Europa: Auszuhaltende Spannungen

Bischofssynode Tag 2, mittags

Die Diskussionen bei der Synode kommen in Gang. Als Reaktion auf den Bericht von Kardinal Peter Erdö habe ich einen der Synodenteilnehmer, Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode, nach seiner Einschätzung dieser Diagnose gefragt

 

Ich würde es etwas mehr differenzieren, weil ich die Sorge haben, wenn wir die Säkularisierung so als den Riesenwiderstand gegen den Glauben darstellen, dann wird nicht mehr deutlich, dass da ja auch große Suchbewegungen drin sind. Ich glaube, man wird der Sehnsucht der Menschen im Innersten nicht gerecht, wenn man ihr Suchen nach guten Beziehungen, nach Selbstentwicklung und nach Zukunft und Sinn überhaupt nicht sieht. Und selbst beim Atheismus ist das so. Wie das Konzil in Gaudium et Spes 44 sagt bringen selbst die, die uns in Frage stellen, uns selbst auf neue Fragen.

Dieses Wort nach der Selbstevangelisierung, dass wir uns selbst unseren eigenen existenziellen Fragen und unserer Suche stellen und uns selber als Suchende deutlich machen, ist etwas ganz Wichtiges.

Manchmal werden heute in der ganzen Unsicherheit zu schnell Sicherheiten und Eindeutigkeiten gesucht, die man vielleicht doch eher in der Spannung stehen lassen muss.

 

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