Symbolreinigung

Pastorales Geschwurbel vom Feinsten sei das gewesen, was mein letzter Post so gesagt habe. Das meint ein Blogbeitrag woanders und meinte eine Kommentatorin im Blog hier. Damit kann ich leben, aber im Blogbeitrag – der ohne Namen erscheint und deswegen hier auch nicht verlinkt wird – wird ein Satz von mir aufgegriffen, den ich seit März immer wieder verwende und der dort hinterfragt wird: Der Begriff der gesäuberten Symbolsprache. Das Gleiche macht jemand, der das Thema im Kommentarbereich schön griffig auf KoDuDi reduziert. Wenn nicht mehr gesprochen werden dürfe, versteht man mich wohl absichtlich falsch, dann bliebe wohl nur noch das Gruppenkuscheln.

Aber bleiben wir bei einem Thema, bevor das verwildert: Der Reinigung der Symbolsprache. Ich will nicht schon wieder auf die roten Schuhe eingehen, das scheint einigen Leserinnen und Lesern erhöhten Blutdruck zu verschaffen. Also ein anderes Beispiel: Die Stola. Priester und Diakone tragen bei liturgischen Feiern eine Stola. Päpste – bis zu Franziskus – aber darüber hinaus auch bei nichtliturgischen Feiern, zum Beispiel beim Empfang eines Staatsgastes. Das hatte in der Vergangenheit durchaus seinen Sinn, hat es doch klar gemacht, dass die Autorität des Papstes eine andere Natur hat als die des besuchenden Staatsoberhauptes.

 

Symbolsprache ändert sich

 

Aber Sprachen ändern sich. Symbole ändern sich auch. An die Bibel angelehnt gefragt: Und wenn ein Symbol nicht mehr symbolisch ist, womit können wir es wieder symbolisch machen? Ich kann ein Symbol nicht dekretieren, es funktioniert oder funktioniert nicht. Ein Symbol, das ich erst erklären muss, verfehlt seinen Zweck total. Und um gleich einen garantierten Einwand vorwegzunehmen, nein, das heißt nicht das Ausrichten am kleinsten gemeinsamen Nenner. Das heißt die Realität einer sprachlichen Entwicklung Ernst nehmen.

Nehmen wir Benedikt XVI.: Der hatte denselben Impetus, als er begann, Dinge die keine Sakramente sind, aus Messfeiern heraus zu nehmen. So hat er es mit dem Verteilen der roten Kardinalshüte gehalten, so hat er es mit Heiligsprechungen gehalten. Früher war das während der Messe, er hat es davor stattfinden lassen. Für einen in den Feinheiten der katholischen Liturgie nicht besonders Bewanderten – und das können auch Katholiken sein – sah das vorher so aus wir ein Sakrament, weil es eben im liturgischen Rahmen stattfand. Also hat Benedikt hier die symbolische Sprache der Kirche gereinigt. So verstehe ich den Begriff. Gleiches kann man auch über Paul VI. und den Tragestuhl und die Tiara sagen, er hat die abgelegt und damit das Erscheinungsbild der Päpste gestärkt. Auch so verstehe ich das: Es ist eine Stärkung.

Und zu Franziskus: Natürlich trägt er weiterhin die Farbe Weiß, das ist ein Symbol das jeder versteht (obwohl diese Tradition auch erst gut 400 Jahre alt ist). Aber die Mozetta, die verschiedenen Kreuzstäbe, das Predigen im Sitzen mit Mitra, das sind alles Dinge, die vielen Menschen nicht mehr als Symbol klar sind. Und wenn das Symbol nicht mehr symbolisch ist … .

Ein wenig kann ich Menschen verstehen, die jetzt weinen, weil es nicht mehr so ist wie früher. Aber die Kirche ist nicht für uns da, sie ist für Menschen da, die noch nichts vom Herrn gehört haben, die Kirche brauchen, die hören wollen und sehen wollen. Und dazu müssen wir verkünden. Das ist immerhin der Auftrag Christu. Und das können wir aber nur, wenn wir auch eine Sprache benutzen, die anschlussfähig ist. Eine gereinigte Sprache also, auch bei den Symbolen.

 

 

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25 Kommentare zu Symbolreinigung

  1. Andreas Kuntsche sagt:

    … warum müssen Symbole abgeschafft werden, wenn sie nicht mehr verstanden werden? Warum behält man sie bei und erklärt sie wieder neu?

    Die Realexistenz unseres Herrn in den Symbolen von Brot und Wein bei der Eucharistiefeier wird auch von sehr vielen nicht verstanden, dennoch würden wir als Kirche und der Papst nie auf die Idee kommen, diese abzuschaffen.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Aber Wein und Brot sind doch tagtägliche Dinge, da muss man doch gar nichts erklären, die erklären sich von selbst.

      • Jo Jasper sagt:

        warum sind wir Kirche? Sind wir es wegen Symbole, oder weil und die Liebe Christi erfasst hat? Für mich stellt sich die Frage, um was es geht? Symbole? Ja, wenn ich dadurch auf die Nachfolge Christi hingewiesen werde. Wenn ich mich aber dahinter verstecke? Das scheint mir in der Kirche ein Problem zu sein. Die Menschen, um die es letztendlich geht, verstehen die Liebe. Ich glaube, Sie spüren die Bedürftigkeit nach der Liebe Christi, weil sie selbst Suchende sind.
        Ich habe das versucht in meine, Lied „Warum sind wir Kirche?“, zum Ausdruck zu bringen. http://www.youtube.com/watch?v=Ko9CzOWkJy8

    • Entweder Realpräsenz (UND Transsubstantiation) ODER Symbol – sonst widersprechen Sie sich im Hinblick auf Brot und Wein… Ein Symbol steht FÜR etwas, „real“ IST etwas.

  2. Elisabeth sagt:

    Ach Gott ja, wie recht Sie haben, lieber P. Hagenkord…
    Symbolsprache ändert sich… und wie! leider!
    Dreschflegel und Strohballen im Altarraum als „Symbol“ bei der Vorstellung der Erstkommunionkinder…
    Alte Mütterchen …bei der verordneten Bussfeier Steine vor den Volksaltar schleppend, als „Symbol“ für die abzulegenden Fehler (Sünde gibt es ja nicht mehr!)…
    Boote mit kichernden Teenagern drin, beweht von Sturmgeräuschen aus den Lautsprechern…usw…Ich weiß, es fällt unter die Kategorie „liturgische Missbräuche“.
    Aber ist es nicht wirklich so, dass der (religiöse) Mensch auch auf Symbole setzt bezw. zu setzen hat??
    Vieles, was man in den vergangenen 40 Jahren an (überholt geglaubten) Symbolen bei den Kirchenfenstern hinausgeschmissen hat, kam durch die Türe wieder herein…wohl in einer vermeintlich klareren, aber abgewrackten Weise!
    Und trotzdem nicht oder missverstanden!!
    Was bringt uns also eine sogenannte Symbolreinigung? Wenn Sie schreiben, dass Benedikt begann, Dinge, die keine Sakramente sind, aus Messfeiern heraus zu nehmen so frage ich Sie (und mich) warum man wieder beginnt, Dinge, die KEINE Sakramente sind, hineinzunehmen? Mit Stühlen überm Kopf (Analogie zu „Roten Kardinalshüten“) um den Volksaltar zu tanzen usw… Um mit Ihren Worten weiterzufahren…“ Für einen in den Feinheiten der katholischen Liturgie nicht besonders Bewanderten – und das können auch Katholiken sein“…sieht das so aus wie ein Sakrament, weil es eben im liturgischen Rahmen stattfindet. (Vielleicht ein Hinweis, sich mit seinen Fehlern im Kopf auseinanderzu“setzen“? Den Interpretationen sind da wohl keine Grenzen „gesetzt“!)
    Generell finde ich die „symbolische Sprache“ der Kirche schon zuviel „gereinigt“ und durch Banalitäten ersetzt, dass einem „die Sau graust“ (Entschuldigung-ich stamme aus „landwirtlichem Umfeld!)
    <<Also hat Benedikt hier die symbolische Sprache der Kirche gereinigt. So verstehe ich den Begriff. Gleiches kann man auch über Paul VI. und den Tragestuhl und die Tiara sagen, er hat die abgelegt und damit das Erscheinungsbild der Päpste gestärkt. Auch so verstehe ich das: Es ist eine Stärkung.<<
    Ja, vielleicht haben Sie recht: Es ist eine Stärkung für noch kommende weitere“ Reinigungen“! Dafür sollten wir uns nun ernsthaft wappnen!

    • Pater Hagenkord sagt:

      Ich kann Ihnen da nur Recht geben: Pseudo-Liturgisches und schlechte Pädagogik hat im Altarraum nichts zu suchen. Ich sage ja auch nicht, dass alles gut war, was unter dem Titel „Reinigung“ geführt wird. Ich spreche ausschließlich über das, was Franziskus tut.

    • Silvia Brückner sagt:

      Die Frage ist für mich, ob die Kinder / Jugendlichen etwas mit den Symbolen in „ihren“ Gottesdiensten anfangen können, nicht wir Älteren.

      Bei den Symbolen kommt es auf die jeweilige Zielgruppe an. Vieles, was für uns Ältere noch selbstverständlich war, z.B. keine zu freizügige Kleidung beim Gottesdienst, ist es eben heute nicht mehr. Deswegen war aber nicht automatisch „früher alles besser“ oder ist „heute alles schlechter“.

      Die Erinnerung verklärt auch manches.

  3. Christina von Waldkirch sagt:

    Nein, lieber Herr Hagenkord, es ist nicht so, dass wir die Symbolik nicht mehr verstehen. Wir verstehen sie sehr wohl, aber teilen deren Bedeutung nicht mehr. Warum sitzt Papst Franziskus nicht und legt die Mitra ab beim Predigen? Sitzend empfangen und sprechen gebührt nur dem Höchsten König und Gott. Das war schon im alten Assyrien so und kann auch an antiken Standbildern abgelesen werden. Siehe auch Ex.11,5 „…der Pharao, der auf dem Thron sitzt…“ oder Mt 23,22 „…und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt…“. In ca. 1600 Jahren Papstgeschichte und Papstideologie rutschte dieser in die Rolle Gottes. Eigentlich ist das blasphemisch. Papst Franziskus signalisiert eben das, wenn er stehend predigt. Betreffend Mitra: Sie ist Zeichen der Jurisdiktionsgewalt. Papst Franziskus zeigt ohne Mitra, dass die Predigt kein Jurisdiktionsakt ist. Schön konnte man das sehen am Ende der Vesper für die Einheit der Christen am letzten Samstag: Zur Begrüssung der zahlreichen Vertreter anderer Konfessionen legte er die Mitra ab, setzte sie aber zum Auszug wieder auf. Ein Zeichen, dass er den anderen Christen gegenüber nicht auf seinen Primat pocht. Es ist nicht so, wie viele Kritiker meinen, dass er nichts von Liturgik versteht, im Gegenteil.
    Herzliche Grüsse von einer protestantischen Historikerin und halben Theologin.

    • Rudi sagt:

      „In ca. 1600 Jahren Papstgeschichte und Papstideologie rutschte dieser in die Rolle Gottes.“
      Leider gibt es Mitmenschen, die auch heute noch denken, dass Katholiken dieser Ansicht sind.

  4. AM sagt:

    Nichts gegen die Tradition, da muss man jedoch auch das Maß halten. Sobald die Symbole Vorrang vor der Liebe Gottes haben, werden sie einfach nur zum Götze.

  5. Elasund sagt:

    Und warum trägt der Papst die Farbe Weiß? Eine kurze google-Suche ergibt, dass hier die heidnischen Priester Pate standen und weiß ein Symbol der Reinheit ist (P.M.)… Okay: Und was bedeutet das jetzt heute? Wieso sollte das ein Symbol sein, das jeder versteht? Ich kann es schon mal nicht erklären….

    • Pater Hagenkord sagt:

      Das ist ein wenig zu fromm: Papst Pius V. war ein Dominikaner und er hat als Papst das weiße Dominikanergewand weiter getragen. Keine heidnischen Priester, keine Reinheit.
      Es ist ein Symbol, das jeder versteht, weil jeder weiß wer das ist wenn man ihn sieht.

      • Andreas Kuntsche sagt:

        … Symbole werden nur verstanden, wenn sie erklärt werden. Wenn niemand erklärt, dass die Taube eine Symbol für den Hl. Geist oder auch für den Frieden ist, dann bleibt die Taube einfach nur eine Taube. Also sollten wir die Symbole wieder verstärkt erklären und nicht abschaffen.

      • Peter Lauschus sagt:

        Und die Dominikaner sind weiß, weil das der billigste Stoff war.

      • Elasund sagt:

        ohne weißes Gewand würden auch viele wissen, wer das ist. Und wer ihn nicht kennt, dem hilft das weiße Gewand gar nichts – es könnte ja auch ein Dominikaner sein.

  6. KRP sagt:

    Liebe @Silvia Brückner ich gebe Ihnen Recht der Gottesdienst sollte so gestaltet sein das heutige Kinder und Jugendliche etwas damit anfangen können.

    Einen Vorschlag hätte ich wie wäre es denn mit gegenseitiger Akzeptanz der Symbolsprache? Hat nicht Jesus auch akzeptiert für die eine wie auch für die andere Seite. Für jeden nach seinem Geschmack und wie er es am besten begreift. Beispiel Papst Benedikt XVI hat ja auch aus dem Grund denke ich mal die latainische Messe im Gottesdienst gelten lassen bzw. wieder eingeführt für Menschen die diese Form möchten. Weshalb sollte das denn nicht gehen, eine Frage noch an Sie P. Hagenkord als Priester wer hat denn all die Symbole eingesetzt Menschen oder Gott?

    Und was das stehen und sitzen sowie die Mitra betrifft ist das gar nicht neu, auch Papst Benedikt ist solange es körperlich ging gestanden und die Mitra hat er auch nur bei bestimmten Handlungen getragen oder auch nicht.

  7. Elasund sagt:

    Es befremdet mich, dass Sie in diesen Fragen so einen Wahrheitsanspruch erheben. Die Art wie Papst Benedikt aufgetreten ist, erschien mir schön und stimmig. Ebenso passt die Symbolsprache des jetzigen Papstes sehr gut zu seiner Person. Aber woher nehmen Sie die Gewissheit, dass den Menschen gewisse Symbole unklar sind? Vielleicht ist der nächste Papst wieder anders unterwegs. Ich denke an Kardinal Marx, der recht barock auftritt (in der Liturgie) und dies – soweit ich es beurteilen kann – wegen Franziskus auch nicht geändert hat. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Gottesdienstbesucher seine Symbolik nicht (mehr) verstehen. – Nichtchristen finden teilweise die römischen Gewänder in der Liturgie sehr befremdend. Für sie verfehlen also Meßgewänder ihren Zweck total, weil sie nicht verstanden werden. Meine These ist: Für jeden Menschen funktionieren andere Symbole. Und zu unterschiedlichen Bischöfen passt eine unterschiedliche Symbolik.

  8. Die Symbolsprache reinigen, verschlanken, verschlichten, soweit reduzieren, bis sie von den schlichtesten, unwissensden Menschen verstanden wird, und sie dann womöglich ganz abschafften, weil sie von niemandem mehr verstanden wird?
    Die bessere Vorgehensweise meiner Meinung nach wäre es, die geistig schlichten Menschen so weit zu unterrichten, dass sie die Symbolsprache verstehen, ja, schon die Kinder im Religionsunrricht mit der Symbolsprache der Kirche vertraut machen! Herzliche grüße Thora Peter – Stahl Gelobt sei Jesus Christus!

    • Bin weder bei twitter noch bei facebook, sorry

    • Liebe Frau Thora Peter- Stahl,
      mir gefällt ihre Sprache nicht.
      „Ich frag mich“, so Franziskus: „Wie oft verachten wir in unserem Herzen gute Menschen, gute Leute, die den Herrn so preisen, wie es ihnen kommt, so spontan, weil sie nicht gebildet sind, weil sie nicht formalen Haltungen folgen? Tja, Verachtung! Und die Bibel sagt, dass Michal deswegen ihr ganzes Leben lang unfruchtbar geblieben ist! Was will das Wort Gottes hier sagen? Dass uns die Freude, dass uns der Lobpreis fruchtbar machen! Sara tanzte im großen Augenblick ihrer Fruchtbarkeit, im Alter von neunzig Jahren! Die Fruchtbarkeit, die uns der Lobpreis des Herrn schenkt, die Unentgeltlichkeit des Lobpreises des Herrn. Der Mann oder die Frau, die Gott preisen, die beten, indem sie den Herrn lobpreisen, die sich, wenn sie das Gloria beten, dabei freuen, die sich bei Singen des Sanctus in der Messe freuen — sie sind ein Mann oder eine Frau, die fruchtbar sind“.
      Dagegen endeten jene, die sich in der Formalität eines kalten, gemessenen Gebets verschlössen, vielleicht wie Michal: „in der Unfruchtbarkeit ihrer Formalität“. Der Papst forderte abschießend dazu auf, sich David vorzustellen, wie er mit aller Kraft vor dem Herrn tanze, und daran zu denken, wie schön der Lobpreis sei: „Es wird uns gut tun, die Worte des Psalms 24 zu wiederholen, die wir heute gebetet haben: ‚Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit. Der Herr, stark und gewaltig, es ist der König der Herrlichkeit!“
      Ich denke dies kann man auch auf Symbolik übertragen.
      Herzlichst C.Fink

  9. S.G. sagt:

    Zur Symboliksprache:
    Mein Vorschlag: Der Papst zieht ab jetzt bei der Eucharistie einen Anzug mit Krawatte an (wie die Zeugen Jehova).
    Es kommt ja nur auf den Inhalt an und nicht auf die Äußerlichkeiten….
    Dann bräuchten wir nicht unsere kostbare Zeit mit solchen Diskussionen vergeuden und hätten mehr Zeit für Anbetung und tätige Nächstenliebe….
    Übrigens, schon im AT hat Gott Vorschriften erstellt, wie ein Priester sich zu kleiden hat (Exodus 28, 1 – 43) – nur mal so zur Anregung ;O)

  10. Gabriele sagt:

    Überall gibt es Symbole. im Staatsleben, in den Städten, beim Sport, in Vereinen etc. Warum ausgerechnet in der Kirche verschlanken und abschaffen? Warum nicht erklären statt abschaffen? Mir geht hier echt langsam der Hut hoch, wenn ich diese Diskussionen in verschiedenen Blogs verfolge. Ich darf an ein bald schon prophetisches, wenn es in der Kirche so weitergeht, Buch erinnern: „Die Antrittsrede der amerikanischen Päpstin“, erschienen in den 80er Jahren. Da sitzt die erste gewählte Päpstin in einem einfachen, schlichten, von einem großen Unternehmen gemieteten Raum im Apostolischen Palast und hält ihre Rede. Und im Laufe der Rede wird klar, dass nichts, aber auch gar nichts mehr vom Alten übrig geblieben ist. Nicht einmal mehr die päpstliche Wohnung, die sie anmieten muss. Und sie holt sich jetzt einiges davon zurück, weil sie eines begriffen hat: Menschen können nicht ohne Symbole. Und sie wollen es auch nicht. Was sollen wir denn zu unseren wunderschönen bayerischen Barockkirchen sagen? Voll mit Symbolik! Etwa raus damit weil nicht mehr erklärbar, nicht mehr zeitgemäß? Was ist Zeitgeist? Was ist zeitgemäß? Das ist Wandel, der sich schneller wandelt, als man meint. Der sich heute selbst anbetet und Gott vergisst. Kirche ist von Gott gesetzt. Meinen wir wirklich, der Herrgott hätte vielleicht nicht auch das eine oder andere, was die Zeiten zu Seiner Verherrlichung überdauert hat, nicht vielleicht auch gut geheißen, weil es den Menschen auch guttun könnte? Ihre Seelen emporheben könnte zu Ihm? Ich kenne Leute, die nichts mit Kirche am Hut haben, die aber gerade die alle Sinne ansprechenden Heiligen Messen besonders schön finden, weil sie eben eine andere Welt dastellen und sie ansprechen. Ich weiß, ich kriege hier wieder Schelte, aber, man kann nur in die Zukunft gehen, und dort sicher stehen, wenn man sich seiner Wurzeln bewusst ist, seine Vergangenheit kennt und diese Wurzeln stark genug sind, Baum und wachsendes Blattwerk zu tragen.
    Wo bleibt die Anbetung zu unserem Herrn, dem Höchsten, dem Schöpfergott? Warum wollen wir abschaffen, was in anderen Religionen selbstverständlich ist? Nur weil ein Teil der Menschen nicht mehr damit klarkommt, dass es etwas größeres gibt als sie selbst? Woran krankt unsere Zeit? Mit Sicherheit nicht an der Symbolik in der Kirche! Ich kann Elisabeth nur zustimmen. Und noch was: Die Unwissenheit der Jugend ist nicht das Maß aller Dinge. Manchmal kommt einem das so vor, als ob sich alles daran ausrichten müsste. Wenn sie was nicht verstehen, muss es ihnen erklärt werden und nicht abgeschafft.

    • Silvia Brückner sagt:

      Papst Franziskus betont ja gerade den Wert der Volksfrömmigkeit, und da gehören bayrische Barockkirchen und die dort gehaltenen Gottesdienste dazu.

      Mir persönlich gefallen Barockkirchen überhaupt nicht. Aber ich war vor Jahren mal in Münster in Westfalen und habe mich vom dortigen Dom sehr angesprochen gefühlt. So empfindet eben jeder anders und das darf auch sein.

      Ein feierlicher Gottesdienst mit Weihrauch und Kirchenchor ist auch für mich sehr erhebend, aber wenn jeden Sonntag so feierlich zelebriert würde, wäre es bald nichts Besonderes mehr.

  11. KRP sagt:

    Noch etwas ist mir eingefallen zum Thema Symbolik. Ist es nicht eigentlich so das sich die Menschen in allen Jahrhunderten sich Symbole und Rituale gemacht und gesucht haben? Symbole und Rituale zum besseren Verständnis und zur Anbetung.
    Ich erinnere mich gerade das es im Mittelalter schon mal eine Abschaffung von Kleidung und Gegenständen gab oder besser gesagt reduziert wurde. Aber nicht das man nun schreibt es waren Protestanten, es waren Menschen die auch katholisch waren. Hat nicht Luther gerade auch wegen den Aufständen und Zerstörungen sich aus seiner sicheren Burg zurück auf die Kanzel begeben? Es sind meines erachtens die Menschen in ihrer Verschiedenartigkeit die Kult, Symbolik, Rituale brauchen ob nun in Einfachheit oder Pomp und Pracht. Nun nochmal zum Gottesdienst soweit ich das sehe gibt es ja bei den Papstgottesdiensten, Andachten, Messen, Prozessionen usw. einen Zeremonienmeister dem die Aufgabe zufällt entsprechend der verschiedenen Veranstaltungen/Gottesdienste, gerade auch für bestimmte Gruppen die entsprechende Auswahl an Symbolen und Ritualen zutreffen. Ich denke immer noch das alles hier auf diesem Planeten nebeneinander bestehen kann und darf und wir Menschen es einfach n u r gegenseitig akzeptieren sollen. Es geht um alle Menschen die erreicht werden sollten in ihrer Vielseitigkeit und da gehört bestimmt dazu das anzubieten was sie brauchen, möchten und begreifen können. Jeder Mensch hat die eigene Freiheit das anzunehmen oder nicht. Ob nun Einfach oder Prunkvoll.

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