Fastenzeit – Vorbereitung auf die Tauferneuerung

Stephansdom in Wien, Tastenlicht

Stephansdom in Wien, Fastenlicht

Wir sind wieder mittendrin, in der Fastenzeit. Es hat einen Besuch im Stephansdom in der vergangenen Woche gebraucht, bis mir das so richtig klar wurde. Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass Fastenzeit fast schon was Normales geworden ist. Die Lichtinstallation als Fastentuch dort hat mir die Zeit gegeben, mit zu korrigieren und das auch zu merken. Es ist Zeit zu Fasten. Die innere Vorbereitung auf Ostern steht auf dem Programm. Und damit auf ein Element von Ostern, das mir ganz besonders teuer ist.

Die Feier der Osternacht hat viele dramatische Höhepunkte: das Feuer, die Lichter, die Orgel, die Schrifttexte, die feierlichen Fürbitten. Da kommt ein Element gerne zu kurz, dass diese Feier mit der Fastenzeit verbindet wie keines sonst: die Tauferneuerung.

In der Osternacht werden wir erneut gefragt ob wir glauben und ob wir widersagen, ob wir Gott in unserem Leben suchen und ihm in seiner Gemeinde angehören wollen, ob wir den Mächten dieser Welt unterliegen wollen oder frei sein.

Will ich das eigentlich?

 

Die Tauferneuerung hat ihren Platz von der Tradition her in der Osternacht neue Christen aufzunehmen, sie zu taufen. Und die Fastenzeit war die Vorbereitungszeit für die Taufbewerber. Mit dem auferstandenen Herrn wurde die Geburt seiner Gemeinschaft, der Kirche, gefeiert; genau die richtige Zeit und der richtige Ort, neue Mitglieder aufzunehmen.

Nun sind die meisten von uns schon getauft, aber die Vorbereitung auf die Osternacht und die Erneuerung des Taufversprechens könnte unser Thema sein für diese Fastenzeit. Schauen wir uns das also noch einmal an.

Taufe, das ist der Eintritt in die Gemeinde Jesu. Damit gehöre ich Christus an, ich „ziehe Christus an“, wie Paulus sagt und wie wir im Zeichen des weißen Taufkleides oder Taufschals bei jeder Taufe deutliche machen. Will ich das eigentlich? Eine müßige Frage, denn wir gehören ja schon dazu, aber trotzdem kann ich sie mir stellen: möchte ich das alles eigentlich? Heute noch? Nach so vielen Jahren des getauft-Seins? Möchte ich – sozusagen – das weiße Kleid tragen?

Bei der Taufe eines Kindes werden die Eltern zu beginn gefragt, was sie wünschen. Oder es ist der erwachsene Täufling selbst, der vor dem Sakrament nach seinem Wunsch gefragt wird. „Die Taufe“ ist die Antwort. Es gibt keine Sakramente, wenn wir sie nicht wollen. Gegen unseren Willen können wir nicht getauft, gefirmt, geweiht oder verheiratet werden. Wir werden gefragt und in unserem Wollen Ernst genommen. Zwar verliere ich ohne die Tauferneuerung nicht die Taufe, aber ein bewusstes Nachvollziehen der eigenen Taufe in jedem Jahr, in jeder Osternacht ist wichtig für die Prägung unseres Lebens. Es ist wichtig, dass wir uns erinnern und bewusst zu unserer Taufe stehen. Es ist wichtig, auch heute noch, dass wir die Taufe wollen.

In der Formulierung von Papst Franziskus, die er gerne zur Taufe verwendet: Wir sollten unseren Tauftermin kennen. Wir sollten ihn wie den Geburtsta, den Hochzeits- oder Weihetag kennen, um ihn feiern zu können wie einen Geburtstag.

Das weiße Kleid tragen

 

Das Getauft sein darf nicht untergehen im Alltag des Lebens, wo wir so viel sind: Mitglieder von Familien, Freundeskreisen, Vereinen, Parteien, Firmen, Nachbarschaften, Leser eines Blogs etc. Mitglied der Kirche Gottes sein ist mehr, sehr viel mehr als ein Mitgliedsausweis. Einmal getauft will Jesus Christus das Zentrum unseres Lebens sein. Das ist es, was wir in der Tauferneuerung bewusst machen wollen. Wollen wird das?

Damit das hier nicht nur Worte sind zum Schluss ein konkreter Vorschlag zur Vorbereitung: tragen Sie in der Osternacht einen weißen Schal. Wie damals bei Ihrer Taufe das weiße Kleid soll er an das „Anziehen Christi“ erinnern, an unsere Zugehörigkeit zu ihm und seiner Gemeinschaft in der Welt. Legen Sie Sich ihn jetzt schon zurecht, als Erinnerung für die Fastenzeit, als Anregung für die Vorbereitung, und tragen Sie ihn dann bei der Feier.

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27 Kommentare zu Fastenzeit – Vorbereitung auf die Tauferneuerung

  1. KRP sagt:

    Es ist mehr als ein Mitgliederausweis, einmal getauft gehören wir Christus danke für Ihren Fastenbeitrag. Passt zu dem was ich weiter unten im Blogbeitrag „Der Beginn des Weges geschrieben habe und ich gerne nochmal wiederholen möchte.
    Was nicht dem Verständnis anderer entspricht wird oft abgewertet. Es wird nicht akzeptiert das jeder Mensch seinen eigenen Weg, sein eigenes Verständnis hat, dass sich entwickeln muss. Das sich auch nicht mit dem von anderen decken muss. Katholische und evangelische Kirche beides sind weltliche Institutionen. Luther hat etwas erkannt vor 500 Jahren das die katholische Welt erst seit dem 2. Vatikanum erkannt hat. Beide Seiten haben meines erachtens ihre guten Seiten wie ihre Schwachstellen. Wie es in der Welt halt so üblich ist.
    Eine zeitlang dachte ich auch konvertieren zu müssen, ich habe es nicht getan, wozu auch? Ich gehöre einer christlichen Kirche an ob die nun evanglisch oder katholisch ist, egal es kommt auf meinen eigenen Glauben an. Das hat mir eine sehr kluge und gute Freundin gelehrt, die Dipl.Theologin ist deren ich von ganzem Herzen dankbar bin das sie in mein Leben getreten und mich begleitet hat. Sie ist und war das Beste das mir passieren konnte. Danke liebe Annemarie.

    • Ich finde, es ist sehr wohl ein großer Unterschied, ob jemand katholisch oder evangelisch getauft ist. Das Wort „Taufe“ ist in beiden Gemeinschaften dasselbe. Der Taufritus schon nicht mehr – soweit ich weiss. Die Gemeinschaft der christlich Getauften aber hat den immens großen Unterschied: die evangelische Kirche gründet sich auf Luther (Zwingli, usw.), auf Menschen. Die katholische Kirche gründet sich auf Christus, auf Gott. Da kann man meiner Meinung nach wirklich nich sagen, es ist egal, ob katholisch oder evangelisch getauft.

      • Peter Lauschus sagt:

        Es ist egal, weil die Taufe in beiden Kirchen auf denselben dreifaltigen Gott gespendet wird. (Ebenso bei den altorientalen und den orthodoxen) Ich bin selber katholisch, selber Konvertit aus der evangelischen Kirche wurde aber nicht noch einmal getauft. Ausserdem ist die Taufe mittlerweile auch gegenseitig anerkannt. Und: auch die evangelischen Gläubigen sind Christen und das, weil sie an Christus glauben und nicht an Luther, Zwingli oder Calvin.

      • Silvia Brückner sagt:

        Unsere evangelische Schwesterkirche schlecht zu machen, dient nicht der Ökumene, die im Übrigen auch Papst Franziskus sehr am Herzen liegt.

        • Alle Menschen, die zur großen christlichen Gemeinschaft gehören, haben als gemeinsames Merkmal die christliche Taufe, und zwar in einer minimalistischen, von den christlichen Gemeinschaften verabredeten Form. Der allerkleinste gemeinsame Nenner ist es um als christlich getauft zu gelten: der Täufling muss mit Wasser benetzt werden und es müssen die Worte „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geiste“ gesprochen werden, damit ist der Täufling in der großen Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Die katholische Kirche aber allein gründet sich in direkter Nachfolge auf Jesus Christus selbst, und damit auf Gott selbst..Andere christliche Gemeinschaften haben sich von diesem Ursprung abgespalten und haben sich auf eigene neue andere Gründer ihrer Gemeinschaft berufen. Ist das Fakt oder nicht?

          • KRP sagt:

            Welche anderen christliche Gemeinschaften berufen sich auf ihre Gründer und nicht auf Christus?

          • KRP sagt:

            Die Katholische Kirche auf ihren Papst – sprich Petrus und nicht auf Christus?

          • KRP sagt:

            Hier noch einen kurzen Kommentar zu meiner Frage von oben: Ich möchte nicht das hier jemand denkt ich unterstelle der kath.Kirche sie würde sich auf ihren Papst berufen, das liegt mir Ferne ich schätze den katholischen Glauben sehr. Es geht mir mit meiner Frage darum das hier eigentlich sehr deutlich wird das, dass 2.vatikanische Konzil in seiner Umsetzung noch lange nicht beim Kirchenvolk angekommen ist sonst würden kath.getaufte Christen nicht anderen christlichen Gemeinschaften unterstellen sie würden sich auf ihre Gründer und nicht auf Christus berufen. Irgendwie fehlt da die Aufklärung oder?

          • Peter Lauschus sagt:

            Es ist nicht Fakt, vielmehr ging es den Reformatoren darum zurück zu Christus zu kommen. Die Anerkennung der der Gültigkeit jeder Taufe mit Wasser unter Anrufung der Dreifaltigkeit vertrat schon der heilige Augustinus.

      • Sonja Schubert sagt:

        Eine christliche Taufe ist dann gültig gespendet, wenn sie mit Wasser geschieht und der Täufling auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft wird. Die Taufe kann notfalls von jedem getauften Christen gespendet werden. Das erkennen alle großen christlichen Konfessionen gegenseitig an. Und dazu, dass sich die evangelischen Kirchen auf Luther oder andere Reformatoren gründen – sie gründen sich nicht auf die Reformatoren sondern auf das, was die Reformatoren zurecht angemahnt haben: Zurück zu Christus, zurück zur bedingungslosen Gnade.
        Und was die vermeintlich nicht vorhandene Christuszentriertheit angeht, möchte ich hier Luther zitieren: Solus Christus (Allein Christus) …. Und: jede gute christliche Theologie beginnt mit Christus und sie endet mit ihm.

        Zu P. Hagenkord: Vielen Dank für den Artikel und die Anregungen die darin stecken. Die Tauferinnerung ist eine wunderbare Sache.

      • KRP sagt:

        Zum 1. gründet sich die evangl. Kirche auf Christus und nicht auf Luther oder einen Menschen. 2. ist die Taufe anerkannt wie Peter Lauschus schreibt und 3. weiss ich nicht welchen Mitgliederausweis Sie benötigen für Ihren Glauben, mir genügt Christus bzw der dreieinige Gott und das Evangelium die Heilige Schrift. Das ist genau das was die Ökumene so schwierig macht weil es Menschen wie Sie gibt die keine Ahnung haben aber meinen andere aufklären zu müssen.

      • Christina sagt:

        Die evangelische Kirche gründet auf dem Evangelium, deshalb heisst sie so! Auch wenn nicht verschwiegen sei, dass im 16. Jahrhundert diese Selbstbezeichnung auch eine Polemik gegen die katholische Papstkirche enthielt. Als bekennende Evangelische von heute würde ich trotzdem nie behaupten, die katholische Kirche gründe nicht auch auf dem Evangelium. Schon die Alte Kirche im 1. Jahrhundert war pluralistisch, weshalb es vier kanonische Evangelien mit unterschiedlichen Theologien gibt, nicht zu vergessen die Auseinandersetzung zwischen Petrus und Paulus über die richtige Nachfolge. Es wäre Zeit, davon zu lernen, ut unum sint.

        • Silvia Brückner sagt:

          Ich freue mich sehr, dass hier (neuerdings) auch evangelische Christen mitdiskutieren. Vielleicht ist auch das ein Verdienst unseres aufgeschlossenen neuen Papstes.
          Seien Sie (zumindest) mir hier im Blog herzlich willkommen, ich freue mich auf einen fruchtbaren Gedankenaustausch.

  2. Bremo sagt:

    Nur mal so…. mein persönliches Brauchtum… In der Osternacht brennen bei mir zwei uralte Kerzen…meine Taufkerze und meine Kommunionkerze….und das Taufgelübde zu erneuern ist mir sehr wichtig geworden. Ich hoffe, dass ich meinen Mitgliedsausweis/Dauerkarte nie verlieren werde.

  3. Gabi sagt:

    Danke, Pater Hagenkord, für Ihr Thema, und die wunderbare Idee, als Zeichen der Bewußtheit des Tauferneuerungsritus einen weißen Schal in der Osternacht zu tragen!

  4. chrisma sagt:

    An anderer Stelle habe ich es schon einmal geschrieben, für mich ist die Fastenzeit verbunden mit dem Osterfest die intensivste Zeit im Kirchenjahr. Innehalten, Ziele überprüfen, eingeschlichene Angewohnheiten überdenken und in diesem Jahr gehe ich für eine gute Woche in die karmelitische Spiritualität, ins Schweigen. Jedes Jahr erneuere ich meinen Taufbund aus vollen Herzen. Das war nicht immer so. Ich hatte nie daran gedacht zu konvertieren, aber es gab durchaus Jahre, junge Jahre in denen mein Glaube und die Kirche auf „Eis“ lagen. Vom Kindergarten über – so nannten wir damals noch- Volksschule bis zum Abitur war ich fest in katholischer Hand, das brauchte erst mal „Befreiung“ besonders vor dem Hintergrund der späten 60 iger und frühen 70iger Jahre. Es galt zu vieles zu entdecken, fernöstliche Religionen und nicht zu Letzt Karl Marx und Rosa Luxemburg. Beide einen geistigen Ausflug wert. Lenin und Konsorten fand ich pupsig. Ja dann wehte der Wind mich nach Lateinamerika, dort wurde auch gelesen, aber die Bibel und sie wurde sogar geteilt. Da fand ich zurück zu dem der bis heute mein Freund und enger Begleiter geblieben ist: Jesus. „Ich weiß mich gehalten und habe in seinem Arme Ruhe und Sicherheit ja weiß, dass er die Liebe selbst ist, dann sehe ich ein, wie ‚vernünftig‘ mein Vertrauen auf den Arm ist, der mich hält“ so sagt es die Heilige Edith Stein. Diese Sicherheit trägt mich nun wieder seit unendlich vielen Jahren und so soll es bleiben. Gern will ich in der Osternacht zum Zeichen der Erneuerung dieser Freundschaft einen weißen Schal tragen.

  5. Jeannette Meyer sagt:

    Danke für Ihren Impuls zur Fastenzeit, werter Pater Bernd. Eine gute Anregung finde ich die Idee mit dem weißen Schal, das macht es so anschaulich und handfest :-).
    Etwas irritierend finde ich Ihren Ausdruck „Mitglied der Kirche Gottes sein“. In der Taufe wird der Täufling doch Christus eingegliedert, d.h. er wird ein Glied der Kirche. Man sagt doch auch nicht zu seinem Finger, dass dieser ein Mitglied seines Körpers sei. Ein Mitglied kann man ja in verschiedenen Gruppierungen sein, da gehört man dann quasi mit einem Teil seiner Person, also teilweise dazu. Die weiße Farbe des Taufkleides drückt aber die Reinheit aus, das heißt, dass man ungeteilt, also ganz zu Christus gehört. Als Mitglied würde man eigentlich einen „Teilzeitchristen“ betrachten, sowas wie einen Salon-Katholiken? Und das ist ja per se ein Widerspruch in sich, denn wir sollen ja eins mit Christus sein, eine Einheit mit ihm. Oder sehen Sie das anders?

    • Ich finde ebenfalls, es spielt keine Rolle, welcher Konfession man nach der Taufe angehört. Wie wir alle wissen ist die Taufe von beiden Seiten inzwischen anerkannt. Wissenschaft und Fortschritt haben die Kirche für mehr Toleranz geöffnet.
      Wichtig ist, an wen wir glauben und welche Rolle der Glaube im eigenen Leben spielen soll/ darf?!

      • Jeannette Meyer sagt:

        @Peter Mögeles
        Ich bin mir nicht sicher, ob wir vom Gleichen sprechen. Ich weiß nicht, was genau sie mit Konfession meinen. Confessio, das Bußsakrament? Confessio peccati, das Schuldbekenntnis, in der Beichte sprechen wir auch „Ich bekenne meine Sünden“, dabei bekennt und bereut der Pönitent (das Beichtkind) seine schuldhaften Abspaltungen, Trennungen und Irrwege vor Gott. Und wer ist die eine Seite und wer ist die andere Seite, das Sie von beiden Seiten sprechen?

        • chrisma sagt:

          • @Frau Meyer, Der Begriff Konfession (lateinisch confessio ‚Geständnis‘, ‚Bekenntnis‘) bezeichnet im heutigen Sprachgebrauch eine Untergruppe innerhalb einer Religion (ursprünglich nur der christlichen), die sich in Lehre, Organisation oder Praxis von anderen Untergruppen unterscheidet. In diesem Sinne wird dieser Begriff heute, die Betonung liegt auf heute gesetzt. Und so könnten Sie wenn es nicht um sinnlose Belehrung ginge- den Begriff auch verstehen. Pönitent veralt. Begriff aus der kath. Kirche- meint auch nicht Beichtkind sondern Beichtender, oder wenn es sein muss auch Büßender, also durchaus eine erwachsene Person. Seit dem 2. Vatikanischen Konzil sprechen wir in der katholischen Kirche die jeweilige Landessprache, in unserem Fall Deutsch. Und die Begrifflichkeiten die Sie dann folgen lassen als da sind: schuldhafte Abspaltungen, Trennungen und Irrwege vor Gott…. Nun ja es scheint dass Sie schwere bis schwerste Sünden bei Ihrer Beichte zu Grunde legen. Aber warum müssen wir alle dies nun alle beichten???? Persönlich kann ich Ihnen sagen, dass ich schon seit einigen Jahren das Beichtgespräch bevorzuge, dies unter Anleitung eines Dominikanerpriesters. Ich denke ich überlasse es ihm wie er mit mir zusammen dieses Gespräch gestaltet und zu welchem Ergebnis wir kommen. In diesem Sinne sollte jede Beichte eigentlich erfolgen. Was nun die beiden Seiten anlangt: Sowohl die evangelisch lutherische Kirche als auch die die katholische Kirche erkennen die jeweilige Taufe an.

        • S.G. sagt:

          Lieber Pater Bernd,
          Ihr Beitrag ist wunderbar! Er macht einem wieder bewusst, wie kostbar es ist, getauft zu sein. Wenn man als Baby getauft wird, ist dieser Schatz nicht mehr so gegenwärtig. Die Osternacht ist für mich immer der schönste Höhepunkt im Jahr! Besonders wenn die Osternacht morgens, in der Dunkelheit beginnt und nach fast 3 Stunden in der Helligkeit endet. Dadurch wird einem auch sinnlich das durch die Taufe vom Dunkel ins Licht geschenkte neue Leben in Christus deutlicher. Dieses Jahr werde ich die Tauferneuerung noch intensiver erleben, da ich vor vier Wochen eine Erwachsenentaufe erleben durfte (mir kommen schon wieder die Tränen….). Bei dieser Taufe wurden sechs vom Islam zum Christentum konvertierte Erwachsene getauft! Diese Menschen, hauptsächlich aus Ländern in denen Christen verfolgt werden, haben sich drei Jahre lang auf diese Taufe vorbereitet (man will vermeiden, dass diese Menschen sich nur taufen lassen, damit sie schneller in Deutschland anerkannt werden). Diese Menschen haben alle Jesus erfahren und sind trotz aller Widerstände (ein Mann, der seine Frau innig geliebt hat – und sie ihn auch – wurde von seiner muslimischen Frau an seine Eltern verraten und musste deshalb fliehen, sonst wäre er getötet worden) zum Christentum konvertiert. Die meisten der sechs Erwachsenen haben ihre Familie und Freunde verlassen müssen, damit sie nicht getötet werden. Jesus war ihnen wichtiger als das bisherige Leben! Als diese sechs so vor dem Altar standen, hatte ich das Gefühl, ein Stück Himmel hat sich aufgetan: Diese Menschen wurden durch die Taufe der Finsternis entrissen und sie kamen zum Licht! Nach der Taufe wurden sie sogleich gefirmt und ein Ehepaar wurde noch kirchlich getraut (ihr Kind haben sie schon ein halbes Jahr zuvor taufen lassen, das gehört zu den Rechten eines Katechumen). Nach der Taufe haben alle sechs Erwachsenen weiße Alben angezogen bekommen. Die Gesichter, die diese sechs Menschen nach der Taufe machten, werde ich ein Leben lang nicht mehr vergessen: Sie strahlten eine Freude, eine Würde und eine Befreiung aus – so was habe ich noch nie bei uns Volkskirchenchristen gesehen! Durch diese Taufe wurde mir wieder bewusst, wie schön und kostbar unser Christsein ist! Ich denke, Europa wird wieder evangelisiert werden und die Kirche wird wieder wachsen und zwar durch solche Menschen, wie ich erleben durfte. In der Osternacht werde ich auf jeden Fall einen weißen Schal tragen – wer weiß, vielleicht sehe ich im Gottesdienst noch jemanden mit einem weißen Schal, dann weiß ich, dass diese andere Person auch den Radio Vatikan Blog besucht ;O).

      • chrisma sagt:

        @Peter Mögles, habe mir erlaubt meine Meinung zu dem Text von Frau Meyer zu schreiben. Ich bin römisch katholisch.

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