Spannungsfeld Papst

Mit meinem letzten Post habe ich mich weit aus dem Fenster gelehnt. Und falsch gelegen. Der Papst kann mit seiner Reise nach Myanmar und Bangladesch nicht gewinnen, habe ich gesagt. Und zu den Gründen stehe ich auch nach wie vor. Aber jetzt, da die Reise läuft, muss ich meine Schlussfolgerungen dann doch ändern.

Einen Schritt dazu habe ich schon gemacht, in einem Artikel für die Zeitung Die Zeit. Jetzt hat der Papst Bangladesch für die Aufnahme von muslimischen Flüchtlingen gelobt. Ohne das Wort ‚Rohingya‘ zu benutzen. Und er hat drei Familien von Rohingya auf die Bühne gegrüßt und sie so ins Rampenlicht gesetzt. Und um Vergebung gebeten. Und das Wort Rohingya gebraucht. Wer jetzt nicht versteht, dem ist auch nicht zu helfen.

Ankunft in Bangladesch: Begrüßung der Gläubigen vor der Messe an diesem Freitag

Ankunft in Bangladesch: Begrüßung der Gläubigen vor der Messe an diesem Freitag

Für die Zeit habe ich das „Methode Franziskus“ genannt, bewusst undiplomatisches Verhalten, das Unruhe schafft und Spielräume öffnet. Der Papst macht etwas, tut etwas, sagt etwas, und geht damit einen ungewohnten Weg. Er nutzt das Wort ‚Rohingya‘ im August, obwohl die Bischöfe des Landes schon im Juni gebeten hatten, das nicht zu tun. Dann sind alle aufgeregt, die Bischöfe, die Generäle, alle Journalisten wollen wissen ob er das durchhält, Druck auf Aung San Suu Kyi, auf die Machthaber, alle sind unter Spannung weil nicht alles nach fein abgezirkeltem Plan läuft.

In Myanmar wurde vor allen offiziellen Terminen erst einmal ein informelles Treffen mit den Generälen eingeschoben, danach außerdem ein interreligiöses Treffen. Da war auf einmal Bewegung drin.

 

Im Kern konstruktiv

 

Vorsicht: das ist kein Elefant-im-Porzellanladen verhalten. Also erst mal Schaden anrichten und dann sich als gegen-das-Establishment aufspielen, wie das der Herr im Weißen Haus drüben tut. Was der Papst macht ist im Kern konstruktiv, nur geht es eben über Spannung.

Und es geht – und das ist die ganz große Stärke – über Religion. Es sind religiöse Botschaften, die er bringt, auch die vom Frieden und das Sprechen von Flüchtlingen ist keine rein humanitäre Aktion, das ist mehr. Und das gibt ihm überhaupt erst die Möglichkeit, diese Spannungsfelder zu erzeugen.

Und damit untergräbt er auch nicht seine moralische Autorität. Das ist ja der Vorwurf, der ihm von unserer westlichen Seite aus gemacht wurde. Demnach hat man nur moralische Autorität, wenn man offen und ehrlich die Dinge anspricht und die Konsequenzen in Kauf nimmt. Das mag so sein, das bringt aber nicht das, wofür der Papst einstehen will: Frieden und Hilfe für die Menschen vor Ort.

 

Religiöse Autorität

 

Genauer betrachtet ist es also kein „Versuch“, den der Papst unternimmt, wie ich etwas ungenau im vergangenen Kommentar hier geschrieben habe. Ich habe dazu gelernt. Es ist seine Art des Beitrags zum Gemeinwohl. Er betet an der Trennmauer, die Israel baut, und schafft Unruhe im Land, was zu Reaktionen führt. Das heißt, man reagiert. Er fährt dahin, wohin schon keiner mehr fährt. Er spricht mit Leuten, mit denen keiner mehr spricht, weil ja eh klar ist, was die sagen. Und er schafft diese Spannungsfelder, in denen auf einmal etwas an Bewegung möglich ist, wo es vorher keine geben konnte.

Geistliche Politik, Beitrag von Religion zum Gemeinwesen und zum Frieden, man nenne es, wie man will. Aber es ist zutiefst päpstlich.

 

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60 Kommentare zu Spannungsfeld Papst

  1. carn sagt:

    Das da irritiert mich etwas:

    „Und um Vergebung gebeten.“

    Gemäß Merkur:
    https://www.merkur.de/politik/papst-feiert-vor-rohingya-treffen-messe-in-bangladesch-zr-9412606.html

    „Im Namen aller, die Euch verfolgt haben, die euch weh getan haben, vor allem für die Gleichgültigkeit der Welt, bitte ich um Vergebung“

    Soweit ich bisher dachte, kann man nur für sich selbst, für die, deren Repräsentant man ist, und für die, deren Zustimmung/Aufforderung man hierzu hat, um Vergebung bitten.

    Also z.b. der Papst kann für sich selber, die Kirche oder die ganze Christenheit (auch wenn ihn dann ein paar Protestanten schief anschauen) um Vergebung bitte; oder auch, wenn jemand ihm gesagt hat „Bittet für mich um Vergebung“.

    Nur bittet der Papst hier im Namen aller Verfolger der Rohingya um Vergebung; weder sind alle diese Verfolger Christen noch haben ihm vermutlich alle Verfolger dazu ermächtigt, in ihrem Namen um Vergebung zu bitten.

    Kann mir das jemand vielleicht erklären, wieso der Papst hier scheinbar im Namen von solchen, die er weder repräsentiert oder die ihm Erlaubnis dazu erteilt haben, um Vergebung bittet?

    • Pater Hagenkord sagt:

      Etwas weniger schnell aufregen, bitte. Erstens wissen wir noch nicht genau, was der Papst gesagt hat. Dass die Agenturen das schon berichten, macht es noch nicht wahr. Wir warten auf das Audio und hören uns das an. Zweitens: die Logik hat einen Haken, sie würde ja auch auf vorherige Generationen zutreffen. Also kann die Kirche nicht für vergangene Verbrechen oder Sünden um Vergebung bitten. Auch nicht für zum Beispiel Missbrauchstäter, denn diejenigen, die um Vergebung bitten, haben sich ja nichts zu Schulden kommen lassen. Wir leben aber in einer Verantwortungsgemeinschaft. Der Westen hat zum Beispiel jahre und jahrzehntelang nicht hingesehen bei der Verfolgung der Rohingya. Auch gibt es im Hintergrund handfeste ökonomische Interessen, der Westen auf der einen und China auf der anderen Seite. Selbstverständlich ist der Rest der Welt beteiligt, die Theologie nennt es „strukturelle Sünde“. Deswegen kann man sehr wohl um Vergebung bitten. Wenn – zurück zu Punkt 1 – wenn der Papst es tatsächlich gesagt hat.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Nachtrag: er hat es tatsächlich so gesagt. Wenn ich die Kausalität, welche der Merkur unterstellt, auch nicht teile. Aber er hat es gesagt. Damit gilt aber immer noch Punkt 2.

      • AR35 sagt:

        Ich muss carn Recht geben. Diese Entschuldigungsbitte des Papstes ist seltsam. Man kann nicht für etwas um Entschuldigung bitten, für das man keine Verantwortung trägt.
        Die Kirche kann aber sehr wohl um Verzeihung bitten, für Verbrechen, die sie in der Vergangenheit begangen hat. Und der Papst, als ihr irdisches Oberhaupt, hat sogar die Pflicht, dafür gerade zu stehen und um Vergebung zu bitten, was im Namen der Kirche, auch im Namen so manches Vorgängers (z. B. Urban II.) und in den Reihen des Klerus für Schandtaten begangen wurden. Er ist nicht persönlich verantwortlich, aber er trägt Verantwortung.
        Wir Deutschen wissen es ja aus unserer eigenen, wohlbekannten Geschichte. Die allerwenigsten heute lebenden Deutschen, tragen eine persönliche Schuld an den Verbrechen im 3. Reich. Und doch tragen wir alle eine Verantwortung in uns als Deutsche. Und dazu gehört, sich auch zu entschuldigen. Das ist zumindest meine Meinung.

      • carn sagt:

        „Etwas weniger schnell aufregen, bitte.“

        Der Segen der Internetkommunikation, ich war überhaupt nicht aufgeregt, sondern einfach nur irritiert/verwirrt.

        „Der Westen hat zum Beispiel jahre und jahrzehntelang nicht hingesehen bei der Verfolgung der Rohingya.“

        Deswegen irritiert mich auch nichts an der Bitte um Entschuldigung für Gleichgültigkeit; denn an der Gleichgültigkeit können Katholiken/die Kirche Mitschuld haben; und somit kann der Papst als deren Sprecher sich entschuldigen, jedenfalls nach meinem Verständnis.

        Auch für in der Vergangenheit der Kirche liegendes ist eine Entschuldigung aus meiner Sicht möglich, ähnlich wie Deutschland sich teils auch für Vergangenes entschuldigt.

        Aber z.b. würde es keinen Sinn machen, wenn Deutschland sich im Namen von Herrn Demjanjuk entschuldigt (soll Wächter in einem KZ gewesen sein; es gab einen Prozess), wenn der das nicht in irgendeiner Weise gebilligt hat.

        Eine Entschuldigung im Namen von jemanden, der diese Entschuldigung gar nicht geäußert haben will, wäre doch leer.

        Und deshalb irritiert mich die Entschuldigung im Namen der Verfolger der Rohnigyas; ein paar der Verfolger, verfolgen doch jetzt gerade; die sind sicher nicht mit einer Bitte um Entschuldigung einverstanden.

    • Roswitha Steffens sagt:

      Wenn man davon ausgeht, dass eine Mentalität ihre Würde teilt und diese Mentalität Gott ist, dann finde ich kann der Papst durchaus um Verzeihung bitten, wenn wir Menschen unsere eigene Würde missachten, ihr den Ort ihres Lebens streitig machen und damit das Wort nicht halten, das uns allen gleichermaßen durch Gott gegeben wurde. Ich finde das ist sehr katholisch.

      Bitte korrigieren sie mich, wenn ich damit falsch liegen sollte.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Es ist manchmal sehr schwer nachzuvollziehen, was sie meinen oder sagen wollen. Was bedeutet es wenn eine Mentalität eine Würde teilt?

        • Roswitha Steffens sagt:

          Maria ist die Mutter Gottes und eint sich durch die Mentalität seines Sohnes mit dem Vater. Würde trägt die Geschichte daraus in das Herz, das sich von Gott schlagen lässt, um sein Ich zu empfangen, das dem Herrn sein Leben schenkt. Ich denke Mentalität sagt alles über die Person aus, die sie zu tragen in der Lage ist. Sie trägt als Sensibilität was aus der Substanz erwächst, um mit all denen zu teilen, die ihr Leben daraus empfangen.

          Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist, für mich selbstverständliche Worte in ihrer Anwendung anderen Menschen zu erklären und hoffe, Sie verstehen mich jetzt besser?!

          Vielleicht kann ich es sogar noch einfacher ausdrücken:

          Mentalität ist Gott in jeder Person als Wahrheit angelegt, um mit diesem Gemeinwesen Lösungen für das Gemeinwohl zu erarbeiten.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Mentalität – sagt der Duden – bedeutet „Geistes- und Gemütsart; besondere Art des Denkens und Fühlens“. Ich glaube, wir sollten wenigstens ungefähr bei der Bedeutung bleiben, die Worte in unserer Spache haben. Was Sie schreiben, klingt poetisch, hat aber irgendwie keinen Sinn.

          • Roswitha Steffens sagt:

            Tut mir leid Pater Hagenkord, manchmal eile ich dem Gehorsam voraus und verliere dadurch den Bezug, ich werde versuchen daran zu arbeiten.

            Vielleicht bemühe ich mich ja zu sehr darum zu verstehen, als vielmehr das Verständnis auf mich wirken zu lassen, um damit befreiter weiter leben zu können.

            Leider bin ich mir in meinen Annahmen oft nicht sicher genug, um diese Gelassenheit an den Tag zu legen, denn so viel ist passiert, das es mir sehr schwer macht ausgerechnet den Menschen zu vertrauen, und doch suche ich stetig nach dem Gut in ihnen, dessen Unmut mir oft genug begegnet. Dieses Gut braucht Zeit und sollte deshalb durch Gott angenommen sein, denn nur er kann die Zeit wieder ins rechte Lot bringen, sodass alle Menschen darin ihr Auskommen finden können mit dem sie sorglos arbeiten können.

  2. Wenn die Aktualität einen schneller einholt als man denkt. de.radiovaticana.va/news/2017/12/01/papstreise_nach_bangladesch_friedenstreffen_der_religionen/1352216
    PF ist ein Mann der Diplomatie und ein Mann mit Rückgrat.
    Wer um Verzeihung beten kann zeigt Größe darum kann ich nur sagen Hut ab Papst Franziskus. Keiner lebt auf einer Insel, wir sind alle Geschwister.

    • carn sagt:

      Um das klarzustellen, ich finde es grundsätzlich richtig, wenn der Papst um Verzeihung bittet.

      Nur irritiert mich eine Bitte um Verzeihung im Namen von Leuten, die das vermutlich gar nicht wollen.

      • Michael sagt:

        @carn: Da mögen Sie recht haben in Ihrer Auffassung, aber: wie ist dann die Bitte Jesu zu an Seinen himmlischen Vater verstehen da Er am Kreuze sterbend sagt:“Vater, vergib Ihnen, denn Sie wissen nicht was sie tun..“? Vielleicht wissen jene Verfolger auch nicht wirklich was diese tun…auch wenn diese es meinen, dass diese es wissen und wir scheinbar Aufgeklärten und Zivilisierten darin eine vorsätzliche Handlung erkennen? Fehlt nicht einfach zu dieser Entschuldigung dieser aussagekräftige und wohl zutiefst wahre Halbsatz? Diese Erkenntnis Jesu?…Wissen wir in, mit und durch so manchen Beitrag hier im blog was wir -vor Gott- in Wahrheit tun?
        Schwierig!?!

        • carn sagt:

          „aber: wie ist dann die Bitte Jesu zu an Seinen himmlischen Vater verstehen da Er am Kreuze sterbend sagt:“Vater, vergib Ihnen, denn Sie wissen nicht was sie tun..“?“

          Der Satz selber ist ja anders, da in diesem quasi das Opfer den zuständigen Richter bittet, den Tätern die Tat nicht anzurechnen; sowas darf ein Opfer natürlich machen.

          „Vielleicht wissen jene Verfolger auch nicht wirklich was diese tun…auch wenn diese es meinen, dass diese es wissen und wir scheinbar Aufgeklärten und Zivilisierten darin eine vorsätzliche Handlung erkennen? Fehlt nicht einfach zu dieser Entschuldigung dieser aussagekräftige und wohl zutiefst wahre Halbsatz? Diese Erkenntnis Jesu?“

          Ja, mit einem entsprechenden Halbsatz würde es mehr Sinn machen, wenigstens für Christen.

          Fände dann zwar andere Formulierungen immer noch passender, da „Im Namen …“ immer noch seltsam wäre; aber zumindest wäre dann meine Irritation geringer.

  3. Antonius Theiler geb.1941 sagt:

    „Niemand darf Folgen des Klimawandels leugnen“.

    http://de.radiovaticana.va/news/2017/12/01/videobotschaft_des_papstes_an_umweltkonferenz_von_costa_rica/1352279

    „Technische Lösungen allein ohne eine persönliche Verhaltensänderung im Alltag könnten den Planeten nicht retten“, so der Papst.

    Was wollt ihr noch mehr hören.
    Armer Franziskus.

    • Actuarius sagt:

      Es ist bereits zu spät. Das Experiment „Anthropogener Klimawandel“, dass mit dem Ackerbau vor Tausenden von Jahren begann und seit der Industrialisierung an Fahrt aufgenommen hat, lässt sich nicht mehr aufhalten. https://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/history.html.
      Dazu verschärft eine weiter wachsende Weltbevölkerung die Lage.

      Arme Menschheit.

      • Roswitha Steffens sagt:

        Wo ist ihr Glaube an die Kraft der Liebe, die jedem Wesen innewohnt und insbesondere dem Menschen all das ans Herz legt, was es zu erhalten gilt, um es über den Verstand effektiv weiter zu vermitteln, um sein Gedankengut fördern?

        Ich finde die Menschheit ist nicht arm, doch sie wirkt arm, weil sie ohne Liebe nur ein Abklatsch dessen ist, was sie sein kann. Nachdem Gott die Liebe ist, die alles trägt, liegt es dann wohl an jeder Person selbst am Leben teilzuhaben oder es den anderen zu überlassen.

      • Actuarius sagt:

        Ergänzung: Doch einen Vorteil hat das Klimaexperiment:
        die nächste große Eiszeit fällt aus.

        Glückliche Menschheit – dann.

  4. Roswitha Steffens sagt:

    Der Papst geht voran in einer Zeit, der das Gemeinwohl noch geschuldet ist. Er nimmt nicht einfach Worte, er verbreitet den Geist ihrer Heiligkeit, die von Gott gegeben mit Liebe erfüllt, wer seine Mentalität teilt. Es mag sein, dass ich das anders sehe als andere Menschen, doch für mich ist Heiligkeit mit genau der Person besetzt, die ihre Würde als katholische Kirche trägt. Ich liebe Gott im Wort mit seiner unendlichen Kraft für das Wesen aus seiner Mentalität. Heiligkeit kann ich mittlerweile in Menschen erkennen, die ich vor dieser Zeit noch nicht kannte. Sie waren so leise, ich konnte sie nicht hören, nur fühlen. Heute geben mir diese Menschen aus der Gemeinschaft die Kraft und Zuversicht im Leben die ich brauche, um an Gott zu glauben, weil er mich geboren hat. Als Volk treten wir innerhalb der Grenzen auf, die uns die Geburt vorgibt, als Mensch nehmen wir den Platz ein, der durch unseren Geist besetzt wird, um ihn aus Nächstenliebe als Gegenwart zu bezeugen und für die Zukunft zu erhalten. Kraft bedeutet Zeit in Nächstenliebe zu investieren, die gerecht verteilt die Einheit bringt, die sich nicht nur fühlbar als Gemeinwohl sondern auch messbar am Gemeinwesen erkennbar macht.

  5. Gabriele Luzia sagt:

    Herr Pater Hagenkord: „… Was Sie schreiben, klingt poetisch, hat aber irgendwie keinen Sinn.“
    Das ist nun wirklich nicht gerade gewaltfrei, Ihr Urteil!
    Wenn Sie weiterlesen unter Punkte 4 von Frau Steffens, kann man schon erkennen, was sie meint, und es weicht nicht grundlegend ab von der Definition „Mentalität“.
    Es fällt mir auch meistens nicht leicht, Frau Steffens Beiträge zu begreifen, aber diesen hier kann ich gut verstehen.

    • Gabriele Luzia sagt:

      … tut mir leid, dass dieser Kommentar auf Punkt 5 gerutscht ist, er gehört zu Punkt 1, letzter Kommentar von Pater Hagenkord.

    • Roswitha Steffens sagt:

      Ich bin schon dankbar, wenn überhaupt nachgefragt wird und glauben Sie mir, ich lerne auch aus Antworten, die nicht gegeben werden sondern einfach nur da sind.

      „… hat aber irgendwie keinen Sinn.“ deutet für mich an, dass es jedoch Sinn ergeben kann, nur fehlt noch etwas. Vielleicht ist das Korinthenkackerei, doch an derlei Kleinigkeiten mache ich mein Leben fest, denn ich suche grundsätzlich immer das Gute und werde meist auch fündig. Wenn nicht, dann halte ich mich an Gott, denn Er findet es sicher für mich.

      Vielen Dank trotzdem, dass Sie sich für mich eingesetzt haben.

  6. Josef sagt:

    Nach der Papstreise in Asien kann man wieder einmal stolz sein, dass man ein Katholik ist!
    Der Papst hat mit der notwendigen diplomatischen Haltung alle Probleme dort angesprochen und dennnoch niemanden beleidigt!.
    Das muss man erst mal können! Die Aktivisten sollten sich dies zu Vorbild nehmen, den Papst nicht mehr weiter kritisieren und ihren Weg gehen so wie sie es wollen.
    Ob dies ein früherer Papst auch so hinbekommen hätte?
    Ich hab es hier schon mal gesagt, die Jesuiten und die restl. Katholiken können Stolz auf diesen Papst sein. Die Kritiker und Nörgler im Klerus, Vatikan, Weltkirche und besonders bei den alten Kardinäle sollten schweigen, für immer!

    • @Josef 3.12.14.24

      Ganz bei Ihnen !!
      ich glaube viele werden erst nach dem Ableben

      – Hoffentlich wird ihm noch etwas Zeit geschenkt!! er ist über 80 und so durchdrungen!! vom GEIST JESU –

      von PF begreifen!!!

      die GEFAHR EINER NEUEN RESTAURATION nach seinem Tod wäre ein Graus!!

      um so mehr beeindruckt mich das Engagement seines Ordensbruders @Pater Hagenkord in diesem Kontext..

      • carn sagt:

        „die GEFAHR EINER NEUEN RESTAURATION nach seinem Tod wäre ein Graus!!“

        Wieso?

        Vielleicht ist es jetzt richtig, in welche Richtung die Kirche geführt wird, und vielleicht ist dann in 10 oder 20 Jahren eine andere Richtung richtig.

        Sollte man da nicht vertrauen in den Heiligen Geist haben?

  7. Antonius Theiler geb.1941 sagt:

    Ich gebe Papst Franziskus die Antwort die er wünscht, denn er sagt:

    „Machen wir weiter damit, ihnen Gutes zu tun, ihnen zu helfen; machen wir weiter damit, uns dafür einzusetzen, dass ihre Rechte anerkannt werden. Verschließen wir nicht die Herzen, schauen wir nicht auf die andere Seite. Die Gegenwart Gottes, heute, nennt sich auch ,Rohingya´. Jeder von uns ist aufgerufen, seine Antwort darauf zu geben.”

    Ja, ich mache weiter und denke an die ermordeten Soldaten und Polizisten von Myanmar, die von Ungläubigen, ungläubigen Volkshaufen ermordet wurden. Wo waren die Strenggläubigen muslimischen Rohingya um ihre Brüder, die Polizisten und Soldaten, zu verteidigen. War es Angst vor diesen Mördern die sie lähmte? Es war geschehen und niemand und keiner von denen, die den Koran auswendig kennen, zeigten sich mit Erkenntnis und versuchten der verblendeten Ungläubigen habhaft zu werden und der Staatsgewalt Myanmars zu übergeben.

    Möge mir ein Gottgläubiger nur eine Sure oder einen Vers aus dem Koran sagen, den ein strenggläubiger, muslimischer Rohingya für diese überfallenen und ermordeten armen Soldaten und Polizisten hätte beten können. (Ein Konzil für die Muslime tut not.)

    Ich denke auch an die Witwen und Waisenkinder dieser Männer und an die Frauen, die ebenfalls von diesen ungläubigen Horden ermordet wurden, was dann die Vertreibungswelle auslöste. Ich hoffe, dass die strenggläubigen, muslimischen Rohingya die Vertreibung, Erniedrigung und sogar den Tod in der Familie erdulden mussten, dennoch die Kraft der Vernunft haben, diese Anstifter und Mörder der Gerechtigkeit zuzuführen.

    Es wäre schön, wenn Christen für die Nächsten der getöteten Polizisten und Soldaten in Myanmar Patenschaften übernehmen würden. Damit wäre den muslimischen Rohingya am meisten geholfen. Danke!

    • Pater Hagenkord sagt:

      „Was dann die Vertreibungswelle auslöste“: da muss ich widersprechen. Sie drehen die Verantwortung um. So wie Sie es hier schreiben, sind die Vertreibungen der Rohingya Reaktion auf die Gewalt der Rohingya, das ist so zynisch wie es falsch ist. Natürlich ist Gewalt falsch, aber lesen Sie einfach mal, wie es in den Lagern, in denen die Menschen eingepfercht werden, zugeht. Das rechtfertigt nichts, erklärt aber einiges. „Ungläubige Horden“: wen um Gottes Willen meinen Sie? Wer soll das sein?

    • Eskilcgn sagt:

      Bah, welch eine bösartige Aneinanderreihung zusammengesuchter Islamfeindlichkeit.
      Kann es sein, dass Sie sich mit Ihrem Beitrag im Forum vertan haben?

  8. Ro sagt:

    Kurzfristige Hilfe ist natürlich erforderlich und richtig.

    Um langfristig die Dinge zum Besseren zu wenden, kann es nicht
    ohne einem Rückgang des Bevölkerungswachstums gehen. In Bezug
    Ernährung, Krieg und Armut führt daran kein Weg vorbei. Nur
    thematisiert wird diese Ursache selten. Die Symptome hingeben
    ständig, wie man an der Klimadiskussion sieht. Sieben Milliarden
    Menschen sind selbst mit Elektromobil und Stromsparlampe für
    den Planet nicht zu verkraften. Und von den schon jetzt von
    intensiver Produktion ausgelaugten Böden ebenso wenig.
    In Bangladesch leben 1111 Menschen auf einem Quadratkilometer.
    In Deutschland sind er 231 Menschen auf dem Quadratkilometer.
    Nun müssen wir nur unseren Lebensstil und unseren Ressourcen-
    verbrauch auf diese Länder projizieren, und uns ausrechen wie
    die Zukunft aussehen wird. Oder wollen wir das verweigern,
    was für uns ganz selbstverständlich und alltäglich ist?

    Es muss ein langfristiges Denken in Gesellschaft und Politik
    einsetzen. Vom Leid der jährlich 60.000.000.000 (i.W. 60 Mrd.)
    verbrauchten „Nutztiere“ will ich gar nicht im Detail schreiben.

    • Antonius Theiler geb.1941 sagt:

      Danke @Ro, Sie beschreiben meinen Morgen, Abend und meine Nacht.
      Da ist das, was ich schreibe, niedlich und klein.
      Danke auch Pater Hagenkord.

      • Ro sagt:

        Künd‘ alle Wahrheit, nur nicht pur!
        Umschreibe klug die Pracht:
        Zu stark für uns’re Schwachnatur
        ist Wahrheits Strahlenmacht!

        Wie man des Blitzes Feuerschein
        erläutert sanft dem Kind,
        muss Wahrheit langsam leuchten ein –
        sonst werden alle blind!

        Emily Dickinson

        • Roswitha Steffens sagt:

          Wunderschön formuliert

        • Michael sagt:

          @Ro: Ist es aber nicht notwendig, die ganze Wahrheit auch erkennen zu wollen und nicht am ‚Augenschein‘ hängen zu bleiben, bzw. sich mit diesem zufrieden zu geben? Vielleicht ist dies die Ursache von allem…?! Und damit meine ich auch: von allem.

    • Epiktet sagt:

      @ RO Ist ja alles schön und gut was Sie da schreiben. Die Konklusion (letzter Absatz) enttäuscht um so mehr. Ein „langfristiges Denken“ muss einsetzen. Das ist nichts neues und reicht auch nicht. Hätte mir gewünscht, dass sie etwas konkreter geworden wären. Und was verstehen sie unter: „Um langfristig die Dine……….“ Was verstehen sie bitte darunter? Auch meine ich,dass die Ursachen zu selten thematisiert werden. Und sie, so mein Eindruck, bleiben auch nur an den Symptomen „hängen“ Empfehle allen einmal: http://www.welthungerhilfe.de

      • Ro sagt:

        Die Voraussetzungen für mehr Nachhaltigkeit sind doch jedem
        Interessierten hinlänglich bekannt, und müssen von mir nicht
        hier wiederholt werden.

        Das Problem ist nicht, dass es keine Lösungsansätze gäbe,
        sondern der Mangel an Menschen die sich dafür ernsthaft engagieren.

        In Sachen Bevölkerungsentwicklung bietet auch die Stiftung Weltvevölkerung geeignete Ansätze an: https://www.dsw.org

        • carn sagt:

          „In Sachen Bevölkerungsentwicklung bietet auch die Stiftung Weltvevölkerung geeignete Ansätze an: https://www.dsw.org

          Sicher tun sie das:
          https://www.dsw.org/rechte-von-frauen-weltweit-in-gefahr/

          „Aber haben Frauen nicht ein Recht darauf, sich zu informieren und selbst zu entscheiden, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommen möchten? Doch! Deshalb ist der Zugang zu Informationen, Verhütungsmöglichkeiten und auch sicherer Abtreibung so wichtig. Durch Verbote werden Abtreibungen keinesfalls verhindert.“

          https://www.dsw.org/unsere-themen/weltbevoelkerung/

          „Was die DSW tut

          Mit mobilen Aufklärungsfahrzeugen erreichen wir auch abgelegene Gebiete und versorgen Menschen beispielsweise mit Kondomen.
          Jugendliche bekommen in unseren Klubs Kondome und jugendfreundliche Beratungen.
          Unsere Mitarbeiter in Ostafrika und die Jugendlichen in den Jugendklubs geben Auskunft über die Vielzahl von Verhütungsmitteln – speziell für junge Menschen.“

          Kannte die DSW überhaupt nicht, aber es war von vorneherein offensichtlich, was deren Ideen sind; als so ein lauwarmer Katholik könnte ich mit dem Kondome überall durch die Gegend werfen ja noch leben (eignen sich immerhin als Wasserbaloongs); aber mal wieder so nonchalant und nebenher jeglichen Schutz für ungeborene Menschen beseitigen wollen, damit sind sie bei mir sofort unten durch.

          „Das Problem ist nicht, dass es keine Lösungsansätze gäbe,
          sondern der Mangel an Menschen die sich dafür ernsthaft engagieren.“

          Mich würde eines wirklich interessieren:

          Das hier scheint mindestens der url nach (http://blog.radiovatikan.de/) ein katholischer Blog zu sein; dass man im Kommentarbereich eines katholischen Blogs eine Organisation und deren Vorschläge lobend erwähnt, die für die Legalisierung von Abtreibung und die breite Verteilung von künstlichen Verhütungsmitteln auch an Jugendliche eintritt, ist ja vollkommen ok.

          Nur warum macht man das in der Art, als sei man sich überhaupt nicht bewusst, dass nach Lehre der Kirche beides unzulässig ist?

          Da muss es doch im eigenen Kopf schalten „Moment mal, ich lobe hier gerade an einer von vielen Katholiken frequentierten Stelle eine Organisation, die für künstliche Verhütungsmittel und Legalisierung von Abtreibungen ist; das sollte ich den Katholiken gegenüber vielleicht schon sagen, weil denen ja sowas wichtig ist.“ und dann erwähnt man das wenigstens.

          Warum das unerwähnt lassen?

          • Pater Hagenkord sagt:

            Abgesehn davon gibt es auch Stimmen, die sagen, dass das einfache und schlichte Verteilen überhaupt nicht zielführend ist. Ein Mitbruder von mir hat lange in Afrika gegen AIDS gekämpft – das ist nicht das Gleiche wie Familienplanung, aber auch hier geht es um Verhütung – und er sagt immer, es ist eine Frage von Selbstbestimmung der Frau, von Verantwortung füreinander und dergleichen. Physische Hilfsmittel zu streuen verdunkle eher die Einsicht in die Notwendigkeit von Bildung in den anderen Bereichen. Und mache die Frau zu einer immer verfügbaren Sache, um es brutal auszudrücken. Dass die Kirche da etwas gegen hat, ist also gerechtfertigt, aus mehr als nur einem Grund, finde ich.

          • carn sagt:

            @Pater Hagenkord

            Ihr Mitbruder hat da nicht unrecht.

            Sowas kann man – an geeigneten Stellen – auch in D beobachten.

            Z.b. scheint mir nach einigem was ich online so gelesen habe folgendes Gesprächsschema nichts vollkommen ungewöhnliches zu sein:

            „Ich bin schwanger.“

            „Wie konnte das passieren?“ *

            „Ich weiß nicht, die Pille hat halt versagt.“

            „Quatsch, du bist einfach zu dumm, um die regelmäßig zu nehmen; das ist deine Schuld; vielleicht hast du sie sogar absichtlich ‚vergessen‘; so was lass ich mit mir nicht machen; ich lass mir kein Kind anhängen; du kannst abtreiben oder ich bin weg.“

            Was eine Variation der Thematik ist, dass die Frau verfügbar zu sein hat und hinsichtlich „Fehlfunktionen“ – wie z.b. Schwangerschaften oder überhaupt der Möglichkeit dazu – das durch entsprechende technische Hilfen auszubügeln ist.

            (* Die Entscheidung zur Abtreibung fällt übrigens schon manchmal da; die Aussicht einen scheinbaren Idioten – wie sollte das mit der Schwangerschaft auch passiert sein? Hat er den Sex verpennt ? – als Kindsvater zu haben, kann schon mal sehr deprimierend sein)

        • Epiktet sagt:

          @RO Und Sie sind so ein Mensch, der sich ernsthaft engagiert? Wie? Und eine Wiederholung von „hinlänglich“ bekanntem, würde vielleicht dem einen oder anderen, eine neue Sichtweise geben, wie mir.

    • carn sagt:

      „Um langfristig die Dinge zum Besseren zu wenden, kann es nicht
      ohne einem Rückgang des Bevölkerungswachstums gehen. Nur thematisiert wird diese Ursache selten.“

      Selten? Man schrieb immerhin vor 45 Jahren schon Bestseller namens „The Population Bomb“; und der „Club of Rome“ publiziert auch seit 40 Jahren, dass die Resourcen nur noch für 20-30 Jahre reichen oder so.

      Auch im Vatikan wird das indirekt thematisiert:

      http://www.pas.va/content/dam/accademia/booklet/booklet_health.pdf

      Z.b. hielt da Jeffrey Sachs einen Vortrag, der schon seit mindestens 13 Jahren in der Öffentlichkeit damit präsent ist, dass das Bevölkerungswachstum langsamer werden muss.

      https://www.google.de/search?q=jeffrey+sachs+population+growth&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b-ab&gfe_rd=cr&dcr=0&ei=z3YmWo7yB6mDX4HRlsAG

      Er hat allerdings vermutlich seine persönlichen Vorstellungen, wie diese Reduzierung unter anderem zu erreichen ist – nämlich wohl durch künstliche Verhütungsmittel und Schwangerschaftsabbrüche – im Vatikan nicht präsentiert.

      Ich sehe also nicht, dass es nicht thematisiert würde.

      • Ro sagt:

        Selten in Bezug zur Aufforderung zu Konsum und Wachstum.
        Wir müssen zwischen den täglichen Werbebotschaften die
        uns erreichen die Mahnungen doch mit der Lupe suchen.

      • Roswitha Steffens sagt:

        Ich glaube, Weltbevölkerung ist ein Ausdruck für Menschen, die sich unter Menschheit nichts vorstellen können. Wenn man davon ausgeht, dass in der Natur alles auf Gott begrenzt ist, dann frage ich mich, wie Menschen darauf kommen, dass ausgerechnet sie unbegrenzt vorhanden sein sollten.

        Meine Einstellung zum Leben ist von der Annahme geprägt, dass eine Begrenzung auf die Vorgaben zwingend notwendig ist, um ihre Ressourcen zu schonen und für nachfolgende Generationen nicht nur zu erhalten sondern auch zu sichern.

        Gott ist das Erbe an die Menschheit, die vor ihm lag, ohne Zeit, tot in einem Raum voller Urkraft auf der Suche nach ihrem Wesen. Wer mir heute sagt er glaubt an Gott, weil nur über ihn aus diesem Urzustand der absoluten Fülle im Raum die Person erwachsen konnte, die hier und jetzt diese Worte schreibt, dem vertraue ich mein Leben an.

        Wenn ich dann die geistigen Errungenschaften betrachte und in ein Verhältnis zu Ihren menschlichen Annahmen setze, dann muss man sich heute nicht wundern, dass es ein andauerndes Ringen um den Verstand ist, der sich durch Gott im Dialog mit Menschen an nichts anderem festhalten kann als an all den Personen, die seine Geschichte mit Leben füllen.

        • carn sagt:

          „Meine Einstellung zum Leben ist von der Annahme geprägt, dass eine Begrenzung auf die Vorgaben zwingend notwendig ist, um ihre Ressourcen zu schonen und für nachfolgende Generationen nicht nur zu erhalten sondern auch zu sichern.“

          Das ist ja auch richtig; nur einige verbinden damit oft mit bestimmten Lösungsansätze und tun so, als seien ihre Lösungsansätze offensichtlich unbestreitbar richtig und jeder Zweifler letztlich ein Dummkopf; und das obwohl ihre Gedankengeäude oft implizit oder manchmal auch explizit die Menschen quasi als Krankheit sehen, die die Erde befallen hat.

          Bei solchen Denkansätzen ist es eigentlich – in Gesellschaften, die die individuellen Menschenrechte oder gar individuelle Menschenwürde zu ihren Grundsätzen gemacht haben – selbstverständlich wenn da manche einem nach „Menschen sind Krankheit“ klingenden Ansatz misstrauisch gegenüber stehen; und das getue, dass die Lösungen doch offensichtlich richtig seien ist eigentlich unverschämt.

          Persönlich sehe ich das allerdings eher locker.

          Ich habe absolut kein Problem mit Diskussion darüber, wieweit die Zahl der Menschen zwecks Wohlergehen der Natur und zukünftiger Generationen begrenzt/reduziert werden muss.

          Nur wenn es an den philosophisch besonderen interessanten Knackpunkt gerät und ich wissen will, wer denn da als erstes loslegen und argumentieren will, dass dann alle auf einmal mein Verhalten unverschämt finden; deshalb nehme ich die obige Unverschämtheit inzwischen mit weniger Kulanz.

          Was der besonders interessante Knackpunkt ist, an dem mir dann Unverschämtheit vorgeworfen wird?

          Na, wenn man gerade unter der Prämisse diskutiert, dass Menschen als Krankheit quasi den Planeten schädigen und Heilung nur in der Reduktion der Anzahl – vor allem von besonders schädigen Menschen aka mit hohem CO2-Ausstoß, etc. – liegen kann, dann ist die zwingend zu klärende Frage, ob nicht gerade einer der im wohlhabenden CO2 stark verbrauchenden westlichen Kulturkreis beheimateten Diskutanten zu der zu reduzierenden Anzahl gehört und sich lieber darum kümmern sollte als durch seine Weiterexistenz zukünftigen Generationen/der Natur zu schaden.

          • Roswitha Steffens sagt:

            Ich glaube überhaupt nicht daran, dass sich der Mensch in die Reduzierung der Menschheit einmischen kann, denn wer könnte reduzieren, was heute in seiner Einheit gar nicht zu finden ist?

            Ich glaube Sie haben mich missverstanden, denn ich bin überzeugt davon, dass die Natur ihr Regelwerk einhält und sich strikt an die Vorgaben hält, die auch für die Menschheit gelten. Demzufolge müsste sich niemand Gedanken um den globalen Lebensraum machen sondern nur um sein persönliches Verhalten darin.

            Wenn das dann dem entspricht, was der Person als solcher vorgegeben ist, dann bin ich mir ziemlich sicher, dann funktioniert das Leben auch für alle so, dass jeder genug davon abbekommt.

          • Actuarius sagt:

            @ Roswitha Steffens: Welches Regelwerk und welche Vorgaben meinen Sie, wenn ich nachfragen darf?

          • Roswitha Steffens sagt:

            Meine Vorgabe war Eva, denn meine Oma hat Frauen wie einen Sündenfall behandelt und ich fragte mich ständig warum, denn sie war doch selbst Frau, Mutter, Oma und Uroma. Heute glaube ich, Sie empfand sich selbst nicht als Frau, auch nicht als Mutter sondern nur als Oma und Uroma.

            Als Regelwerk bezeichne ich das, was mich auf meinem Weg zu Gott unterstützt, um mir den Zugang in sein Reich zu ermöglichen. Mir hat die Bibel sehr geholfen, ich hätte aber auch ohne Pater Hagenkord und den Papst niemals meine Gedanken so ordnen können, dass ich sie hier in Worte fassen kann, die auch für mich noch einen Sinn ergeben.

            Laudato Si z.B. hat mich bestärkt in der Annahme, dass ich mit meinen Gedanken den richten Weg eingeschlagen habe, leider finde ich auf diesem Weg nur wenig Zuspruch, doch wenn, dann erfasst er mich bis in mein Innerstes.

            Ich habe auch Apostolische Schreiben gelesen, um das Amt besser zu verstehen und ich habe Fragen an das Internet gerichtet, um dort Werke zu finden, die meinen Wissensdurst stillen konnten.

            Diese Welt ist die einzigartige Chance für uns, ihrer Bestimmung zu folgen, um mit uns ein Werk zu vollenden, dass in Gott den Anfang nahm, um durch ihn den Glauben zu erhalten, der sich ganz bewusst in Wissen wandelt, das wir uns teilen um gemeinsam zu lernen.

          • Actuarius sagt:

            @ Roswitha Steffens: Pardon, ich hatte nach dem Regelwerk und den Vorgaben, an die sich, wie Sie schreiben, die Natur hält, gefragt und nicht nach Ihren persönlichen Orientierungshilfen und geistigen Bezugspersonen.

          • Roswitha Steffens sagt:

            Es tut mir leid, aber ich kann/will nicht zwischen der Menschheit und der ihr unterstellten Natur unterscheiden, denn das steht mir als einzelner Person nicht zu.

          • Actuarius sagt:

            @ Roswitha Steffens: Ist es nicht so, dass der Mensch der Natur unterstellt ist?

          • Roswitha Steffens sagt:

            … vielleicht vorausgestellt, um ihn durch die Natur zu erreichen und mit Gott seiner eigenen Bestimmung zuzuführen?

          • Actuarius sagt:

            @ Roswitha Steffens: Und wie ließe sich das Vorausgestelltsein vom Hineingestelltsein unterscheiden?

          • Roswitha Steffens sagt:

            In dem man Gott darum bittet in die Heilige Katholische Kirche eintreten zu dürfen und diese Kirche nicht ihrer Seele beraubt.

          • Actuarius sagt:

            Geschieht der Eintritt nicht schon mit wohlmeinend bevormundender Bitte der Eltern durch die Taufe, also ohne eigenes Bitten?

          • Roswitha Steffens sagt:

            Ich weiß nicht, ob er ungültig wird, wenn man sich von der Steuerlast, die das mit sich bringt befreit.

          • Actuarius sagt:

            … und kann man Gott mehr und besser lieben, wenn man in der Kirche drin ist und wie in Deutschland Steuern zahlt?

          • Roswitha Steffens sagt:

            Ich denke, es liegt am Ort mit dem man sich auseinandersetzen muss, um Kirche als das wahrzunehmen, was sie ist, weil sie sein Zuhause wahrnimmt und mit in ihr Handeln einbezieht, sodass nichts und niemand verloren geht auf dem Weg zu Gott. Dafür Steuern zu zahlen käme dieser katholischen Verantwortung nicht zu, denn sie verwaltet unsere Geschichte und legt sie dann noch mit der Taufe in die Wiege jeder Geburt, die ihr übertragen wird. Welche Bezahlung sollte dieser Mamutaufgabe gerecht werden?

  9. Epiktet sagt:

    Nachtrag
    E sollte natürlich heissen: Auch meine ich, dass die Ursachen n i c h t zu selten thematisiert werden.

  10. Michael sagt:

    Letzten Endes steht Papst Franziskus insgesamt vor den Früchten, welche der Mensch gesät hat, bzw. womit er das „Saatgut“ gedüngt hat. Die „Ernte“ ist insgesamt also sehr schlecht ausgefallen..bis hin zum Totalausfall. Daran lässt sich auch nichts mehr ändern. Wir benötigen offenbar auf der ganzen Linie einen Neuanfang. Dieser Neuanfang kann aber nur von Gott her kommen um eben dieses Unmögliche möglich zu machen. Der Geist und Sinn des Menschen zur Erneuerung kommt, das Göttliche regiert.

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