Sind wir jetzt alle barmherziger?

Die Frage muss am Ende des Heiligen Jahres zur Barmherzigkeit erlaubt sein: Sind wir jetzt alle barmherziger geworden? Ich persönlich, wir in der Gemeinde vor Ort oder in der Ordensgemeinschaft oder sonstwo in unserer Glaubensgemeinschaft? Wir als Bistum, als Kirche insgesamt? Ist da jetzt, nach dem Heiligen Jahr, mehr Barmherzigkeit?

Papst Franziskus beichtet in Sankt Peter

Papst Franziskus beichtet in Sankt Peter

Theoretisch auf jeden Fall ja. So viel ist geschrieben, gesagt, reflektiert worden, das Thema ist wirklich zurück im Bewusstsein der Glaubenden. Das ist auch deswegen bemerkenswert, weil schon Johannes Paul II. die Barmherzigkeit zurück ins Zentrum führen wollte, das Projekt hat aber irgendwie nicht abgehoben, jedenfalls nicht weltweit.

Das können wir also schon einmal als „Erfolg“ abbuchen. Aber die Eingangsfrage bleibt ja, sind wir jetzt alle barmherziger geworden? Drüber reden ist ja gut, aber hat es auch Wirkung gezeigt?

Das ist eine Frage, die wir uns alle selber stellen müssen. Und wie der Papst das Heilige Jahr dezentralisiert hat, in alle Bistümer mit eigenen Heiligen Pforten, so ist diese Frage letztlich auch nur dezentral zu beantworten, letztlich bei uns selber.

Barmherzigkeit lässt sich nicht statistisch erheben. Nicht messen. Nicht abrechnen. Sie ist auch kein Argument, wie viele meinen. Sie ist eine Haltung, die Christen qua Christsein ausmachen soll.

Aber das soll es an dieser Stelle auch sein mit dem Reden über Barmherzigkeit. Ob dieses Jahr ein „Erfolg“ war und ob „Erfolg“ überhaupt eine Kategorie ist, das müssen wir jetzt alle selber entscheiden.

 

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56 Kommentare zu Sind wir jetzt alle barmherziger?

  1. Amica sagt:

    Ich für meinen Teil muss ehrlich sagen, ich werde mich nie ändern (werde immer mein größter Kritiker überhaupt bleiben) und ich will das auch gar nicht. Andererseits wollte und will ich mein jeweiliges Gegenüber nicht groß ändern. Weil ich das Andere einfach superspannend finde. Wenn man zu sich selbst streng ist, dem Gegenüber aber alle vermeintlichen Torheiten lässt, ist das dann schlecht? Vielleicht schon wieder: denn dann hat man einen elitären Anspruch sich selbst gegenüber und irgendwie – leider – nimmt man dann das Gegenüber für nicht so ganz voll. Das ist auch schon wieder Überheblichkeit.
    Trotzdem: Es wäre nicht sehr spannend einen Menschen auf irgendeine Norm zu eichen. Und für mich ist eins entscheidend: Dahin zu kommen, jeden Menschen – ob dumm oder blöd, ob lieb oder fies, ein kleines bisschen zu verstehen. Die fiesen find ich besonders schön, nur nebenbei. 🙂

    Beispiel für lieb: Neulich hat sich in der Kirche ein behinderter Mensch neben mich gesetzt, nur weil ich ihn freundlich angelächelt habe. Das war offensichtlich eine Aufforderung für ihn, sich neben mich zu setzen. Das war echt schön. Der Mensch der da neben mir saß, war so liebenswert und authentisch, wie ich das nie erlebt habe. Ich hab sogar bei der Wandlung geschmunzelt. Am Schluss des Gottesdienstes haben wir uns dann noch mit Winken voneinander verabschiedet. Ein echt wertvoller Mensch war das. Voll krass, echt voll krass.

    Vielleicht ist Barmherzigkeit auch so etwas wie Offenheit – man kennt ja den Spruch vom Preußenkönig Friedrich, dem angeblich Großen: „Jedem das Seine.“
    Find ich schön. Lass doch alle so sein, wie sie sind! Wenn man die Menschen liebt, ist alles möglich.

  2. Amica sagt:

    Äh: „ob dumm oder klug“ 🙂

  3. Brigitta sagt:

    Ist Erfolg nicht sehr mathematisch gesehen? Es liegt doch an jedem einzelnen, welche Schlüsse er zieht. Ich kann mich nicht mehr viel einbringen, aber ich kann im ganzen normalen Alltag versuchen, barmherzig sein: z.b. mit denen, die sich in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Einkaufen vordrängeln. Ansonsten habe ich versucht alles zu lesen, was der Papst dazu gesagt hat und da hat meine innere Haltung in vielen Sachen verändert.

  4. F. H. sagt:

    Die Welt jedenfalls ist in diesem Jahr weniger barmherzig geworden! Das „Virus der Polarisierung“ tut sein unheilvolles Werk in immer rasanterem Tempo (man hofft noch, in dieser Meinung sich zu täuschen, aber die Zerstörungskraft der Menschheit in Hinsicht auf Mitmensch und Umwelt ist wirklich atemberaubend geworden).

    Es bleibt die Hoffnung, dass in diesem Jahr ein weiteres Samenkorn gelegt wurde, ein kleines Senfkorn, das aufgeht mit Macht und die versteinerten Herzen und uneinsichtigen Geister sprengt und mit neuem Leben erfüllt, mit Güte statt Bosheit.

    Es könnte gelingen, wenn wir nur ansatzweise zuließen, was der Papst gestern den neuen Kardinälen gesagt hat:

    „Wir könnten sagen, dass es vier Abschnitte der Mystagogie der Barmherzigkeit sind: Liebt, tut Gutes, segnet und betet. Ich denke, dass wir über diese Aspekte alle einer Meinung sein können und dass sie uns auch als vernünftig erscheinen. Es sind vier Handlungen, die wir leicht verwirklichen mit unseren Freunden, mit den Menschen, die uns mehr oder weniger nahe stehen, nahe im Hinblick auf Zuneigung, Geschmack und Gewohnheiten.
    Das Problem kommt auf, wenn Jesus uns die Zielgruppe dieser Handlungen vorstellt, und darin ist er ganz unmissverständlich, gebraucht er weder Umschweife, noch Beschönigungen. Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen, segnet die, die euch verfluchen, betet für die, die euch misshandeln.“

    Das wäre die spirituelle Aufgabe für das Jahr danach!

    Schönen Sonntag!

  5. KRP sagt:

    Ich denke Sie haben recht das jeder das für sich selber entscheiden muss, sollte. Ob dieses Jahr der Barmherzigkeit sich trägt, beständig in unser Leben integriert ist und wird entscheidet sich nicht nur in diesem Jahr der Reden, Predigten sondern wie jeder einzelne weiterhin auch ohne offizielles Jahr die Barmherzigkeit lebt, für sich und alle Menschen jeder Nationalität.

  6. R.K. sagt:

    Barmherzigkeit in Theorie und Praxis

    2015
    Erzbistum Köln legt Milliardenvermögen offen Köln gilt als eine der reichsten Diözesen der Welt. Jetzt legt das Bistum sein Vermögen erstmals offen. Das Ergebnis: Mit Immobilien und Wertpapieren kommt das Bistum auf mehr als drei Milliarden Euro – konservativ gerechnet.

    2016
    Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki beklagt Gleichgültigkeit gegenüber Kinderarmut.

    • Gabriele Luzia sagt:

      @ R.K., könnte es sein, dass das Erzbistum Köln einen Teil seines Vermögens einsetzt für Arme, Notleidende, z.B. Flüchtlinge, Kranke, sonstige Benachteiligte?
      Hat es außerdem vielleicht finanzielle Verpflichtungen gegenüber seinen wohl nicht wenigen Angestellten und Beschäftigten in allen kirchlichen Bereichen (u.a. auch Krankenhäuser, KITAs, Alten- und Pflegeheime u.s.w.), die es zurückzulegen hat (z.B. Zusatzrenten)?
      Auch möglicherweise für die Erhaltung seiner – ebenfalls nicht wenigen – baulichen Immobilien….?
      Ich bin mir nicht sicher, ob solche finanziellen Verpflichtungen aus dem Vermögen des Bistums bezahlt werden. Als Privatmensch würde man es wohl dafür einsetzen müssen. Daher fände ich es ganz gut, wenn sich mal Jemand vom Bistum dazu äußert oder einen Link einstellt.

      Kardinal Woelki ist wohl kaum der Mann an der Spitze seines Bistums, der blind wäre für solche Widersprüche.

  7. Roswitha Steffens sagt:

    Ich glaube Barmherzigkeit ist der individuelle Umgang „mit“ Gott. Jeder trägt so den Teil dazu bei, aus dem das Leben seine universelle Einstellung gewinnt, die sich in Wort und Schrift so wiederfindet, wie sie durch Gott zum Ausdruck kommt. Wir sind als Menschen dann barmherzig, wenn wir uns selbst in die Lage versetzen, die das Leben um einen Menschen bereichert, der durch die Natur bevorzugt ist und sich dieser Tatsache bewusst wird, um sie menschenwürdig einzusetzen. Der Wille hilft jedem dabei die Würde Gottes anzunehmen, die niemals enden wird, weil Menschlichkeit kein genetisches Wunderwerk ist, sonder einen Akt der Nächstenliebe darstellt, die uns Gott mit Jesus Christus entgegenbrachte. Wir haben die Wahrheit erkannt, deshalb öffnete Gott sich uns in einem Vorbild als Mensch, dem wir in Dankbarkeit abgewinnen können, was uns ausmacht. Unsere einzige Möglichkeit in die Barmherzigkeit Gottes einzutreten ist die Liebe, die wir mit Jesus in einem Gedankengut teilen, das sich aus Menschlichkeit reflektiert, um daraus ein erfülltes Leben zu erwirken. Der Glaube nährt, was Zeit zum Ausdruck bringt, um aus ihrer Menschlichkeit heraus die Güte zu gewinnen, die regeneriert, was sich als Menschheit am Leben erhält. Für alle Zeiten ist Menschlichkeit der bewusste Teil ihrer eigenen Wahrnehmbarkeit, sodass sich Gott aus ihrer Gewissheit heraus reflektiert, um die ganze Fülle und Herrlichkeit des Lebens zu erfahren. Erfahrung bedeutet nicht mehr und nicht weniger als das Leben aus Liebe so zu realisieren, wie es in seiner Menschlichkeit zum Ausdruck kommt. Um Gott darin als Wahrheit zu erkennen, die wir annehmen können ist es nötig sich als ein Mitmensch im Herrn geborgen zu fühlen. Wahrheit ist dann die erfüllte Gegenwart, wenn sie aus der Anwesenheit spricht, die sich daraus für alle Zeiten etabliert. Für! die Zeit zu sprechen ist das Vermögen der Menschheit, die darin ihren Sinn erkennt.

    Gott in meinem Herzen zu tragen und als Person anzunehmen, die alle Zeiten aus ihrer Menschlichkeit heraus mitteilt, das ist die Erfüllung meines Lebens. Barmherzigkeit ist darin die Vielfältigkeit, die durch jede Person aus Selbstreflektion gewinnt, was damit all die Dimensionen erreicht, die durch Liebe in Kraft treten können. Fürsprache zu halten ist der Dialog mit dem Ich, das Gott reflektiert, um damit sein Leben zu verwirklichen. Er hat uns alles gezeigt, was man als Mensch erreichen kann und wir sollten uns darin wiederentdecken und nicht gegenseitig angreifen oder gar zerstören.

  8. Wrightflyer sagt:

    Ich HOFFE es…

    Wir erleben heute einen beunruhigenden Aufstieg von Hass aund Faschismus.
    Trump ist noch nicht einmal im Amt, schon gibt es in den USA eine Zunahme rassistischer Vorfälle. Und dann sind da noch Putin, Erdogan, Duterte, von Storch, Orban, die PiS… in Sachsen brennen Flüchtlingsheime und, das befürchte ich so langsam wirklich, möglichweise auch bald Flüchtlinge. Ich habe mal Polen kennengelernt und war beeindruckt von deren Höflichkeit und guten Manieren, aber jetzt sieht man in Polen ganz hässliche Aufmärsche wie man sie nach 1945 in Europa nicht mehr für möglich gehalten hat.
    Die vielen Flüchtlinge aus dem Nahen Osten, aus Afghanistan, aus Afrika und vom Balkan sind auch ein Zeichen dafür daß die Welt an allen Ecken und Enden brennt.
    Ach ja, und Bankkunden im Ruhrgebiet steigen einfach über einen sterbenden Mann drüber ohne ihm zu helfen.

    Kurz: Die Welt braucht heute nichts dringender als das Evangelium, INSBESONDERE die Barmherzigkeit.

  9. Wrightflyer sagt:

    @Herr Hagenkord:

    Mal so eine Idee, ganz off topic:
    Ich halte Sie für einen großen Musikfan der auch Ahnung hat, also jemanden der Musik wirklich liebt. Ich hatte früher kurz vor Weihnachten im Nachbarblog ein paar Weihnachtslieder verlinkt, aber jetzt darf man dort keine Links mehr setzen.
    Wie wäre es denn wenn wir uns hier zu Weihnachten alle mal gegenseitig ein bischen Musik schenken würden? Sie machen einen Extrathread auf der nur dafür da ist daß jeder hier der will ein paar schöne Lieder, müssen nicht unbedingt Weihnachtslieder sein, reinschmeißt.
    Mir fielen da schon ein paar Sachen ein, z.B. von Johnny Cash oder U2 oder ABBA…

    • Pater Hagenkord sagt:

      Ich werde mal drüber nachdenken, vielleicht zum Ende des Advent hin. Danke für die Idee.

    • Amica sagt:

      Da würden mir gleich so „kirchliche Antilieder“ einfallen: „Papa Ratzi“ (der Titel heißt ja eigentlich „Paparazzi“) von Lady Gaga, dann „No Woman, no Cry“ (in Bezug aufs Zölibat) und „Sacred Love“ von Sting.
      Die Idee ist echt nicht schlecht. 🙂

  10. Suarez sagt:

    „Erfolg ist keiner der Namen Gottes“…

  11. danke@ Pater Hagenkord für Ihren Kommentar; er trifft genau mein Uranliegen: Das Runterbrechen ins LEBEN!! komme bestimmt später nochmal drauf zurück..

    Für jetzt noch eine konkrete Anfrage:
    1. Erscheint das Abschlussdokument in deutscher Übersetzung?
    2. das bei RV in Auszügen bekannt gewordene Interview mit TV 2000
    AUCH in deutsch-evtl.auf der Webseite „der heilige Stuhl?
    DANKE für kurte Info
    Schönen Sonntag

    • Pater Hagenkord sagt:

      Zum Abschlussdokument: Das hoffe ich doch! Zum Interview: wohl mit einigem Abstand auf Vatican.va, wenn es der Praxis der Vergangenheit folgt.

  12. Andreas sagt:

    „Sind wir jetzt alle barmherziger“? Eine solche Überschrift zielt daneben. ‚Barmherzig‘ läßt sich inhaltlich nicht steigern. Entweder man ist es oder (noch) nicht.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Ich bitte Sie! Das ist doch jetzt wirklich sehr kleinlich gedacht. Hier geht es um einen geistlichen Prozess, und da gibt es Schritte vorwärts und es gibt Stagnation und so weiter. Da darf man schon über ‚barmherzig‘ in der Steigerungsform sprechen, finde ich.

      • Andreas sagt:

        Kleinlich finde ich das nicht, eher grundsätzlich. Denn sonst sind wir auf dem Weg in die Leistungsreligion: Ich bin barmherzig, du bist barmherziger, er oder sie ist am barmherzigsten. Und wer entscheidet das?

        • Pater Hagenkord sagt:

          Das hat nichts mit Leistung zu tun, sondern mit Prozessdenken.

          • Andreas sagt:

            Eine – hier religiöse – ‚Wertsteigerungstransformation durch Denken‘ (= Prozessdenken, wie Sie es bezeichnen), hat meines Erachtens sehr wohl etwas mit Leistung zu tun, denn man vergleicht den Ist-Zustand zu zwei zeitlich versetzten Zeitpunkten.

          • Pater Hagenkord sagt:

            „Wertsteigerungstransformation“ – wovon reden Sie da?

          • Andreas sagt:

            Wenn ein Zustand A mittels eines Prozesses in einen Zustand B überführt wird, bei bem der Wert des Anfangszustandes A unter Beteiligung von Menschen und Mitteln gesteigert wird, spricht man von einer Wertsteigerungstransformation. Auf das Heilige Jahr der Barmherzigkeit bezogen sind heilige Pforten, Ablässe, Texte und Verkündigungen zur inneren Einkehr, Devotionalien unter anderem solche Prozessmittel, so dass man nach Ablauf des Jahres dann zurecht die Frage stellen kann, ob wir – in Ihrem Sinne – als Ergebnis nun ‚barmherziger‘ geworden sind. Ich vertrete die Auffassung, dass eine solche Steigerung einer Täuschung des Geistes unterliegt, denn Barmherzigkeit lässt genauso wenig steigern wie Heiligkeit oder Sterblichkeit. Oder anders herum, ein ‚barmherziger‘ gründet auf, wie Sie selber sagen auf einem Prozess, mit dem etwas erreicht, sprich geleistet werden soll. Prozessdenken von Leistung trennen zu wollen ist insofern widersprüchlich.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Ihr Versuch, mit aller Macht naturwissenschaftliche Messmethoden an geistliche Prozesse anzulegen, hat schon was komisches. Nicht „man“ spricht von Wertsteigterungstransformation, Sie tun das. Und treffen damit meiner Meinung nach das Thema nicht.

          • Andreas sagt:

            Wenn Sie Firmen wie McKinsey & Co, die auch im Vatikan unterwegs sein sollen, um Strukturen und Prozesse zu analysieren, fragen, werden Sie feststellen, dass ‚Wertsteigerungstransformation‘ ein üblicher Begriff bei diesen Damen und Herren ist und nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen ist. Außerdem behaupte ich ja gerade nicht, dass sich ‚Barmherzig-sein‘ messen läßt. Sie legen die Meßbarkeit allerdings nahe, indem sie ‚barmherzig‘ steigern und damit Haltung und Akt einem Vergleich gegenüber fremder und eigener Barmherzigkeit aussetzen.

          • Pater Hagenkord sagt:

            McKinsey? Da holen Sie jetzt aber weit aus, die haben gar, aber auch gar nichts mit dem Thema zu tun. Und ich lege die Meßbarkeit auch nicht nahe, Sie sind der Einzige, der das dort sehen will.

          • Andreas sagt:

            … auch wenn Sie die Meßbarkeit am Ende Ihres Ausatzes verneinen, (womit es ein ‚barmherziger‘ – außer als Sprachübung – gar nicht geben kann.)

    • Roswitha Steffens sagt:

      Gott spricht sich in seiner Liebe zur Menschheit in einem Herz aus, das für uns alle schlägt. Wie viel dieser Herzensgüte wir als Mitmenschen einbehalten und was davon wir an das Leben weiter reichen, das dürfte wohl jeder für sich selbst entscheiden müssen. Um Barmherzigkeit beim Namen zu nennen, so wäre wohl das Volk der Entscheidungsträger für ihre Lebensform, denn das Volk trägt die Unversehrtheit des Glaubens auf den Schultern, die das Leben, so Gott will in seinem Namen verwirklichen.

      Damit gibt es nur eine Möglichkeit Barmherzigkeit zu steigern und das ist die, sich dem Volk Gottes zugehörig zu fühlen und in seinem Sinne zu handeln.

  13. Elisabeth sagt:

    nöö… barmherziger? Aber offener, toleranter, gleichgültiger, gnädiger, langmütiger, gelassener bin ich schon geworden! Barmherzigkeit, die NICHT durch Jesus Christus „hindurch“ gegangen ist, erzielt eben (nur) die genannten Effekte!

  14. Herbert Klupp sagt:

    Wir vergessen alle miteinander, das „wir“ mitzudenken und zu differenzieren. Bin „ich“ barmherziger geworden ? Ich hoffe ja, bemerke aber auch an mir eine zunehmende Verhärtung, nicht gegenüber Bedürftigen, sondern gegen unsere Repräsentanten und Verantwortungsträger ( wg: Kreuze ablegen, rechte Meinungen beschimpfen, immer noch zunehmendes politkorrektes „Geschwätz“ allerorten ) „Wir“ als Christen haben eine bleibende persönliche Verpflichtung zur Barmherzigkeit. „Wir“ als deutscher Staat haben diese Verpflichtung nicht. Regierung, Verwaltung, Justiz und andere staatliche Bereiche sind vielfach zu „Jammerlappen“ verkommen, die bspw illegale Zuwanderung auch noch mit Sozialleistungen aller Art und ( und das ist die Höhe ! ) kostenlos zur Verfügung gestellten neu (!) gebauten Wohnungen und Häusern belohnen.
    Dabei fordert Gott vom Staat eine unnachgiebige Härte gegenüber Gesetzesübertretern. Siehe Römer 13,4 ! Im Urtext stehen sogar noch härtere Worte als in unseren diversen deutschen Übersetzungen, nämlich, daß der Staat an denjenigen, die Böses tun, das ZORNGERICHT DER RACHE vollstrecken soll. Auch der gläubigste Christ und Katholik ist gleichzeitig ein demokratisch mitbestimmender und mitverantwortlicher Teil unseres Staates. Wie sehr haben wir alle Römer 13 vergessen ?

    • Brigitta sagt:

      Das mit den Wohnungen und Häusern stimmt nicht.K

      • Herbert Klupp sagt:

        In meiner Stadt ( ca 60.000 Einwohner ) sind in den letzten ca 18 Monaten an ca sechs Standorten ca ( geschätzt ) zehn Häuser neu gebaut worden – im heutigen Standard ! – welche ca ca ( geschätzt ) 80 Wohnungen für ca ca 500 Leute (?) enthalten. Entschuldigung, daß ich die genauen Zahlen nicht habe. Aber alle diese neuen Wohnungen werden jetzt von „Flüchtlingen“ bewohnt. Kostenlos. Ich kenne junge Leute, die wegen „wenig Geld“ sich keine solche schönen neuen Wohnungen leisten können. Und ich glaube nicht, daß meine Stadt so eine große Ausnahme darstellt.

    • Gabriele Luzia sagt:

      @ Herbert Klupp, mich schaudert es! Können Sie sich nicht mal wenigstens vorstellen, Sie wären selbst in so einer Notlage wie Flüchtlinge vor einem Krieg im eigenen Land? Und würden in einem friedlichen reichen Land kein Dach über den Kopf kriegen, auf Jahre hinaus vielleicht nicht? Sie pauschalisieren m.M. nach, für mich unerträglich. Als würde unser Staat nur für Verbrecher kostenlosen Wohnraum bauen…

      Was nützt ein einziger Buchstabe von Römer 13, wenn der Fremde unter die Räuber gefallen ist, und niemand sich seiner annimmt?
      Ich glaube, das meint Papst Franziskus mit Pharisäertum.

      • Herbert Klupp sagt:

        Liebe Gabriele Luzia, Sie haben da ein wertvolles Gedankenspiel angestoßen, was ich mir bisher nicht klargemacht hatte. Aber jetzt. Gerne. Was würde ich selbst, wenn ich auf der Flucht wäre, von einem fremden Land erwarten ? 1.) Ich wäre dankbar für JEDE Unterkunft. 2.) Ich würde versuchen, KEINE Staatsgelder anzunehmen, sondern mich zu verdingen. 3.) Ich wäre für jeden Tag, wo ich von diesem fremden Staat geschützt würde, unendlich dankbar, und würde gleichzeitig jeden Tag meine Rückkehr ( aktiv ) planen und ersehnen 4.) Ich würde aus großem Respekt und Dankbarkeit JEDE Möglichkeit nutzen, die mir fremde Sprache AUFZUSAUGEN, zu lernen, nachzusprechen, usw. All das sehe ich kaum bei den weit über eine Million Zugewanderten, und das ist nicht unbedingt deren Schuld, sondern auch verursacht durch das deutsche „Pampern“ der ach so hilflosen Menschen. Bei Licht besehen, finde ich, daß wir deren Würde massiv verletzen, durch unsere Überversorgung, Passivmachung, Wartezeiten, erzwungenes Nichtstun, bürokratische Hölle ( manchmal ) uam. Ich „hasse“ den Gedanken, daß wieder mal „Deutschland Deutschland über alles“ gesungen wird, diesmal halt nicht beim Erobern, sondern jetzt eben bei der Flüchtlingsversorgung und -„integration“. PS: vor allem hätte ich NIE diese mörderischen Schleuser bezahlt, oder meine ( nichtschwimmenkönnenden ) Frau und Kinder auf so ein wackeliges Schlauchboot und dann auf das Meer gesetzt. Lieber bitter arm und gerecht geblieben, als wegen einer Aussicht auf eine ( angeblich ) paradiesische Versorgung solchen „teuflischen“ Versuchungen erliegen !

  15. @Herbert Klupp,
    wie sehr wünsche ich Ihnen die ERFAHRUNG(!!) DER ZÄRTLICHKEIT GOTTES.. und das kann man NICHT MACHEN..

    das ist schon auch verwandt mit der ganzheitlichen Zärtlichkeit eines liebenden Partners oder Partnerin- zumindest ein Abbild…

    warum müssen Sie sich diese fast „abartigen“ NEINS hineinfressen..

    ich wünsch Ihnen einfach mehr VERTRAUEN …denn diese „Wut“ grenzt letztendlich nur aus. Und zerstört einen selber mit..

    .ein berühmter Fassbinder Film hat den eindrucksvollen Titel: „Angst essen Seele auf“ -das ist eine sehr berührende Liebesgeschichte eines jungen Marokkaners mit einer „reiferen“ Frau..-die wird grandios gespielt von der unvergessenen Brigitte Mira
    dieser Film lässt KEINEN KALT… da geht’s übrigens auch um Ausgrenzung.. der Film entstand 1974..

    Alles GUTE für Sie – Nichts für ungut OK? Ihr Ullrich Hopfener

    • Herbert Klupp sagt:

      Lieber Herr Hopfener,
      ich habe nur auf das Wort Gottes aufmerksam gemacht. Auf die Tatsache, daß wir heutigen BLIND UND TAUB geworden sind für die Frage, was Gott vom Staat verlangt, wie der (gerechte) Staat agieren soll. Mein Befund – im NEUEN Testament – ist eindeutig. Aber „wir“ alle tun so, als ob der Staat wie ein Christenmensch agieren sollte – wir belügen uns – und Gott. Ich habe mich mitnichten in „Neins hineingefressen“, sonden eine glasklare Sicht unserer Gegenwart erlangt, ohne Haß, ohne Häme, ohne Wut – eher mit Mitleid. Ich liebe Jesus, den ich seit Kindertagen im Herzen habe, dann „verraten“ habe für ca 30 Jahre, und jetzt ( seit 25 Jahren ) umso inniger und dankbarer mit ihm lebe. Gott ist die Liebe. Gott ist zärtlich. Ich weiß mich bei ihm geborgen. Faßbinder geht mich nichts ( mehr ) an. Für mich gehört er zu den Verführern und Widersachern Gottes und des Glaubens. Ich liebe Gott und will seinen Willen tun, damit „DEIN REICH KOMME“ Wirklichkeit werden kann. Es muß aber alles in Wahrheit und Wahrhaftigkeit geschehen, sonst ist es auf Sand gabaut.

  16. Marco sagt:

    Ich weiß nicht, ob ich in diesem Jahr „barmherziger“ geworden bin. Manche Aussagen unseres Papstes haben mir etwas gesagt und ich bin ihm dankbar dafür.

    Im großen und ganzen würde ich aber sagen, dass ich dieses Jahr vor allem misstrauischer gegen unseren Papst geworden bin. Ich verstehe ihn nicht, und ich finde, er gibt sich nicht sonderlich große Mühe, das Nichtverstehen Anderer selber zu verstehen und klärend darauf zu reagieren.

    Also, barmherziger… hoffentlich schon. Aber allergischer gegen Gutmenschentum und Gefühlsduselei bin ich ganz sicher geworden.

    • Suarez sagt:

      Manche WOLLEN den Papst eben nicht verstehen.

    • KRP sagt:

      Nun ein bisschen möchte ich das doch kommentieren. Ich denke da haben Sie aber Christus auch nicht verstanden, denn er war nicht nur Realist und auch ein bisschen Reaktionär, sondern auch Gutmensch mit sehr viel Gefühl für alle, jeden einzelnen Menschen egal ob Christ, Jude oder Moslem.
      Man muss nicht mit jedem und allem einverstanden sein und auch nicht alles verstehen. Es gibt soviel an Meinung wie es Menschen gibt.

      • Roswitha Steffens sagt:

        Man sollte aber schon über ein grundsätzliches Verständnis für das Menschsein an sich selbst verfügen können, wenn man sich seiner menschlichen Präsenz bedient und damit all dem, was dadurch an Gutem/Brauchbarem entstehen kann eine Identität verleiht. Meinung ist mir zu oberflächlich definiert, denn sie präsentiert „nur“ die eigene Anschauung, ohne dabei deren Sachverhalt als Person zu vertreten. Informationen erwachsen aus den Sachverhalten, die sich durch Mitmenschen in einem echten Dialog ergeben, indem sie aus der Tiefe des Gesprächs den Konsens finden, der sie einander näher bringt und nicht auf bloßer Meinungsbildung beharren. Zwischen der Meinung und der Wahrheit steht immer der Mensch, der sich darin als solcher definiert wiederfindet.

        • KRP sagt:

          Was Sie Meinen ist auch Ihre Meinung und ehrlich gesagt ist das für mich auch nicht verständlich was Sie sagen möchten. Auch lange Ausführungen und Berichte definieren nicht immer richtig.

          • Roswitha Steffens sagt:

            Ich habe hin und her überlegt, ob ich Ihren Kommentar noch einmal aus meiner Sicht reflektieren soll, doch ich versuche es:

            Wollen Sie mit Worten Ihre Mitmenschen integrieren oder stellen sie Ihre! Wahrheit in den Raum, weil sie bereits so von ihr eingenommen sind, dass sie sich dadurch von allem anders Denkenden isolieren?

            Die ganze Wahrheit trägt sich in der ganzen Menschheit und nicht durch kampfbegeisterte Vertreter, die sich damit eigentlich nur selbst darstellen, ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit aller Mitmenschen, die dadurch immer mehr verloren gehen. Denken Sie Krankheiten, Armut und fehlende Nächstenliebe sind kein Ergebnis aus einer fehlenden Kausalität durch die Menschheit?

            Ich würde mich in diesem Fall fragen, welchen Teil der Kausalität erfüllt denn die Menschheit eigentlich, weil sie es als solche kann. Nicht einzelne Menschen sind in der Lage die Wahrheit umzusetzen, es gehört schon ein Wesen dazu, das sich in einem Bewusstsein reflektieren lässt, dessen Inhalte sich durch Sprache mitteilen. Es ist nicht leicht so komplexe Sachverhalte wie Menschlichkeit in Worte zu fassen, die auch den Mitmenschen eine Möglichkeit geben, sie zu erfassen, die ganz anders denken. Wer bei aller Liebe dann keinen Konsens mit fremden Vorstellungen findet, der findet ihn sicher mit anderen Mitmenschen.

            Geht es im Leben nicht darum, die Welt zu reflektieren, um daraus ein Bild zu gewinnen, dessen sich dann jeder so annehmen kann, wie es sein Wesen zulässt? Nicht jeder muss die Wahrheit kennen, doch er sollte sich selbst als das annehmen, was sich daraus ergibt. Dies wiederum durch ein Menschenbild zu reflektieren, dessen sich wohl jeder durch Gott bedienen kann, das ist selbstverständlich und nicht von Meinungen abhängig, die es ohne Gott gar nicht gäbe.

            Mein Weltbild integriert alles und jeden so wie ich als Person das Nichts aus dem Wort Gott reflektieren kann. Was gibt es mehr, als das Vertrauen in ein Bewusstsein Mensch zu sein und sich vom Leben erfassen zu lassen, das einen aus Menschlichkeit heraus so annimmt wie man ist?

            Wollen wir über Menschen hinweg bestimmen, was sie wirklich können oder sind wir in der Lage uns gegenseitig so zu akzeptieren, wie wir sind und damit endgültig den Frieden zu schließen, der uns automatisch die Freiheit schenkt, die wir brauchen, um daraus selbstbestimmt zu handeln?

            Im Leben gibt es nur eine Vorgabe und das ist die Wahrheit. Gott schenkte uns die Freiheit, diese Wahrheit so anzunehmen, dass dieses Leben neue, unreflektierte Zeit gewinnen kann, indem Zeit durch eine Menschheit spricht, die damit ihre wahre Würde erlangt.

          • KRP sagt:

            Auf Ihre langen Ausführungen mag ich gar nicht antworten, nur eines meine Meinung ist meine und niemand muss mit mir einverstanden sein. Ganz ehrlich ich kann das was Sie hier schreiben auch nicht nachvollziehen und kommt mir vor wie Schulmeisterlich aber ich bin kein Schulkind und bilde mir meine eigene Meinung egal ob Sie das nun respektieren oder nicht.

          • KRP sagt:

            Ich bin kein kampfbegeisteter Vertreter und will mich auch nicht selbst darstellen dasselbe könnte man auch aus Ihren Darstellungen rauslesen.

          • Roswitha Steffens sagt:

            Was ist schlecht an einer Schule, wenn man den Lehrer als Meister akzeptiert und nicht in seiner Eigenschaft als Mensch herabwürdigt?

            Ich fühle mich nicht als Lehrmeister, doch wenn Sie das so empfinden, dann könnte das unter anderem auch daran liegen, dass sie sich wohl um meine Worte bemühen, dabei jedoch eher erfolglos sind.

            Dafür bin ich Ihnen dankbar und ich achte Ihren Umgang mit meinen Gedanken, doch offensichtlich sind diese Gedanken für Sie nicht zugänglich, andernfalls könnten Sie verstehen wovon ich schreibe. Das ist aber nicht schlimm, denn Gedanken sind trotzdem Bestandteil des Lebens, an dem ich als ihr Mitmensch Teil habe.

      • Silvia Brückner sagt:

        Falls Sie mit Christus den irdischen/historischen Jesus meinen sollten, zu dessen Lebzeiten gab es noch gar keine Muslime und Christen übrigens auch nicht.

        In dessen historischem Umfeld gab es nur Juden, und laut den Evangelien hat er da verbal manchmal ganz schön ausgeteilt.

        • KRP sagt:

          Zum ersten stimmt es schon mal nicht das es nur Juden gab soweit kenne ich die Bibel mit Sicherheit und zum zweiten habe ich nicht geschrieben das Christus NUR ein Gutmensch war sondern auch und das ist belegt. Zu den Pharisäern war er auf jedenfall knallhart. Das gilt auch für alle anderen.

      • Herbert Klupp sagt:

        @KRP: Jesus ein Gutmensch ? Da müßten Sie eine andere Bibel haben. Hier nur zwei Beispiele von dutzenden: „Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung“ (Mt 23,27).
        Und über die heutigen Gutmenschen, die aus lauter „Güte“ Millionen von Muslimen wie selbstverständlich einlassen möchten, welche sie selber aber nicht direkt aushalten müssen, weil sie selber dann nicht in den dann kippenden Stadtteilen wohnen müssen, sagt Jesus: „Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. ( Mt 23,4, )

        • @ Herbert Klupp:und trotzdem schaudert es mich bei manchen Ihrer Beiträge und ich bin heilfroh ,dass nicht Sie „das Lehramt “ sind ,sondern Franziskus ..im umgekehrten Fall wäre ich schon endgültig ausgetreten..

          Ihre Flüchtlings- Phobie ist geradezu zynisch- vor allem immer dieselbe Litanei von dieser KÜNSTLICHEN Trennung von den einheimisch Armen und Flüchtlingen:das KANN MAN NUR VERKNÜPFT LÖSEN!!!

          Auch in meinem Umfeld tummelt sich dieser braune Tumor( AFD) und in manchem ihrer Postes höre ich diese Leute..

          AUSDRÜCKLICH ists mir WICHTIG, dass ich SIE NICHT mit dieser antchristlichen und antihumanistischen Gruppe in Verbindung bringen möchte, denn schließlich schreiben Sie auf einem Christlich-humanistischen Blog!

        • Carlos sagt:

          Danke für Ihren Beitrag. Wenn der Herr ein Gutmensch wäre, wüsste ich, dass Er nicht Gott ist.

          Mir geht der ganze Misericordismus ehrlich gesagt inzwischen ganz schön auf die Nerven. Wie barmherzig ist es denn, jemandem die Wahrheit vorzuenthalten, weil sie zu hart sein könnte?

          Die so große Einseitigkeit dieses Pontifikats ist wirklich etwas trauriges. In meinen Ohren klingt das ganze einseitige Reden von einer Barmherzigkeit, die nur rein theoretisch oder höchstens für irgendwelche „Legalisten“ etwas mit Gerechtigkeit zu tun hat, ziemlich ideologisch. Das ist Programm und gar keine Wahrheitsverkündigung, was klar erkennbar an der Sprache ist, die gegenüber den „kranken“ und „unseligen“ „Strengen“, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen und deshalb Wahrheit wie „Felsbrocken“ auf andere werfen, gebraucht wird.

          Mir hat dieses Jahr der Barmherzigkeit gezeigt, dass ich noch viel zu lernen habe. Und dass mir noch viel fehlt, um dem Herrn wirklich nachzufolgen. Es hat mir aber auch gezeigt, was der Unterschied zwischen „Versuchen zu Leben, was man predigt“ und „Versuchen zu predigen, was man lebt“ ist.

          Ich bin Christ geworden, weil es wahr ist, dass Er hier war. Natürlich macht Wahrheit nicht das Christentum gänzlich aus. Aber ohne Wahrheit gibt es auch keine Liebe. Die Vertreter dieser seltsamen Barmherzigkeit, die sich weigert, die Wahrheit zu sagen, sind hoffentlich nur sehr verwirrt. Gerade für Menschen, die sich auf ihre Intuition verlassen, ist das Denken ein absolut notwendiges Prüfwerkzeug. Gerade solche Menschen sollten unbedingt denken lernen.

          • Herbert Klupp sagt:

            Lieber Carlos, Ihre Worte empfinde ich als sehr wertvoll. Ich darf vielleicht ergänzen, daß es auch fraglich ist, ob so eine „hinausposaunte“ Barmherzigkeit das richtige ist. Hört doch, was Jesus dazu sagt ( in Mt 6,3 ) „2 Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. 3 Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. 4 Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

          • KRP sagt:

            @ Herbert Klupp und Ihr letzter Satz ist das nicht Barmherzigkeit? Man kann die Bibel auch anders lesen und jeder Mensch liest das was er in seiner Situation gerne lesen möchte und ich bleibe dabei. So viel wie es Menschen gibt soviele Meinungen und Aussagen gibt es und da ist es vollkommen egal ob es Juden, Römer Christen oder Moslems sind. Gott sieht das Verborgene in jedem einzelnen Menschen.

  17. Gabriele Luzia sagt:

    Ich habe die „Barmherzigkeit“ Gottes noch nie so intensiv bedacht wie in diesem zu Ende gegangenen Heiligen Jahr, und mein eigenes Denken und Handeln dahingehend geprüft. Ehrlich gesagt, ich kannte sie gar nicht alle, diese formulierten „Werke der Barmherzigkeit“, und allein das war schon eine Bereicherung für mich.
    Ganz schlicht: ich denke schon, dass das meine kommende Lebenszeit beeinflussen wird insofern, als ich mich bewusst barmherziger als bisher zu meinen Mitmenschen verhalten will.
    So verstehe ich auch das Blog-Thema „Sind wir jetzt alle barmherziger?“ als Möglichkeit zur Reflektion für jeden persönlich, ob uns dieses Heilige Jahr was zu sagen hatte.
    Danke für diese abschließende Anfrage, Pater Hagenkord!

  18. DFG-VM sagt:

    „Das europäische Projekt darf nicht scheitern“

    Dieses Projekt der Eliten ist bereits gescheitert. Es ist gescheitert, weil diese Eliten einen europäischen Staat unter Mißachtung der nationalen Identitäten der Teilstaaten errichten wollten. Einen Staat, in dem bis hinunter auf die Größe des Toilettenpapiers alles von Brüssel aus vorgeschrieben wird.

    Der größte Fehler dieser Eliten war jedoch die Einführung des Euros als wichtiger Zwischenschritt zum Zentralstaat. Durch die Euroeinführung hat das europäische Projekt jede Legitimation verloren und wird deshalb nur noch in den Geschichtsbüchern überdauern.

    Und das ist gut so.

    • @DFG- VM
      diese(„teuflische“?) „Inspiration“ ist so geschichtsvergessen!!!

      nur MEHR Europa gibt uns die Chance IN FRIEDEN und KONSTRUKTIV zu überleben – es ist bestürzend so etwas in einem ethisch fundieren Blog lesen zu müssen:
      das passt schon eher in einen PEGIDA-AFD oder FPÖ(Die Braunen Österreichs) Blog!!

    • Roswitha Steffens sagt:

      Ich glaube, man sollte diesen Text in die Tiefe lesen, denn er sagt viel über die aktuelle Situation in Europa aus, ohne die europäische Ursprungsidee zu verteufeln. Frieden und Freiheit kann man nicht systematisch erringen, man muss sie als Mensch aus ihrem Sachverhalt heraus bestehen lassen und lernen damit so umzugehen, dass alle! Menschen mitgenommen werden und nicht nur die, die sich systembedingt an einer elitären Umsetzungsstrategie bereichern.

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