Mutter der Berufungen

Es ist fast schon eine kleine Tradition geworden, dass ich ab uns zu Texte des Papstes einstelle, die für den jeweiligen Tag gedacht sind, aber schon vor langer Zeit veröffentlicht wurden. Genauso heute. Heute ist der Welttag der geistlichen Berufungen und am Zweiten Adventssonntag vergangenen Jahres hat der Papst dazu eine Botschaft veröffentlicht. Bitte sehr: Die Kirche – Mutter der Berufungen, so heißt der Text.

 

Liebe Brüder und Schwestern,

wie gern wollte ich, dass im Verlauf des außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit alle Getauften die Freude, der Kirche anzugehören, erfahren könnten! Dass sie wieder entdecken könnten, dass die christliche Berufung – wie auch die besonderen Berufungen – im Schoß des Volkes Gottes entstehen und Geschenke der göttlichen Barmherzigkeit sind. Die Kirche ist das Haus der Barmherzigkeit und sie ist der «Boden», auf dem die Berufungen aufgehen, wachsen und Frucht bringen.

Daher lade ich euch alle ein, anlässlich dieses 53. Weltgebetstags für geistliche Berufe die apostolische Gemeinschaft zu betrachten und für ihre Bedeutung auf dem Berufungsweg eines jeden zu danken. In der Verkündigungsbulle des außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit habe ich an die Worte des heiligen Beda Venerabilis in Bezug auf die Berufung des heiligen Matthäus erinnert: «miserando atque eligendo» (Misericordiae Vultus, Nr. 8). Das barmherzige Handeln des Herrn bewirkt die Vergebung unserer Sünden und öffnet uns für ein neues Leben, das sich im Ruf zur Nachfolge und zur Sendung konkretisiert. Jede Berufung in der Kirche hat ihren Ursprung im barmherzigen Blick Jesu. Die Umkehr und die Berufung sind wie zwei Seiten ein und derselben Medaille und eine beständige Inspiration im ganzen Leben des missionarischen Jüngers.

Der selige Papst Paul VI. hat im Apostolischen Schreiben Evangelii nuntiandi die verschiedenen Stufen der Evangelisierung beschrieben. Eine von diesen ist die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft (vgl. Nr. 23), also zu jener Gemeinschaft, von der man das Zeugnis des Glaubens und die ausdrückliche Verkündigung der Barmherzigkeit des Herrn empfangen hat. Diese Eingliederung in die Gemeinschaft schließt den ganzen Reichtum des kirchlichen Lebens, insbesondere die Sakramente, ein. Die Kirche ist aber nicht nur ein Ort, an dem man glaubt; sie ist vielmehr auch Gegenstand unseres Glaubens. Daher sprechen wir im Credo: «Ich glaube an die Kirche».

Der Ruf Gottes erfolgt durch die Vermittlung der Gemeinschaft. Gott ruft uns, Teil der Kirche zu sein, und nach einer gewissen Reifung in ihr schenkt er uns eine je eigene Berufung. Den Weg der Berufung geht man zusammen mit den Brüdern und Schwestern, die der Herr uns schenkt: wir werden zusammen berufen. Die kirchliche Dynamik der Berufung richtet sich gegen die Gleichgültigkeit und den Individualismus. Sie gründet jene Gemeinschaft, in der die Gleichgültigkeit durch die Liebe überwunden worden ist, weil sie fordert, dass wir aus uns selbst herausgehen, unser Leben in den Dienst des Plans Gottes stellen und uns die geschichtliche Situation seines heiligen Volkes zu Eigen machen.

An diesem Tag, der dem Gebet für die geistlichen Berufungen gewidmet ist, möchte ich alle Gläubigen ermutigen, ihre Verantwortung für die Sorge um die Berufungen und ihrer Beurteilung wahrzunehmen. Als die Apostel jemanden suchten, der den Platz des Judas Iskariot einnehmen sollte, versammelte Petrus einhundertzwanzig Brüder (vgl. Apg 1,15); und für die Wahl der sieben Diakone wurden die Schar der Jünger zusammengerufen (vgl. Apg 6,2). Der heilige Paulus nennt Titus genaue Kriterien für die Wahl der Presbyter (Tit 1,5-9). Auch heute ist die christliche Gemeinschaft stets am Wachsen der Berufungen, an ihrer Ausbildung und an ihrer Beständigkeit beteiligt (vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, Nr. 107).

 

Die Berufung entsteht in der Kirche

 

Von Anfang an bedarf eine Berufung eines angemessenen «Sinnes» für die Kirche. Keiner wird ausschließlich für eine bestimmte Region, eine Gruppe oder eine kirchliche Bewegung berufen, sondern für die Kirche und für die Welt. «Ein deutliches Zeichen für die Echtheit eines Charismas ist seine Kirchlichkeit, seine Fähigkeit, sich harmonisch in das Leben des heiligen Gottesvolkes einzufügen zum Wohl aller» (ebd., Nr. 130). Wenn der junge Mensch auf den Ruf Gottes antwortet, sieht er, dass sein kirchlicher Horizont weiter wird, kann er die vielfältigen Charismen im Herzen erwägen und so eine objektivere Entscheidung treffen. Die Gemeinschaft wird auf diese Weise zum Haus und zur Familie, in der die Berufung entsteht. Der Kandidat betrachtet diese Vermittlung durch die Gemeinschaft dankbar als unverzichtbares Element für seine Zukunft. Er lernt Brüder und Schwestern, die andere Wege als er gehen, kennen und sie zu lieben; und diese Bande stärken die Gemeinschaft bei allen.

 

Die Berufung wächst in der Kirche

 

Im Laufe der Ausbildung müssen die Kandidaten für die verschiedenen Berufungen immer besser die kirchliche Gemeinschaft kennen lernen, indem sie ihre eingeschränkte Sichtweise überwinden, die wir alle am Anfang haben. Zu diesem Zweck ist es vorteilhaft, apostolische Erfahrungen zusammen mit anderen Mitgliedern der Gemeinschaft zu machen: zum Beispiel an der Seite eines erfahrenen Katecheten die christliche Botschaft weitergeben; die Evangelisierung an den Peripherien zusammen mit einer geistlichen Gemeinschaft erleben; den Schatz der Kontemplation durch die Teilnahme am Leben im Kloster entdecken; die Sendung zu den Völkern durch den Kontakt zu Missionaren besser kennen lernen; mit den Diözesanpriestern die pastorale Erfahrung in der Pfarrei und in der Diözese vertiefen. Für die, die schon in der Ausbildung sind, wird die kirchliche Gemeinschaft immer das grundlegende Umfeld ihrer Bildung sein, dem gegenüber man Dank empfindet.

 

Die Berufung wird durch die Kirche gestützt

 

Mit der endgültigen Verpflichtung endet der Weg der Berufung in der Kirche nicht, sondern setzt sich in der Bereitschaft zum Dienst, in der Ausdauer und in der Weiterbildung fort. Wer sein Leben dem Herrn geweiht hat, ist bereit, der Kirche zu dienen, wo sie Bedarf hat. Die Sendung des Paulus und des Barnabas ist ein Beispiel dieser Verfügbarkeit in der Kirche. Nach der Aussendung durch den Heiligen Geist und durch die Gemeinde von Antiochia (vgl. Apg 13,1-4), kehrten sie zu dieser Gemeinde zurück und erzählten, was der Herr durch sie gewirkt hatte (vgl. Apg 14,27). Die Missionare werden von der christlichen Gemeinschaft begleitet und unterstützt. Sie bleibt ein lebendiger Bezugspunkt wie die sichtbare Heimat, die jenen Sicherheit bietet, die auf der Pilgerschaft zum ewigen Leben sind.

Unter den pastoralen Mitarbeitern sind die Priester von besonderer Bedeutung. Durch ihren Dienst vergegenwärtigt sich das Wort Jesu, der gesagt hat: «Ich bin die Tür zu den Schafen […] Ich bin der gute Hirt» (Joh 10,7.11). Die pastorale Sorge für die Berufungen ist ein wesentlicher Teil ihres seelsorglichen Dienstes. Die Priester begleiten jene, die auf der Suche nach der eigenen Berufung sind, wie auch jene, die schon ihr Leben in den Dienst Gottes und der Gemeinschaft gestellt haben.

Alle Gläubigen sind gerufen, sich die kirchliche Dynamik der Berufung bewusst zu machen, damit die Gemeinschaften im Glauben nach dem Beispiel der Jungfrau Maria zu einem mütterlichen Schoss werden können, der die Gabe des Heiligen Geistes aufnimmt (vgl. Lk 1,35-38). Die Mutterschaft der Kirche kommt durch das beharrliche Gebet für die Berufungen zum Ausdruck und durch die Erziehung und die Begleitung aller, die den Ruf Gottes vernehmen. Die Kirche verwirklicht diese auch in der sorgfältigen Auswahl der Kandidaten für das Weiheamt und für das geweihte Leben. Schließlich ist die Kirche Mutter der Berufungen durch die beständige Unterstützung jener, die ihr Leben dem Dienst an den anderen gewidmet haben.

Bitten wir den Herrn, allen, die einen Berufungsweg gehen, eine tiefe Bindung zur Kirche zu schenken; und bitten wir, dass der Heilige Geist in den Hirten und in allen Gläubigen die Gemeinschaft, das Urteilsvermögen und die geistliche Vater- und Mutterschaft stärke.

Vater der Barmherzigkeit, der du deinen Sohn zu unserem Heil geschenkt hast und der du uns immer mit den Gaben deines Geistes unterstützt, gewähre uns lebendige, feurige und frohe christliche Gemeinden, die Quellen geschwisterlichen Lebens sind und die unter den jungen Menschen den Wunsch wecken, sich dir und der Evangelisierung zu weihen. Unterstütze sie in ihrem Bemühen, eine angemessene Berufungskatechese und Wege der besonderen Hingabe anzubieten. Gib Klugheit für die notwendige Beurteilung der Berufungen, so dass in allem die Größe deiner barmherzigen Liebe aufleuchte. Maria, Mutter und Erzieherin Jesu, bitte für jede christliche Gemeinschaft, damit sie – fruchtbar durch den Heiligen Geist – Quelle echter Berufungen für den Dienst am heiligen Volk Gottes sei.

Aus dem Vatikan, am 29. November 2015, erster Adventssonntag

 

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Franziskus, Glaube und Welt, Rom, Vatikan abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

31 Kommentare zu Mutter der Berufungen

  1. Amica sagt:

    Ich habe heute das erste Mal an einem Gottesdienst für geistliche Berufungen, der vom Bischof geleitet wurde, teilgenommen. Das war sehr schön… So viele Ordensfrauen aus meinem Bistum waren anwesend.
    Nächsten Mittwoch habe ich ein Gespräch mit einer jungen Ordensfrau – vielleicht mach ich das auch… Schau mir mal ein Benediktinerinnenkloster für eine Woche an und entscheide dann.
    Ich hoffe, dass ich da hängen bleibe.
    Ich finde diesen Beruf sehr schön und kann Kardinal Wölki, der sich heute hierzu auf Facebook geäußerter hat, nur beipflichten. 🙂

  2. JLTD sagt:

    Wenn ich Papst Franziskus lese, oder auch Kardinal Marx oder Kasper lese oder sehe oder höre, denke ich mir meistens: wie ist das zu schaffen, Priester zu sein? Wäre ich in der Lage, solchen Obrigkeiten gegenüber gehorsam zu bleiben? Ein Leben lang? Das wäre in der Tat eine große Prüfung!

    Ich verstehe unseren Heiligen Vater überhaupt nicht. Ich weiß nicht was er will, ich verstehe auch nicht, was Sprüche wie „[…] dann empfehle ich ihm einen Psychiater“ sollen (um nur diesen letzten zu nennen), oder seinen Kampf gegen eine mir völlig unbekannte Kirche, in der man Wahrheit nutzt, um sie wie „Felsbrocken“ auf Gläubige zu werfen. Mein bisher oberflächlicher Eindruck ist: Unordnung, Unklarheit, Einseitigkeit in Äußerungen, und übertriebene Emotionalität. Ich finde, er entwürdigt sein Papstamt, wenn er sich z.B. mit einer roten Clown-Nase fotografieren lässt oder wenn er der Lehre der Kirche widerspricht wie in „Hindus/Moslems/Buddhisten sind Kinder Gottes“.

    Priester werden? Für jemanden, der die Kirche liebt, mit Sicherheit eine sinnvolle Entscheidung. Aber ich liebe die Kirche nicht, weil ich in ihr so viel Barmherzigkeit fände, oder weil man in ihr so clownhaft lustig oder kumpelhaft „miteinander“ sein dürfe. Das wäre meiner Ansicht nach eine falsche Liebe. Ich liebe sie, weil ich in ihr den Gipfel aller Schönheit, Wahrheit und Güte sehe! Für meinen Seelenheil brauche ich nicht Priester zu werden. Aber wenn ich die Kirche liebe schon! Und dann ergibt es Sinn, für Andere da sein zu wollen.

    Aber ich kann z.B. nennenswerte Teile der DBK auf der einen Seite, und „Wahrheitsanspruch“ oder „Schönheit“ auf der anderen Seite nicht so recht miteinander verbinden. Und in etwa so geht es mir leider auch mit unserem Heiligen Vater. Dieser Zustand ist für mich wirklich sehr, sehr schmerzhaft, und ich wünschte mir, ich könnte es anders sehen.
    Was ich mit diesen Teilen des Klerus stattdessen verbinde ist: Verwirrung. Und trotzdem bemühe ich mich darum, in wirklichem Vertrauen zu beten: Dein Wille geschehe!

    Priester werden? Schwierige Frage… Als Laie kann ich dem ultraprogressiven Pfarrer, der humanistische Eigenkreationen des Credo in der Gemeindezeitschrift gutheißt, aus dem Weg gehen. Ich kann auch dem Pfarrgemeinderat aus dem Weg gehen, der überall „gestalten“ will und den katholischen Glauben „so“ nicht akzeptiert, weil dies oder jenes nicht dem „Geist des Konzils“ entspreche. Ich kann den ganzen Guerrilla-Kämpferinnen aus dem Weg gehen, die beim Gemeindetreffen nichts besseres zu tun haben, als über „Zwangs“-Zölibat und über das Wunschdenken „Frauenordination“ zu sprechen, denen es aber bei „Rechtgläubigkeit“ schlecht wird, weil man das „heute nicht mehr so sagen kann“, das müsse man alles „heute richtig interpretieren“ und nicht so an Buchstaben kleben, das nimmt doch sonst keiner mehr ernst. Ich kann auch einer Gemeinde aus dem Weg gehen, in der verhunzte Gottesdienste gefeiert werden, weil man „die Leute sonst nicht anspricht“.

    Als in Deutschland noch „junger Mensch“ frage ich mich, was hier denn passiert sein muss, dass so viele so verwirrt sind? Wie lange ist das hier schon so?
    Ein Priester geht wirklich ein sehr großes Risiko ein bei seinem „Ja“. Eines, das viel, viel größer ist, als das, das der Bischof mit der Weihe des Priesters eingeht. Er kann nämlich all dem nicht aus dem Weg gehen.

    Wenn mein bisheriger Eindruck von der Situation eines kirchentreuen Priesters in einer deutschen Gemeinde stimmt, und wenn Bischöfe beinahe jeden erdenklichen liturgischen Missbrauch und beinahe jede Irrlehre in den Gottesdiensten/Predigten ihrer Diözesen dulden, muss ich sagen:

    Da bleibe ich lieber Laie!

    • Pater Hagenkord sagt:

      Da gäbe es viel zu zu sagen, vor allem zur Art und Weise, wie Sie die Kardinäle Kasper und Marx herab würdigen und einige Zeilen später schreiben, dass der Papst sein Amt entwürdige. Ich nehme Ihnen Ihre Zerrissenheit ab, muss aber auch sagen, dass diese zum Teil auf falschen Annahmen beruht. Muslime und Hindu sind Kinder Gottes ist nicht gegen die Lehre der Kirche, ganz im Gegenteil. Sie sind es ganz ausdrücklich, hier können Sie sich nicht eine Lehre zurecht legen und sich dann wundern, dass es in IHnen nicht passt. Und weil Sie so kräftig austeilen darf ich das auch so formulieren: Dass die Angehörigen fremder Religionen keine Kinder Gottes seien, ist eine Irrlehre.

    • Rosi Steffens sagt:

      Die Laienschaft zu erkennen ist wichtig, es bezeugt, dass man Einsicht in seine eigene Unvollkommenheit hat indem man sich selbst als Laien anerkennt und dies nach außen kommuniziert. Es ist sehr schade, dass sie als Laie nicht von den Worten des Papstes ergriffen werden können, denn meine Laienschaft ermöglicht mir die Annahme dieser Worte in Demut, da sie von einem Menschen ins Leben getragen sind, der durch seinen Glauben an Gott getragen ist. Papst Franziskus lebt seinen Glauben durch die Sprache des Volkes und inszeniert sich nicht als Würdenträger im Namen einer Kirche, die sich auf ihre Lehrtätigkeit beruft und dabei ihre Mutterschaft außer Acht lässt. Er ist Mensch und damit würdig genug sich der tragenden Bedeutung seiner eigenen Anwesenheit in diesem Leben anzunehmen und sie nicht auf das Amt zu reduzieren. Das Volk besteht aus Laien und was nützen ihm Würdenträger, die sich darüber hinaus durch ihre öffentliche Präsenz als besonderen Akt der Barmherzigkeit Gottes in den Raum stellen, ohne dabei sich selbst erklären zu können. Papst Franziskus lebt und spricht sich selbst aus und vertritt damit als gewählter Würdenträger das Amt, das die Gläubigen hinter sich versammeln kann, indem es durch den Heiligen Geist kommuniziert was das Wort aus Gottes Schöpfung in seine Bestimmung trägt. Laie ist laut Wikipedia eine Ableitung aus dem Lateinischen für „Volk“, was wiederum dem Willen Gottes zu Grunde liegt und auch Papst Franziskus mit einschließen sollte, denn auch er ist Teil des Gottesvolkes. Eine gemeinsame Sprache ist für das Volk genauso wichtig wie der Glaube an Gott für ein friedliches und freies Leben. Dabei Menschen als Ungläubige auszuschließen, nur weil ihr Weg zu Gott ein anderer ist als der eigene, das scheint mir keines Menschen würdig, denn dazu sind wir zu klein. Gott wählt sein Volk selbst, der Laie sollte sich als Mensch darin erkennen können, indem sein Glaube an Gott wesentlicher Bestandteil dieses Lebens ist. Ich glaube an Gott, doch seit geraumer Zeit glaube ich auch an das Wort, denn es scheint sich der Schöpfung anzunehmen und sich nicht an ihr zu bereichern. Ich glaube auch an den Weg, denn er ist das Ziel in seiner menschenwürdigen Annahme all dessen, was Gott im Leben verwirklicht. Dazu gehören nun einmal alle Menschen, die heute leben, auch wenn sie anders leben, als es dem Menschen möglich ist. Es liegt an den Würdenträgern ihre Präsenz nicht über ihre Laienschaft hinaus zu stellen sondern damit, so wie es Papst Franziskus tut, den Dialog mit dem Volk zu fördern, um einen endgültigen Waffenstillstand zu erreichen. Jeder Laie ist wichtiger Bestandteil dessen, was Worte lebendig werden lässt, denn die Gemeinschaft aller Völker ist Grundvoraussetzung für das Gelingen menschenwürdigen Lebens. Jesus war die Leihgabe des Herrn für den Wandel einer Natur in ein menschliches Bewusstsein für Gottes Schöpfung, das der ganzen Menschheit dient. Menschlichkeit steht vor Gott im Raum, denn Gott schuf den Menschen aus eigener Kraft, im Glauben an seine eigene Existenz. Die Zeit seiner Menschwerdung im Namen Jesus zu begreifen und damit der Menschlichkeit im Glauben an Gott zeitlos den Raum zu vermitteln, das legte er als Aufgabe in die bestehende Menschheit. Die Völker kommunizieren ihre Menschlichkeit und nutzen dafür eine Mentalität (Gott), um das Verständnis untereinander um die eigenen Möglichkeiten zu bereichern. Wir sollten endlich damit beginnen uns nicht mehr zu bekämpfen sondern in unserer ganzen Unvollkommenheit anzunehmen, um daraus eine Gegenwart zu bauen, die für jeden einzelnen Menschen ihre Erfüllung bringt.

    • @JLTD. Wenn ich versuche zu ihren Posts einen Zugang zu finden, fällt mir auf dass sie von der WICHTIGSTEN REALITÄT des CHRISTENTUMS wenig sprechen,

      also von ihrer Beziehung zu JESUS..

      ich hab vor einiger Zeit wieder mal den 1. Johannes Brief „entdeckt“, und da vor allem das 3. Kapitel!

      dieser ist eben nicht nur eine wunderbare Lektüre aber auch die Entdeckung, dass Gott wirklich „nur lieben kann“ ( Frere Roger)

      JLTD, Sie schreiben – auch in diesem Beitrag wieder – über Ihre innere Unzufriedenheit über unsere Kirche, die sie wohl am liebsten in ihren Fundamentalismen früherer Jahrhunderte verortet wissen wollen..

      aber dazu hat ja Pater Hagenkord wesentliche Stichpunkte in seiner Kommentierung geschrieben.

    • JLTD sagt:

      Pater, danke für Ihre Antwort. Zum Thema „Kinder Gottes“ habe ich mir die Mühe gemacht, ein paar Zitate rauszusuchen:

      LG 40:
      „Die Anhänger Christi sind von Gott nicht kraft ihrer Werke, sondern aufgrund seines gnädigen Ratschlusses berufen und in Jesus dem Herrn gerechtfertigt, in der Taufe des Glaubens wahrhaft Kinder Gottes und der göttlichen Natur teilhaftig und so wirklich heilig geworden.“

      LG 11:
      „Durch die Taufe der Kirche eingegliedert, werden die Gläubigen durch das Prägemal zur christlichen Gottesverehrung bestellt, und, wiedergeboren zu Söhnen Gottes, sind sie gehalten, den von Gott durch die Kirche empfangenen Glauben vor den Menschen zu bekennen“

      KKK 1692:
      „Durch die Sakramente der Wiedergeburt sind die Christen „Kinder Gottes“ geworden (Joh 1,12; 1 Joh 3,1) […]“

      LG 9:
      „Dieses messianische Volk hat zum Haupte Christus, „der hingegeben worden ist wegen unserer Sünden und auferstanden ist um unserer Rechtfertigung willen“ (Röm 4,25) und jetzt voll Herrlichkeit im Himmel herrscht, da er den Namen über allen Namen erlangt hat. Seinem Stande eignet die Würde und die Freiheit der Kinder Gottes, in deren Herzen der Heilige Geist wie in einem Tempel wohnt.“

      KKK 1243:
      „Der Neugetaufte ist jetzt, im eingeborenen Sohn, Kind Gottes. Er darf das Gebet der Kinder Gottes beten: das Vaterunser.“

      KKK 1250:
      „Da die Kinder mit einer gefallenen und durch die Erbsünde befleckten Menschennatur zur Welt kommen, bedürfen auch sie der Wiedergeburt in der Taufe [Vgl. DS 1514], um von der Macht der Finsternis befreit und in das Reich der Freiheit der Kinder Gottes versetzt zu werden [Vgl. KoI 1,12-14.], zu der alle Menschen berufen sind.“

      KKK 1996:
      „Wir haben unsere Rechtfertigung der Gnade Gottes zu verdanken. Die Gnade ist das Wohlwollen, die ungeschuldete Hilfe, die Gott uns schenkt, um seinem Ruf zu entsprechen. Denn unsere Berufung ist es, Kinder Gottes zu werden [Vgl. Joh 1,12-18], seine Adoptivsöhne [Vgl. Röm 8, 14-17], teilzuhaben an der göttlichen Natur [Vgl. 2 Petr 1,3-4.] und am ewigen Leben [Vgl. Joh 17,3.].“

      Darüber hinaus steht im KKK zum „Volk Gottes“:

      KKK 782:
      „Glied dieses Volkes wird man […] durch den Glauben an Christus und die Taufe.“

      Ein nicht getauftes Kind Gottes (wie ein Hindu, z.B.) würde demnach nicht zum Volk Gottes gehören. Das wäre vielleicht rein juristisch möglich, ergibt aber in meinen Augen keinen Sinn.

      Soweit ich bis jetzt gelernt habe, hat die Kirche immer gelehrt, dass wir alle dazu Berufen sind, Kinder Gottes zu werden. Aber wir sind nicht alle Kinder Gottes.

      Ich bin noch nicht lange Christ. Wenn ich all diese Texte falsch verstanden habe, bin ich dankbar für eine Korrektur oder für eine Literaturempfehlung zum Thema.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Der Ausdruck „Kinder“ wird in mehreren Bedeutungen gebraucht, auch in der Bibel schon. So wie der Papst ihn gebraucht und wie sie ihn kritisieren ist er eindeutig schöpfungstheologisch gemeint. Als Abbild Gottes sind wir alle geschaffen, da gibt es keinen Unterschied.
        Es gibt die Kindschaft, zu der wir berufen sind und die erst verwirklicht werden will, aber das ist eindeutig ni hat gemeint gewesen.

        • JLTD sagt:

          Pater, ich finde die Bezeichnung „Kinder Gottes“ als Synonym für „Geschöpfe Gottes“ im Neuen Testament und im Katechismus nicht. Wo wird dort von „Kinder Gottes“ im Sinne von „Geschöpfe Gottes“ gesprochen? Oder wo kann ich sonst darüber lesen?

          • Pater Hagenkord sagt:

            Sie müssen einfach nur Sprache, normale Sprache, verstehen wollen und nicht alles an Büchern messen. Was der Papst gesagt hat, war den meisten Menschen sofort klar. Er kommuniziert. Es war kein dogmatischer Exkurs, wollte es auch gar nicht sein. Sie zwingen den Papst auf eine Ebene, wo der gar nicht hin will. Und die meisten Menschen auch nicht.

    • Gabriele Luzia sagt:

      Ja, als Lai-In kann ich Ihnen und mir selbst nur wünschen: bleiben Sie lieber Laie! In meiner Einschätzung und so, wie Sie es schon selbst einschätzen, und ich es nur (allerdings wohl gegensätzlich) bekräftigen kann, hätten Sie als Priester einen unsagbar schwierigen Stand in einer heutzeitigen Gemeinde, Wenn Sie dort verharren wollen, wo Sie jetzt stehen… mal ganz abgesehen von Ihrem Verhältnis zu Ihrem obersten Arbeitgeber, dem Papst, oder, wenn Sie Pech haben, zu Ihrem Bischof.
      Es gibt wohl Priester, die gehen von Gemeinde zu Gemeinde… Sie tun mir leid, weil sie sich nicht auf die Laien-Menschen einstellen können, ich schreibe gar nicht „wollen“.
      Was wollten Sie, @ JLTD, als Priester und Vorsteher einer Gemeinde den Menschen von heute im Jahr 2016 oder später, verkünden? Wenn Sie doch schon immer vorher wissen, dass diese Laien es nicht verstehen werden wollen?!
      Wenn Jesus nur zu den Menschen seiner Zeit – also im Jahr 0000 bis 0033 kommen sollte, dann hätte er wirklich nicht überlebt in Seinem Zeugnis als Gottes Sohn bis heute…
      Aber: ER hat… ! Dieser Jesus und Seine Aussagen bestimmen die Lebenspraxis von Menschen, zu denen Sie scheinbar keinen Zugang finden – bis heute.

      • JLTD sagt:

        Ich weiß nicht, ob Sie das wirklich vorhatten, aber Sie haben mir mit Ihren Worten geholfen. Die offenbar in den letzten Jahrzehnten selbsterfundene parallele „neue Kirche“ in Deutschland *will* gar keine kirchentreuen Priester, denn sie hält sie für eine Gefahr. Es ergibt daher gar keinen Sinn, aus Liebe zur Kirche Diözesanpriester zu werden, es sei denn, man wird wirklich dazu berufen, in einen solchen glaubensmäßigen Bürgerkrieg zu ziehen.

        Es wird sicher noch Generationen dauern, bis die Kirche in Deutschland sich von den ganzen Verwüstungen, die offenbar in den letzten Jahrzehnten angerichtet wurden, erholt hat. Letztes Jahr wurden ca. 55 neue Priester in Deutschland geweiht. Das ist ein Zehntel der Zahl von 1962. Die „Wahrheit ist uns zu unbarmherzig“-Kirche, die man sich hier seitdem anscheinend zurechtgebastelt hat, bekommt zwar von allen Seiten Beifall aber zieht die Geister nicht an.

        Und Sie haben recht: ich finde keinen Zugang zum Progressismus und zu seinen zahlreichen Vertretern. Mir kommt das einfach vollkommen verrückt vor. In meiner früheren Gemeinde würde ich auch nicht als Diakon dienen wollen. Der Pfarrgemeinderat würde mich sofort rausmobben wie auch den letzten Kaplan, der sich traute, das zu lehren was die Kirche lehrt.

        Ich danke für Ihre Ehrlichkeit.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Sie bezeichnen sich als „kirchentreu“, sprechen damit implizit diese Treue anderen ab. Es ist genau diese Arroganz, die jeden Dialog abbricht. Die Verwüstungen, von denen sie sprechen, stammen mindestens zu gleichem Maße auch daher, dass Buch-Antworten auf Lebensfragen gegeben wurden. Ich halte mich für sehr kirchen-treu, manche Freunde von mir würden noch stärkere Worte benutzen, und ich kann nicht zulassen, dass Sie „Treue“ für ihre Art Integralismus reservieren. Treue – wie auch Glaube – sind lebendig, sind menschlich. Das macht sie noch lange nicht beliebig.

          • Amica sagt:

            Aber Treue steht doch genau gegen das was Sie nennen: Lebendigkeit, Menschlichkeit, auch Schwäche. Treue hat etwas mit Geradlinigkeit zu tun. Treue meint Ausschließlichkeit und dass wir uns für etwas entscheiden, in guten wie in schlechten Zeiten, dass wir kompromisslos werden, auch engstirnig, einen einzigen Weg verfolgen, also im guten Sinne.
            Treue macht uns zu Helden der Liebe. Einer Liebe die wir bedingungslos verteidigen. Sie macht uns herrlich unflexibel, herrlich spießig, herrlich geradlinig.
            Mein Großvater war treu wie ein Hund… Er hat gewusst was Treue ist… Nichts was modern wäre.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Nein, das meint Treue nicht. Das was sie beschreiben, ist Beton. Nicht leben. Ich bin nicht verheiratet, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Treue in einer Ehe nach Buchstaben funktioniert. Treue, die gegen Lebendigkeit und Menschlichkeit steht, ist keine Treue. Gott ist Mensch geworden. Nicht Buch.

          • Amica sagt:

            Das hat doch nix mit Buchstaben zu tun. Treue hat doch auch etwas von Naivität an sich. Wenn wir jemand bedingungslos lieben, dann werden wir unflexibel, schauen nicht nach rechts oder links. Dann gibt es nur eine Option: diese eine Person, oder in ihrem Fall: Gott. Treue bezieht sich immer auf ein Gegenüber. Wir versprechen einem Gegenüber unsere Treue, Liebe und zwar für immer. Also werden wir in diesem Moment statisch, unlebendig… Aber nicht Beton… Wir geben uns ganz dieser Person… Das ist das wunderbarste was wir geben können… Wir haben in diesem Moment etwas gefunden was wichtiger ist als wir selbst… Und wir schenken uns diesem Gegenüber. Das ist übermenschlich, das ist Treue!

          • Pater Hagenkord sagt:

            Da finde ich die Beschreibung des Papstes zum Thema Liebe in Amoris Laetitia viel menschlicher. Da geht es eben auch – Kapitel 4 – um den Wandel der Liebe, etwa im Alter. Das ist ganz und gar nicht naiv, da ändern sich die Dinge, da wandelt sich selbst die Liebe. Da schaut man sehr wohl nach rechts und links, sonst verfehlt man den Anderen. Statisch verfehlt die Liebe, verfehlt den anderen, weil das Leben nicht statisch ist.

          • JLTD sagt:

            Pater, von welcher Treue und vor allem zu was kann gesprochen werden bei einem Priester, der nicht das lehrt, was die Kirche lehrt? Und der sich über liturgische Vorgaben der Kirche hinwegsetzt, auch über solche, die sie als „schwerwiegend“ bezeichnet? Was hat das mit Treue zur Kirche zu tun? Ich sehe da keinen Zusammenhang. Und weshalb sehen Sie sich angesprochen, dass Sie über Ihre eigene Treue schreiben?

            Die Verwüstungen, die ich nun miterbe, sind vermutlich auch nur Reaktionen auf frühere Missstände. Das legitimiert diese Reaktionen, so wie sie nun sind, aber keineswegs, denn sie sind verkehrt. Die „Einen“ sind zu einer Seite vom Pferd gefallen, nun fallen die „Anderen“ zur anderen Seite vom Pferd, oder ähnlich. Aber ich lebe im Jetzt und habe mit den vermeintlichen Ursachen des Durcheinanders keinen Kontakt. Das kann man nicht mehr rückgängig machen. Aber die eigentlichen Reaktionären, nämlich die, die jetzt nur auf die früheren Missstände reagieren, sie könnten sich schon ändern, sie sind ja noch da.

            Es gibt keine Treue, in der Unwahrheiten ok sind. Im selben Maß, in dem man der Wahrheit untreu wird, wird man auch seinem Mitmenschen und Gott untreu, und umgekehrt.
            Wenn ich heirate und damit meiner Frau meine Treue verspreche, kann ich ihr nach einem Seitensprung nicht Starrsinn, Unmenschlichkeit, Unlebendigkeit oder ähnliches vorwerfen.

            Und noch eine Frage: wie sieht meine „Art Integralismus“ aus?

          • Pater Hagenkord sagt:

            Ich fühle mich angesprochen, weil ich hier nicht über andere sprechen will. Das ist persönlich. Das vorweg.
            Zweitens: Über den Integralismus werde ich demnächst ein Stück hier einstellen.
            Drittens: „Es gibt keine Treue, in der Unwahrheiten ok sind.“ Es gibt aber nicht nur Schwarz und Weiß, auch wenn Ihnen das lieber wäre. Es gibt unendlich bunt und grau und so weiter. Es gibt Dinge, die nicht perfekt sind; die sind damit noch nicht ok, sie sind aber auch nicht ganz und gar zu verwerfen. Da muss man die innere Dynamik erkennen, und all das passt noch in die Treue hinein. Treue lässt sich nicht abhaken auf einer Liste von Dingen, die zu tun oder zu lassen sind.

          • Amica sagt:

            Ich hab aber primär nicht von „Liebe“ geschrieben sondern von „Treue“. Für mich ist Treue ein Fundament, ein Gerüst das Liebe erst möglich macht. Liebe ist etwas durch und durch Kreatives und Lebendiges und Menschliches, ja. Treue aber nicht. Die Treue gibt dem Menschen Sicherheit und im Schutz dieser Sicherheit kann er sich dann wunderbar entfalten, kann sich Liebe erst entfalten. Kreativität braucht nämlich auch sowas wie Ordnung… Darauf haben Sie selbst mal ähnlich ihm Blog insistiert. Und zum Vergleich: schon im Mittelalter gab es Treueeide (ich sag nur Lehenswesen). Treue hat schon etwas von einem Vertrag an sich… Und Treue bricht man nicht – sonst ist es keine Treue mehr.
            Aber jeder hat da wohl seine eigene Sicht.
            Und im Grunde versteh ich schon was Sie meinen und hör jetzt besser auf zu diskutieren.

          • Suarez sagt:

            Pater, von welcher Treue und vor allem zu was kann gesprochen werden bei einem Priester, der nicht das lehrt, was die Kirche lehrt? Und der sich über liturgische Vorgaben der Kirche hinwegsetzt, auch über solche, die sie als „schwerwiegend“ bezeichnet? Was hat das mit Treue zur Kirche zu tun? Ich sehe da keinen Zusammenhang. Und weshalb sehen Sie sich angesprochen, dass Sie über Ihre eigene Treue schreiben?

            „Die Verwüstungen, die ich nun miterbe, sind vermutlich auch nur Reaktionen auf frühere Missstände.“

            Seit wann werden Verwüstungen vererbt? Meinen Sie miterleben? Auf welchem Stern sind denn Sie zu Hause? Wo erleben Sie denn Verwüstungen in der Kirche? Das Einzige, was mir da spontan einfällt, ist Machtmissbrauch – in allen Variationen, v.a. Kindesmissbrauch. Aber an den denken Sie vermutlich nicht, oder?

            „Das legitimiert diese Reaktionen, so wie sie nun sind, aber keineswegs, denn sie sind verkehrt.“

            Wovon reden Sie eigentlich?

            „Die „Einen“ sind zu einer Seite vom Pferd gefallen, nun fallen die „Anderen“ zur anderen Seite vom Pferd, oder ähnlich. Aber ich lebe im Jetzt und habe mit den vermeintlichen Ursachen des Durcheinanders keinen Kontakt. Das kann man nicht mehr rückgängig machen.“

            Wirr.

            „Aber die eigentlichen Reaktionären, nämlich die, die jetzt nur auf die früheren Missstände reagieren, sie könnten sich schon ändern, sie sind ja noch da.“

            Noch wirrer. Was wollen Sie eigentlich, @JLTD?

        • Suarez sagt:

          JLDT, es mangelt Ihnen an Reflexionsvermögen. Sie halten sich selbst und Ihre Anschauungen für den Nabel des Katholischen. Kennten Sie Schrift und Tradition nicht, wären Sie nicht derart überheblich. Vielleicht gehen Sie mal für ein paar Jahre nach Südamerika oder Afrika und leben dort das dortige katholische Christentum. Dann würden Sie nicht so narzisstisch um sich selbst kreisen.

          • Suarez sagt:

            Es muss natürlich heißen: “ Kennten Sie Schrift und Tradition, wären Sie nicht derart überheblich“

          • @JLTD
            Tut mir leid aber in vielen Ihrer Beiträge schwingt doch ein sehr extrem starker Buchstabenglaube, gepaart mit einer gehörigen „ex cathedra“ Mentalität mit, – wie seinerzeit bei den Pharisäern -und gepaart mit einem fast unerträglichen „Selbstmitleid“

            nichts für ungut und trotzdem einen guten Sonntag

  3. Johanna sagt:

    Pater Hagenkord, ich hätte eine Frage, die wenigstens am Rande mit diesem Thema zu tun hat:
    der Papst hat doch zu Beginn des Jahres der Barmherzigkeit die Missionare der Barmherzigkeit entsandt, 19 davon nach Deutschland.
    Wer sind diese Missionare und wo kann man ihnen begegnen, gibt es irgendwo Infos dazu?

  4. Suarez sagt:

    JLTD, ich kann diesen Unsinn mit dem liturgischen Missbrauch nicht mehr hören. Wissen Sie wieviele lieblos nach Messbuch heruntergeleierte Messen ich mitbekommen habe? Unzählige. Und wissen Sie, wieviele, in denen sich der Zelebrant zwar nicht ans Messbuch gehalten hat, aber die Liturgie wirklich ergreifend war? Vielleicht zwei Hand voll. Letzteres setzt nämlich Denken und Mitfühlen voraus, ersteres nicht.

    Sie sagen, Sie sind jung? So alt und verknöchert im Geiste wie Sie werde ich nie sein!

    • Andreas sagt:

      Seine Messen waren stets ergreifend, kreativ und voll:
      http://con-spiration.de/syre/files/melaten/nr/schuh.html
      „Gelegentlich schickt man ihm Aufpasser in sein Gotteshaus“, schreibt Heinrich Böll über ihn im Canisius Weihnachten 1983. „Predigt er nicht etwas zu milde? Redet nicht etwas zuviel Liebe, Freundlichkeit? Ist er möglicherweise pluralistisch, gibt Leuten, denen er sie nicht geben dürfte, die Sakramente? Gehört diese Kirche noch zur ‚Kirche‘? Da finden viele Trost, die der Trostlosigkeit mancher Predigt und manchen Gottesdienstes überdrüssig sind…“

  5. €Amica und @JLTD
    eine kleine wahre Anekdote meiner ältesten Kusine (80Jahre):

    samstags vor ihrer Erstkommunion 1944 – auf der Flucht von Masuren in die BRD – der Opa,eigentlich noch wilhelminisch geprägt hat seiner Enkelin abends immer eine Gut Nacht Geschichte erzählt;
    als ehemaliger Dorfschullehrer konnte er das offensichtlich gut..

    aber an jenem Vorabend des großen Festes entdeckte er ein bitterlich weinendes Mädchen…schließlich offenbarte sie ihm, dass sie nach der 1.Beichte gesündigt habe.. sie hatte in der Küche einen Kaffeelöffel selbstgemachte Marmelade mit Genuss stibitzt…
    und könnte als „Sünderin“ jetzt nicht die Erstkommunion empfangen!!..

    der Großvater schaute sie offenbar mit gütigem Blick an, strich ihr übers Haar und sagte etwas, das bis heute als geflügeltes Wort in der Großfamilie oft zitiert wird, nämlich

    „GOTT IST KEIN KORINTHENKACKER“

    wunderbar!-sicher keine hohe Theologie, aber punktgenau..!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*