Familie ohne Hoffnung: Familienpartnerschaften

Aus dem Abend von Fragen und Antworten zum Thema Familie am vergangenen Samstag, Teil 3. Papst Benedikt hat Fragen von Familien zur Situation der Familie und zu dem beantwortet, was er zu Problemen von Familien heute zu sagen hat.

 

Nikos: Kalispera! [griechisch: Guten Abend]. Wir sind die Familie Paleologos, wir stammen aus Athen. Ich heiße Niko und dies ist meine Frau Pania. Vor einigen Jahren haben wir zwei weiteren eine kleine Informatik-Firma gegründet und alles investiert, was wir hatten.

In der aktuellen schweren wirtschaftlichen Krise haben die Kunden dramatisch abgenommen und die verbleibenden verzögern immer mehr das Bezahlen. Wir schaffen es kaum, die Gehälter der zwei Angestellten zu bezahlen und für uns selbst bleibt fast nichts übrig: Um unsere Familie jeden Tag zu unterhalten bleibt immer weniger übrig.

Unsere Situation ist die von vielen, von Millionen anderen. In der Stadt gehen die Menschen mit gesenktem Kopf, keiner hat mehr Vertrauen in niemanden, es fehlt an Hoffnung.

Pania: Auch wir, auch wenn wir weiter an die Vorsehung glauben, werden müde, an eine Zukunft für unsere Kinder zu glauben. Heiligkeit, es gibt Tage – und Nächte – in denen es schwer ist, die Hoffnung nicht zu verlieren. Was kann die Kirche diesen Menschen sagen? Den Menschen und Familien, die keine Perspektive mehr sehen?

 

 

Benedikt XVI.: Liebe Freunde, danke für euer Zeugnis, das mein Herz und die Herzen aller getroffen hat. Was kann ich euch antworten? Worte reichen nicht aus. Wir müssen ganz konkret etwas tun und alle leiden daran, dass wir unfähig sind, etwas Konkretes zu tun.

Wir sprechen zuerst über die Politik: Mir scheint, dass der Sinn für Verantwortung in allen Parteien wachsen muss, dass sie keine Dinge versprechen, die sie nicht halten können, dass sie nicht nur Stimmen für sich suchen, sondern die Verantwortung wahrnehmen für das Wohlergehen für alle und dass sie verstehen, dass Politik immer auch menschliche und moralische Verantwortung vor Gott und den Menschen bedeutet.

Die Einzelnen leiden natürlich und müssen oft die Situation so annehmen, wie sie ist, ohne sich verteidigen zu können. Trotzdem können wir hier sagen: Wir erstreben, dass jeder das ihm Mögliche tut, dass er an sich, an seine Familie und an die anderen mit großem Verantwortungsgefühl denkt und weiß, dass Opfer nötig sind, damit es einen Weg vorwärts gibt.

Der dritte Punkt: Was können wir tun? Das ist meine Frage, in diesem Augenblick. Ich denke, dass vielleicht Partnerschaften zwischen Städten, zwischen Familien, zwischen Pfarreien helfen könnten.

Wir haben in Europa ein ganzes Netz dieser Partnerschaften, aber das sind vor allem kulturelle Austausche, die gut und nützlich sind, aber ich spreche von Partnerschaften in einem anderen Sinn: Dass wirklich eine Familie aus dem Westen, aus Italien, Deutschland, Frankreich, Verantwortung dafür übernimmt, einer anderen Familie zu helfen.

Und so genauso für die Pfarreien, für die Städte: Dass sie wirklich Verantwortung übernehmen und ganz konkret helfen.

Seid euch sicher: Ich und viele andere beten für euch, und dieses Beten ist nicht nur ein Beten mit Worten, sondern es öffnet auch Gott das Herz und schafft so eine Kreativität, die Lösungen sucht. Der Herr wird uns helfen.

Euch sei er immer eine Hilfe! Danke.

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2 Antworten auf Familie ohne Hoffnung: Familienpartnerschaften

  1. Teresa_von_A. sagt:

    erinnert mich an die weihnachtspakete in den früheren osten. als dann die mauer fiel, war sehr schnell nur noch von finanziellen verlusten die rede. es geht ,wie auch beim mauerfall, erstmal um moral. europa hat nicht nur versäumt,den menschen den christlichen glauben zu bringen, stattdessen hat man die 3. welt mit kolonien überzogen und bis heut arm gemacht, es schafft auch diesmal aus demselben habenwollen heraus keine einheit. dann geht doch, wenn ihr zu dumm seid, mit geld umzugehen..kulturelle partnerschaften sind nützlich, mehr nicht. habenwollen schon wieder. oder man zwingt den anderen seine leid-kultur auf. ich habe hautnah bei irland erlebt, das anfang der 70er in die eec ging, eu…und moralisch komplett abbaute. mal kurz reich war und nun ist alles wieder beim alten.man wandert aus, hat aber inzwischen asylanten im land,und die noch reichen, die sich als arm betrachten, haben nichts anderes zu tun als die nase zu rümpfen? die alkoholfreudigen iren, die ewig streikenden italiener und die immer faulen griechen und spanier.nur komisch, dass die touris in diesen ländern auch mittags dolce vita machen müssen. in der größten hitze.

  2. Peter Lehmann sagt:

    Es ist doch Augenwischerei zu denken, dass die Kirche die Kirche Jesus ist. Die Kirche hat ihren christlichen Glauben, nach ihrem Gutdünken, wie es ihr passt, verbreitet, notfalls auch sehr unchristlich mit Gewalt. Woher stammt das Gold in den Kirchen Roms? Das waren nicht Politiker. Hat die Kirche zurückgegeben, wass sie, die Kirche, den 3.Weltländern genommen hat?
    Ein natürliches Gerechtigkeitsgefühl ist den meisten Menschen auch ohne christlichen Glauben gegeben. Was über Jesus berichtet wird, muss ihn für alle Menschen guten Willens zum Vorbild machen. Er ist leuchtendes Vorbild. Er wurde und wird von der Kirche missbraucht. Die Kirche stellt sich nach wie vor nicht gegen die weltlichen Herrscher. Sie bezieht keine klaren Positionen. Sie ergeht sich lieber in endlosem theologischen Gelaber denn in praktischer Lebensführung. Sie hat auch einen Hitler machen lassen. Denn wenns ums Geld geht ist sie plötzlich auch sehr weltlich. Erzähle mir die Kirche nichts von Jesus.

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