So Abram rose …

Barmherzigkeit – schon wieder? Ja, schon wieder. Oder besser: immer noch. Diese Themenjahre haben es ja leider so an sich, dass man sich irgendwie satt hört, so wichtig das Thema auch sein mag.

William Blake: Abraham and Isaac

William Blake: Abraham and Isaac

Deswegen nur noch mal kurz eine Erinnerung, wie das ganze ohne Barmherzigkeit aussehen würde. Nehmen wir die Abrahamsgeschichte: wie wäre die wohl ausgegangen, wenn der Mensch mit seinem Opfergedanken und seinem Messer nicht auf die Stimme gehört hätte? Im War Requiem erzählt das Benjamin Britten. Das Offertorium erzählt die Abrahamsgeschichte nach:

 

So Abram rose, and clave the wood, and went,
And took the fire with him, and a knife.
And as they sojourned both of them together,
Isaac the first-born spake and said, My Father,
Behold the preparations, fire and iron,
But where the lamb for this burnt-offering?
Then Abram bound the youth with belts and straps,
And builded parapets and trenched there,
And streched forth the knife to slay his son.
When lo! and angel called him out of heaven,
Saying, Lay not thy hand upon the lad,
Neither do anything to him. Behold,
A ram, caught in a thicket by its horns;
Offer the Ram of Pride instead of him.
But the old man would not so,
but slew his son, –
And half the seed of Europe, one by one.

 

Abraham behandelt seinen Sohn als Eigentum, bis zu jenem Moment, wo der Engel einschreitet. Bilderbuchartig hält uns die Bibel vor, wie Gewalt etwas ist, was wir ohne weiteres einsetzen, gepaart von diesem Verhältnis zum Anderen, das jenen verdinglicht. Britten reflektiert damit natürlich den Zweiten Weltkrieg, „And half the seed of Europe, one by one.“ Aber es ist mehr. Wir sind immer noch bereit dazu, andere drauf gehen zu lassen, damit alles gut wird.

Das ist die Welt ohne die Barmherzigkeit.

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36 Kommentare zu So Abram rose …

  1. Amica sagt:

    Das ist aber eine jener Geschichten im Alten Testament die den Kreuzestod Jesu im Neuen Testament vorausdeuten sollen. Man geht ja davon aus, dass Neues und Altes Testament zusammenhängen und die Schrift (AT) durch Jesu Wirken erfüllt wird, Prophezeihungen im AT von Geschehnissen im NT überboten werden (teils auch an Grausamkeit) bzw. zu Ende geführt werden.

    Zum Beispiel Isaaks Opferung:
    Der einzige Sohn soll geopfert werden um Gott zu beweisen, dass Abraham ganz auf ihn vertraut. Der Sohn wird in der Bibel aber dann eben nicht geopfert – sondern der Widder (vielleicht schon Vorausdeutung für das „Lamm Gottes“). Hier ist Gott tatsächlich barmherzig und Abraham fähig diese Barmherzigkeit wahrzunehmen und entsprechend zu handeln – also in der Bibel.

    Im Neuen Testament wird dann der einzige Sohn Gottes wiederum aber eben wirklich geopfert. Wo bleibt genau hier die Barmherzigkeit Gottes gegenüber dem eigenen Sohn?
    Man könnte jetzt einwenden, dass das ja nicht das Gleiche ist, Jesus ja wegen der Sünden der Menschen gestorben sei. Aber in der Bibel heißt es eben auch in Gethsemane, dass Jesus bereit ist, den „Willen“ des Vaters zu erfüllen. Der Engel bleibt aus – das ist der Wille des Vaters hier. Das ist eigentlich ein grausamer Gott – das Gegenteil von barmherzig.

    Und eines ist auch auffallend: diese Art der Bibelauslegung (Typologie) ist fester Bestandteil des Christentums und wurde von vielen auch bedeutenden Klerikern betrieben… Und sogar noch heute: Papst Benedikt XVI. hat in seinen Schriften an dieser Tradition eben auch festgehalten. Und das hat man dann übertragen auf Bildwerke — das formte unsere Kultur mit.

    Im Christentum gibt es leider Opfertiere. Das Opfer ist irgendwie Bestandteil von vielen Religionen – keine Ahnung wieso.
    Und genau dieses ethische Fragezeichen innerhalb des Christentums könnte dazu beigetragen haben, dass Menschen teilweise ziemlich locker mit sog. Bauernopfern umgehen. Wir haben uns in unserer Kultur irgendwie an Kreuzesdarstellungen und Folterwerkzeuge gewöhnt. Wir verehren Märtyrer. Das hängt alles mit Brutalität zusammen, ob wir wollen oder nicht. Wir fragen nicht mehr groß nach, warum Sünder ausgerechnet durch den brutalen Tod eines Menschen erlöst werden könnten/können und nicht irgendwie sanfter und anders.

    Dieser Britten ist einer Zeitspanne tätig gewesen, wo viele Künstler sich wieder mit der Darstellung des leidenden Christus auseinandergesetzt haben. Aber Sie haben diese sakralen Darstellungen von früher zumeist profanisiert bzw. Jesus mit dem lebendigen und oft einfachen Menschen der Gegenwart verglichen und damit diese typologische Sache bzw. die Bildtradition ad acta gelegt. Bei Künstlern der Weltkriegsgenerationen wird Jesus nun nicht mehr heilig und ehrwürdig sondern vor allem als leidender Mensch und folglich als lebendig dargestellt.
    Diese Künstler waren aber nicht immer gläubig – zumindest nicht in dem Sinne wie das die Kirche vorschrieb.

    Na, was will ich mit all dem eigentlich zum Ausdruck bringen? Vielleicht ist mein Fazit folgendes: Barmherzigkeit und (durchdachte) Tradition gehen irgendwie nicht Hand in Hand.

    Nebenbemerkung:
    Ich gehe derzeit vermehrt in Wortgottesdienste die von Laien gehalten werden. Diese Predigten berühren mich momentan mehr als die von unserem Pfarrer. Da ist irgendwie mehr Herzblut drin. Seltsam nicht?

    • Stephan sagt:

      Liebe Frau Amica,
      woran Sie rätseln, ist es nicht das „Geheimnis des Glaubens“, ein Mysterium, das doch auch das Mysterium der Liebe ist. Es ist unserm vernünftigen Denken nicht zugänglich, es sind Zeichen aus einer anderen Welt – in einer tiefen, ernsthaften, leidenschaftlichen und körperlichen Liebesbeziehung mit Hingabe, Liebe, Erbarmen und Kraft bis zum tödlichen Ende kann man das entdecken – oder in religiös ekstatischem Erleben.
      In der Geschichte von Abraham und Isaac geht es eher ums Eintreten in die Liebe und die Religion durch das Hören auf den Engel, und Benjamin Britten beschreibt das Austreten aus der Liebe und dem Erbarmen durch Erstarrung und, wie Pater Hagenkord es bezeichnet, die Verdinglichung des Menschen.
      Was Sie beschreiben kommt mir eher vor wie „Liebe light“, wo man so ohne weiteres immer rauskann, es aber auch nichts so wirklich bedeutet.
      Stephan

      • Amica sagt:

        Lieben Dank für die Antwort.
        Was ist daran „Liebe light“? Für Sie wäre es also „Liebe light“ gewesen, wenn Jesus ein langes Leben geführt hätte und auf der Erde weiter die Leute geheilt hätte und ihnen Gott weiterhin versucht hätte zu erklären? Da war Maria schon privilegierter: bei ihrer Himmelfahrt ging es doch sehr sanft zu.
        Wieso genau braucht es den Widerspruch in der „echten“ Liebe? Wieso muss Liebe mit Leid und gewaltsamem(!) Tod verbunden sein? Erklären Sie es mir bitte.
        Und wieso heißt es, um jetzt noch mal auf das letzte Sonntagsevangelium zurückzukommen, dass nur der wirklich liebt, dem auch viel vergeben wurde?
        Damit gehören Sünde und Liebe (Heil) zusammen, nicht?
        Was ist die größte Sünde, Ihrer Meinung nach? Nicht zu lieben, nicht? Dafür muss man aber wohl ein Sünder sein. Verwirrend, nicht?
        Ich hoffe nur, dass die wenigsten dieses „Geheimnis des Glaubens“ wirklich verstehen, sonst müsste ich anscheinend die größte christliche Dumpfbacke überhaupt sein.
        Und wieso hat Christus mit seinen Aposteln geredet und Dinge erklären müssen, wenn der Glaube nicht erklärbar ist? Die komplizierten Gleichnisse und alle Aussagen Jesu hätte er sich doch dann sparen können. Sprache ist nun mal an Logik gebunden. Die Bibel ist ein Buch, also irgendwie menschlich(!) verständlich geschrieben.
        Und das ist dieses riesige Problem mit Religionen die sich auf eine heilige Schrift stützen:
        Diese Texte, die man erst mal verstehen und ausdeuten muss, müssen irgendwie in eine lebendige Praxis übersetzt werden. Erst muss extreme Kopfarbeit geleistet werden, es muss dem Menschen in Fleisch und Blut übergehen und dann soll er das auch noch Leben und immer mit möglichst viel Ehrlichkeit und eben Liebe (Leidenschaft).
        Ganz schön kompliziert.

        • Stephan sagt:

          Sie stellen hier Fragen, die Sie dann sogleich scheinbar selbst beantworten, indem Sie mir diese Antworten unterstellen. Ich empfinde Ihren Stil der unterstellenden Kommunikation hier gewalttätig und omnipotent. Sie fragen schließlich, ob Ihre Gedankengänge verwirrend wären. Ich selbst kann denken und bin dadurch nicht von Ihnen verwirrt; ich würde Ihnen aber insofern voll und ganz zustimmen, daß ich Ihre Gedankengänge sehr verworren finde.
          Mit den besten Wünschen, Stephhan

          • Amica sagt:

            Tut mir leid, wenn mein Stil rücksichtslos auf Sie wirkt. Aber wenn man etwas analysiert und einen Dialog mit einem Gegenüber führt, dann ergeben sich für einen selbst wieder neue Aspekte die wiederum neue Fragen aufwerfen und das will ich dann auch zum Ausdruck bringen, und zwar sachlich (vielleicht kann das auch kühl wirken). Mein Uniprofessor meinte immer, dass ich blitzschnell denken kann. Er fand das gut und deshalb haben Stil auch nie groß in Frage gestellt.
            Die Gedankengänge sollten halt einigermaßen verständlich für das Gegenüber werden. Das ist mein Ziel beim Schreiben. Ich versuche immer sehr präzise zu formulieren und das hat nichts damit zu tun, dass ich ihren Intellekt unterschätzen würde. Details sind mir einfach wichtig.
            Welcher Stil ist denn dann Ihrer Meinung nach guter Ton? Der ist mir, glaub ich, zu langsam. Ich bin recht ungeduldig. Sorry.
            Vielleicht hab ich den nie gelernt. 🙂
            Seien Sie mir nicht böse.
            Liebe Grüße

          • Stephan sagt:

            Liebe Amica, Sie meinen glaube ich, daß Ihnen in Ihrem Monolog neue Gedanken aufkommen, die Sie dann auch sagen wollen, etwa wie in H.v. Kleists Essay „Die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“. Ich bin wirklich bei manchem langsam, bei manchem schnell. Okay – Dialog: Es geht mir nicht um Theologie, Religionswissenschaften, -philosophie, Kulturanthropologie, Mythologie. Ich dachte an die Frömmigkeit, die zugleich mystisch-geheimnisvoll und praktisch ist und das Leben sehr vertieft. Die Liebe, die den Tod überwindet. Maria Muttergottes hats auch nicht so sanft gehabt, wie Sie es sich vorstellen, denken Sie mal nur, was z.B. Pergolesi oder Haydn in ihrem „Stabat Mater“ ausgedrückt haben. Die meisten Mütter, die sowas erleben müssen würden lieber selbst sterben-und es sind sehr viele.
            Also mit Frömmigkeit mein‘ ich jetzt nicht die bigotte Haltung mancher Christen sondern diese tiefere innere Haltung, den Tod nicht zu fürchten im Gottvertrauen auf die Liebe, was Jesus am Kreuz und Maria unterm Kreuz gezeigt haben. Es ist wie im wirklichen Leben. Ich habe von einem Vater gehört aus Brüssel, dessen 20-jähriger Sohn in Syrien zum „IS“ gegangen war. Der Vater ist nach Syrien gereist, hat seinen Sohn dort gesucht und gefunden und nach Hause gebracht. Die jungen Leute, die da hinkommen werden gleichmal zu schwersten Verbrechen gezwungen, so daß sie noch schwerer wieder rauskommen können. Der Vater hats geschafft – das mein ich, das ist ein Glaube (auch wenn der vielleicht Moslem war oder was weiß ich), es ist aber das Mysterium der Liebe am Werk.
            Sie fragen, was ist Sünde? Sünde ist, dem Tod und nicht dem Leben zu dienen, aus Neid handeln, aus Rache handeln, Niederträchtigkeit, Erbarmungslosigkeit; Dummheit und Arroganz, besonders ihre Paarung, Gleichgültigkeit und Untätigkeit, besonders in Kombination. Ich finde persönlich, man sollte nicht allzuviel Gedöns um die Sünde machen, durch die Liebe und die Frömmigkeit wird sie überwunden, nicht immer leicht, aber oft schwer, oft erst am äußersten Rand der Möglichkeiten und Kräfte. Nicht aufgeben, nicht den Tod fürchten.
            Liebe Grüße, Stephan

          • Amica sagt:

            Danke, lieber Stephan.
            Den Text des „Stabat Mater“ kenn ich von der Kreuzwegmeditation die Joseph Ratzinger noch kurz vor seiner Erhebung zum Papst verfasst hat. Ich hab dieses Büchlein zu Hause liegen. Das muss ich wieder mal lesen.
            Mit Marias innerlicher Passion haben Sie schon Recht. Ich hab nur – persönlich – größere Probleme mit körperlicher Gewalt: ich hab Probleme mit Blut – also richtige Probleme. Das ist kein Scherz: mir kann man noch nicht mal Blut abnehmen – sobald ich die Spritze sehe werde ich ohnmächtig. Fragen Sie nicht nach meinen Blutwerten? Keine Ahnung. 🙂
            Könnten Sie „Mysterium der Liebe“ etwas konkretisieren, bitte? Was genau ist da mystisch, überirdisch, dran? Haben Sie das selbst schon erlebt? Muss das jeder Christ mal erlebt haben, um etwa die Kreuzigung verstehen zu können? Irgendwie verstehe ich den Begriff „Mystik“ auch nicht so richtig. Vielleicht ist das mein diesbezügliches Problem.
            Liebe Grüße!

          • Stephan sagt:

            Liebe Amica, ich find’s ja gut, wie Sie nachbohren und es ist auch berührend. Ja ganz konkret ist es mit dem Mysterium – und eine andere Welt gleichzeitig jenseits des Konkreten und Logischen. Es ist eine andere, eine Glaubenswelt. In unserer Sprache z.B. hier in Osteuropa, wo ich lebe, sagt man nicht „glauben“ sondern „sich hoffen“. Ich meine mit dem Geheimnis oder dem Mysterium der Liebe das Wunderwerk, daß durch die Liebe alles aufblüht, gedeiht, das Denken und Handeln geheimnisvoll bestimmt wird. Ich bin kein Geistlicher, kein Poet; zum Glück gibt es die Dichter in jeder Sprache. Sie sprechen von diesen Geheimnissen in einer Weise, daß die Logik aufgelockert, der Bedeutungsgehalt der Sprache erweitert und verdichtet ist. M. Claudius, Rilke, Theodor Storm z.B. und sie nähern sich dabei dem göttlichen Geheimnis der Liebe, der Errettung durch die Liebe, des Geistes der Liebe, der überall geheimnisvoll wirkt und ihrer ungeheuren Kraft und Wirkung.
            Z.B.: Th. Storm:
            Die Stunde schlug

            Die Stunde schlug, und deine Hand
            Liegt zitternd in der meinen,
            An meine Lippen streiften schon
            Mit scheuem Druck die deinen.

            Es zuckten aus dem vollen Kelch
            Elektrisch schon die Funken;
            O fasse Mut, und fliehe nicht,
            Bevor wir ganz getrunken!

            Die Lippen, die mich so berührt,
            Sind nicht mehr deine eignen;
            Sie können doch, solang du lebst,
            Die meinen nicht verleugnen.

            Die Lippen, die sich so berührt,
            Sind rettungslos gefangen;
            Spät oder früh, sie müssen doch
            Sich tödlich heimverlangen.

            Und noch deutlicher spricht die Musik über diese Geheimnisse, z.B. J.S. Bach’s erste Klaviersuite oder sein Weihnachtsoratorium, oder das Benedictus aus Mozart’s Requiem. Ganz konkret: Gerade blühen die Linden auf, mit großer Kraft. Diese Kraft, alles wachsen und gedeihen zu lassen ist auch Ihnen von Gott, auch körperlich gegeben, wie jeder Kreatur. Schau’n Sie mal auf einer chirurgischen Station vorbei, die Menschen mit den dicken Verbänden waren noch vor wenigen Tagen tief blutig aufgeschnitten und schon lachen viele wieder und freuen sich und alles heilt. Diese Kraft lässt auch so eine winzige Stichwunde vom Blutabnehmen schon nach 5 Sekunden vergessen. Das ist ein tiefes Geheimnis, diese Kraft, die Wunden heilen lässt.
            Oder: In Krakau wird erzählt, als der Priester Woityla zum Erzbischof erhoben worden war, habe der Geheimdienst über ihn notiert: „Macht nichts als Beten und Lächeln, können wir lassen.“ Was hat er noch gemacht? Er sei mit den Jugendlichen, „der verlorenen Zukunft Polens“ wandern, schwimmen und Zelten gefahren und habe die Messe gefeiert. Aber, er habe da eigentlich dem ganzen Volk des früheren Ostblocks zugerufen: „Fürchtet Euch nicht!“ Und das hat der ganzen Revolution und der Auflehnung gegen die Diktatur Kraft und Sinn gegeben, habe ich in Krakau gehört. Ist das nicht vielleicht ein Mysterium? In Osteuropa sind übrigens traditionell viele Priester auch Poeten, wie es auch Papst Johannes Paul II war, man sieht viele junge Priester überall und die Kirche hat ein gutes Image.
            Herzliche Grüße,
            Stephan

          • Amica sagt:

            Danke für die Ausführungen.
            Sie können aber sehr gut Deutsch! Sind Sie selbst Pole? Alle Polen die ich bisher so kennengelernt habe, hatte ich sehr gern.
            Ein sehr kluger Schulfreund von mir stammte ursprünglich aus Polen und im Studium lernte ich eine sehr begabte polnische Künstlerin kennen. Sie lachte auch immer so seltsam, so verschmitzt wie der frühere Papst… So als würde sie von irgendwas eine Ahnung haben, das mir selbst verborgen blieb. Heute weiß ich aber, wieso sie so gelacht hat. Der liebe Gott hat mit ihr in Bildsprache geredet… Und das hat sie in ihren Bildern dann auch ausgedrückt.
            Ich war mal ein paar Jahre ziemlich angeschlagen, seitdem bin ich gerne allein und verstehe diese Künstlerin besser. Ich kann stundenlang still sein und nur nachdenken – und brauche kein Gegenüber, das doch nur über die kleinen Alltagssorgen mit mir reden würde. Wenn ich in der Nacht oft wach liege, ist das kein Problem für mich (viele Leute empfinden das ja als schrecklich – nehmen Einschlafmittel). Ich mag das Nachdenken gerne. Ich bete nicht wie die Leute so gewöhnlich beten, also mit Kreuzzeichen und in der richtigen Haltung: ich rede anders mit Gott. Das gibt mir innere Ruhe… Es hat etwas von „Leerwerden“ an sich.
            Wieso mögen die Polen die ich näher kennengelernt habe, die deutsche Sprache so gerne? Können Sie mir das erklären? Was ist am Deutschen schön? Ist es der Klang der Sprache, die Art des präzisen (vielleicht etwas pedantischen) Formulierens oder einfach nur das Sprachmaterial, also die vorhandenen Texte von bestimmten deutschen Klassikern (wie Goethe, Rilke, Schiller, Novalis etc.)?
            Über was dichten aber die polnischen Priester? Über die sinnliche Liebe, wie das Storm im obigen Beispiel gemacht hat, können sie wohl kaum dichten? Sind es religiöse Gedichte? Wie sehen diese aus?

          • Stephan sagt:

            Liebe Amica, ich wollte gar nicht so viel über mich schreiben. Es ist ja hier das anonyme Internet. Ich hatte jetzt nur über den polnischen Papst und Eindrücke aus Krakau was geschrieben in dem Kontext der Fragen, wie das Mysterium der Liebe aus der Verdinglichung des Anderen befreien kann. Ich bin nur ein kleiner Mensch mit einem ganz kleinen Leben und überlasse die großen Fragen sehr gern den ganz Großen. Ich versteh‘ auch wirklich nicht viel von Religion, meine Religiosität besteht eigentlich nur aus einer Art persönlicher freundlicher Bekanntschaft mit Jesus; er hat nie die Leutchen unter Druck gesetzt. Ich glaube nicht, daß es Gottes Plan war, daß er am Kreuz sterben sollte, es waren die Menschen, die es gemacht haben, eine Art menschliches Unglück. Persönlich meine ich, zuviel nach Gott gucken ist nicht gesund. Die Gedichte von Storm sind gut; Papst Franziskus ist aber auch ein poetisch begabter Mensch. Herzliche Grüße, Stephan

          • Stephan sagt:

            Noch ein Nachtrag zu den Gedichten der Priester in Osteuropa liebe Amica. Ich kann jetzt keines auswendig, es geht aber auch in Richtung von dem Stormschen Gedicht, oder über sehr menschliche Themen, die Arbeit z.B. oder auch die Natur. Ein schönes Gedicht der deutschen Mystikerin Mechthild von Magdeburg habe ich gefunden unter vielen anderen (Minnegesang für Gott), noch einen touch sinnlicher und erotischer als das Storm’sche oben, aber klar an Gott gerichtet:
            Ich sturbe gerne von minnen,
            möhte ez mir geschehen!
            den jenen, den ich minne,
            den hân ich gesehen
            mit mînen liehten ougen
            in mîner sêle stân.
            (Mechthild von Magdeburg)
            Bin mir sicher, viele Priester und Nonnen haben heutzutage auch ein sinnliches Leben mit Gott, sie sprechen aber nicht in der Öffentlichkeit so leicht darüber, die Zeiten sind ja heute auch sehr, sehr streng, was die sinnliche und zärtliche Liebe betrifft.
            Liebe Grüße, Stephan

          • Amica sagt:

            Wieder herzlichen Dank für Ihre Ausführungen, aber ich muss sagen, dass der Storm sinnlicher ist. Zwar kommt bei Mechthild das Wort „minne“ vor, aber sie spart Details aus.
            Sinnlichkeit ist aber Erleben und hat mit dem Moment zu tun.
            Aber ich gebe Ihnen insofern schon Recht, dass das Mittelalter und wohl auch die mittelalterliche Literatur nicht so prüde war, wie das heute oft dargestellt wird.
            Mittelhochdeutsche Tagelieder sind ja teilweise schon der Wahnsinn.
            Und ich kann mich ganz schwach daran erinnern, einmal ein Gedicht einer barocken Mystikerin gelesen zu haben (Name leider entfallen) – ich kann den Inhalt aber ungefähr beschreiben: darin ging es um den „süßen“ Empfang der Eucharistie. Und das hat diese Geistliche ziemlich genau umschrieben, also ihre Gefühle dabei. Wenn ich dieses Gedicht einem Jugendlichen heute vorlegen würde, dann würde der wohl – abgesehen von der barocken Sprache – das Ganze als ziemlich pervers bezeichnen: ich meine das „Essen“ einer anderen Person mit einem ordentlichen Schuss Erotik versehen, ist schon nicht ganz ohne. Leider weiß ich weder den Namen der Autorin noch den Titel des Gedichtbandes aus dem der Text stammte.

          • Stephan sagt:

            Danke für Ihre Antwort und die Einwände und Ideen. Stimmt, durch die Details ist die Sinnlichkeit in Storms Gedicht viel näher. Es ist da auch die Spannung viel stärker zu spüren und es gibt Elemente, die an das „Geheimnis des Glaubens“ erinnern: tödliche Heimkehr als Erlösung, rettungslos gefangen, eine Näherung (keine Verdinglichung). Alles sehr sinnlich. Bei Mechthild empfinde ichs anders sinnlich, es wird mir sehr gegenwärtig und sie kennt den Andern schon. Na, es spricht mich wohl auch sehr an, weil Sie eben eine Frau ist und ich ein Mann – und vielleicht spielt das ja auch mit bei unseren unterschiedlichen Sichtweisen. Ich hab‘ mal interessehalber „sinnlich“ im Grimmschen Wörterbuch d. dt. Sprache nachgelesen. Also von der alten Sprache her war noch sinnhaft, klug mit drin im Wort, dann mehr so etwas wie mit den Sinnen erfahren, eine niederere Ebene des geistigen Erlebens, dann auch etwas sich sinnlich, auf der Ebene der sinnl. Erfahrung innerlich lebendig vergegenwärtigen. Und dann auch die erotische Bedeutung mehr dabei. Nur mal, weil mir die Sprache wichtig ist, was bedeutet ein Wort, was fühle ich dabei. Danke, daß Sie dabeigeblieben sind trotz meiner manchmal oberlehrerhaften Allüren.

          • Stephan sagt:

            … noch etwas: Ich meine, ohne sinnhaftes Begreifen („tut dies zu meinem Gedächtnis“) hätten die Jugendlichen recht, es wäre echt pervers! Stephan

          • Amica sagt:

            Nein, wieso? Wieso oberlehrerhaft? Sie schreiben sehr klug und wissen wie man gut formuliert. Manche Leute haben einfach keinen Sinn für Sprache und Schönheit… es wird immer schlimmer… Diese ganzen Smileysymbole die die Jugendlichen heute einsetzen – das führt noch einmal mehr zum Einheitsbrei von „Gefühlen“; zu einem emotionalen Analphabetentum.
            Ich hab mich eine zeitlang mit Friedrich Gottlieb Klopstock beschäftigt und da hab ich erst gemerkt, wie lausig wir Gegenwartsmenschen uns doch ausdrücken. Wie viel an Wortraffinesse und auch Wortwitz verloren gegangen ist. Lesen Sie bitte einmal die Briefwechsel von Klopstock und seiner Frau Meta. Das ist fantastisch, das ist Liebe. So süß und so traurig zugleich: sie starb bei der Geburt des ersten Kindes, auf das sich beide so gefreut hatten.
            Aber auch die Briefwechsel zwischen Klopstock und Gleim sind grandios: „Papa Gleim“ – wie er liebevoll von seinen jungen Freunden genannt wurde – war ein sehr witziger und warmherziger Zeitgenosse. Die Anakreontik war sein Metier – also diese lustigen Lieder über Freundschaft und gemäßigten Alkoholkonsum.
            Alles wurde komplizierter, alles was die Technik und Naturwissenschaften betrifft, nur die Sprache nicht, die scheint heute unwichtig geworden zu sein.
            Es ist einfach schön, wenn man mit Leuten reden bzw. schreiben kann, die dafür noch ein Gespür haben.
            Aber ich denke, wir müssen unseren Dialog hier abbrechen, das geht schon zu sehr in die Literaturwissenschaft und hat mit dem Text vom Pater nicht mehr viel zu tun.
            Ihnen einen ruhigen Abend, lieben Dank für den Dialog und die besten Wünsche!

        • Harald Töpfer sagt:

          Sehr geehrte Amica.
          Auch ich dachte – wie glaube ich jeder – beim Kreuzestod Christi sehr lange vor allem: „Muss das sein?“.
          Die Gedanken und Gefühle waren ähnlich wie die Ihren. Aber man darf dabei nicht stehen bleiben, man muß diese Zumutung ernst nehmen. Denn entweder, man billigt Gott zu, es besser zu wissen as man selber, oder man meint im Ernst, man hätte es schlauer hinbekommen, harmonischer, menschlicher….
          Denken sie diesen Gedanken ruhig zuende: Was steht eigentlich hier gegeneinander? Ich spreche mal nur für mich: Meine völlige Selbstüberschätzung (kann ich alles besser) und ein Mißtrauen gegenüber Gott (ist im Grunde fies und grausam, nicht so barmherzig wie ich).
          – Unter der Voraussetzung, daß ich wirklich glaube daß Jesus Gottes Sohn ist und daß Gott allmächtig und barmherzig ist und daß Jesus für uns gestorben ist, kann ich aber nicht gegen diese Entscheidung Gottes einwenden, ich hätte das anders geregelt. Das ist einfach nur hochmütig. Ich muß mich vielmehr darauf einlassen, demütig anzuerkennen, daß ich Gott vertraue, es so gemeint zu haben wie er es getan hat.
          – Es war also richtig und auch barmherzig von Gott, seinen Suhn kreuzigen zu lassen.- das muß man erst einmal wirklich akzeptiern und so meinen können, sonst fehlt einem das Gottvertrauen.
          – Von dieser Perspektive her kann man erst versuchen, das zu verstehen. Das gelingt mir so:
          Gottes/Jesu Botschaft war eigentlich im Kern ein „Fürchtet Euch nicht“ (das ist ja an sich schon die Erlösung wenn man es schafft, nicht wahr?) und ein „Ich bin bei euch alle Tage“ (das ist die Geborgenheit, auch schon hier und Heute, in Gottes Liebe), und das Versprechen des ewigen Lebens. – Übrigens, witzig: an einer einzigen Stelle gibt er sogar eine Definition davon, was das ewige Leben ist; in Joh. 17,3: „Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.“ (also: Gotteserkenntnis, Gottesschau)
          Interessant, nicht? Nehme ich das wörtlich, dann ergibt für mich für Jesu Tod folgendes:
          Gott opfert seinen Sohn nicht, er hindert nur die Menschen nicht in ihrer Freiheit, ihn zu töten. Das kann aber nur bedeuten, daß der Tod nichts ist, vor dem er beschützt werden muß, weil er (der Tod) kein Grund zum Fürchten ist.
          Ist die Angst vor dem Sterben nicht die Angst, aus der alle anderen Ängste kommen? Ist es deshalb nicht das wichtigste, den Menschen diese Angst zu nehmen? Macht es da nicht Sinn, an sich selber und nicht nur an irgendwelchen Versuchskaninchen zu zeigen, daß der Tod keinen Stachel mehr hat, wenn man das ewige Leben hat? P. Harald Schöndorf S.J. hat, wenn ich ihn denn richtig verstanden habe, in dieser Richtung ein interessantes Buch verfaßt mit dem Titel „Warum musste Jesus leiden? Eine neue Antwort auf eine alte Frage.“
          Für ihn, und ich fand das plausibel, zeigt sich Gottes unermeßliche Liebe gerade darin, daß er das Leiden Jesu am Kreuz – und damit unser aller Leiden – in seiner bodenlosen Grausamkeit bis ins Letzte ernst nimmt, weil er es ja selber durchleidet, statt nur zuzusehen. Geichzeitig gibt er uns aber gerade dadurch und in der Auferstehung auch das Versprechen und die Gewissheit, daß es letztlich gar nicht so „schlimm“ ist wie es sich anfühlt, da alles – zeitliche – Leiden nichts ist im Verhältinis zur ewigen, unendlichen Liebe und Geborgenheit die uns Gott schenkt.
          Hätte er Jesus – also sich selbst!! – geschont, wäre dann seine Heilszusage nicht irgendwie schal, im Sinne eines „was hast Du schon für eine Ahnung, Du hattest ja ein feines Leben hier bei uns“, komm mir nicht mit „Keine Angst“!?!

          • Amica sagt:

            Das sind sehr gute Argumente. Sie haben in jedem Punkt Recht! Und zum Glück. 🙂
            Das „Hab keine Angst!“ muss aber in diesem Fall auf die Gewalt die manche Menschen auf andere Menschen ausüben, bezogen werden. Nicht der Tod Christi ist ja hier das Übel, sondern der Kreuzestod und das was Märtyrer so durchmachen mussten. Also, was alles vor(!) dem Tod mit einem Mensch so „angestellt“ werden kann.
            Sterben müssen wir schließlich alle und wenn wir daran glauben, dass Gott gut ist, und wir christlich leben, dann brauchen wir davor keine Angst haben. Das hat aber nicht unbedingt mit der Kreuzigung zu tun. Wir glauben schließlich nicht an die Güte Gottes auf Grund des Kreuzestodes, sondern weil wir sie in manchen Momenten einfach fühlen. Also diese Nähe Gottes.
            Natürlich ist ein Glaubensgrundsatz, dass erst durch dieses Opfer, das ewige Leben möglich wird. Aber trotzdem wird dieser so wichtige Glaubensgrundsatz nie richtig begründet. Wieso ist das der einzige Weg für einen Gott der doch so kreativ sein muss, das heißt alles das hier erschaffen hat?
            Kleiner Scherz: vielleicht hatte Gott einfach Sehnsucht nach seinem einzigen Sohn und wollte ihn schnellstmöglich wieder bei sich da droben haben. Das wäre dann wiederum sehr menschlich-verständlich, eben Papa-like. Im Himmel soll es ja doch recht schön sein, sagt man.

            Angst, wirkliche und begründete Angst haben, müssen wir vielmehr vor Menschen, die uns quälen können, körperlich oder auch psychisch. Die und so fertig machen können, dass sie unser Wesen zerstören können, die „Seele“ zerstören. Hilft solchen
            Menschen der Kreuzestod Christi wirklich weiter? Keine Ahnung. Kann sein.
            Manche Seelen werden durch andere seelenlose Menschen eben restlos zerstört.
            Aber, ich höre jetzt auf damit. Wie Sie oben ja auch geschrieben haben, sind unsere Hirne einfach zu klein um das Alles begreifen zu können. Dass Gott es gut mit uns meint, dass glaub ich auch. An den Teufel glaube ich aber leider auch.
            Lieben Dank für Ihre sehr klugen Ausführungen!

      • Stephan sagt:

        Liebe Amica,

        Danke nicht nur für votre compliments sondern auch für den inspirierenden Dialog mit Ihnen, der von dem Beitrag unseres Paters über die abgründigen Verse Benjamin Brittens und das Erbarmen, oder wie heute oft zu hören ist, die Barmherzigkeit, ausging. Mir hat unser Dialog darüber geholfen, besser zu verstehen, daß ich frage, wie dies in Fleisch und Blut verwurzelt sein kann – und daß es um das „Geheimnis des Glaubens“ dabei gehen könnte – und dies scheint jenseits der Sprache zu liegen, in Geste, Tat und sinnlicher Erfahrung. Ist das die wirkliche Erlösung? Zum Dank schicke ich hier noch Ihnen und Pater Hagenkord, auch anläßlich des morgigen Johannis, hier ein Gedicht des osteuropäischen deutschbaltischen Dichters Werner Bergengrün, das wohl auch das geheimnisvolle Lächeln vieler Osteuropäer erklärt, unter denen ich mich so wohlfühle.
        Stephan

        Der Hund in der Kirche

        Wie gedacht ich jenes Tags der Worte,
        die das Weib aus Kanaan gesprochen :
        „Fressen doch die Hündlein von den Brocken,
        die von ihrer Herren Tische fallen.“

        In der dörflich bunten, halbgefüllten,
        in der sommerlich geschmückten Kirche
        betete der Priester am Altare :
        „Dieses reine, unbefleckte Opfer,
        milder Vater, wollest du gesegnen .“

        Durch die Stille,
        die der Bitte folgte,
        klang ein dünnes, trippelndes Bewegen
        von der Tür, im Rücken der Gemeinde,
        zaghaft erst, verlegen, dann geschwinder.
        Viele Augen wandten sich zur Seite.
        Manche Fromme runzelte die Stirne,
        gern bereit, ein Ärgernis zu nehmen.

        Auf den schwarz und weiss geschachten Fliesen
        kam ein kleiner Hund auf kurzen Beinen
        flink den Mittelgang entlanggelaufen,
        ohne Abkunft, bäuerlicher Artung,
        missgefärbt und haarig wie ein Wollknäul,
        aber drollig, jung und voller Neugier.

        Tief am Boden lag die schwarze Nase,
        witternd, schnuppernd suchte er die Richtung.
        Er verhielt, er hob die rechte Pfote
        eingewinkelt an, er hob die Ohren
        und mit freudigem Kläffen schoß er schräge
        ganz nach vorne zu den linken Bänken,
        wo gedrängt die kleinen Mädchen knieten.
        Ihrer eine, sonntäglich gekleidet,
        siebenjährig, schlank und schmalgesichtig,
        ward von jäher Röte überflutet,
        und behend den dunkelbraunen Scheitel
        neigte tief sie über ihr Gebetbuch.

        Doch nun stießen sie die Nachbarinnen
        kichernd an, voll Eifer und nicht ohne
        eine kleine heilige Schadenfreude.

        Selig, daß die Herrin er gefunden
        mit dem Stummelschwänzchen munter wedelnd,
        suchte durch Gewirr der Kinderfüße
        sich der Hund zu ihr hindurchzuzwängen.

        Kein Verleugnen half mehr, und die Kleine,
        zitternd fast und nicht mehr Herr der Tränen,
        schnellte auf und schob sich widerwillig
        durch die Reihe, schon den Hund im Arme,
        knickste in des Hochaltares Richtung
        und begann geschwind zur Tür zu flüchten
        auf den schwarz und weiß geschachten Fliesen.

        Und ein Sonnenstrahl fiel durch das bunte Fenster und beglänzte ihre Haare und das rote, glühende Gesichtchen.

        Doch noch war der Ausgang nicht gewonnen,
        als das Glöckchen hell zur Wandlung schellte.
        Alle knieten. Und das Kind hielt inne,
        wandte sich und mit gesenktem Scheitel
        ging es hurtig in die Kniee nieder.
        Sorglich mit der Linken hielt die Kleine
        eng den Hund gepreßt an ihre Brüstchen
        und bekreuzte gläubig mit der Rechten
        sich und ihn.
        Da lächelte am Pfeiler
        fromm der Löwe Hieronymi.

        Das Getier der heiligen Geschichten,
        dieses schneller, jenes erst mit Zögern,
        schwer verstehend, wie es manches Art ist,
        tat ihm nach auf Bildern und Altären
        überall. Es hoben an zu lächeln
        Ochs und Esel und der Fisch des Jonas,
        Lucä Stier und des Johannes Adler,
        Hund und Hirsch des heiligen Hubertus,
        Martins Pferd und des Georgius Streithengst,
        Lamm und Taube, endlich die gekrümmte
        Schlange unterm Fuß der Gottesmutter.

        Aus der Orgel aber stieg verstohlen
        silberhell ein winziges Gelächter,
        tropfte, perlte, wenigen vernehmlich.
        Doch dann schwoll sie auf und rief mit Jauchzen :
        „Lobt Ihn, alle Kreatur !“

        • Amica sagt:

          Ich für meinen Teil habe gar nichts verstanden, bin ratlos wie selten zuvor und ziemlich fertig.
          Aber was schön war in diesen letzten Tagen war eine Art Nähe zu Gott. Wie soll ich es erklären: ich putzte gerade ganz allein so vor mich hin und hab geheult und dann plötzlich hat Gott mit mir Mitleid gehabt, mir Zeit gegeben und Dinge die ich an diesem Tag eigentlich machen sollte, auf den nächsten verschoben: Eine alte, sehr liebe Frau (meine Grundschullehrerin), musste am Abend in die Kirche und ich sollte ihr ein Medikament deshalb erst den nächsten Tag bringen.
          Und dann bin ich am nächsten Tag spazieren gegangen und es war sehr heiß und Gott hat mir Wind geschenkt in Mitten von Weizenähren. Er war wirklich lieb zu mir.
          Was ich in diesen Tagen gelernt habe, ist, dass der wirklich liebe Gott (der Gott der Christen) für mich da ist, wo kein Mensch für mich da ist.
          Dass ich auf ihn vertrauen kann, auch wenn ich selbst nicht immer souverän oder vertrauenswürdig bin, eher wankend, nachdenklich, schwach.
          Schöne Erfahrung.
          Wenn mich ein Kloster will, so werd ich einwilligen und Gott ein Leben lang suchen. Verrückt aber alternativlos. Ich eigne mich nicht für einen Mann… brauche irgendwie mehr.
          So versteh ich Ihre Mechthild gleich viel besser. Aber nicht wegen der Vereinigung mit Gott (was ich nicht nachvollziehen kann) sondern eher wegen dem Wunsch nach Mehr.
          Wir haben wohl beide aus dem Dialog etwas für uns begriffen. Dann ist es gut.
          Ich für meinen Teil habe mehr Liebe zu Johannes Paul II. entwickeln können. Er war mir bisher relativ fremd. Aber das osteuropäische Lächeln mochte und mag ich und werd ich immer mögen. Ich bin nicht Deutsch, eigentlich bin ich im Herzen Osteuropäerin, tief verschattete Augen, nachdenklich, schwermütig und gottesfürchtig.
          Ich denke, ich werde in meinem Leben etwas ändern müssen. Ich hab gerade eine gute Richtung die ich verfolge… Man wird sehen.
          In einem wichtigen Abschnitt in meinem Leben gab ich einen Satz aufgenommen: „Lass Dir Zeit!“ Und gerade weil er mir so schwer fällt, gegen mein Naturell rebelliert, ist es ein guter Satz für mich.
          Lieben Gruß an Sie, lieber Stephan.

    • Andreas sagt:

      Der Opferkult in den Religionen hat seine Wurzeln in der uralten Vorstellung, man könne Gott oder die Götter durch eine Gabe wohl stimmen und in gewisser Weise verpflichten, das persönliche Schicksal, bzw. das der Sippe oder des ganzen Volkes zum Guten und Besseren zu wenden und vom Leid erlöst zu werden. Die Möglichkeit, auch den eigenen Körper und die Atmung zu opfern, wurde im asiatischen Religions- und Kulturraum zu selbstbezüglichen Körperbeherrschungs- und Atemtechniken weiterentwickelt, im abrahamitischen Raum zum Märtyrertum in der Hingabe an eine Idee oder Ideal.

      • Amica sagt:

        Diese Auffassung hat das Christentum nicht.
        Es baut nicht darauf auf, oder?
        Wenn es darauf aufbauen würde, würde das meine These stützen, dass ein solcher Gott nicht barmherzig sein kann: welchen (noch dazu idealen) Vater stimmt es milde, seinen Sohn bluten zu sehen?
        Und vielleicht will das Benjamin Britten hier ausdrücken: Abraham könnte in den Strophen oben (gemäß Typologie) eben Symbol für den Gott der Christen und Isaak für Jesus sein. Benjamin Britten würde dann diesen (vermeintlichen) Gott anklagen, an den er eben nicht glaubt. Höchstwahrscheinlich glaubte er nicht groß an die christliche Kirche, die wiederum mit Homosexuellen so Ihre Schwierigkeiten hat(te). Ich hab Britten gegoogelt.
        Nur so eine These – um die zu verifizieren müsste man das gesamte „War Requiem“ durchlesen und auf die Theodizee-Frage und anderes hin untersuchen.

        • Andreas sagt:

          Die vermeinliche Unbarmherzigigkeit von Gott Vater gegenüber seinem Sohn muss man im Lichte der Auferstehung begreifen.

          • Amica sagt:

            Auferstehen hätte er auch nach einem gewaltlosen Tod können, oder? Da hätten die Jünger halt noch vierzig, fünfzig Jahre warten müssen. Kleiner Scherz am Rande: die Kirche hat ja sonst auch kein Problem damit, sich Zeit zu lassen für Prozesse.
            Ich versteh schon, dass Sie mir sagen wollen, dass es ja nicht beim Karfreitag bleibt, es gibt ja ein „Happy End“ für Christen: Ostern eben.
            Ich maße mir hier auch nicht an, irgendwelche Glaubenswahrheiten ansatzweise durchdenken zu können.
            Es ist einfach spannend, sich darüber mehr Gedanken zu machen und das Ganze auch kritisch zu hinterfragen, so wie das eben Mister Britten gemacht hat.
            Cooler Typ, übrigens!

          • Andreas sagt:

            Ohne Tod am Kreuz, aber dennoch mit einer Auferstehung hätte sich das Christentum höchstwahrscheinloch anders entwickelt.

          • Andreas sagt:

            … und ein anderes, d.h. gewaltfreies „happy end“ wäre m.E. eine gewisse Diskontinuität zum Alten Testament.

        • Amica sagt:

          Den Nachtrag muss ich noch bringen, sonst ist die ganze These nicht durchdacht genug:
          Der „stolze Widder“ der sich in der Hecke verheddert hat, würde dann für Adolf Hitler stehen beziehungsweise den stolzen Teufel (Hitler ist von Sternzeichen Widder gewesen).
          Der „Engel“ eventuell für den Lieblingsjünger Jesu der um eben Erbarmen betet/bittet.
          Und damit würde Britten Gott anklagen, die wirklichen Schurken zu verschonen und anstatt dessen die Unschuldigen zu opfern.
          Aber jetzt höre ich auch, hier interessiert sich wohl keiner wirklich für eine Gedichtanalyse. 🙂

  2. SG sagt:

    Vielleicht weil diese „Laienpredigten“ was mit Ihrem Leben zu tun haben, und nicht aus dem Internet gezogen sind, wie so viele Predigten….?

    • Amica sagt:

      Ja, genau. Das war meine Aussageabsicht.
      Diese Laienpredigten sind oft ziemlich gut. In Zukunft wird das mehr und mehr Praxis werden und das ist eben kein Manko.
      In ein paar Jahren muss unser Pfarrer fünf Gemeinden übernehmen und eigentlich sollte er sich noch um den Gottesdienste im Krankenhaus und Altenheim kümmern. Aber im Krankenhaus haben wir am Sonntag oft die Wortgottesdienstfeiern in einer kleinen Kapelle. Der Gottesdienst wird aufgezeichnet so dass die Kranken den im Zimmer auch verfolgen können.
      Die Atmosphäre der Kapelle allein ist schon super: klein und schlicht und einfach nur ehrlich. Wir sind recht wenige Gottesdienstteilnehmer in der Kapelle, aber immer die gleichen.
      Wenn Sie als Kommunionhelfer nach dem Gottesdienst auf die Stationen gehen, sind da oft Menschen die nicht unbedingt viel mit der Kirche am Hut haben. Keiner wird gezwungen die Hostie zu empfangen, es wird höflich gefragt und wenn ein „Nein“ kommt, sich höflich verabschiedet. Die meisten Leute wollen aber die Kommunion und wollen auch reden, sogar diskutieren. Was man vermeiden sollte, ist zu bigott und salbungsvoll rüber zu kommen.
      Das ist im Grunde eine richtig gute Sache um Menschen wieder an den Glauben zu erinnern. Das Krankenhaus ist ein grandioser Ort um Glauben zu erleben. Zumindest empfinde ich das so. Es ist authentisch.
      Und die Laienprediger von denen ich geschrieben habe, lieben diesen Ort und die Menschen die dort sind.
      Insofern verstehe ich das mit der Passion Christi schon (siehe oben). Ein leidender Gott für leidende Menschen.
      Aber irgendwie versteh ich es auch wieder nicht. Seufz. Ich versteh die Welt sowieso nicht…

  3. Rosi Steffens sagt:

    Ich bin nicht bereit andere draufgehen zu lassen, doch meine Mittel sind auf das begrenzt, was Gott mir zur Verfügung stellt, um trotz meiner persönlichen Begrenztheit das Gute bewirken zu können. Gerne berufe ich mich diesbezüglich auf das Volk, denn ich bin Teil davon, was ich durch den eigenen Schmerz fühle und herausweine, um mitzutragen, was die Menschen in mir verursachen, die vor den Toren Europas ausharren, um Zugang zum bestehenden Leben zu finden. Mein Glaube bestärkt mich in der Annahme von Hoffnung und Zuversicht, die erst geteilt durch die ganze Menschheit das Gute hervorrufen können. Das Bild des Leides ist zwischen Gott und der Welt offenbart und kann so aufgearbeitet werden, dass daraus das Vertrauen all derer erwächst die Leid verantworten müssen. Das Volk lebt unter der Fremdherrschaft einer Elite den Alltag in eigener Würde und Dankbarkeit gegenüber dem wahren Herrn. Diese Würde trägt sich im Wohlwollen Gottes für die eigene Existenz und berührt mit jedem Herzschlag die Seele der Menschheit. Papst Franziskus hilft aktiv dabei mit, dieses Wohlwollen zu stärken und die Herrscher in ihrem Denken zu erreichen, was sich mir in seiner Rede vor dem Exekutivrat des Welternährungsprogramms erneut zeigen konnte. Das sind meine ganz persönlichen Eindrücke aus dem Leben, wie es sich mir heute zeigen kann.

    Vielleicht fehlte Abraham das Herz, das erst im eigenen Sohn für das Wesen schlägt, das all seinen Kindern zu Grunde liegt, um sie damit der Seele zu überantworten, die im eigenen Dasein begründet ist. Wenn die innere Stimme heute sagt töte, dann tut sie dies um zu prüfen wie gewissenhaft der Mensch nach göttlichem Vorbild handelt und sich damit auch seinem eigenen Willen beugt. Wir haben durch das Bewusstsein für unsere göttliche Abstammung ein Gewissen nachdem wir handeln können. Abraham konnte Liebe nicht empfinden, weil sie als Gott im Raum stand. Für diese Erkenntnis hätte er seinen Sohn geopfert, nur um Gott am Leben zu erhalten. Erst durch diese Sendung erlebt das menschliche Wesen die Liebe des Vaters zu seinem Volk, durch eine geistige Schöpferkraft, die durch den göttlichen Sohn noch heute greifbar im Raum steht. Wir sollten uns bewusst für das entscheiden, was durch Jesus nachfolgt, denn damit haben wir die einmalige Chance, uns dem Wesen der Zeit anzunähern, das durch den Herrn trägt, was in der Einheit des Heiligen Geistes das All am Leben erhält. Die göttlichen Gaben schöpfen aus dem Bewusstein ihrer Vollkommenheit, was Gott zu Teil werden lässt.

  4. Antonius Theiler geb.1941 sagt:

    Wenn über Barmherzigkeit und Opfern geredet wird soll ganz vorne angefangen werden. Es muss aber auch das Jetzt mit einbezogen werden. Gleich wird festgestellt, dass das mit dem Opfern nicht so leicht ist.

    Am Anfang war das Wort, das Wort ist Energie. Diese Energie hat gewollt, dass aus ihr Materie entsteht. Materie aus der auch wir sind. Was machen wir jetzt mit uns? Obwohl uns doch klar ist, das wir aus und durch diese Energie geschaffen sind, vernichten wir auf dem Opferstein der Gewinnsucht diese schöne materielle Schöpfung und immer öfter auch uns selbst. Wir gehen sogar so weit, dass wir ohne Notwendigkeit aus Materie wieder Energie machen, mit der Folge der Unumkehrbarkeit. Dann kamen die Philosophphysiker und dozierten von der Unschärfe, also von der Ungenauigkeit die nach deren Meinungen in der Schöpfung ist. Da bin ich aber froh, dass da ein Physiker war, der uns allen die Zunge zeigte und sagte: „…Ich bin überzeugt, dass der Alte nicht würfelt….“ und dass dies alles sein Gesetz hat, nur wir erkennen es (noch) nicht. Das ist felsenfester Glaube. Bereits 1948 schrieb ein anderer Physiker: „Wer diesen Segen der entschleierten Atomenergie genießen will, schafft zur gleichen Zeit in fortschreitender Menge furchtbarste Zerstörungsmittel; die in seiner Hand befindlichen künstlich-radioaktiven Substanzen sind im schlechten Sinne angewendet – verheerender als alle Pestkulturen.“ Er sagte auch vormittags auf der Geburtstagsfeier bei Prof. Popp: „Eine Zahl ist mehr wert, als alles philosophische Geschwätz.“ Nachmittags wusste schon so ein Philosophphysiker nicht mehr, wer das gesagt hat, doch er schimpfte darüber. Dieser ständig an der Entstehung rumschraubenden, der verwirrten Klasse des Geistes angehörenden vergaß, dass er nebenbei vor tausend Jahren Häuser arisierte. Diese gewichtige germanische Physik-Garde vergaß, dass bei dem rückwärts gerichteten Schöpfungsprozess auch noch ein bisschen Atommüll übrig bleibt. Nach 1945 wurde dreißig Jahre Kernenergie rücksichtslos vorangetrieben. Kein Engel kam und griff diesen unfehlbaren Geschäftemachern in den Arm. Keiner sagte, dass auf dem Opferstein Asche zurückbleibt, die noch hunderte von Generationen in Schrecken und Angst versetzen wird. Wer darauf hinwies wurde verlacht. Alle Möglichkeiten wurden dem Menschen gegeben aber er will größer sein als was? Wir sollten und müssen diese Schöpfung annehmen und nicht versuchen sie zu optimieren. Was und wem wollen wir beweisen, dass wir glauben. Wir sind nicht Abraham. Müssen wir alle auf den Altarstein klettern auf das einer sagen kann: „Herr ich glaube so stark an dich, dass ich sie alle opfere.“ Sie alle hier im Blog können sicher sein, dass kein Engel kommt, wenn der Unbarmherzige auf den Knopf drückt. Ich habe einmal gelernt dass „ER“ nach jedem Schöpfungstag etwas sagte. Das müssen wir heute auch noch alle Tage sagen und immer wieder, solange wir es noch können.

    • Andreas sagt:

      Mit der Existenz des absoluten, vom Menschen unabhängigen Zufalls, d.h. der Unbestimmtheit müssen Sie und ich leben. „Einstein, hör auf Gott zu sagen, was Er mit seinen Würfeln machen soll!“ (Nils Bohr. Wenn wir Wort durch Information ersetzen, kommen wir der Realität und damit dem Ende des Klötzchen-Materialismus und des Lego-Weltbildes näher. Die Engel überlassen wir dabei Anselm.

      • Antonius Theiler geb.1941 sagt:

        Lieber Andreas strecke keinen Finger aus.
        Die Unbestimmtheit, die ich anerkenne, wurde schon vor vielen Jahrhunderten beschrieben.
        „Immer wenn ein Mensch zur Erde geschickt wird, stehen zur rechten und linken Seite des Allmächtigen zwei Engel. Der eine fragt den Herrn, soll er arm werden, der andere fragt, soll er reich werden, der Allmächtige macht nur einen Fingerzeig. Weiter fragt der eine, soll er stark werden, der andere Engel fragt, soll er schwach werden, der Herr gibt nur einen Fingerzeig. Und wieder fragt der eine, soll er klug werden und der andere, soll er dumm werden, der Herr zeigt nur mit einem Finger. Und schon ist wieder ein Mensch geworden, doch ob er ein Gottesfürchtiger oder ein Frevler werden wird überlässt „ER“ dem Menschen selbst“.

        Es könnte jetzt gesagt werden, das wäre vermeintliche Unbarmherzigkeit, doch bei richtigem Lichte betrachtet, das ist die Freiheit die „ER“ uns schenkte.

        Übrigens Einstein sieht Gott nicht mit dem Laster des Würfelns. Gleich so auch der Mahler Lovis Corinth mit keinem unscharfen Blick Jesus von Nazaret am Kreuz sah, wie kein anderer. https://de.wikipedia.org/wiki/Lovis_Corinth#/media/File:Lovis_Corinth_Der_rote_Christus_1920-1.jpg Warum komme ich jetzt auf Corinth? Ich sehe und empfinde einfach zu scharf, es muss mit Heisenberg zusammen hängen.

        Empfinden von Freiheit ist es nicht, wenn jemand in ein unterworfenes Land reist und einem Unterworfenen sagt: „Wir haben einen Atomclub.“ Hat sich überhaupt schon jemand Gedanken gemacht, wie gefährlich das für den Besuchten war? „Wenn wir Wort durch Information ersetzen.“ Alle reichsdeutschen reden nur von der Gefahr für Heisenberg. Ach ja, er war einer der uns das unendliche Geschäft mit dem Atommüll brachte.

        • Andreas sagt:

          Es bleibt auch mir unverständlich, warum Gott und seine Engel solche langlebig strahlend-zerfallenden Elemente in der Natur überhaupt zugelassen und nicht verhindert haben. Aber ohne ihre Wirkung im Erdinnern wäre unser Planet tektonisch und biologisch tot.

          • Antonius Theiler geb.1941 sagt:

            Lieber Andreas ist gut, dass Sie Andreas heißen.
            Auf Ihre Frage warum.
            Ich glaube die Engel fragten „IHN“ nicht wegen dieser unbedeutenden Sache.
            Wille und Wissen war es mit den Elementen.
            Das zugelassen und nicht verhindert, ist doch die Freiheit der Menschen.
            Auch bei Ihnen und bei mir, wird er mit dem Fingerzeig gewirkt haben.

          • Andreas sagt:

            Dann bleibt nur noch die Frage übrig, ob es ein Finger seiner rechten oder linken Hand war.

  5. Antonius Theiler geb.1941 sagt:

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