Quatsch

Vor Papst Franziskus sei Wiederheirat nach Scheidung eine Todsünde gewesen, nun sei das nicht mehr so. Solch Unfug musste man nach der Veröffentlichung des päpstlichen Schreibens Amoris Laetitia (AL) lesen, von jemandem, der als „Papstkenner“ durch deutsche Talkshows und – peinlich! – katholische Pfarreien und Bildungshäuser gereicht wird. Noch einmal also dieses Thema.

Der Text ist nicht ganz einfach zu verstehen. Schon bei der Pressekonferenz zur Vorstellung von AL kreisten einige fachkundige Fragen um eine Fußnote des Textes, Nr. 351, und wie das da mit den Sakramenten „in gewissen Fällen“ zu verstehen sei. Es ist wirklich nicht ganz einfach, das Ganze zu verstehen. Viel einfacher, von einem möglichen „Gegenpapst Benedikt XVI.“ zu schwadronieren, wie das der erwähnet Buchautor in besagtem Interview tun zu müssen glaubte.

Handgeschriebene Karte, von der alle Bischöfe der Welt zur Veröffentlichung von AL eine Kopie erhalten haben.

Handgeschriebene Karte, von der alle Bischöfe der Welt zur Veröffentlichung von AL eine Kopie erhalten haben.

Zugegeben, so ein Quatsch ärgert mich. Er ärgert mich, weil es Menschen davon abhält, den Text zu verstehen. Aber anstatt diesen – ich sage es noch einmal – Unfug weiter zu würdigen, nehme ich lieber ein zweites, dieses Mal Ernst zu nehmendes Problem zur Hand.

Die ersten Meldungen auf dem Mobil-Bildschirm nachdem das Embargo für den Text gefallen war waren „Papst für dies“, „Papst gegen das“, „Papst will jenes“. Meistens waren die Dinge negativ, zum Beispiel „gegen die Homo-Ehe“. Leider ist es so, dass Nachrichtenkonsum auf das Twitter-Format reduziert wird. Aber es zeigt auch, wie die Debatte zumindest bei uns geführt wird: Mit der Frage, ob es neue Festlegungen in gewissen Fragen gibt. Wir wollen Entscheidungen und messen dann Erfolg oder Misserfolg, Reform oder Konservatives Denken oder was auch immer, an diesen Entscheidungen.

 

An Entscheidungen gemessen

 

Bereits im Vorfeld was spekuliert worden, was der Papst denn nun wollte. Und anstatt zu warten, will man natürlich seine eigene Interpretation an Mann und Frau bringen. So kam es dann zu solchen Einschätzungen: Der Papst wird die offizielle Position zum Thema Homosexualität oder Scheidung und Wiederheirat verkünden, die Tatsache dass Kardinal Schönborn gebeten wurde, das Papier vorzustellen, sei ein Zeichen, dass der Papst sich auf die Seite der Progressiven geschlagen habe. Das konnte man auf einer italienischen Seite lesen. Nach der Veröffentlichung übrigens kein Wort darüber, dass man völlig falsch gelegen hat. Noch mehr Quatsch also.

Öffentliche Debatten haben immer schon zur Synode dazu gehört. Die Synode war größer als der Raum, in der sie getagt hat. Das ist auch gut so. Aber es hat auch seine eigenen Herausforderungen. Und Papst Franziskus war das sehr bewusst beim Abfassen des Schreibens, er nimmt darauf direkt zu Beginn, in der Nummer 2, Bezug:

„Die Debatten, wie sie in den Medien oder in Veröffentlichungen und auch unter kirchlichen Amtsträgern geführt werden, reichen von einem ungezügelten Verlangen, ohne ausreichende Reflexion oder Begründung alles zu verändern, bis zu der Einstellung, alles durch die Anwendung genereller Regelungen oder durch die Herleitung übertriebener Schlussfolgerungen aus einigen theologischen Überlegungen lösen zu wollen“.

 

Hausgemachte Probleme

 

Und um das gleich zu sagen: Das ist kein Medienproblem. Das ist selbstgemacht, wie man an einer Spitze ablesen kann, die der Papst im Text gegen all diejenigen richtet, die destruktiv argumentiert haben:„Sich damit aufzuhalten, das Bild des anderen zu schädigen, ist eine Methode, das eigene aufzubessern und Groll und Neid abzureagieren, ohne sich um den Schaden zu kümmern, den man verursacht. Oftmals wird vergessen, dass die Diffamierung eine schwere Sünde sein kann, eine ernste Beleidigung Gottes, wenn sie den guten Ruf der anderen ernstlich verletzt und ihnen Schäden zufügt, die sehr schwer wiedergutzumachen sind. Darum ist das Wort Gottes so streng mit der Zunge und sagt, dass sie »eine Welt voll Ungerechtigkeit« ist, die »den ganzen Menschen verdirbt« (Jak 3,6), »dieses ruhelose Übel, voll von tödlichem Gift« (Jak 3,8). »Mit ihr verfluchen wir die Menschen, die als Abbild Gottes erschaffen sind« (Jak 3,9), die Liebe dagegen hütet das Bild der anderen mit einem Feingefühl, das so weit geht, auch den guten Ruf der Feinde zu schützen. Einige Verfechter des göttlichen Gesetzes scheinen diese Forderung der Liebe zu vergessen.“ (112)

Mit letzterer Bemerkung sind all diejenigen gemeint, die sich selber an die mediale Stelle der Glaubenskongregation gesetzt haben. Oder sollte ich hier Inquisition schreiben?

 

Komplex, komplex

 

Alles in allem war ich positiv Überrascht von der Berichterstattung. Das muss hier auch mal gesagt werden. Abgesehen von den Entgleisungen des oben genannten Fachmenschen gab es erfreulich wenig schlichtes Aufrufen von Standard-Urteilen, von einigen üblichen Verdächtigen mal abgesehen. Der Text ist komplex, dem wurde versucht, Rechnung zu tragen, und auch wenn ich nicht alle Schlussfolgerungen teile, halte ich das doch insgesamt für eine gute Berichterstattung.

Zu den schönsten Sätzen in Amoris Laetitia gehört für mich die Bemerkung, das Leben sei „wunderbar komplex“. Genau so ist es. Und es lässt sich auch nicht auf Twitter-Format beschränken. Genau hier liegt die Aussagespitze des Papstes: Die Realität wahrnehmen und sie nicht so verkürzen, dass sie in eine Facebook-Nachricht passt.

Einen Gegenpapst wird es übrigens nicht geben. Aber vielleicht mal einen Gegen-Fachmann. Und auch wenn Papst Franziskus da ausgewogenere Worte für findet, sowas ist und bleibt einfach nur – Quatsch.

 

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64 Kommentare zu Quatsch

  1. Rosi Steffens sagt:

    Es wäre schön, wären Menschen dazu in der Lage sich selbst so zu lieben, dass sie ihre natürlichen Vorgaben akzeptieren und annehmen können wie sie sind ohne daraus die Herausforderung zu generieren, sich dagegen oder dafür aussprechen zu müssen. Dinge sind wie sie sind, egal wie subjektiv man sie auch empfinden mag, das ändert nichts an den Tatsachen. Subjektivität belebt den Umgang miteinander und untereinander. Sie sollte kein Problem der Gemeinschaft sein, dem man sich stellen muss, das Problem sind die Betroffenen, die sich menschenwürdig integrieren sollten, um damit der Menschheit im Umgang miteinander zu dienen. Was macht denn Außenseiter zum Gesprächsstoff in einer menschlich geprägten Gesellschaft? Ich glaube nicht, dass speziell in Deutschland ein Problem der Akzeptanz von Andersartigkeit besteht, vielmehr geht es hierbei um die persönlichen Ansprüche aus den eigenen Lebensbedingungen heraus, die sich an Normen messen, die subjektiv empfunden das bestehende Leben bestimmen. Das Problem ist, in den natürlich auferlegten Grenzen das zu akzeptieren, womit uns das Leben individuell konfrontiert. Das fällt nicht nur den Menschen schwer, die sich durch Andersartigkeit in ihren privaten Lebenswünschen behindert fühlen, das ist die Herausforderung an jeden Menschen. Ich finde es nicht richtig, wenn man egal aus welchen Gründen auch immer als Mensch verfolgt, diskriminiert, gefoltert oder gar getötet wird. Das jedoch immer wieder auf einzelne Tatbestände herunter zu brechen, statt sich grundsätzlich diesem Sachverhalt als Mensch anzunähern, das erscheint mir sehr rückschrittlich in einer Gesellschaft, die sich über Handy und Internet einem Datenvolumen gegenüber stellt, das bei weitem die Vorstellungskraft dessen übersteigt, was durch menschliche Beschränktheit ins Leben geführt werden kann. Es geht im Leben darum, wie man mit Sachverhalten umgeht und wie viel Einfluss man auf sein direktes Umfeld im menschenwürdigen Umgang miteinander nimmt. Ich verweigere mich schlichtweg gegen Lebensentwürfe, die von Menschen abhängig sind, deren Kompetenzen meine eigenen außer Kraft setzen, um damit die Anforderungen zu bedienen, die einer objektiven Sichtweise der Dinge nicht gerecht werden können. Wer sich auf natürlichem Weg keine Lösungen mehr vorstellen kann, der sollte sich Gedanken um seine ganz persönlichen Ansprüche an das Leben machen und nicht andere da mit hinein ziehen. Liebe ist die natürliche Grenze zwischen der menschlichen Fortpflanzungsmöglichkeit unter menschenwürdigen Bedingungen und dem Menschen möglichen unter wissenschaftlichen Voraussetzungen. Diese natürliche Selbstbegrenzung durch Liebe sollten wir als Menschen akzeptieren, um uns nicht durch unsere sowieso schon maßlose Handlungsweise noch mehr unter Druck zu setzen, statt sie in menschenwürdiges Verhalten zu führen, das den Weg der Natur in ihren Lebensräumen fördern könnte.

    • Konstantin sagt:

      Guten Abend Frau Steffens
      Ein guter Text, leider kein Traktat, da zu lange. Gerne würde ich die Primärquelle erfahren, da dieser Text doch, sie verzeihen mir, nicht nur von ihen stammen kann.

      • Rosi Steffens sagt:

        Guten Morgen Konstantin, dieser Text stammt von mir und bezieht sich ausschließlich auf meine Lebenserfahrungen und die gewissenhafte Auseinandersetzung mit Informationen sowie die kontroversen Diskussionen über Homosexualität. Speziell diese Ausformulierung konnte ich aus dem Umgang meines bereits verstorbenen Bruders mit seiner an Trisomie 21 erkrankten Tochter schöpfen, denn er und seine Frau nahmen diesen Sachverhalt an und kämpften nicht dagegen sondern setzten sich dafür ein, diesen Tatbestand gesellschaftlich als normale Herausforderung anzuerkennen. Ich stelle mich nun als Betreuerin meiner Nichte den durch unsere Gesellschaft oft künstlich provozierten Herausforderungen aus diesem natürlichen Sachverhalt und mache mir meine ganz persönlichen Gedanken darüber. In meinen Augen ist es egal was man als behindernd erkennt, der Weg kann nur über die Natur der Sache in ein Selbstbestimmtes Leben führen, sofern die Mitmenschen das auch zulassen. Es liegt nicht an der „erkrankten „ Person, wie behindernd sie wahrgenommen wird sondern an den Mitmenschen, was diese als behindernden Sachverhalt im täglichen Leben wahrnehmen. Ausgrenzung beginnt bereits mit der Differenzierung durch Normen, denen nicht alle Menschen gerecht werden können/wollen. Immer wieder erfahre ich das Leben als die größte Herausforderung an mich selbst, da ich es nur dann ändern kann, wenn ich an der Integration meiner Mitmenschen arbeite und nicht an deren Diskriminierung durch Begriffe, die doch nur Unterscheidungen in Bezug auf meine persönlichen Lebensansprüche darstellen würden. Mensch ist die Bezeichnung für alle Mitmenschen, die einem begegnen. Die Bedeutung hinter diesem Begriff lässt sich nur durch persönliche Kommunikation auflösen, die durch ganz individuelle Voraussetzungen geprägt ist. Nichts desto trotz suchen diese Tatbestände ihren Weg in die Gesellschaft, indem man sie als gleichberechtigte Vorgaben einer Natur wahrnimmt, die als solche alles integriert, ohne Ausnahme. Der Mensch kann das auch, mit Hilfe eines Bewusstseins, das ihm alle dafür nötigen Voraussetzungen bietet und ich bin überzeugt davon, die meisten Menschen tun dies auch, ganz unbewusst und selbstverständlich.

  2. danke @Pater Hagenkord! Auf den Punkt gebrachtempfinde es (Fast) genauso.
    warum „fast“?

    „das ist kein Medien Problem“
    ergänzend dazu möchte ich bemerken, dass wenigstens 50+-% Journalistinnen und Journalisten „von Außen“ ( also ohne Bezug zu Kirche usw.- ) Kommentieren. Sie sind also -existenziell-persönlich -gar NICHT(!!) betroffen. Aber diese stöbern manchmal gierig nach irgendwelchen “ Mängeln“;

    ganz anders geht’s mir mit denen, die-weil selbst im Glauben verortet- auch mal kritisch schreiben. Das hat für mich natürlich eine andere Gewichtung (pars pro toto: Dobrinski ,Prantl, Poletti(?).

    die PK in Rom war noch NICHT beendet- und im ARD Mittagsmagazin schwadronierte eine Journalistin in einer Live Schalte etwas von großer Enttäuschung etc. etc.
    Diese MEDIEN Leute sollten wir zumindest relativieren, denn KEINER der den Text nicht kannte, kann eine seriösere Info weitergeben..

    der von ihnen erwähnte „Papstkenner“ der in Talk Shows die Leute zu textet und seine „Gottschalk“ Mentalität auslebt, ist einfach nur Peinlich!
    ——————————————————————–
    @Pater Hagenkord: RV überträgt ja aus Lesbos. gibt’s da von RV auch einen deutschen Kommentar? DANKE für Kurzinfo.

  3. Suarez sagt:

    „Vor Papst Franziskus sei Wiederheirat nach Scheidung eine Todsünde gewesen, nun sei das nicht mehr so. Solch Unfug musste man nach der Veröffentlichung des päpstlichen Schreibens Amoris Laetitia (AL) lesen“.

    Das ist in der Tat überpointiert und in grober Vereinfachung falsch. Aber ein Körnchen Wahrheit ist enthalten: Franziskus hat sehr wohl eine differenzierte Sicht auf das Thema Sex zugelassen. Ich erinnere an den Facebookbeitrag von Bischof Oster, demzufolge nur Sex in der Ehe Gott wohlgefällig ist.
    Vor AL konnte schon immer noch gelten: In sexto omnia gravia: Alle Verfehlungen gegen das sechste Gebot sind schwere Sünden, egal, ob sie gar nicht in die Definition der Sünde (jemand anderer wird geschädigt) fallen wie die Masturbation oder eigentlich ein Verstoß gegen das 5. Gebot sind wie Pornographie.
    In sexto omnia gravia gilt aber nicht mehr in jedem Fall für geschiedene Wiederverheiratete. Und deswegen können diese im begründeten Einzelfall auch zur Kommunion zugelassen werden.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Mein Kommentar bezog sich auch schlicht auf das um sich Werfen mit Begriffen wie „Todsünde“. Die Wirklichkeit ist komplex und das Abrufen von Vorurteilen hilft da gar nicht. Es ist nicht nur in der Vereinfachung falsch, es ist schlicht und ergreifend falsch.

      • Suarez sagt:

        Natürlich ist auch das Wort „Todsünde“ zu vermeiden (auch wenn es der KKK wieder aus der theologischen Mottenkiste gekramt hat), da haben Sie Recht. Ich habe ein wenig im Englisch-buch gelesen (kaufen will ich sowas nicht, man muss wirklich nicht zum publizistischen Erfolg dieses talkshowclowns (copyright Münsteraner Forum für Theologie und Kirche) beitragen), es ist nicht schlecht geschrieben, aber wenn dann zusammenphantasiert wird, dass der römische Adel mit Benedikt konspiriere, um Franziskus abzusetzen und Benedikt wieder zu installieren, dann zeigt das erstaunlich wenig Kenntnis von Kirchenrecht (das wäre ja nicht mal ein Gegenpapst!), sondern auch null Einfühlungsvermögen für B16. Wenn man die jüngsten Fotos gesehen hat, sieht man einen gebrechlichen Greis, für den eine römische Pontifikalliturgie eine Qual und kein Quell ist, der offenkundig Probleme mit dem Sehen hat (das sah man auch an den Unterschriften unter die letzten Dokumente) und es scheut, scheuen muss zu unterfertigende Dokumente zu verfassen und jemanden, der froh ist, seinen Dienst getan zu haben. Dafür sei ihm auch gedankt, obwohl ich weder ein Freund seiner Theologie war und bin und auch seine kontroversen Amtshandlungen nicht immer gutheißen konnte.
        Langer Rede kurzer Sinn: Sie haben alles Recht der Welt, P. Hagenkord, die Räuberpistolen von A. Englisch für Quatsch zu halten!

        • AR35 sagt:

          Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass so etwas jemals eintreten würde, aber ich muss Ihnen für diesen Kommentar meinen Dank aussprechen. Vollste Zustimmung!
          Herr Englisch hat ein einziges Mal einen Zufallstreffer mit der Vorhersage des Rücktritts Benedikts XVI. Allein das hat ihn in den Augen mancher Medienvertreter zum „Papstkenner“ mutieren lassen. Andererseits war dieser Rücktritt tatsächlich vorhersehbar für jedermann (abgesehen vom Zeitpunkt). Die Niederlegung des Palliums am Grab des hl. Coelestin V. als Zeichen der Verehrung, das Interviews mit Peter Seewald in dem er einen Rücktritt sogar als notwendig in bestimmten Situationen bezeichnet hat.
          Es war tatsächlich keine grosse Kunst einen Rücktritt Benedikts vorherzusagen.
          Alles andere, was Herr Englisch bisher publiziert hat, strotzt nur so von absolutem Quatsch.
          Benedikt XVI. ist ein grundehrlicher Mensch, der schon immer zu seinem Wort gestanden hat. Er hat seinem Nachfolger Gerhorsam geschworen, und das zieht er auch durch.
          Wer behauptet, Benedikt würde gegen Franziskus intrigieren und darauf warten wieder den Stuhl Petri zu besteigen, der hat entweder eine blühende Phantasie, oder… ich schreib lieber nicht weiter.
          Nochmals danke werter Suarez für Ihren Kommentar.

    • Johannes sagt:

      „Und deswegen können diese im begründeten Einzelfall auch zur Kommunion zugelassen werden.“
      Ist bei diesen Einzelfällen die erste gültig geschlossene Ehe aufgelöst? Das würde bedeuten, in Einzelfällen gilt die Unauflöslichkeit der Ehe nicht mehr.

      • Johanna sagt:

        Lieber Johannes, Sie zitieren hier nicht das päpstliche Schreiben, sondern die Meinung eines Foristen.
        Ich lese lieber das Dokument selbst, und die Ehe ist natürlich nach wie vor nicht auflösbar, auch nicht durch den Pfarrer.
        Man kann aber klären lassen, ob die erste Ehe überhaupt gültig war im Sinne einer christlichen sakramentalen Ehe.

        • Johannes sagt:

          Liebe Johanna, keine Sorge, ich lese. Was halten Sie von folgender Äußerung in AL (298): Viele, welche die von der Kirche angebotene Möglichkeit, „wie Geschwister“ zusammenzuleben, kennen und akzeptieren, betonen, dass in diesen Situationen, wenn einige Ausdrucksformen der Intimität fehlen [gemeint ist hier sicher nicht ein liebevoller Wangenkuss], »nicht selten die Treue in Gefahr geraten und das Kind in Mitleidenschaft gezogen werden [kann].«
          Wenn das Eheleute lesen, die ernsthaft bemüht sind, wie Bruder und Schwestern zusammenzuleben, müssen sie sich doch vom barmherzigen Papst als getadelt betrachten, weil durch ihre Haltung sogar das Kind in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Es bleibt dann nur eine Möglichkeit: „Bitte mehr als ein Wangenkuss! Wir wollen doch unserem Papst gehorchen.“

          • Pater Hagenkord sagt:

            Darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, dass der Papst darauf hinweist, dass manchmal die Ratschläge und Vorgaben der Kirche Folgen haben, welche die Kirche so nicht wünschen kann, etwa das Leiden eines Kindes. Die Folgen müssen einbezogen werden, es kann nicht nur um die abstrakten Regeln gehen.

          • Rosi Steffens sagt:

            Ich kenne die Vorgaben zum Ehebruch nicht, nach denen im Katholizismus gelebt werden soll. Dafür kenne ich aber ein Ehepaar, das wie Bruder und Schwester zusammen lebt, ohne sich scheiden zu lassen. Kinder werden erwachsen und lernen früher oder später zu verstehen was Eltern dazu bewegt zu leben wie sie es tun. Vielleicht geht es beim Ehebruch darum, dass man sich vor Gott für eine Lebensverbindung entscheidet und sie deshalb auch nicht nach eigenem Ermessen lösen kann. Sicher bin ich mir darüber, dass Gott keine leidenden Menschen will, sie sollen aber ernsthaft in Betracht ziehen, was sie damit anrichten können, sich ständig gegen Gott zu wenden. „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg auch keinem andern zu.“ Mit welchem Maß messe ich, wenn ich als Mensch eine Ehe aus eigenem Ermessen scheide, die vor Gott erst in ein gemeinsames Leben führen kann? Der Mensch ist das einzige Wesen, das im Angesicht Gottes dazu in der Lage ist die Goldene Regel bewusst auf sich selbst anzuwenden, weil er sie kennt und im Leben als solches umsetzen kann. Jeder Mensch ist also selbst dafür verantwortlich sich gewissenhaft mit dieser Anforderung des Lebens an die bestehende Menschheit auseinanderzusetzen. Gott ist im Sohn Jesus Christus Mensch geworden, um uns unsere wahren Fähigkeiten aufzuzeigen, nach denen wir uns im Glauben an Gott wenden können. Das Gewissen schließt keine Menschen aus, es nimmt sie in Demut und Zuversicht auf, um sie in Gottes Namen dem ewigen Heil zuzuführen, im Geiste. Wir als Menschen sollten nicht Richter über Leben und Tod sein, wir sind Diener des Herrn, der Tod in neues Leben wandeln kann. Der Wandel der Zeit birgt die Hoffnung, für die, die nicht mehr daran glauben können. Immer wieder werden wir vor Entscheidungen gestellt, die unser ganz privates Leben verändern können und wir sollten diese Entscheidungen auch ganz bewusst in letzter Konsequenz treffen, um uns die Wahl offen zu halten, das Leben in Frieden und Freiheit mitgestalten zu können. Dazu gehören Regeln, die wir in letzter Konsequenz durch die eigene Gewissenhaftigkeit nur selbst erhalten können, um dem Leben damit den Sinn zu geben, der ihm die Kraft Gottes verleiht.

          • Johanna sagt:

            Lieber Johannes, auf Ihre Frage an mich:
            zunächst, auch dieses Zitat von Ihnen stammt nicht von Papst Franziskus, sondern aus Gaudium et Spes. Man muss sicherlich anerkennen, dass die Form wie Geschwister zusammenzuleben, nur eine Form einer möglichen Lösung ist, wenn einige andere Lösungsmöglichkeiten schon ausgeschieden sind (Trennung, Versöhnung der ersten Ehe oder Annullierung). Schon Papst Benedikt hat von denjenigen gesprochen, die in ihrem Herzen von der Ungültigkeit der ersten Verbingung ausgehen, es aber nicht nachweisen können. Die Lösung wie Geschwister zusammenzuleben, ist nicht der Königsweg, weil die Gefahr des Skandals und der Versuchung bestehenbleiben. Für manche dieser eher seltenen Fälle mag das die richtige Lösung sein, für manche nicht.
            Also wieso sollten sich diejenigen, die das für sich als die richtige Lösung erkannt haben, sich jetzt verwirrt oder gar betrogen fühlen, weil andere Menschen anders damit umgehen? Ich hoffe, auch sie werden weiterhin von ihren Seelsorgern die nötige Unterstützung bekommen. Wenn nicht, dann liegt der Haken da.

      • Suarez sagt:

        Das ist ja Unsinn. Die Unauflöslichkeit der Ehe hat nichts mit einer Zulassung zur Kommunion zu tun. Beides miteinander zu verquicken ist schlechte(ste) Theologie.

        • Johannes sagt:

          Sie haben Recht. Nach Herrn Müller am Stammtisch und Kardinal Kasper hat die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener nichts mit der Unauflöslichkeit der Ehe zu tun. Nach den Worten des Herrn ist es Ehebruch, wenn man seine Frau/seinen Mann entlässt und einen anderen/eine andere heiratet. Wenn die Kirche diese Verbindung durch Zulassung zur Kommunion legitimiert, bekräftigt sie damit, dass eine Ehe eigenmächtig aufgelöst werden kann. Ich vermute, Sie sind ein Anhänger der Ideologie „Ehe für Alle“ und folgern daraus „Kommunion für alle“.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Genau da ist aber doch der Unterschied. Eine Regel lässt sich nicht auf alle Situationen gleichermaßen anwenden. Das macht die Regel – oder in diesem Fall die Unauflöslichkeit der Ehe – nicht schwach oder hebt sie auf. Es ist wie bei all den Geboten des Alten Testamentes, von denen in Jesu Worten kein Iota aufgehoben ist, an die wir uns aber selbstverständlich nicht mehr halten, etwa die Tochter in die Sklaverei verkaufen können.
            Ehebruch bleibt Ehebruch, und der wird auch nicht legitimiert. Lesen Sie doch mal die Beispiele, die genannt werden. Etwa wenn eine Partei schuldlos am Bruch ist.

          • Suarez sagt:

            Mein lieber Johannes,

            warum reagieren Sie so giftig?
            „Sie haben Recht. Nach Herrn Müller am Stammtisch und Kardinal Kasper hat die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener nichts mit der Unauflöslichkeit der Ehe zu tun.“

            Kardinal Kasper ist ein bedeutender Theologe; seine Argumente bezieht er nicht vom Stammtisch, wie Sie insinuieren. Die Unauflöslichkeit der Ehe würde nur durch die Zulassung einer weiteren sakramentalen Ehe in Frage gestellt. Das geht übrigens. Seit 1000 Jahren. Eine gültige, sakramentale Ehe, die noch nicht vollzogen ist, kann der Papst SCHEIDEN. Scheiden (und nicht etwa annullieren). Und danach kann man eine zweite gültige, sakramentale Ehe eingehen…

            „Nach den Worten des Herrn ist es Ehebruch, wenn man seine Frau/seinen Mann entlässt und einen anderen/eine andere heiratet.

            Nach den Worten des Herrn, ist es Ehebruch, wenn mann (!) seine Frau entlässt. In der Antike war es – allein von der Torah her – völlig unmöglich, dass eine Frau ihren Mann aus der Ehe entlässt. Ich bitte Sie, sich vorher genauer zu informieren, ehe Sie Gottvater in der Torah oder Jesus im NT Worte in den Mund legen, die beide so nie gesagt haben.

            „Wenn die Kirche diese Verbindung durch Zulassung zur Kommunion legitimiert, bekräftigt sie damit, dass eine Ehe eigenmächtig aufgelöst werden kann.“

            Nein, sie legitimiert da nichts. Sie gewährt Zugang zu einer sakramentalen Gnade, die den Menschen helfen soll.

            „Ich vermute, Sie sind ein Anhänger der Ideologie „Ehe für Alle“ und folgern daraus „Kommunion für alle“.“

            Solche Vermutungen anzustellen gehört zum giftigsten Arsenal böswilliger Unterstellungen.
            Ich plädiere keineswegs für die „Kommunion für alle“, sondern für die Kommunion für alle, die sie brauchen. Im Übrigen schreibt der Papst in Amoris Laetitia sehr wohl auch über die, die die Kommunion unwürdig empfangen: „Wenn diejenigen, die zur Kommunion gehen, sich dagegen sträuben, sich zu einem Einsatz für die Armen und Leidenden anregen zu lassen, oder verschiedene Formen der Trennung, der Verachtung und der Ungerechtigkeit gutheißen, werden sie die Eucharistie unwürdig empfangen“ (AL 186). Mich selber macht solche Kritik betroffen: Wo helfe ich Leidenden, Armen, Verachteten? Ich kann nur hoffen, dass Gott auch mein Gebet für diese Menschen annimmt, wo ich selber meine, nicht helfen zu können.

            Und ja, Ehe für alle – ich habe nie verstanden, was der Institution Ehe, was heterosexuellen verheirateten Paaren genommen wird, wenn man Frauen Frauen und Männer Männer heiraten ließe. Sie bekämen nur etwas, was den anderen gerade nicht weggenommen wird: Gottes überreichen Segen.

          • Johannes sagt:

            Pater Hagendord sagt:
            Genau da ist aber doch der Unterschied…

            Es geht bei dieser Frage doch überhaupt nicht darum, ob jemand Schuld am Bruch ist. Die Trennung vom Ehepartner kann, muss aber nicht Schuld beinhalten. Und wenn Schuld vorliegt, kann sie ehrlich bereut werden und in der Beichte Vergebung finden. Ein ganz anderes Thema ist, ob nach dem Bruch eine neue Verbindung eingegangen wird. Wenn selbst im „Einzelfall“ nach einem Bruch – bei dem sich ein oder vielleicht beide Partner subjektiv als unschuldig empfinden – eine neue eheähnliche Verbindung eingegangen werden kann und durch die Zulassung zur hl. Kommunion legitimiert und damit als in der Gnade Gottes stehend betrachtet wird, dann ist damit von der Kirche die Unauflöslichkeit der Ehe aufgegeben. Dass eine Regel sich nicht auf alle Fälle anwenden lässt ist sicher richtig, ebenso aber ist es richtig, dass durch das Aufheben der Regel in Einzelfällen diese Regel eben nicht mehr gilt. Die Diskussion über die Einzelfälle erinnert mich fatal an die Diskussion vor der Freigabe der Abtreibung. „Grundsätzlich bin ich gegen Abtreibung, aber …“ Dieses „aber“ war der Dammbruch, der zu einer Überflutung von Millionen vor der Geburt getöteten Kinder geführt hat.

          • Suarez sagt:

            Johannes, Abtreibung ist in Deutschland nicht freigegeben.

  4. Jorge sagt:

    Ich finde, bei AL dringt wie selten zuvor die jesuitische Spiritualität des Papstes durch. Es geht da immer um das genaue und bedachte Abwägen von Für und Wider, die unvoreingenommene (jesuitisch gesagt „indifferente“), weder durch schematische „Schreibtisch“-Konzepte noch wild eifernde Emotionen der Moralisten, sondern das klare Nachspüren der tieferen Dimensionen des Evangeliums bestimmte Reflexion über Richtig und Falsch.

    Das gilt meine ich gerade für die von „Suarez“ angesprochene Frage der „Todsünde“ und „Differenzierung“.

    Die Komplexität der Dinge nicht durch grobe Vereinfachungen oder anmaßende Urteile wegzudeuten oder aufzulösen, sondern geprägt vom Geist des Evangeliums sich darauf einlassen und sie durchdringen, ohne sich durch Schwierigkeiten irre machen zu lassen. Das ist ja eigentlich Ignatius pur.

  5. Amica sagt:

    Was Herrn Englisch aber wirklich ausmacht ist diese grandiose Begeisterungsfähigkeit.
    Ob jetzt alles korrekt ist was er sagt oder eben nicht.
    Man hört ihm einfach gern zu. Er ist tatsächlich ein verbales Maschinengewehr (Spitzname: „Maschinengewehr Gottes“, nicht? ) und seine Augen strahlen – wie Kinderaugen – wenn er über Johannes Paul II. oder eben über Franziskus erzählt. Man fragt sich bei ihm immer, wie ein erwachsener Mensch nur so jung bleiben könnte und ob das vielleicht mit dem Glauben zu tun hat.
    Also:
    Wenn jemand gar keinen Zugang zur Kirche hat und auch keine große Ahnung, dann kann ihn ein Andreas Englisch irgendwie fesseln und neugierig dafür machen.

    • Chrisma sagt:

      @Amica, nein er kann nicht fesseln und neugierig machen. Er arbeitet ausschließlich an seiner und nun kommt es aus meinem Mund/Tastatur: „Profilneurose“. Sie können nicht einfach schreiben: och der trägt das ja ganz nett vor also fesselt es die Menschen …. Das was er vorträgt ist nicht unsere Kirche. Wenn ich heute einen ganz bösen Tag hätte! könnte ich Ihren Beitrag auch so drehen: Na ja Goebbels konnte auch gut fesseln und neugierig machen. besser wurden seine Inhalte nicht. Also: der Inhalt ist wichtig, nicht die Art und Weise….

      • Chrisma sagt:

        PS Gott braucht keine Maschinengewehre übrigens ist das nicht der Spitzname des „Vatikankenners“

        • Amica sagt:

          Also, ihn mit Goebbles zu vergleichen ist schon großer Unsinn.
          Und mich fesselt Herr Englisch schon und anscheinend noch viele weitere Menschen, sonst wäre er nicht so erfolgreich. Was nutzt ihnen ein Experte der Sie zum Einschlafen bringt?
          Und noch eines: ein Rezipient hat ja dann doch ein eigenes Köpflein und muss nicht alles glauben, weder das was Herr Englisch sagt, noch das was irgendein anderer Fachmann oder auch nicht von sich gibt. Je älter man wird, bzw. Sich mit einer Materie beschäftigt, um so mehr wird man selbstständig beurteilen können, wer Blödsinn redet.
          Und wer an der Oberfläche bleibt, den verdirbt Herr Englisch auch nicht groß. Und derjenige hat dann auch sehr schnell wieder vergessen, was Herr Englisch denn zu dem und dem Punkt gesagt hat.
          Aber Herr Englisch ist einfach ein guter Einstieg für den Religionsdummy… Er entfacht Interesse und unterhält Menschen. Mehr ist seine Aufgabe eigentlich nicht… Aber ich denke, das ist schon viel genug.
          Mir gefallen seine Bücher jedenfalls schon, aber mir gefallen auch die Bücher von Ratzinger oder Amseln Grün oder Herrn Seewald oder vom Papst. Das ist alles sehr bunt und hat vielleicht keine Linie, aber so ist das Leben eben auch! Nicht immer nur korrekt und ernst. 🙂

          • Chrisma sagt:

            @Amica“Vergleich“ geht im akademischen Sinne anders! Aber zumindest hat mich die Liste der anderen Autoren die Sie lesen milde gestimmt….Es geht im wesentlich darum dass der Herr mit falschen Fakten arbeitet und was mich gegen ihn einnimmt: der hat schon mindestens mit jedem Papst mindestens zusammengewohnt und jeden Morgen gefrühstückt…So nun ist genug

          • @Amica ich wollte eigentlich auf ihren Poste replizieren, und dann nicht die richtigen Worte gefunden, was ich zum durchaus erfolgreichen „Geschäftsmodell“ sagen wollte;

            seine Bücher erzielen ja offensichtlich nicht nur Hohe Umsätze aber auch gute Rendite..

            Dann hab ich auf DOMRADIO ein AUDIO Interview mit dem Kölner Pfarrer FRANZ MEURER zu Al. gehört.
            dieser Priester ist ja so etwas wie ein Kölner Urgestein-nicht zu verwechseln mit dem Dreigestirn- der „begeistert“ auch Menschen mit seinem Kölsch(?)

            ABER mit LEIDENSCHAFTLICHEN Engagement und vor allem SUBSTANZ!! der arbeitet ja in einem Kölner(?) Brennpunkt und ist wirklich nah dran an der Basis!
            wenn ich nun Christoph Schönborn und Franz Meurer höre,erlebe ich zwar in Sprache und in der Formulierung aber auch im ganzen Gestus extrem unterschiedliche „Typen“ –
            und doch verbindet die beiden so etwas das Jesus mit „Einheit“ gemeint hat- .
            Hier das Gespräch:
            https://www.domradio.de/audio/wir-haben-einen-seelsorger-papst-ein-interview-mit-pfarrer-franz-meurer

          • Amica sagt:

            Sie haben ja beide Recht, aber… Wieso darf es keinen Clown in der katholischen Kirche geben?
            Auch Gott hat Humor – und ich denke, er mag alle seine Schäfchen… Auch die liebenswerten, besonders geschwätzigen Sunnyboys, die nie erwachsen werden und sich gern selbst darstellen. Nur weil er sich selbst gern reden hört und vermarktet, ist er nicht schlechter als manch intellektueller Grübler.
            Herr Englisch redet einfach zu gern und zu schnell und wenn er etwas sagt, gebraucht er gerne Superlative bzw. Übertreibungen, das ist irgendwie auch sein Stil: Sprache die schlagfertig ist, vielleicht auch ein bisschen raudihaft, Dinge auf den Punkt bringt, aber vielleicht ein bisschen zu sehr (zu extrem) auf den Punkt bringt.
            Man muss ihm augenzwinkernd zuhören, dann ist das was er sagt nicht so falsch… sondern einfach nur übertrieben dargestellt.
            Lieber Herr Hopfener, Ihren Link schau ich morgen gerne in Ruhe an. Für heute ist es genug. Ich bin einfach nur müde. Bis bald!

      • Konstantin sagt:

        @Chrisma
        Meiner Meinung nach haben sie den Bogen überspannt, mit dem Beispiel von
        Goebbels.Frage mich, in welcher Zeitepoche sie „noch“ leben? Das ist einfach nur „disgusting“.

        MfG

  6. Silvia Brückner sagt:

    Der o.g. „Vatikankenner“ hat es etwas überspitzt ausgedrückt, aber im Wesentlichen stimmt es schon.

    Laut der Lehre der katholischen Kirche leben menschen, die nach der staatlichen Scheidung einer kirchlich gültigen Ehe standesamtlich wieder heiraten, im Zustand des fortgesetzten Ehebruchs und der gilt nun mal als Todsünde.

    Einzige Ausnahme war bisher, wenn die Leute in ihrer Zweitehe sexuell enthaltsam zusammen gelebt haben.

    Auch hier sieht man die totale verengung der Sichtweise auf die Sexualität, die eben negativ gesehen wird, wenn sie außerhalb einer kirchlich gültigen Ehe praktiziert wird.

    Und hier legt Papst Franziskus nun den Focus erstens auf den Einzelfall und zweitens richtet er sein Augenmerk auf die Gesamtsituation und nicht mehr nur auf die Sexualität.

    Das ist ein gewaltiger Fortschritt im Denken eines Papstes und damit für die ganze Kirche.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Bitte entschuldigen Sie, wenn ich an dieser Stelle spießig werde: Da sagt einer 1 plus 1 sind 3 und Sie sagen, „aber im Wesentlichen stimmt es schon“. Schwere Sünde und Todsünde sind zweierlei Paar Schuhe und wenn man mit solchen Begriffen hantiert, dann sollte man wissen, was man tut.

  7. JLTD sagt:

    In AL steht:

    „Daher ist es nicht mehr möglich zu behaupten, dass alle, die in irgendeiner sogenannten ‚irregulären‘ Situation leben, sich in einem Zustand der Todsünde befinden und die heiligmachende Gnade verloren haben.“ (301)

    Das heißt also „nicht mehr“. Früher schon, nun nicht mehr.

    Nur wenn das so verstanden wird, kann die DBK die Schlußfolgerung begründen:
    „Diese prinzipielle Einsicht hat weitreichende Konsequenzen für den pastoralen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Es reicht eben nicht für ein Urteil einfach festzustellen, dass eine zweite zivile Verbindung im Widerspruch zur ersten, sakramentalen Ehe und damit im Widerspruch zur objektiven Norm steht. Es ist vielmehr notwendig, in jedem einzelnen Fall die besondere Lebenssituation der Betroffenen zu betrachten.“

    Früher war es möglich zu behaupten, es sei eine Todsünde, nun offenbar nicht mehr ohne Weiteres.

    Laut KKK 1854 gibt es lässliche Sünden und Todsünden. Der in AL 301 beschriebene Fall ist nun offenbar „nicht mehr“ ohne Weiteres als Todsünde zu bezeichnen.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Ich glaube, dass sich die Bemerkung des Papstes auf etwas anderes bezieht, nicht darauf, dass nun die Sündenkategorien verschoben sind. Ehebruch bleibt Ehebruch. Es ist nicht so, dass die Kirche den jetzt irgendwie erlaubt habe oder mit einer minderen Sündenkategorie belege, lässliche Sünde oder so etwas. „Du sollst nicht die Ehe brechen“ ist nicht aus der Bibel getilgt, auch durch Amoris Laetitia nicht. Was der Papst tut ist, kategorische Schubladen abzulehnen. Er spricht ja davor von „strafmindernden Umständen“, um das juristisch zu benennen. Die Formulierung müsste also lauten: früher meinte man bei einer so genannten „irregulären Situation“ genau zu wissen, um was für eine Art Sünde es sich handle, das ist nun nicht mehr so, man muss genau hinsehen. Selbstverständlich kann es nach wie vor eine Sünde wieder eines der Zehn Gebote sein, wenn man es willentlich und so weiter tut, wenn also die „mildernden Umstände“ nicht vorhanden sind.
      Der Papst sagt, dass die Behauptung nicht mehr möglich ist, nicht dass es keine schwere Sünde mehr ist.

      • JLTD sagt:

        Danke, Pater! Ich habe übersehen, dass AL 301 sich auf „alle“ Fälle bezieht. Die Aussage von AL 301 ist richtig verstanden also, dass davon ausgegangen werden muss, dass es unter den dort beschriebenen Fällen welche gibt, in denen es sich nicht um eine Todsünde handelt. Weil das so ist, folgert die DBK, dass jeder Einzelfall geprüft werden muss.

        Vielen Dank für die Richtigstellung, Pater, ich hatte den Text völlig falsch verstanden!

        • JLTD sagt:

          Wenn ich AL in dieser Hinsicht allerdings nun richtig verstehe, müsste in der Stellungnahme der DBK klarer stehen, dass die Fälle, in denen keine Todsünde vorliegt (um das so juristisch zu schreiben), als selten anzunehmen sind.

          Das Fehlen solcher Hinweise macht alles so schwammig. Als ob würde man sich nicht trauen, die Wahrheit zu sagen.

      • vielleicht sind die Worte eines weisen Seelsorgers, eines Meisters der leisen Töne, hilfreich , die Essenz von AL. zu verstehen. ich finde, dass er den richtigen TON findet!!

        also nochmal Kardinal SCHÖNBORN NACH der PK im Vatikan. Eine 10 minütige Reflexion in Deutsch

        https://www.youtube.com/watch?v=AGZ95p8nmB8

        • Gabriele Luzia sagt:

          Vielen Dank, @ Ullrich Hopfener, das war für mich eine sehr gute Empfehlung, diese Erklärungen und Sichten von Kardinal Schönborn… allein sein überaus freundliches Antlitz lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er weiß, wovon er spricht, wenn er „AL“ interpretiert / erklärt, gerade in Hinsicht auf das Gewissen, das jeden Christen unmittelbar vor Gott selbst stellt.

          Bei aller Glaubwürdigkeit von Kardinal Schönborn: die Rolle des Priesters ist mir trotzdem an dieser Stelle weiterhin suspekt – denn er steht ja scheinbar wie ein MUSS / wie ein unüberwindbarer Vermittler / zwischen Gott und mir. Weshalb sollte ich nicht mündig genug sein, mit Gott selbst meine Situation einer gescheiterten (sakramental geschlossenen) Ehe für mich zu klären?
          Das habe ich nicht heraushören können aus seinen leisen Tönen…

          Aber, wie

          • Johanna sagt:

            Liebe Gabriele Luzia, der Versuch einer Antwort:
            Wenn ich alle meine Probleme selbst lösen kann, brauche ich niemanden, um darüber zu sprechen. Wenn ich täglich mit Gott direkt im Gespräch bin und zuverlässige Antworten von ihm bekomme, dann auch nicht, aber das ist nicht der Normalfall bei uns Menschen.
            Gott hat uns dazu geschaffen, miteinander in Beziehung zu treten und uns gegenseitig zu helfen, und gerade diese Betonung des priesterlichen Gesprächs finde ich ein besonderes Geschenk dieses Dokumentes.
            Wenn Kardinal Schönborn das nicht so dargestellt haben sollte, wäre es sehr schade.

          • wenn ich etwas aus meiner Erfahrung schreiben darf:@Gabriele Luzia,
            ich bin schon dafür dankbar, dass mir in verschiedensten Lebensabschnitten -wenn ich selber nicht mehr aus dem Krater herauskrabbeln konnte- „Schutzengel“ begegnet sind oder selber nach diesen gesucht habe.

            aber solche, die mit „lauterem Herzen“ und ohne JEDE „Belehrung“
            solche Situationen mit mir in Gesprächen zuhörend mit mir geteilt haben und teilen!

            JA und manchmal auch ein Priester, und im “ Sakrament der Liebe“ (gefällt mir besser als „Beichte“) JA da KANN etwas geschehen..
            Ein Bild dazu: es gibt Salben, die-wenn sie einwirken- ganz behutsam einen Heilungsprozess begünstigen…

            gerade auch in einem solchen Kontext wäre es doch hilfreich wenn Frau -so wenn sie es denn möchte- sich einer Priesterin anvertrauen könnte..

      • Katharina sagt:

        Sünden, Sünden, Sünden, lässliche Sünden, schwere Sünden, Todsünden! So viele arme Sünderlein! „Früher dachte man … heute ist das nicht mehr so“ … Warum dachte man das denn früher? Da war man sich aber auch so totsicher, was Sünden sind und wer die Sünder sind und hat die Menschen damit malträtiert! Ich habe noch nie verstanden, wer eigentlich etwas von dieser ewigen, völlig unproduktiven Beschäftigung mit Sünden hat! Am allerwenigsten hat Gott etwas von all diesen zerknirschten Sündern und diesen Sünden-FachMÄNNERN.

    • Johanna sagt:

      wenn ich das ergänzen darf, soweit ich lese, sind es nicht nur oder nicht im Wesentlichen die realen Umstände, die „mildernd“ sind, sondern vor allem auch das fehlende Verständnis für die Sinnhaftigkeit der Lehre im eigenen Gewissen, denn zum Begriff der „Todsünde“ gehört es, mit freiem Willen zu sündigen. Vielleicht konnte man früher mehr vom Verständnis für die „Normen“ der Kirche ausgehen als heute. Deswegen, sagt der Papst, bleibt die Bewertung der Situation dynamisch, und kann sich durch wachsende Bildung des Gewissens auch ändern.

      Letzten Endes wollen wir aber doch für die Betroffenen keine „mildernden Umstände“ für ihren weiterhin „irregulären“ Zustand, sondern wie es dem Wesen Jesu eigentlich entspricht, vollständige Erlösung und Freispruch. Und den Weg dazu, darauf hat der Papst auch immer wieder hingewiesen, liegt in der möglichen Feststellung, dass die erste Ehe natürlich bestanden hat, aber eben keine sakramental gültige Ehe war. Ich hoffe, dass die Pfarrer vielen Paaren auch diesen Weg aufzeigen können.

  8. Rosi Steffens sagt:

    Geht es bei der Wiederheirat nicht auch darum, in welcher Form ich mein bis dahin geführtes und geteiltes Leben in die neue Lebensform integriere? Das Leben ist ein hochkomplexer Sachverhalt, der herunter gebrochen auf seine einzelnen Teilnehmer in diverse Tatbestände führt, derer wir uns als Volk annehmen müssen. Es gibt keine Wahl zwischen Ehe, Ehebruch, Scheidung und Wiederverehelichung und all den Dingen, die eben nicht optimal laufen, denn all das sind reale Tatbestände des aktuellen Lebensabschnittes. Die Abhängigkeit des Menschen sollte man dabei nicht an das Ideal heften, um ihm damit seine Energie zu rauben, man sollte diese menschliche Kultivierung im Vertrauen auf Gott der Zeit überlassen und sich als Mensch dort einfinden, wo man hingehört. Jeder kann sich dadurch ein Lebensbild erarbeiten, dessen Inhalte dem entsprechen, was uns als Volk einen kann. Dazu gehören in meinen Augen Menschen, die selbstbestimmt, möglichst ohne die Unterstützung Dritter ihr Auskommen mit dem finden können, was ihnen das Leben auf natürlichem Weg zu bieten hat. Viel zu viele Machthaber mischen sich in den natürlichen Aufbau einer Völkervielfalt ein, die sie zwangsweise globalisieren wollen, nur um ihre persönlichen Lebensbilder zu verwirklichen. Was dabei herauskommt, das können wir täglich in Berichten, Bildern und Meinungen erkennen, die weltfremd und ohne den Bezug zu unseren tatsächlichen Möglichkeiten bestehen. Wir sind Menschen, um diesem Leben Sinn und Kraft zu verleihen, die es dringend benötigt, um sich als wohltuendes Allgemeinbild zu etablieren, an dem sich jeder nähren kann. Das bedeutet nicht, dieses Leben nach persönlichen Wünschen zu gestalten, es sollte uns alle herausfordern, Menschen nach unseren persönlichen Ansprüchen zu integrieren, indem wir ihnen die Freiräume gewähren, die wir für uns selbst einfordern. Nur weil man einem gängigen Ideal entsprechen mag, hat man nicht das Recht sich selbst als dieses Ideal zu erkennen zu geben, denn Jesus ist unser aller Ideal vom Menschen. Wenn wir ihn als Vorbild akzeptieren können, dann können wir auch lernen damit so umzugehen, dass wir uns diesem Menschenbild mit all seinen Fähigkeiten annähern. Zeit ist mehr wert als der Raum, denn der Raum ist ein göttlicher Tatbestand, der erst durch Zeit in eine bewusste, vom Menschen geprägte Lebensführung finden kann, die den Ansprüchen Gottes gerecht wird. Das Gute ist in Gott verborgen, um mit der Zeit ins Leben zu finden. Wer nicht mehr an das Gute im Menschen glauben kann, der hat auch den Glauben an Gott verloren, denn Menschlichkeit ist Gottes Sohn im grundlegenden Werdegang aus seiner zeitlichen Begrenztheit. Das Gute wächst durch Menschen, die ihr Leben Gott anvertrauen, um es in seine Hände, weit über die eigene Lebenszeit hinaus, zu legen. Das Ewige Leben liegt in Gottes Hand und findet im menschlichen Bewusstsein den Anklang, den es braucht, um einer ganzen Menschheit zu dienen. Liebe stellt die Verbindung zwischen Leben und Gott her, um daraus das Gute zu schöpfen und damit das Böse zu überwinden. Jesus hat diese Liebe ins Leben geführt, um sie Gott als seine Menschlichkeit zu präsentieren. Wir, die ihm nachfolgende Menschheit stehen in der Schuld dieser göttlichen Liebe, denn wir sollen sie all dem entgegenbringen, was erst durch uns zu neuem Leben erweckt wird. Jesus ist sozusagen das Geschöpf unserer Liebe, die grenzenlos im Vater wohnt, um sich im Sohn durch den steten Wandel des Lebens zu offenbaren. Heiliger Geist mag die durch Menschen wandelbare Liebe im Herrn Jesus Christus sein. Er zeugt von der Menschlichkeit deren Offenbarung durch die Heilige Schrift ins Leben führt was an einer Menschheit arbeitet, die sich selbst vor ihrem Schicksal bewahren kann. Kein Mensch ist in der Lage, auch nicht im Zusammenschluss aller guten Vorsätze, das Leben aufzuhalten, wir können es nur nach bestem Wissen und Gewissen annehmen und selbstbestimmend mitgestalten, indem wir kommunizieren, was wir dadurch empfinden. Das Leben ist der unendliche Reichtum göttlicher Transzendenz, die im Vertrauen auf Gott ihren Anklang in jedem Menschen finden kann. Es liegt an jedem einzelnen Menschen sich dieser Transzendenz anzunehmen, um sie in eine für alle Menschen greifbare Form zu bringen. Unterstützt werden wir bei dieser Aufgabe durch ein Gewissen, das uns die Zeit unseres Lebens vor Augen führt, um sie in uns zu reflektieren und damit in ein göttliches Bewusstsein zu führen. In diesem Bewusstsein ist es nicht relevant was die Menschen sind oder tun, dieses Bewusstsein hinterfragt die Motivation aus der heraus Menschen ihre Handlungen begehen. Warum können Menschen sich nicht in ein Leben integrieren, das sie sich als gemeinsame Basis teilen? Wer auf diese Frage nach einer akzeptablen Antwort sucht, der findet auch den Weg aus prekären Situationen. Im Leben gilt die „Goldene Regel“, sie ist die Basis für Auseinandersetzungen, die wir zwar subjektiv als Mensch empfinden, jedoch objektiv in der Liebe aufarbeiten sollten, die uns als Mensch zugänglich ist. Alles was wir voneinander fordern, das können wir auch selbst einbringen.

  9. Suarez sagt:

    Lieber P. Hagenkord,

    sieht man es in Rom eigentlich eher belustigend oder eher genervt, dass Em. Burke Amoris Laetitia jetzt zu einem persönlichen Statement des Papstes, das kein Akt des Lehramtes ist, deklariert? Mit Verlaub, das halte ich jetzt für Quatsch. Eine Exhortation ist ein lehramtlicher Akt und zwar der Abschlussakt eines lehramtlichen Prozesses. Und dieser Akt verpflichtet durchaus auch Bischöfe, TheologInnen und alle KatholikInnen. Aber der Papst will ausdrücklich nicht mit der „Autoritätskeule“ der Letztverbindlichkeit um sich schwingen (was ich für sehr gut finde), sondern mit der Autorität des guten, vielleicht besseren Arguments und der Barmherzigkeit.

  10. Paolo sagt:

    Herr Englisch gehört zu den schrillsten und peinlichsten Figuren aus der kirchlichen Berichterstattung. Seitdem er nicht mehr für die Bild arbeitet ist sein Niveau von damals nicht unbedingt gestiegen.
    Der verzweifelte Versuch sich über Franziskus selbst zu vermarkten. Und das hat Papst Franziskus nicht verdient.
    Fremdschämen ist da bei manchem Fernsehauftritten meinerseits oft angesagt.
    Warum so jemand dann (sicher nicht gratis) durch die Pfarreien tingelt und so großen Anklang findet? keine Ahnung.
    Allgemein würde mich interessieren ob die Fernsehübertragung von Gottesdiensten und zumindestens teiweise Moderation kirchlicher Ereignisse wie dem Katholikentag im öffentlich rechtlichen in der Durchführung und in der Darstellung nicht auch von den italienischen Sonntagmorgen Sendungen lernen könnte?
    Da sehe ich junge, zugegeben auch sehr atraktive Menschen, die moderieren und vieles wirkt dann auch gleich ganz anders….wäre das kein Weg für Deutschland? Die frage ist ob man so wirken will…

    • @Paola : Zum Letzen Absatz ihres Poste:

      aber doch Nicht mit solch männlichen und weiblichen – durch Kosmetik – präparierten und gestylten Wachsfiguren(!)a la „Germans Topmodell?“….

      Gott behüte uns vor solch einem Puppentheater!

      Damit meine ich nicht die wunderbare „Augsburger Puppenkiste“

      Nein im Ernst: bitte MENSCHEN ,die das LEBEN GEFORMT hat.
      JA das ist authentisch und glaubwürdiger

      last but not least: ENTSSCHEIDEND Ist immer noch der der Inhalt!!!

  11. Silvia Brückner sagt:

    Ich habe mich kürzlich mit einem alten Priester über Amoris Laetitia unterhalten und der meinte, dass nun auch die Sakramentenlehre neu überdacht und überarbeitet werden müsse.

    Wie verhält es sich damit?

    Ich wäre P. Hagenkord für eine Antwort dankbar!

    • Suarez sagt:

      Ich möchte mich nicht ungebührlich einmischen, nachdem Sie den Herrn Pater angesprochen haben. Aber ich bin einfach interessiert. Inwiefern müsse die Sakramentenlehre neu überdacht und überarbeitet werden?
      Dass Theologie immer neu überdacht werden muss, weil man nur so mit ihr die Fragen der Gegenwart aufgreifen kann, halte ich für selbstverständlich.
      Aber inwiefern „überarbeiten“? Ich glaube schon, dass die plena potestas des Papstes sehr weit reicht (ich persönlich halte auch eine Diskussion darüber für angebracht, ob sie nicht sogar soweit reicht, dass ein Papst nicht nur sakramental-gültige, aber nicht vollzogene, sonder auch sakramental-gültig-vollzogene Ehen scheiden kann). Ich kann mir auch vorstellen, dass eine nicht-sakramentale Ehe unter Getauften eingeführt werden könnte, bin mir aber nicht schlüssig, wie sinnvoll das ist. Was ist denn überhaupt in der Sakramentenlehre unfehlbare Lehre jenseits der Tatsache, dass man als Sakramente sieben bestimme kirchliche Zeichenhandlungen bezeichnet, durch die Gott ohne Zweifel seine Gnade mitteilt?
      Meinen Sie, liebe Silvia, nur die Lehre von der Ehe als Sakrament oder alle Sakramente? Ich halte schon lange die Firmpraxis in deutschen Landen (obwohl nur ein sacramentum minus zum Entscheidungssakrament hochstilisiert, obwohl die Firmung das nie war, sondern nur der bischöflich vollzogene Abschluss der Aufnahme in die Kirche, und in der Initiation an definitiv falscher Stelle – nämlich nach der Erstkommunion, über deren Sinnhaftig in gegenwärtiger Form man auch sinieren könnte). Es gäbe auch Einiges zu diskutieren über den Spender der Buße und der Krankensalbung (wird besonders akut, wenn man sich den Weihecharismaträgermangel ansieht) und auch über die Bedingungen, die dem Amt in der Kirche vorgeschaltet werden, ohne dass dafür eine Notwendigkeit bestünde bzw. obwohl bestimmte Notwendigkeiten wie das RECHT von Pfarren auf eine sonntägliche Eucharistie theologisch und praktisch weit über diesen Notwendigkeiten stehen!

      • Silvia Brückner sagt:

        Es war nur ein (kurzes) Telefongesppräch aber ich denke, der von mir erwähnte Priester meinte ALLE Sakramente, wenn er von einer überarbeiteten Sakramentenlehre gesprochen hat.

        Was er sicher nicht gemeint hat, dass der Begriff Ehe oder die Möglichkeit der kirchlichen Trauung auch für gleichgeschlechtliche Verbindungen gelten soll, dafür kenne ich ihn.

        • Suarez sagt:

          Nun, das 2. Vatikanum (ich habe mich nun schon einmal eingemischt) hat eingefordert, dass die Sakramente transparenter werden auf das Heilshandeln Gottes. Da sind wir bei der Reform nach dem Konzil ein gutes Stück vorwärtsgekommen, aber natürlich muss jede Zeit und jede Kultur je neu reformieren und das ist entscheidend.
          Mir läge daran, dass die sakramentalen Zeichen noch klarer durch sich selbst sprechen könnten:
          – in den meisten Ländern wäre es keine finanzielle, sondern eine künstlerische Herausforderung aus Taufsteinen echte Taufbrunnen zu machen, in denen der Täufling vielleicht sogar untergetaucht werden kann;
          – wenn der Herr sagt: Nehmt uns esst ALLE – nehmt und trinkt ALLE, dann muss auch wenigstens die Möglichkeit zur Kelchkommunion gegeben sein; vorgestanzte Hostien sind ein Witz, wenn es ohne große Probleme ginge, große Hostien zu brechen (man muss sich auf der Zunge zergehen lassen, was Paulus zur Teilhabe an dem einen Leib Christi sagt, und wie wir das zeichenhaft durch viele kleine Einzelhostien konterkarieren);
          – wird klar, dass die Beichte eigentliche eine FEIER der Buße ist? Martin Luther wusste darum – und ging bis zu seinem Lebensende wöchentlich zur Beichte, um sich das Wort der Vergebung sagen zu lassen (übrigens auch für mich der Grund mehrfach im Jahr zur Beichte zu gehen, obwohl ich dem Beichtstuhlmuff sonst wenig abgewinnen kann. Ich habe nur ein einziges Mal erlebt, dass ein Pfarrer mit mir wirklich die Vollform – Lesung aus der Schrift – Psalm – Beichtgespräch – Gebet mit Lossprechung – durchgezogen hat); übrigens ist die Beichte das einzige Sakrament, zu dem es nach wie vor kein endgültig verabschiedetes Ritusbuch gibt.
          – eine Osternacht, die noch in der Taghelle beginnt, ist ein Widerspruch in sich.
          – wo wird im Eucharistischen Hochgebet gestanden (und nicht gekniet), obwohl das I. Hochgebet, das II. Hochgebet („wir danken Dir, dass Du uns berufen hast, vor Dir zu stehen und Dir zu dienen“), das II. Hochgebet für Kinder eindeutig das Stehen vorsehen? Das ist keine Petitesse – in der Eucharistie wird das erlösende Werk Gottes am deutlichsten: Er will gar nicht, dass wir uns vor ihm im Dreck suhlen. Wir dürfen – in der Taufe mit Christus auferSTANDEN – vor Gott stehen!

          Liturgische Feiern müssen nicht nur durch ein gutes Deutewort in der Predigt ausgezeichnet sein; wir müssen weg vom liturgischen Minimalismus und Fehlhaltungen (womöglich noch mit völlig falschen Proportionen, also protzige Kelche und Baßgeigen, aber kein Kelch für alle und vorgestanzte Papierhostien).

          Sie sehen, es lässt sich viel nachdenken – und vieles (Kelchkommunion, große Hostien, Stehen im Hochgebet) ließe sich schon heute machen. Haben wir eigentlich noch genügend Fachleute – als Priester, ReligionslehrerInnen etc. -, die die ChristInnen im besten Sinn der Wortes liturgisch erziehen und bilden können?

          • Silvia Brückner sagt:

            Was mich ganz persönlich betrifft: Ich hatte kurz vor Weihnachten eine große OP, nach der ich acht Wochen lang (wegen einer bei der OP vorgenommenen Verengung der Speiseröhre am Übergang in den Magen) nur Breiiges und Flüssiges essen durfte, da war ich sehr dankbar für die dünnen Hostien, andere hätte ich gar nicht schlucken können und dürfen.

            Und Messwein hätte ich auch nicht trinken dürfen, wegen der Säure.

            Es hat also Alles zwei Seiten!

            Und knien kann ich sowieso nicht!

            Außerdem schneiden Sie hier nur Äußerlichkeiten an, es geht beim Sakramentenverständnis aber um den Inhalt. So war meine o.g. Frage auch gemeint.

          • Suarez sagt:

            Liebe Silvia,

            es handelt sich keineswegs um Äußerlichkeiten. Nach katholischer Sakramentenlehre vermitteln Sakramente das, was sie bezeichnen. Unter der äußeren Gestalt des Brotes wird also der reale Leib des auferstandenen Christus dargereicht. Es ist damit keineswegs unwichtig, ob Brot auch als Brot erkennbar ist – und für die Erstkommunionkatechese darf es eben nicht so aussehen (so hat das der Bamberger NTler Kügler treffend formuliert), dass man den Kindern erst einmal beibringen muss, dass eine Hostie Brot sei. Hier geht es um Fundamentales. Genauso beim Kelch (unbeschadet der Konkomitanzlehre). Wein ist ein Zeichen von Festfreude. Was für ein erbärmliches Zeichen der Kirche, dass sie zwar (das ist immerhin etwas) das Grundnahrungsmittel darreicht, aber nur den Priester das Zeichen der Freude reserviert.
            Daher wünsche ich nochmals eine Präzision: An welche Art des neuen Nachdenkens über Sakramente denken Sie? Für mich ist das Zentrum klar: Der unsichtbare Gott schenkt seine Liebe durch sichtbare Gestalten wie Wasser, Wein, Brot, Öl, Zeichen der Zärtlichkeit und Nähe (Handauflegung – übrigens auch nur rudimentär in der Beichte). Ist das reformbedürftig?

          • Silvia Brückner sagt:

            Suarez, ICH denke hier an gar nichts, es war der von mir genannte Priester und den müsste ich noch mal fragen.

            Worauf Sie aber nicht eingehen, sind die von mir genannten Probleme kranker Menschen, die vorübergehend oder ständig nur eingeschränkt schlucken können.

            Wollen Sie die wegen irgendwelcher Spitzfindigkeiten vom Kommunionempfang ausschließen?

            Oder die Sterbenden, die kaum noch schlucken können?

            Ich habe mal vor Jahren regelmäßig Krankenkommunion gebracht, darunter einem Schwerstkranken, dem ich nur eine halbe, dünne Hostie reichen konnte, auch wegen Schluckproblemen. Ihre Forderung nach „Brot“ würde all diese Menschen von der Kommunion ausschließen.

            ich habe extra vor meiner OP unseren Vikar gefragt, wie ich es halten soll und ob ich notfalls die Hostie kauen darf und er hat es mir erlaubt, meinte aber, dass ich unsere Hostien gut einspeicheln kann und dann müsste es gehen und notfalls eben unauffällig kauen.

            Warum gehen Sie auf solche Probleme nicht ein?

            Im Übrigen möchte ich an dieser Stelle aus der Diskussion aussteigen, weil sie sich auf einem anderen Gleis bewegt als dem, worum es es MIR geht.

          • Suarez sagt:

            „Ich habe mal vor Jahren regelmäßig Krankenkommunion gebracht, darunter einem Schwerstkranken, dem ich nur eine halbe, dünne Hostie reichen konnte, auch wegen Schluckproblemen. Ihre Forderung nach „Brot“ würde all diese Menschen von der Kommunion ausschließen.“

            Wie hätte die Alte Kirche reagiert (die da in der Regel sehr besonnen war):
            – natürlich nicht eine kuriose Gleichsetzung von Papierhostien mit Brot überlegt.
            – den Kelch gereicht. Wer ein Stück Hostie empfängt, kann auch einen Tropfen Wein empfangen.
            – im Übrigen darauf rekurriert, dass Gott in einem solchen Fall seine Gnade auch ohne Sakrament mitteilen kann.

            „ich habe extra vor meiner OP unseren Vikar gefragt, wie ich es halten soll und ob ich notfalls die Hostie kauen darf und er hat es mir erlaubt, meinte aber, dass ich unsere Hostien gut einspeicheln kann und dann müsste es gehen und notfalls eben unauffällig kauen.“

            – wer hat Ihnen den Unsinn geraten, dass Sie die Hostie nicht kauen dürfen??? Natürlich dürfen Sie. Der Herr Vikar hat die Transsubstantiation nicht verstanden, wenn ich das so lese.

            Worum geht es Ihnen denn dann?

          • Silvia Brückner sagt:

            Den „Unsinn“, dass ich die Hostie nicht kauen darf, habe ich anno 1960 im Erstkommunionunterricht gelernt.

            Und seit wann nimmt man bei der Krankenkommunion auch den gewandelten Wein mit? Habe ich noch nie erlebt!

            Ich glaube, Sie haben noch nie einen Schwerstkranken erlebt und waren auch noch nie selbst gesundheitlich in einer solchen Situation wie ich im vergangen Winter.

            So, und jetzt mache ich hier endgültig einen Punkt!

          • Suarez sagt:

            „Den „Unsinn“, dass ich die Hostie nicht kauen darf, habe ich anno 1960 im Erstkommunionunterricht gelernt.“

            Da sollten wir ein bisschen weiter sein. Es ist Unsinn. Natürlich darf und soll man kauen. Dem Akzidens nach ist es ja Brot.

            „Und seit wann nimmt man bei der Krankenkommunion auch den gewandelten Wein mit? Habe ich noch nie erlebt!“

            Das liegt an der Einfallslosigkeit der Krankenpastoral. Und „habe ich noch nie erlebt“ ist nun wirklich kein Argument. Bei Zöliakieerkranten ist die Kelchkommunion ja auch das Normale.

  12. JLTD sagt:

    @Suarez

    „Und ja, Ehe für alle – ich habe nie verstanden, was der Institution Ehe, was heterosexuellen verheirateten Paaren genommen wird, wenn man Frauen Frauen und Männer Männer heiraten ließe. Sie bekämen nur etwas, was den anderen gerade nicht weggenommen wird: Gottes überreichen Segen.“

    Wenn Sie wirklich verstehen wollen, sollten Sie damit anfangen, die richtige Frage zu stellen.

    Die richtige Frage lautet: Warum ist ‚Ehe‘ die Verbindung von einem Mann mit einer Frau und nicht viel weniger jede mögliche Verbindung zwischen zwei (?) Menschen? (ich nehme an, Sie fordern nicht das Recht auf Ehe zwischen Baum und Kabelbinder oder ähnliches)

    Dagegen wäre eine der unendlich vielen falschen Fragen z.B. diese: Was wird denen genommen, die heute heiraten dürfen, wenn darüber hinaus andere Paare, die auch heiraten wollen, tatsächlich heiraten dürfen? Diese Frage ist falsch, weil sie völlig an der Begründung für Ehe=Mann+Frau+Gott vorbei geht. Sie ist darüber hinaus, wenn sie mit der Absicht gestellt wird, aktiv nicht zu verstehen, sogar unredlich. In jedem Fall ist sie polemisch.

    Verstehen muss man wirklich selber aktiv tun. Dann versteht man auch in der Regel recht schnell. Die richtige Vorgehensweise wäre diese:

    – Sie formulieren die Frage (die richtige)
    – Sie schauen im KKK oder in anderen offiziellen Dokumenten der Kirche nach der Lehre der Kirche zu Ihrer Frage; Sie finden also die Antwort inkl. Begründung dazu
    – Sie leisten Glaubensgehorsam, also bemühen sich die Begründung der Antwort der Kirche zu verstehen, ggf. indem Sie einen Lehrer fragen

    → Sie verstehen irgendwann

    Oder: Sie kommen zum Schluss, dass die Lehre der Kirche falsch ist. Dann müssen Sie allerdings genau sagen können, wo und wieso die Begründung der Kirche nicht (mehr) stimmt.

    ‚Ehe für alle‘ (oder ‚wasauchimmer für alle‘) kann jeder fordern und sich dann auf den Standpunkt stellen, er könne seine Forderung mit „Warum nicht?“ begründen.

    • Herr @JLTD;
      WER oder was hindert Sie denn daran, den Glauben- SO wie Sie ihn liebgewonnen haben -ZU LEBEN??…

      ich kann niemand erkennen.. vielleicht hilft es ja einfach die verschiedenen WEGE der Glaubensgeschwister-also auch von Schwulen- zu respektieren..?

    • Gabriele Luzia sagt:

      Das ist für manchen Christen nicht immer so einfach, @JLTD: die Kirche ist mehr als ein Verein, der sich eine Satzung gegeben hat, in den man ein- oder bei Nichtübereinstimmung einfach wieder austritt.
      Jesus als Sohn Gottes hat diese Kirche eingesetzt, und sie wird seitdem von mehr oder weniger jesuanisch erleuchteten Menschen frequentiert. Irren ist menschlich. Zweifel dürfen da wirklich aufkommen, ob Jesus es so gewollt hat, wie die Kirche heute verfasst ist, denn Gott hat seinen Geschöpfen Verstand gegeben, seinen Willen zu begreifen.
      Barmherzigkeit und Liebe lassen sich in keinen Rahmen pressen.

    • Suarez sagt:

      Sie glauben also wirklich, dass das bloße Lesen des Katechismus Einsicht in den Glauben generiert? Wie putzig. Wie sagte schon der Freiburger Kirchenrechtler Hartmut Zapp, weißgott ein erzkonservativer Knochen, so treffend: „Jesus Christus hat die Ehe unter Getauften zum Sakrament erhoben. – Finden Sie das mal im Neuen Testament.“ Und so ist es auch mit der Ehe. Eine Legaldefinition, dass die Ehe eine Verbindung von einer Frau und einem Mann ist, werden Sie in der Bibel NICHT finden (dafür eine große Varianz patriarchaler Polygamie). Und Tradition allein macht keinen Glauben. Und unter uns: Wie war das mit Jesus? Als er geboren war, war Maria weder mit Josef noch mit Gottvater verheiratet. Ein Muster einer katholischen Familie ist also die Hl. Familie auch nicht.

    • Rosi Steffens sagt:

      Die richtige Frage zu stellen ist auch in meinen Augen die wohl größte Herausforderung an die bestehende Menschheit, denn es ist nicht des Menschen würdig einfach seine Ansprüche an das Leben zu stellen, er ist dazu geboren das Leben mit seinen Möglichkeiten zu bereichern. Dann noch gewissenhaft zu prüfen, in wie weit man dabei auf eigene Erfahrungswerte zurückgreifen kann und welche Informationen fremdbestimmt sind, das ist für mich ein menschenwürdiger Umgang mit den Gegebenheiten Gottes. Ehe ist das höchste Gut der Menschheit im Verständnis um das Leben mit Gott, denn sie stellt die bewusste und gewollte Entscheidung dar, die neue Lebensbestandteile im Vertrauen auf Gott in das bestehende Leben führen kann. Sie auf das zurück zu reduzieren, was der Mensch will, das ist in meinen Augen ein Armutszeugnis, denn die Ehe ist eine Verbindung zwischen Gott und einem Paar, das das bestehende Leben in Güte und Demut dem Wandel der Zeit unterwerfen kann und dabei auf Gott und sich selbst vertraut, bis das der Tod sie scheidet. Tod ist für mich nicht nur das Scheiden aus dem Leben, er trennt das Leben auch von den Menschen seiner Wahl, um damit die ganze Menschheit herauszufordern an dem Band der Liebe zu arbeiten, das Gott mit der wachsenden Menschlichkeit verbindet. Die Ehe ist, wenn sie so wollen die Fürbitte an Gott für die Liebe zur bestehenden Menschlichkeit in der Hoffnung auf deren Erneuerung im Glauben an seinen Sohn Jesus Christus. Der Heilige Geist verbindet dieses Versprechen für die Momente der Einlösung mit Gott, um die Menschheit im menschlichen Geiste zu einen. Der Ehebruch ist nicht mehr und nicht weniger als das persönliche Scheitern an den menschlichen Herausforderungen des Lebens. Sich dies einzugestehen sollte auch die Möglichkeit offen halten, am Leben den Anteil zu nehmen, der durch diesen Bruch dringend nötig ist, um nicht auch noch an sich selbst zu scheitern. Eine Mutter lässt ihre Kinder nicht allein mit ihren Sorgen und Ängsten, doch sie trägt auch die Verantwortung für das Einhalten der Regeln, die das Leben erst lebenswert gestalten. Es liegt also auch an der Antwort, die man selbst auf seine Frage findet, wie sinnvoll das weitere Leben in seiner Gestaltung verlaufen kann.

  13. Bernard sagt:

    Wofür man den Vatikan ausdrücklich einmal loben sollte – Pater Hagenkord, Sie kennen die Zuständigen – ist die Tatsache, dass „Amoris Laetitia“ den akkreditierten Journalisten bereits am Vorabend zur Verfügung gestellt worden ist. So höre ich’s jedenfalls. Und bei einigen Berichterstattern hat man am nächsten Tag sogar gemerkt, dass sie eine Nachtschicht eingelegt haben 🙂

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