisches System, das dort, wo der Islam die Mehrheit hat, das gesamte öffentliche und private Leben der Menschen kontrolliert, einschließlich der Einführung der Scharia.

        Siehe auch das Auftauchen einer „Scharia – Polizei“ vor wenigen Monaten in Wuppertal.

        Wenn sich bei uns ein neuer Rechtsradikalismus ausbreitet, was auch mich mit großer Besorgnis erfüllt, so sind unsere Politiker daran mitschuld, denn die Bürger fühlen sich vom Staat nicht ausreichend geschützt.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Das ist nicht ganz korrekt, es gab Aufrufe zu Solidaritätsveranstaltungen, zu Versammlungen und Gottesdiensten vor allem (ökumenischen). Aus dem Erzbistum Wien zum Beispiel weiß ich es, aber auch Berlin und andere Bistümer. Das ist bloß nicht so laut und weil meistens mit einem Gottesdienst verbunden geht es medial nicht als „Demonstration“ durch.

          • KRP sagt:

            Und dieses Wochenende in Köln eine Demo und Kardinal Woelki war dabei oder hat dazu aufgerufen.

          • Chrisma sagt:

            Eine Antwort von Kardinal Wölki, aus einem Interview mit dem Domradio Köln vom 12.12.2014
            KNA: Wie auch in Berlin lebt im Erzbistum Köln eine große Zahl von Muslimen. Wie kann man den Frieden zwischen den Religionen fördern – auch angesichts der vielen militanten Salafisten?
            Woelki: Christentum und Islam verbindet der Glaube an einen barmherzigen Gott. Gewalt ist nie religiös zu rechtfertigen. Pervertierungen gab es leider sowohl in der Geschichte des Christentums als auch des Islams. Diese Auswüchse dürfen aber nicht mit der Religion gleichgesetzt werden. Es ist nicht in Ordnung, angesichts von Gewaltexzessen etwa der Terrormiliz „Islamischer Staat“ Muslime pauschal zu diskriminieren. Andererseits haben militante Salafisten in einem pluralen Rechtsstaat nichts zu suchen. Dagegen gilt es mit rechtsstaatlichen Mitteln vorzugehen.
            KNA: Umgekehrt machen sich auch Gegenbewegungen wie „Hooligans gegen Salafisten“ oder „Patrioten Europas gegen Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) diese Stimmung zunutze.
            Woelki: Solche „Retter des Abendlandes“ brauchen wir nicht. Wir müssen diese Herausforderungen mit rechtsstaatlichen Mitteln lösen. Es ist gut, dass zur Gegendemonstration am Montag Parteien, gesellschaftliche Gruppen und auch die Kirche aufgerufen haben.
            PS In Köln gab es am gestrigen Sonntag eine große bunte Gegendemonstration mit ca. 15.000 Teilnehmern. Unsere Kirchen waren auch dabei.

          • Und erst gestern die Menschenkette haben,Bürger von Vorra gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus protestiert, direkt nach dem Gottesdienst, Initiator war die Kirche Frau Brückner.

            Das Problem ist für mich dass so viele mit Ängsten spielen und sie schüren, bestes Beispiel das Burkaverbot, CDU Antrag, für mich Brandstifter. Oder der CSU Antrag, deutsch zu sprechen… zuviele Menschen gehen diesen Brandstiftern auf den Leim, leider.
            Angst ist kein guter Berater in keiner Situation @Sivia Brückner.
            Auch mit diese Salfistenpolizei in Wuppertal wurden kräftig Ängste geschürt, von der Politik und den Medien.

            Und Extreme gibt es in allen Religionen Frau Brückner, nur dass die IS keine Religion ist sondern sie benutzt um Angst und Schrecken zu verbreiten, leider scheint es bei uns in D zu wirken.

            Ich fürchte mich weder vor den Islam noch gehe ich den Propagandisten auf den Leim.

            Was mir wirklich Sorgen macht, ist, dass Politiker Ängste ausnützen für ihre Wählerstimmen, und das Rechte nie so verfolgt werden und verharmlost werden, siehe NSU.

            Auch die Flüchtlingspolitik in unserem Land ist beschämend, wir sind ein Einwanderungsland, doch kein Politiker erklärt es den Bürgern.

            Keine Angst haben, niemals.

          • Silvia Brückner sagt:

            Ich glaube, ich wurde falsch verstanden.

            Meine Frage lautete: Warum hat unsere Kirche keine Demo GEGEN DIE CHRISTENVERFOLGUNG in Syrien und im Irak veranstaltet? Ein Gottesdienst hinter sicheren Kirchenmauern, den kaum jemand öffentlich wahr nimmt, ist nicht dasselbe.

            Und eine Demo unter dem schwammigen Begriff „gegen Fremdenfeindlichkeit“ erst recht nicht.

            @chrisma, was Kardinal Woelki gesagt hat, ist mir bekannt.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Gilt nur eine Demo mit Plakaten und Marsch durch die Straßen? Auch ein Gottesdienst demonstriert schließlich etwas. Und in Wien war dieser Gottesdienst zum Beispiel nicht hinter Kirchenmauern, sondern offen auf einem Platz in der Innenstadt.

          • KRP sagt:

            Es wird sowohl gegen Christenverfolgung aufgerufen wie gegen VERFOLGUNG VON mENSCHEN IM ALLGEMEINEN. Weil es alle Menschen betrifft und nicht alleine die Christen. Sind für Sie Fr. Brückner eigentlich nur Christen die Verfolgten? Und nicht schon wieder schreiben Sie sind auch für anders Gläubige wenn im nachhinein immer ein „Aber“ steht.

          • Silvia Brückner sagt:

            @KRP, hier weiter oben habe ich ganz deutlich meine Meinung gesagt, also unterstellen Sie mir nichts:

            http://blog.radiovatikan.de/die-strasse/#comments

            Ich schrieb von Christen, JESIDEN und KURDEN, und zwar ohne „ABER“. Genügt Ihnen das? Wahrscheinlich nicht, aber das ist dann nicht mein Problem.

          • KRP sagt:

            Mein Problem ist das auch nicht weil ich gegen jede Art von Verfolgung bin und Ihr „Aber“ kommt fast in allen Kommentaren vor nur weil dazwischen etwas revidiert wird hebt das nicht alles automatisch auf denn die Menschen die bei „Pegida“ mit laufen sagen auch das sie nichts gegen Fremde an sich haben.

          • KRP sagt:

            Ausserdem habe ich nicht geschrieben das in obrigen Kommentar ein „Aber“ steht sondern im „nachhinein“ und damit sind Ihre unteren Kommentare gemeint. Wenn mir das genügen soll dann bitte auch meine richtig lesen. Unterstellen Sie nicht immer mir ein Problem wo ich keines habe, dass ist Ihre Interpretation.

          • Silvia Brückner sagt:

            @KRP, ich laufe nicht bei Pegida mit! Ich engagiere mich vor Ort für Asylanten!

            Wie Sie meine Beiträge lesen und wo Sie ein Aber heraushören wollen, das ist nun wirklich nicht mein Problem.

            Wie heißt es so schön:

            „Ich bin nur verantwortlich für das, was ich gesagt habe, nicht für das, was Andere verstehen“.

          • KRP sagt:

            Silvia wo habe ich geschrieben „Sie laufen mit“ ich habe geschrieben die Menschen laufen. Ich verstehe nicht was für ein Problem? Ich habe kein Problem zum letzten mal. Genauso ist es mit den Menschen die bei Pegida mitlaufen weil es keine korrekte Aufklärung gibt und die Menschen das was andere schreiben so weiter geben wie sie es verstehen.

  8. KRP sagt:

    Ach noch etwas fällt mir ein, es ist ja nicht das erste mal das Sie lieber P. Hagenkord dieses Thema der Fremdenfeindlichkeit aufgreifen und sich diesem Thema stellen. Das sich Menschen Demonstrationen und Gruppen wie Pegida anschließen liegt häufig genau an dem was in all Ihren zu diesem Thema schon eingestellten Blogs geschrieben wurde. Auch wenn die Meinung in der Zwischenzeit etwas revidiert wurde aber die Äußerungen habe ich noch sehr genau im Ohr und das sind genau solche Äußerungen die Menschen zu Gruppen wie Pegida hin führen.

  9. Kaline sagt:

    „Das sind keine Wut“Bürger“ mehr, mit Bürger hat das wenig zu tun.“

    Falsch, Pater Hagenkord: die Grenze, wo die Mitte der Gesellschaft endet und die rechte Ecke beginnt, ist sehr fließend.
    Ich weiß nicht, ob Sie dieses Video: http://www.spiegel.tv/filme/buergerlicher-rassismus-gegen-fluechtlinge
    sehen können, denn das Mediengesetz erlaubt oft den Abruf aus dem Ausland nicht.
    In dem Video wird deutlich welche „Argumente“ die „bürgerliche Mitte“ gegen die Aufnahme von Flüchtlingen findet.
    Da muss auch schon mal, neben der Angst vor steigender Kriminalität oder um den Werteverfall des eigenen Grundstücks die zierliche Tellerschnecke herhalten…
    Und es wird vor allem eines deutliche: diese Feindbilder waren bereits lange Zeit vor den Flüchtlingen da.
    Konkreten Fakten z.B. zur Kriminalität von Flüchtlingen, die diese Ängste entkräften könnten, verweigert man sich – auch in der sogenannten „bürgerlichen Mitte“.

    Natürlich kann man Ängste ums Gemeinwesen haben, aber „gegen die Islamisierung des Abendlandes“ zu sein, hat mit Gemeinwesen nicht mehr viel zu tun, sondern ist genauso wie die Angst vor der „jüdischen Weltverschwörung“ einfach Propaganda, welche die eigene Opferrolle suggeriert.
    Auf diesem Hintergrund wird die Verteidigung des Abendlandes dann zur ersten Bürgerpflicht und erscheint irgendwann als „Notwehr“.

    Ängste werden immer gerne als Begründung hervorgeholt, wenn es darum geht, die Verantwortung für sein eigenes Handeln nicht tragen zu müssen.

    Die Mitläufer von diesen PEGIDA- Demos verweigern konsequent das Gespräch mit den Medien und Vertretern der Politik, „weil die sowieso alle lügen“ und andererseits beklagen sie sich, dass man ihnen nicht zuhört.
    Demokratische Mittel, wie das Recht auf freie Meinungsäußerung werden missbraucht, um Hass, Rassismus und die eigene, vermeintliche Überlegenheit zu demonstrieren: „Wir sind das Volk“

    Mich beunruhigt diese Entwicklung, weil auf der anderen Seite seit langem eine Politikmüdigkeit zu beobachten ist, die sich zum einen in einer immer geringer werdenden Wahlbeteiligung ausdrückt, zum anderen laufen den Gewerkschaften und den bürgerlichen politischen Parteien die Mitglieder davon.
    Demokratie erfährt ihren Schutz nur im Gebrauch und ist mehr, als nur die Anwendung demokratischer Mittel.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Ich glaube, da missverstehen wir uns: Wenn ich sage, dass das keine „Bürger“ seien, meine ich mit „Bürger“ informierte Menschen, die sich engagiert mit dem Staat und der Gesellschaft auseinandersetzen und identifizieren. Die Träger des Gemeinwesens, wenn ich es etwas altmodisch ausdrücken darf.

    • Peter Lehmann sagt:

      Liebe Kaline
      Von welcher Demokratie reden Sie da ständig ? In Deutschland Demokratie, da muss ich was verpasst haben ?

      • KRP sagt:

        Aber Hr. Lehmann der Ansatz ist da. Wo gibt es schon die perfekte Demokratie?

        • Peter Lehmann sagt:

          KRP
          Herr Münterfering, immerhin Parteivorsitzender der SPD, hat im Jahr 2006 den Augenöffner offiziell ausgesprochen. Nach Herrn Müntefering ist es „unfair Politiker an ihren Wahlversprechen zu messen“. Ich bin seit langem bekennender Nichtwähler. Sollte es jemals ein strafrechtlich relevantes Verbrechen werden, Wahlversprechen zu brechen, bin ich wieder dabei. So wie jetzt, läuft es doch irgendwie nur auf Symphatie zu Personen oder auf Tradition hinaus und hat mit dem, wofür man einsteht rein gar nichts zu tun. Warum wählen denn z.B. so viele Christen CSU ? Wegen dem C in CSU ? Macht dass C die Partei christlich ? Siehe betreffende Beiträge zu diesem Thema (CSU / Pediga) weiter oben.

          • Peter Lehmann sagt:

            P.S
            Wahlversprechen brechen ist praktisch Wahlbetrug. Und nach den Geboten Gottes eine Todsünde -Du sollst nicht lügen-.

          • KRP sagt:

            Hr. Lehmann zum ersten wenn alle so denken und nicht wählen gehen wie soll dann etwas anders werden? Zum zweiten beantwortet das aber nicht meine Frage: Wo gibt es die perfekte Demokratie, doch eigentlich nirgends oder?

          • Peter Lehmann sagt:

            KRP
            Schade eigentlich. Aber eine perfekte Demokratie wird es wohl nie geben. Doch das bedeutet nicht, dass, wie in unseren Medien allzu gern dargstellt Deutschland eine Musterdemokratie wäre. Davon kann doch nun wirklich nicht die Rede sein.

          • KRP sagt:

            Von Musterdemokratie wird auch sicher keiner mit etwas Verstand reden und bei Medien gilt es genauso wie überall zu differenzieren.

    • Chrisma sagt:

      @Kalina Dafür liebe Kalina danke ich Ihnen. besonders der Satz: „Ängste werden immer gerne als Begründung hervorgeholt, wenn es darum geht, die Verantwortung für sein eigenes Handeln nicht tragen zu müssen.“hat es auf den Punkt getroffen. Demokratie ist unser Handeln, sie ist so stark oder schwach wie wir als „Volk“ als politisch Handelnde sind. Der Stillstand in einig „Merkelland“, die Ruhe macht mir auch zu schaffen. Ganz Europa steht vor dem Problem des wachsenden Rechtspopulismus. Nur vor dem Hintergrund unserer Geschichte sollte wir sehr, sehr vorsichtig sein.

    • Peter Lehmann sagt:

      Liebe Kaline
      Noch etwas. Sie zitieren hier gern Karl Marx. Aber verstanden haben Sie ihn offenbar nicht. In der Bundesrepublik Deutschland herrscht Kapitalismus. Und wer bestimmt nach Karl Marx die Spielregeln im Kapitalismus ? Bingo: Das Kapital !!!!
      Wie weit es in Deutschland mit der demokratischen Willensbildung gehen darf bestimmt nicht der Bürger/Wähler. Das bestimmt neben der Siegermacht USA die City of London, die Wallstreet, die Deutsche Bank, RWE, BASF, BMW usw.(halt das Kapital). Wer das auch nur im entferntesten anzweifelt ist aus meiner Sicht hoffnungslos naiv.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Wohl dem, der ein geordnetes Feindbild hat.

        • Peter Lehmann sagt:

          Geehrter P. Hagenkord
          Verstehe ich jetzt nicht, muss ich ?
          Was hat Realismus mit Feindbild zu tun ?

        • Peter Lehmann sagt:

          Verehrter P. Hagenkord
          Seit dem Jahr 2000 hat Deutschland die stärkste Zunahme der Ungleichheit der Einkommensverteilung aller OECD-Staaten.
          Im Jahr 2007 erzielte laut statistischem Bundesamt das obere 1 % der Bevölkerung 13,1 % der Einkünfte und die unteren 50 % der Bevölkerung zusammen 14,3 % der Einkünfte.
          Nun geht es mir persönlich so gut, dass ich nicht traumatisiert an die nächste Stromrechnung denke o.ä und ich persönlich bin auch relativ frei von Neid auf materiellen Dingen.
          Aber auch wenn es mich nicht betrifft, erstaunt mich schon unter der Maßgabe des weiter oben Aufgeführten, was es zum Beispiel für eine leidige Diskusion um den Mindestlohn gegeben hat. Nicht die Armen sind neidisch auf die Reichen. Nein, die Reichen gönnen den Armen nicht einmal eine Erhöhung von Hartz IV und verfügen über ausreichend Lobby um Umverteilung zu verhindern. Das muss doch mal gesagt werden dürfen, ohne hier gleich mit Feindbild o.ä. Sprüchen angemacht zu werden.

          • Peter Lehmann sagt:

            Ach ja und bevor ich es vergesse: das alles natürlich völlig demokratisch. Auf so eine Entwicklung steht die Masse der Bevölkerung. Genau deshalb gehen sie wählen.
            Ich halte es eher mit dem saloppen Spruch: Wenn durch Wahlen etwas verändert werden könnte, wären sie längst verboten.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Was Sie hier schreiben, ist eine differenzierte Antwort. Was Sei vorher geschrieben haben war „Das bestimmt neben der Siegermacht USA die City of London, die Wallstreet, die Deutsche Bank, RWE, BASF, BMW usw.(halt das Kapital). Wer das auch nur im entferntesten anzweifelt ist aus meiner Sicht hoffnungslos naiv.“ Das ist völlig undifferenziert und dient nur der Bildung von Feindbildern.

          • Peter Lehmann sagt:

            Vererhter P.Hagenkord
            Ach ja? Herr Obama, Präsident der Vereinigten Staaten im Jahr 2009 auf einem Besuch der Air Base Rammstein zu US Soldaten: „Deutschland ist ein besetztes Land und wird es auch bleiben“

          • Pater Hagenkord sagt:

            Wenn Sie diesen Unfug für bare Münze nehmen, dann sollten Sie sich Ihre Quellen noch mal genau ansehen. Außer irgendwelchen Feindbild-Generatoren, die sich als Webseite ausgeben, hat das niemand. Ach ja, das ist wahrscheinlich die Verschwörung der internationalen Presse, ich vergaß.

      • Kaline sagt:

        Herr Lehmannn, Sie haben in Ihrer Aufzählung die Freimaurer vergessen. 🙂

        • Peter Lehmann sagt:

          Liebe Kaline
          Das ist mir für eine ernsthafte Antwort zu billig

          • Kaline sagt:

            Na, ja, wer andere von oben herab behandelt: „Von welcher Demokratie reden Sie da ständig“; „Noch etwas. Sie zitieren hier gern Karl Marx. Aber verstanden haben Sie ihn offenbar nicht.“; „Wer das auch nur im entferntesten anzweifelt ist aus meiner Sicht hoffnungslos naiv“ – der muss eben mit billigen Antworten zurecht kommen.
            Denn für eine ernsthafte Diskussion auf Augenhöhe scheinen Sie mir einfach zu unerfahren.

  10. Silvia Brückner sagt:

    Das hier halte ich als Sozialarbeiterin für den richtigen Weg, mit dem Problem religiöser Radikalisierung von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund umzugehen:

    http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/gesellschaft/141215_beratungsstelle_religioese_toleranz.php

  11. Elisabeth sagt:

    Dieser Kommentar auf Tichys Blog dürfte wohl derzeit der meistverlinkte Artikel sein…
    http://www.rolandtichy.de/tichys-einblick/pegida-die-schweigsamen-und-das-laermen-der-medien/

    • KRP sagt:

      Ich kann in diesem Artikel eigentlich nichts von „vorgeschobenen“ Ängsten lesen sondern lese sehr genau Sorgen und Ängste heraus und das man Politikmüde ist weil niemand reagiert weil niemand hinhört ausser den Rechtspopulisten die sich diese Ängste zu eigen machen.

  12. Teresa_von_A. sagt:

    Die Situation ist folgende: Europa hat seine unendlichen Konflikte nicht gelöst, sammelt Flüchtlige aus allen Kriegsländern, verfrachtet sie in Berlin hauptamtlich in Bezirke, die als problematisch gelten, denn in den Bezirken der Reichen gibt es wohl nur private Grundstücke, auf denen man nichts bauen darf..Keine Containerdörfer und keine Rathäuser umwandeln und keine leerstehenden Schulen, die werden alle sehr schnell anders genutzt. Bevor es Dresdeb gab, gab es Wahlverweigerung. Dann wurden die rechten Parteien gewählt und nachdem all dies nicht ernstgenommen wurde, ging man auf die Straße, ich bin sicher, auch das wird nicht von Erfolg gekrönt sein und was dann kommt, will ich mir im Moment nicht vorstellen. Mal davon ab, dass wir Wahlrecht haben, nicht Wahlpflicht, Demonstrationsrecht nicht nur dann, wenn es im stillen Kämmerlein passiert..Streikrecht..frage ich mich, warum Jugendliche aus unserem ach so reichen Land, wie ich oft von der Kanzel gehört habe, in ihrer Perspektivlosigkeit den Heilsversprechen der Islamisten anheimfallen..und wann überprüft unsere Leid-Kultur mal ihre Werte? Bevor sie über andere lästert?Die andere Situation ist die in den Herkunftsländern..gibt es da eigenbtlich eine Regierung, die sich für irgendwas anderes als Waffenkauf interessiert zur Problemlösung?Falls sie überhaupt an irgendwas Interesse haben? Die einen Länder wüstenhaft leergefegt, die anderen überfüllt und verzichten müssen die, die eh nichts haben?

  13. Silvia Brückner sagt:

    Ich möchte noch etwas zum Thema „Rechtspopulismus“ sagen:

    Heutzutage werden, wenn man „dem Islam“ kritisch gegenüber steht, sehr schnell zwei Totschlagargumente gezückt:

    Islamophobie und die altbekannte Nazikeule. Mir ist das hier und anderswo auch schon- wenn auch mehr versteckt – zuteil geworden.

    Als Enkelin eines von den Nazionalsozialisten Verfolgten, der auch später offiziell als Verfolgter anerkannt wurde, reagiere ich sehr empfindlich auf rechtsradikales Gedankengut. Gerade deshalb verletzt es mich auch sehr, wenn man mich bei der geringsten Islamkritik in die rechte Ecke stellt.

    Deshalb möchte ich hier mal ausdrücklich auf meinen familiären Hintergrund hinweisen:

    Mein Großvater mütterlicherseits war von den Nazis politisch verfolgt und war ein später anerkannter Verfolgter. Ich bin von meiner Familie so sozialisiert worden, dass ich auf jede Art von Verfolgung von Menschen, sei es aus politischen, „rassischen“ oder religiösen Gründen sehr sensibel reagiere.

    Aber meine Sensibilität in dieser Hinsicht lasse ich mir nicht vom heutigen Mainstream vorschreiben. Deshalb solidarisiere ich mich mit meinen verfolgten Mitchristen in den islamischen Ländern, mit den verfolgten Jesiden und Kurden.

    Ich engagiere mich vor Ort für Asylanten und kenne einige aus meiner Kirchengemeinde persönlich.

    Und ich reagiere aufgrund meines familiären Hintergrunds und meiner Erziehung sehr empfindlich, wenn jüdische Mitbürger hier neuerdings wieder attackiert werden.

    Deshalb trete ich hier und anderswo entschieden gegen eine einseitige Unterstützung und Bevorzugung des Islam auf.

    Ich verfolge alle poltischen Richtungen aufmerksam, bevor ich mir ein Urteil bilde, auch Pegida.

    Und was Pegida angeht, blicke ich noch nicht richtig durch.

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