Reform, zuerst bei mir!

Eigentlich wollte ich hier nichts über die Ansprache des Papstes an die vatikanische Kurie schreiben. Den Papst versteht man am besten, wenn man ihm einfach zuhört. Nachdem ich mich aber so durch die Interpretationen gelesen habe und die Fragen gehört habe, die mir diverse Kollegen vor und ohne Kamera stellen, möchte ich doch noch ein Wort dazu sagen.

Man geht fehl, wenn man in den Worten des Papstes konkrete Anlässe sucht. In einer Zeitung – leider habe ich vergessen in welcher – habe ich gelesen, dass der Papst über Umzüge gesprochen habe, ohne den Namen Kardinal Bertones zu erwähnen. Das bedeutet, dass der Kollege oder die Kollegin hinter der Kritik des Papstes ganz konkrete Anlässe gesucht und vermeidlich auch gefunden hat.

Der Papst spricht konfrontativ, deutlich, aber nicht wütend. Der Text ist ruhig abgelesen worden und ganz ehrlich: Auch in Evangelii Gaudium finden sich seitenweise ähnliche Analysen. Der Anlass ist ein besonderer, aber wer von den Worten des Papstes überrascht ist, hat bisher noch nicht mitbekommen, wie er spricht und schreibt.

Nein, wirklich gute Mitarbeitermotivation ist das nicht. Es ist harsch und überfordernd. Dahinter liegt aber die Absicht, dass wir – nicht nur Kardinäle, nicht nur Kurie – alle bei uns selber nachsehen, ob da nicht was dran ist. Die Beobachtungen des Papstes sind klug und präzise, bei vielen Beschreibungen habe ich auflachen müssen, weil ich mich ertappt gefühlt habe. So haben wir Jesuiten beim Thema der Umzüge zum Beispiel unter uns den Witz, da stapele sich die „gesammelte Armut“. Nix Bertone, hier spricht der Papst ein Phänomen an, das es überall gibt. Und er will, dass wir das geistlich ernst nehmen und nicht auf diesen oder jenen Kardinal oder das Gefühl der Ablehnung der Kurie als solcher abwälzen.

Die Sprache war stark. Die Bilder waren stark, das alles kann man nicht einfach so wegstecken. Offenbar hielt der Papst es für nötig, so deutlich und klar all diese Versuchungen anzusprechen. Und wir können ihm abnehmen, dass die nicht aus der Luft gegriffen sind. Der Papst kennt den Vatikan, kennt die Dokumente, die ihm Benedikt XVI. zu Vatileaks hinterlassen hat, er weiß um die Notwendigkeit der Reform, die ihm ja auch von den Kardinälen bei seiner Wahl mitgegeben wurde.

Reform aber – das verbindet all die 15 Krankheiten, die er nennt – beginnt beim Menschen. Nicht bei der Struktur. Sie beginnt, indem ich bei mir selber anfange, zu reformieren. Das ist der große Wurf dessen, was der Kern der Bewegung ist, die man die „katholische Reform“ des 16. Jahrhunderts genannt hat, in der der Jesuitenorden seine geistliche Form gewonnen hat. Und es ist auch die Antwort auf die Reformwünsche heute, davon bin ich überzeugt. Dahinter verbirgt sich ein zutiefst religiöses Anliegen des Papstes.

Auch wenn der Humor hilft, vieles nicht so ernst zu nehmen, vor allem sich selber nicht: Diese Worte des Papstes sind so gesprochen worden, dass sie anecken, ganz bewusst.

Noch gibt es die Übersetzung nicht auf Deutsch, wenn ich in den Weihnachtstagen dazu kommen sollte, setze ich mich da mal dran, wenn mir nicht sogar einige Kollegen in diversen Zeitungen zuvor kommen. Bis dahin lohnt sich vielleicht eine relecture von Evangelii Gaudium, denn auch da spricht der Papst eine sehr deutliche Sprache.

Der Papst ist nicht bequem, nicht einfach, aber das will unser Glaube ja auch nicht sein. Jesus rief zur Umkehr, immer wieder, und im Johannes-Evangelium wird von dem einen großen eskalierenden Streit berichtet, bei dem schließlich alle den Herrn verlassen. Die Dynamik der Konfrontation ist also Teil der DNA des Christentums.

Also: Den Papst versteht man am besten, wenn man ihm einfach zuhört.

 

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35 Kommentare zu Reform, zuerst bei mir!

  1. „…Den Papst versteht man am besten, wenn man ihm einfach zuhört.“ Gute Idde; gibt es eine online-Fundstelle des Textes der Rede in autorisierter deutscher Übersetzung?

  2. Bernard sagt:

    Na ja, Franziskus stellt (sich) die Kurie ausdrücklich als ein „kleines Modell von Kirche“ vor. Mit den 15 Krankheiten hat er folglich nicht nur jede der um ihn versammelten Eminenzen und Exzellenuen gemeint, sondern jeden Amtsträger und jeden Katholiken aufgefordert, sich an der eigenen Nase zu packen: „Kurie ist überall“, sozusagen.
    Was mich immer so aufregt, gerade in der italienischen Presse, ist die Frage, wohin „dieser Papst“ wohl die Kirche führen werde. Entweder es gibt sich jeder im Gottesvolk einen Ruck, oder „dieser Papst“ führt die Kirche nirgendwo hin…

    • Carolus-Ernestus sagt:

      Das sehe ich auch so. Warum sollte Bergoglio eine Weihnachtsansprache „an die Kurie“ ins Internet stellen, wenn die Adressatin nur die Kurie wäre. Lediglich einen Jahresrapport anlässlich einer vatikanischen Betriebsversammlung macht er kaum der Öffentlichkeit zugänglich. Nein, als Adressaten fungiert gewiss nicht lediglich die Kurie oder der Klerus, sondern wir alle. Und wer von uns vermöchte denn von sich ehrlich zu behaupten, dass er in Bezug auf gewisse „kuriale Krankheiten“ dann und wann nicht auch mitgemeint sein könnte?

  3. Burkard Mütsch sagt:

    „Wer bin ich zu urteilen?“ sagte Papst Franziskus früher – wie passt das zusammen?

    • AM sagt:

      Ich empfehle Ihnen Ihr Wissen ueber „Urteilen“ zu vertiefen, wenn Sie hier ein Widerspruch sehen. Das Buch von Hannah Arendt „Responsobility and Judgment“ koennte helfen.

      • Teresa_von_A. sagt:

        AM, richtig.Hannah Arendt wird aber auch nicht verstanden, weil sie immer zu deutlich ist oder war. Der Papst grenzt ja auch niemanden aus. Er weist auf Mißstände hin, die uralt und bekannt sind. In den Satiren kamen eitle Bischöfe ja immer schon vor. Der Papst ist laut, weil er wohl der Welt sagen will, schaut her, wir haben erkannt..schade, wenn man versucht, zu harmonisieren..da ist keine Harmonie. Ich denke an die Rede für die Mißbrauchsopfer, die war auch unübertroffen. Das macht ihm keiner nach.Gott schickt immer wieder Menschen, die kein Blatt vor den Mund nehmen.Vielleicht klappt es diesmal?

  4. Teresa_von_A. sagt:

    Herr Mütsch, das paßt sehr gut zusammen, weil es um verschiedene Dinge geht. Die Rede an die K u r i e..an niemanden sonst, ist laut. Die Vorgänger des Papstes hatten dieses Thema auch schon, aber halt leise. Ob nun dieser deutliche Papst verstanden wird? Ich denke, nein. Er hat soviel Mut. Ich wünsche ihm ein langes und gesundes Leben.

  5. KRP sagt:

    Ja Mut hat er ob er aber verstanden wird? Das leise hat man nicht verstanden ob nun das Laute verstanden wird? Ich denke das genauso Liebe Teresa Nein sicher auch nicht und schließe mich den guten Wünschen an.

  6. Carmen Fink sagt:

    Lieber Burkard Mütsch, ich verstehe die Rede so dass er sich nicht ausschließt. Und wer nicht er, der Hirte, darf Grundsätzliches ansprechen?! Kein Unternehmen dieser Welt, wenn ich die Kurie mal damit vergleiche kommt ohne Veränderungen aus, Stillstand erstickt alles.
    Und wir alle, sie, ich ist ausgenommen von dieser Ansprache. Mir ist einer, der Klartext redet sehr lieb,egal ob Papst oder nicht, da weiß man immer wie man dran ist. Gott beschütze Papst Franziskus und schenke ihn ein gesundes, langes Leben. Ich wünsche allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

  7. Silvia Brückner sagt:

    ich denke, wenn der Papst in einer Ansprache an die Kurie die Kurie kritisiert und zwar mit sehr deutlichen Worten, dann meint er auch die Kurie.

    Die ständigen Umdeutungsversuche aller möglichen Papstinterpreten, wann immer der Papst etwas Unbequemes sagt, verbunden mit dem Stoßseufzer, dass „auch diesen Papst niemand verstehen wird“ und dass doch „Papst Benedikt schon immer dasselbe gesagt hat“, sind einfach nur lächerlich.

    Kein Papst der Neuzeit hat je so deutliche Worte gesprochen wie Papst Franziskus, schon gar nicht der sanfte, aber schwache Benedikt, sonst würden die Worte von Papst Franziskus ja nicht so viel Aufregung verursachen.

    Dass es auch außerhalb der Kurie karrieresüchtige Bischöfe gibt, die alles sind nur keine Hirten, steht auf einem anderen Blatt.

    • Teresa_von_A. sagt:

      Frau Brückner, frohes Fest erstmal. Die Umdeutungen zeigen, wie nötig die Standpauke war.Bei den nicht geweihten Angestellten hat er sich entschuldigt. Wobei ich denke, dass der eine oder andere Monsignore sicher eine reine Weste hat. Kardinal Woelki ist der Meinung, dass man hohe Kirchenämter nicht suchen kann..man wird einfach gewählt. Nun denn…nicht jeder wird gewählt. ;-). Die Bibel wird umgedeutet, bis dass sie paßt, die Rede von der Entweltlichung ist nun auch im Orkus. Mal sehen, ob dieser Papst den Weg alles Irdischen geht. Heiliggesprochen und dann zu den Akten gelegt. Denn Katharina von Siena hatte auch den Klerus als Thema.Und Teresa von Avia.

    • KRP sagt:

      Ein schönes Fest Ihnen noch Fr. Brückner mit deutlichen sehr deutlichen Worte hat der Papst geredet und eigentlich nicht misszuverstehen und doch wird schon revidiert. Anscheinend wird er doch wieder missverstanden.

  8. Elasund sagt:

    Ich habe gerade die Rede (von radiovaticanavideo) angeschaut. „Versteinerte, mürrische Gesichter“ wie sie Tagesschau.de beschreibt konnte ich eher nicht sehen – jedenfalls nicht mehr als bei anderen Anlässen.

  9. Guardianus sagt:

    Die Bezeichnung „Reform“ gefällt mir persönlich nicht wirklich, wenn es um den Glauben geht, da das Wort Gottes ja auch nicht von Reform des Menschen spricht, sondern von Umkehr, wie das eben auch ein Johannes d.T. schon getan hat. Man(n) wie auch mag Parteien, Institutionen, Ämter reformieren können, umkehren solcher Gebilde ist wohl unmöglich: wohin auch.
    Vielleicht sollten wir diesbezüglich mehr mit den
    Worten sprechen, welche der Herr hierzu gesprochen hat…

  10. AM sagt:

    Auf diesem Weg ein frohes gesegnetes Weihnachtsfest fuer Alle 🙂

  11. Angelika Oetken sagt:

    Der Vergleich mit Krankheiten, den Papst Franziskus bei seinen Kurienkardinälen gezogen hat, fand ich nicht so passend. Wer an der Alzheimer-Demenz oder an Schizophrenie erkrankt ist, kann erstmal nichts dafür und auch von sich aus wenig dagegen tun. Menschen, die an diesen Krankheiten leiden, könnten sich jetzt diffamiert vorkommen.

    Die Kritik des Papstes bezieht sich nämlich auf hohe Kirchenfunktionäre und deren charakterliche Schwächen. Adressaten sind also höchstwahrscheinlich oder hoffentlich? ziemlich gesunde Menschen. Fehlverhalten kann man ändern, Krankheiten muss man häufig leider erstmal nehmen wie sie sind.

    Dann: wenn ich als Führungskraft meine Belegschaft öffentlich so vorführe, dann darf ich das nur einmal tun. Und zwar wenn nichts Anderes mehr hilft. Und ich muss es der Fairness halber vorher ankündigen. Von wegen: „sollte ich von euch bis dann und dann keine Vorschläge bekommen, wie ihr konkret eure Einstellungen und Vorgehensweisen verändern wollt, dann werde ich Folgendes tun….“

    Das was Papst Franziskus da gemacht hat – vorausgesetzt dass es sich nicht um eine abgesprochene Veranstaltung handelt, die ein bestimmtes Ziel verfolgt – ist extrem riskant. So wie es dargestellt wird, hat der Papst eine Routineveranstaltung dazu benutzt, um in einer Art Standpauke vor Publikum seine ranghöchsten Mitarbeiter zu kritisieren.
    Setzt er sich damit nicht durch, verlieren seine Untergebenen den Respekt vor ihm. Macht er das dann nochmal, werden sie ihn als unberechenbar einschätzen und fortan mit großem Misstrauen begegnen.

    Aber wer weiß, vielleicht hat er seine Führungsriege ja schon häufiger angezählt. Wenn das nichts bringt, muss man auch mal durchgreifen.

    Und: was ich bei der ganzen Aufzählung vermisse, ist Kritik an der Instrumentalisierung von Missbrauchskriminalität durch die kirchliche Administration und der Ignoranz, mit der weite Teile des Klerus den Betroffenen begegnen.

    Opfer werden immer auch geopfert. Für eine Gruppe von Männern mit spirituellem Auftrag und Selbstverständnis eine nicht unerhebliche Angelegenheit.

    Allen ein schönes Weihnachtsfest wünscht,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  12. Teresa_von_A. sagt:

    Frau Oetken, i c h werde nicht geopfert und da ich keine Rachsucht habe, opfere ich mich selber auch nicht. Dieser Papst geht den richtigen Weg, wer ihn nicht versteht, ist verblendet. Schade..Kirche ist nichts, was man zwischen Tür und Angel verhackstücken kann..Ihre Fragen sind alle lang beantwortet hier :-).Ich wünsche Ihnen Objektivität und den nötigen Abstand. Den habe ich inzwischen. Dabei hat mir weder Kirche geholfen, noch weniger die Opferorgas,.die der Kirche in punkto nichts Begreifen in Nichts nachstehen..In beiden Bereichen geht es um Macht und das eigene Hemd.

  13. Teresa_von_A. sagt:

    Frau Oetken..die Autorität des Papstes hat mit dem zu tun, was er selber tut..nicht mit dem, was seine Kleriker begreifen, denn die katholische Kirche ist keine verbotene Stadt mit einem Despoten, der jeden hinrichtet, der seine Befehle nicht in die Tat umsetzt. Auch Kleriker sind frei, auch Katholiken. Also überfordern Sie den Papst nicht und unterstellen Sie ihm auch nichts..abgesprochen..mit einem Ziel..natürlich hat er ein Ziel..der Vatikan öffnet seine Mauern, aber ie vermuten mal wieder hinter allem die Mafia..wenn der Papst nichts erreicht. so hat er seine Pflicht wenigstens erfüllt. Das zählt.

    • Angelika Oetken sagt:

      „die Autorität des Papstes hat mit dem zu tun, was er selber tut..nicht mit dem, was seine Kleriker begreifen, denn die katholische Kirche ist keine verbotene Stadt mit einem Despoten, der jeden hinrichtet, der seine Befehle nicht in die Tat umsetzt.“

      Da haben Sie mich ja auf noch eine Parallele zwischen mir und Papst Franziskus hingewiesen. Meine Macht beschränkt sich nämlich vor Allem darauf, Rechnungen zu bezahlen…. für Dinge, von denen ich selbst eigentlich gar nichts habe 😉

      VG
      Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  14. Teresa_von_A. sagt:

    Frau Oetken. Kardinäle sind geweiht, Funktionäre nicht. Belegschaft ebenso nicht..Führungskräfte auch nicht und den Unterschied zwischen Fehlverhalten und Krankheit müßten Sie mir noch erklären.Fehlverhalten kann auch unbewußt sein und ist also schwer veränderbar. Krankheit kann durch Fehlverhalten kommen oder sicher kommt sie dadurch und das Wort Schuld ist in beiden Fällen fehl am Platz oder stört zumindest..Und es soll Krankheiten geben, die sind heilbar und hinnehmen muss man das Unvermeidbare und der hohe Klerus untersteht dem Papst und sonst niemandem und also hört er auch nur auf ihn. Die rote Farbe der Kardinalsgwänder weist darauf hin, dass ein Kardinal notfalls sein Leben für den Papst gibt. Das sind völlig andere Verhältnisse und Beziehungen, als Sie hier beschreiben. Wie Sie das finden, ist nicht das Thema. Der Papst d a r f, was er tut und was vorher war..damit müssen wir uns nicht befassen. Es haben seine Vorgänger bereits Kritik geübt..Das ist bekannt..die Kirche ist kein Unternehmen mit Betriebsrat..Sie ziehen die Kirche immer so auf den Boden des Irdischen. Das muss man auch dann nicht, wenn man sie (wie ich) sehr kritisch sieht und sich auch in dieser Kirche nicht zu Hause fühlt..Sie kennen sich mit Alzheimer aus? Da sind Sie weiter als andere. Der Ausdruck spiritueller Alzheimer ist gelungen und man versteht seine Bedeutung, wenn man die anderen Reden des Papstes kennt. Kennen Sie die? Verstehen Sie die?Eine Gruppe von Kardinälen hat in gewisser Hinsicht etwas Anonymes. Einen einzelnen Bischof hat der Papst noch nicht an den Pranger gestelllt,das hätten Sie aber schon sehr gerne gehabt, Frau Oetken..bei allen Mißbrauchstätern hätten Sie sehr gerne öffentliche Verdammung und zur Schaustellung gehabt.Da aber hat der Papst sich ans recxht gehalten und Sie waren auch nicht zufrieden.Wenn Sie weiterhin so an die Kirche herangehen, mit Unterstellungen, mit Verdrehungen und sich weiterhin nicht mit der Quelle befassen, sondern lieber mit denen, die hineinspucken, dann werden Sie nie an die Wahrheit kommen. Kirche ist kompliziert und nicht so greifbar wie Sie denken.

    • Angelika Oetken sagt:

      Ach Frau von A. wo käme ich nur hin, wenn Sie als „Wissende und Sehende“ mir nicht immer mal wieder die katholische kleine Welt erklären würden 😉

      Was Missbrauchstäter, auch und vor allem solche, die Kleriker sind betrifft: vor Allem brauchen sie unser Mitgefühl. Denn können Sie sich etwas Erbärmlicheres und Schäbigeres vorstellen, als jemanden, der selbst erlebte Misshandlung an Schwächeren auslässt und sie somit weitergibt?

      Und der trotzdem ständig so tun muss, als verkörpere er etwas moralisch Erhabenes?

      Gegenüber Papst Franziskus habe ich einen großen Vorteil: hätte ich solches Personal, könnte ich es sofort entlassen. Verbunden mit dem dringenden Rat, sich in professionelle psychiatrische Behandlung zu begeben. Franziskus muss allerdings mit diesen Leuten leben. Oder nicht?

    • Peter Lehmann sagt:

      Liebe Teresa v.A
      Die Kirche ? Was ist die Kirche ? Die Kirche als Institution befindet sich doch auf dem Boden des Irdischen. Da ist nichts heiliges/geistiges. Da ist sie einfach wirklich nur ein Unternehmen (mit Haupsitz, Außenstellen, Grundbesitz, Aktienbesitz, Angestellten, hierarchischer Struktur, Gewinnen und Verlusten usw.) , welches aber immer wieder Sonderbehandlungen fordert (außerhalb der irdischen Rechtssprechung und Gerichtsbarkeit) und dem Diese auch noch zugestanden werden. Ein Betriebsrat täte ihr z.B. ganz gut.

    • Angelika Oetken sagt:

      @ Teresa von A.:

      Was die katholischen Funktionäre und Führungskräfte angeht, meine ich es genauso, wie Herr Lehmann es gerade erläutert hat. Ein Mann, der innerhalb der Katholischen Kirche ein geweihtes Amt einnimmt, ist meistens gleichzeitig auch ein Funktionär im weltlichen Sinne. Zum Beispiel in seiner Funktion als Bischof, wo er auch für ganz irdische Entscheidungen zuständig ist. Unter Anderem als Vorgesetzter von ArbeitnehmerInnen und als für Finanzen Verantwortlicher.
      Erst recht trifft das auf einen Papst zu.

      Was Krankheiten und Fehlverhalten angeht: ich möchte noch einmal unterstreichen, dass ich von Folgendem ausgehe:

      a) die Kurienkardinäle sind allesamt frei von Geisteskrankheiten, die ihre Urteilsfähigkeit einschränken würden
      b) unter den Kurienkardinälen wussten und wissen Diejenigen, die für die systematische Vertuschung und Förderung von Missbrauchskriminalität durch Kleriker verantwortlich sind genau, was sie taten und tun. Sie handelten vorsätzlich. Es mag sein, dass sie sich dabei moralisch im Recht sahen. Das müssen wir diese Menschen selbst fragen. In der Hoffnung, eine Antwort zu bekommen

      VG
      Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  15. Teresa_von_A. sagt:

    Die Idee von Kirche ist großartig, sie hält sich seit 2000 Jahren. Die Praxis ist renovierungsbedürftig. Der Papst geht das Problem von der anderen Seite her an. Er hackt nicht wie andere auf der Basis und ihrer angeblichen Glaubensschwäche herum, sondern er betrachtet das Problem von der anderen Seite und knöpft sich die vor, die einem sonntäglich erzählen, was man alles falsch macht. Dass sich das für gehweihtes Leben nicht gut anfühlt, ist klar. Ob es hilft..wer weiß?Anstatt dem Papst zu unterstellen was auch immer, sollte man ihn zu Lebzeiten heiligsprechen.

  16. Silvia Brückner sagt:

    Auch ich wünsche Allen ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest!

    • chrisma sagt:

      Liebe Silvia auch ich wünsche Ihnen auf diesem Wege eine gute und besinnliche Weihnachtszeit. Schlampert wie ich nun einmal bin, fand ich beim aufräumen meines Schreibtisches am Heiligenabend einen klein Zettel auf dem stand: bei Silvia bedanken für die lieben Willkommensgrüße. Hiermit wenn auch sehr verspätet, Danke. So nun lesen wir uns im neuen Jahr wieder öfter. Ich freu mich drauf.

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