Verwirrt

Von Leitung erwartet man Klarheit. Dafür ist sie schließlich da. Auch theologisch gesehen ist „euer Ja sei ein Ja“ eindeutig belegt, da kann es keinen Zweifel geben. Auch über die Evangelien hinaus hat die Bibel hat ja einiges zu sagen über diejenigen, die gegen diese Klarheit verstoßen und in die Irre führen. Über falsche Propheten und dergleichen.

Verwirrer? Papst Franziskus bei einer Generalaudienz

Verwirrer? Papst Franziskus bei einer Generalaudienz

Und so ist es nicht verwunderlich, dass der Vorwurf der „Verwirrung“ einer der stärksten ist, die derzeit gegen den Papst erhoben werden. Gerade frisch auf dem Tisch: Der offene Brief eines US-amerikanischen Theologen und Kapuzinerpaters. Der Papst stifte Verwirrung, wo sein Amt eigentlich das der „Stärkung der Brüder“ ist, wie Jesus dem Petrus aufgetragen hatte. Verwirrung aber ist Schwächung.

Nun gibt es aber verschiedene Versionen von Verwirrung. Oder vielleicht besser ausgedrückt: Ursachen von Verwirrung. Es gibt Verwirrung, die absichtlich herbeigeredet wird. Dinge werden auf die Spitze getrieben und Fangfragen gestellt, so dass Verwirrung dabei heraus kommen muss.

 

Der jüngste Vorwurf

 

Das tut der jüngste Vorwurf an den Papst ausdrücklich nicht, Pater Thomas G. Weinandy sieht auch Verwirrung, aber er erzeugt sie nicht erst durch Übersimplifizierungen und Überspitzungen. Deswegen nehme ich das hier ernst. Und zwar durch meinen Widerspruch.

Durch den gesamten Brief des Kapuzinerpaters zieht sich die Überzeugung, dass der Kern des Christentums die „katholische Lehre“ ist, „Catholic teaching“. Diese Lehre ist unveränderlich, jede Abweichung oder Änderung erzeugt eben Verwirrung, weil nicht mehr klar sei, was gelte.

Der Vorwurf gegen den Papst ist stark: Sünde wider den Heiligen Geist. Das ist ziemlich nah dran an dem Jesuswort „Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden. Auch wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt“ (Mt 12:31f). Der Brief kommt versöhnlich in seiner Sprache daher, machen wir uns aber nichts vor, dahinter meint der Pater es sehr ernst.

 

Sünde wider die Wahrheit

 

Also: Abweichen von der unveränderlichen Lehre ist Sünde wider die Wahrheit. Und nur wo Wahrheit ist, kann echte Liebe sein, alles andere folgt von diesem Ausgangspunkt.

Der Anschlussvorwurf hat dasselbe Grundmuster: der Papst nehme die Lehre nicht nur nicht ernst, er setze ihre Wichtigkeit herab. Dabei sei es gerade diese Lehre, die vor Ideologie und damit dem Unmenschlichen schütze. Wieder ist es die Zentralität der Lehre, von der der Pater ausgeht. Oder präziser formuliert: die Zentralität des Gelehrten (dessen, was gelehrt wird).

Bei Vorwurf drei wird es nicht überraschen, dass er dasselbe aussagt: er spricht von den Menschen, die sich für die authentische Lehre – das Gelehrte – eingesetzt hätten und deren Position jetzt geschwächt wird. Leider macht der Pater weder hier noch etwa bei dem Vorwurf zu den Bischofsernennungen Beispiele, deswegen bliebt das sehr, sehr allgemein.

Da der Vorwurf aus den USA kommt, vermute ich hinter der Aussage die Schwächung der (politischen) Position von katholischen Gruppen zum Thema Lebensschutz. In den USA wird der auf die Abtreibungsfrage reduziert, der Papst sieht das weiter und bezieht junge und alte Menschen und die Todesstrafe mit ein. Hier ist es also nicht ein Abweichen von der Lehre, sondern eine Weitung der Perspektive um der Frage des Lebensschutzes überhaupt gerecht werden zu können. Aber wie gesagt, das ist meine Vermutung, er selber wird nicht konkret und vielleicht liege ich ja auch in diesem Punkt falsch.

 

Synodalität

 

Dann wendet sich der Pater gegen die Synodalität, wie sie vom Papst vertreten wird. Verschiedene Positionen innerhalb der einen Kirche könne nur zu mehr Verwirrung führen. Ich übersetze – zugegeben selber überspitzend – dass nicht in einem Bistum etwas gelten kann, was wenige Kilometer weiter nicht erlaubt ist. Grund dafür ist die Einheit der Kirche, der Pater zitiert Pius XII. und die mystische Einheit des Leibes der Kirche.

Zu letzterem Vorwurf würde ich sagen und habe ich an dieser Stelle auch gesagt, dass genau das nicht Einheit bedeutet, sondern Einheitlichkeit. In einer immer differenzierter werdenden Welt Christ zu sein und Jesus zu verkünden und in Gemeinschaft zu leben braucht neue Formen. Die Verschiedenheit des Sprechens über Lehre hat es früher ja auch schon gegeben, die Variationsbreite etwa der Liturgie(en) war groß, erst das 19. Jahrhundert hat uns die Einheitlichkeit gebracht, die wir heute kennen.

 

Kreativ

 

Synodalität – oder die Balance zwischen Lokalkirche und Universalkirche, wie ich das für mich übersetze – ist genau die Form, die es braucht, um die Verschiedenheit der Kulturen und Welten in Einheit zu versammeln. Natürlich heißt das nicht Einzelkirchen, die in irgend einer Föderation zusammen leben, das ist klar. Und keiner hat das klarer gemacht als dieser Papst bei der ersten Synode zum Thema Familie: Das Amt der Einheit, das Teil des Papstamtes ist, hat er nicht vor aufzuweichen. Im Gegenteil.

Womit ich auch beim Kernvorwurf wäre, der Änderung von der einen authentischen Lehre, wobei ich „Lehre“ mit „was wir lehren“ übersetze, denn das scheint mir der Punkt zu sein.

Wenn die die offiziellen Dokumente der Kirche zum Umgang mit dem Glaubensgut lese, etwa den Katechismus zur „Auslegung des Glaubenserbes“ oder auch „Die Interpretation von Dogmen“ von 1990, dann gehen diese Texte vorsichtiger mit der Lehre um. Da wird etwa von „schöpferischer Erinnerung“ gesprochen, das ist weniger rigide und geht alles viel weniger von quasi in Buchstaben vorgegebener Lehre aus. Da geht es um Dogmen „im weiteren Sinn“ und „im engeren Sinn“, da wird von der „Hierarchie der Wahrheiten“ gesprochen, bei aller Klarheit – und es sind keine verwirrenden Texte, um im Sprachbild zu bleiben – halten sie doch Flexibilität bereit und gehen eben nicht von der Zentralität des Gelehrten aus.

Aus dem genannten Dokument der Internationalen Theologischen Kommission der Glaubenskongregation von 1990: „Die Praxis des kirchlichen Lehramts suchte seinem pastoralen Charakter zu entsprechen. Seine Aufgabe, die Wahrheit Jesu Christi authentisch zu bezeugen, steht innerhalb der umfassenderen cura animarum und begegnet ihrem pastoralen Wesen entsprechend mit Klugheit und Zurückhaltung neu aufkommenden gesellschaftlichen, politischen und kirchlichen Entwicklungen und Problemen.“

Zentral ist der pastorale Charakter des Lehramtes.

 

Rigide

 

Wenn der Papst also von „rigide“ spricht, was der Pater ihm vorwirft, dann hat er meiner Lesart nach genau das im Sinn. Wer Lehre auf Gelehrtes reduziert, steht in der Gefahr, die Kreativität, Klugheit und Zurückhaltung und noch mehr zu verlieren, die es braucht. Und die auch geistlich bzw. vom Heiligen Geist inspiriert ist. Das ist nicht wider den Heiligen Geist, im Gegenteil.

Einen Satz noch zum Abschuss des Briefes, denn hier wird es heftig. Pater Thomas wünscht dem Papst, dass der Heilige Geist ihn ins Licht der Wahrheit führe. Nach den vorher gemachten Aussagen und vor allem im Klang dieser Aussagen kann ich nur annehmen, dass Pater Thomas meint, selber bereits dort zu sein, zumindest aber mehr als der Papst.

Papst Franziskus will Offenheit. Aber nicht Herablassung. Und genau diese Herablassung lese ich aus den letzten Zeilen des Briefes heraus. Und leider färbt das dann auch das Sprechen von der „Lehre“: als ob er, Pater Thomas, bereits dort angekommen sei und jetzt daran leide, dass selbst der Papst ihn im Stich lasse.

Das ist kein Suchen nach der Wahrheit, das ist kein pastoraler Charakter, an dieser Stelle wird die Argumentation wirklich schräg. Leider.

 

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52 Kommentare zu Verwirrt

  1. Katharina von Siena sagt:

    Vielen Dank für diesen Kommentar, den ich bis auf die letzten zwei Absätzen für sehr gut halte.

    „Papst Franziskus will Offenheit. Aber nicht Herablassung.“

    Der Papst geht aber selber voran, wenn es um Herablassungen geht. Schon vergessen, wie er über die „Rigiden“ spricht? Bei ihm sind es keine Beleidigungen und Herablassungen sondern nur „starke Bilder“?

    Auf der anderen Seite soll es gleich Herablassung sein, wenn jemand denkt, der Papst irre, und das auch wirklich so sieht und für ihn betet. Ich zitiere aus dem Brief:

    „Holy Father, I pray for you constantly and will continue to do so. May the Holy Spirit lead you to the light of truth and the life of love so that you can dispel the darkness that now hides the beauty of Jesus’ Church.“

    Das soll herablassend sein?

    Ich finde, an dieser Stelle wird die Argumentation wirklich schräg. Leider.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Nach dem, was vorher geschrieben wurde, finde ich diesen Schlussabsatz nicht mehr freundlich. May the Spirit lead you lese ich da – und das auch im ersten Eindruck, beim ersten Lesen – als „Sie sind nicht im Licht“. An der Verborgenheit der Schönheit der Kirche ist der Papst ja Schuld, nichts anderes sagt der Brief. Und das ist herablassend.

  2. Horst Kasner sagt:

    Ihre Relativierung des Begriffes der Lehre als „das, was gelehrt wird“ finde ich sehr bedenklich. Das öffnet jeder Abweichung Tür und Tor. Es ist schließlich nicht schwer, „das, was gelehrt wird“ zu ändern. Dazu braucht man nur ein paar Personen auszutauschen. Und „Kreativität“ in der Lehre ist sicherlich das letzte, was die Katholische Kirche braucht.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Da stimme ich Ihnen zu. Leider passiert das viel zu oft, dass das, was jemand lehrt, als „Die Lehre“ definiert wird. Die Kirche war da immer sehr vorsichtig und lehrte auch Vorsicht. Hierarchie der Wahrheiten, schöpferisches Erinnern, das sind alles Warnungen, die Lehre nicht auf einige Worte – das Gelehrte – zu reduzieren, sondern weiter zu suchen, zu denken, zu beten. Lehre ist nichts, was man „hat“ in einem Buch, wo ich nachschlagen kann. Lehre ist Jesus selbst, und die führt man nicht aus, sondern folgt nach.

    • schaaf, dr.dr., michael-joseph sagt:

      „Wer Ehebruch betreibt, der ist ohne Verstand“ Spr 6, 32

  3. Antonius Theiler geb.1941 sagt:

    Ob jetzt Kardinal Gerhard Ludwig Müller sagt: Martin Luther handelte „wider den Heiligen Geist“ Aus den Schriften des Reformators werde „absolut klar, dass Luther sämtliche Prinzipien des katholischen Glaubens hinter sich gelassen hat“. Die Glaubenslehre selbst könne nicht diskutiert werden, andernfalls hieße dies, dass die Kirche „über tausend Jahre Glaubensirrtümer gelehrt hat“, betont der Kardinal, wobei „wir wissen …, dass die Kirche in der Heilsweitergabe in den Sakramenten nicht irren kann“. Und somit die Ökumene verwirrt.

    http://de.radiovaticana.va/news/2017/10/25/m%C3%BCller_luther_handelte_%E2%80%9Ewider_den_heiligen_geist%E2%80%9C/1345129

    Oder ob ein islamischer Religionsgelehrter aus Kairo Herrn Bundestagspräsident Norbert Lammert erklärt: „Wir lernen vom Koran, der Koran befiehlt uns. Wenn die Muslime in einem Land sind, ein Land beherrschen, so sollen sie keine töten, keinen Menschen töten. Wenn sie den Islam annehmen, dann ist es schön, wenn sie aber ihre Religion Christentum oder Judentum behalten, dann ist es auch gut. Die sollten dann eine kleine Kopfsteuer zahlen damit man sie schützt und damit man sie weiterhin als Bürger in diesem Land leben. Wenn sie das aber ablehnen und die Muslime bekämpfen, dann darf man sie bekämpfen.“
    Und so Demokratien verwirrt.

    Oder ob Pater Thomas G. Weinandy schreibt: Franziskus stifte Verwirrung in der katholischen Lehre, wobei da schon einzuwenden wäre, die christliche Lehre ist die wichtigere. Und mit den Prinzipien des christlichen Glaubens ist jetzt auch Kardinal Müller verwirrt.

    Mir steht es nicht zu den Verwirrungsgrad zu vergleichen. Von Pater Thomas G. Weinandy, Kardinal Gerhard Ludwig Müller oder dem Imam aus der Universität in Kairo habe ich das Gefühl, dass alle drei mit ihren verwirrten Meinungen so über uns allen schweben, dass mir beim Blick nach oben schwindlig wird. Ich bitte die Astronomen des Vatikans das Taufwasser, das sie für extraterrestrische Wesen reservierten, zum Kopfwaschen von derartigen Überschwebern zu verwenden. Die vatikanischen Astronomen sollten erklären, dass die Erde weniger als nur ein Staubkorn in der unendlich großen und schönen Schöpfung ist. Wir alle, die an was Höheres glauben, sollten nicht das Restrisiko eingehen uns so zu benehmen, dass das Höhere sich von uns abwendet. ES gab uns die Freiheit, doch wir missbrauchen diese schändlich. Papst Franziskus ist einer der wenigen der sicher fühlt, dass was er bindet oder was er löst, kein leeres Versprechen sein wird. Das ist auch in seinen Worten zu erkennen, die jeder gläubige Mensch annehmen kann: „Lerne vom Wundern, bewahre Dir das Staunen. Lebe, liebe, glaube. Und, mit Gottes Gnade, verzweifle nie!“ sagte Franziskus.

    Letzteres fällt mir schwer, ich versuche mich zu bessern.

  4. Elasund sagt:

    Oft erlebe ich den momentanen Papst moralisierend und seine Ausführungen als wenig hilfreich. Leider ist es nicht selten so, dass die Zuhörer sicher sind, dass er „die anderen“ meint, z. B. die klerikalistischen Menschen oder die konservativen Rosenkranzbeter – jedenfalls meint er nicht die mündigen Katholiken als die wir uns selbst sehen. Bzgl. der Lehre meine ich, dass ein Papst keine ausgeprägte Gabe des Lehrens haben muss um ein guter Papst zu sein. Es ist ja nicht so, dass entscheidende Dogmen über Jesus Christus nicht feststünden und wenn ich mich über die Lehre informieren möchte habe ich genügend Möglichkeiten, dafür brauche ich keinen Papst. Nach über 4,5 Jahren Papst Franziskus habe ich die Überzeugung gewonnen, dass das Hauptproblem eine völlige Überschätzung des Papstamtes ist, egal in welche „Richtung“ die Katholiken gehen. Das scheint die eigentliche Verwirrung zu sein. Jesus Christus ist das Haupt der Kirche und er wird schon wissen, wieso wir diesen Papst haben bzw. brauchen. Erneuerung findet in der Regel sowieso nicht durch Päpste statt. Viele Heilige hatten schon Glück, wenn sie vom jeweiligen Papst nicht allzu sehr behindert wurden.

  5. carn sagt:

    Danke für die Auseinandersetzung mit dem Schreiben von Pater Weinandy.

  6. Monika sagt:

    Die Wahrheit ist Person. Sie wird durch Liebe erkannt. Papst Benedikt.

  7. Guardianus sagt:

    Vielen Dank auch von mir für die Auseinandersetzung dieses Briefes, mit dem Sie auch durch diesen blog uns teilhaben lassen.
    Es ist für mich nicht verwunderlich, dass ein solcher Vorwurf aus der franziskanischen Familie kommt, da die Brüder gemäß der Regel von Franziskus katholisch leben und somit auch lehren sollen. Und so sagt bereits ein Franz von Assisi, dass der wahre Generalminister der Brüder eben nicht der Papst ist, sondern der Heilige Geist. Auf diesen haben die Brüder zu hören und notfalls den Gehorsam gegenüber dem Oberen zu verweigern. Gleichsam dürfen die Brüder aber die Gemeinschaft nicht verlassen als Zeichen dafür, dass nicht nach dem eigenen Willen und Gutdünken gehandelt wird..und lieber in dieser Gemeinschaft die Schmach und Verachtung etc. ertragen werden soll.
    Und auch der Herr selbst ist es letzten Endes, der bereits zu den Schriftgelehrten, Priestern und Pharisäer sagt, dass diese sehr geschickt das Wort Gottes außer Kraft zu setzen wissen um der eigenen Auslegung und Überlieferungen…um der Tradition willen.
    Gleicht ein solcher Vorwurf also nicht den „Weherufe“ über die Schriftgelehrten, in welcher der Herr selbst doch auch Verwirrung erkannte und doch weit weniger zimperlich mit diesen Gelehrten umging als P.Thomas?
    Ich selbst kann also nur erahnen, was die heutigen Priester, Schriftgelehrten….die Kirche mit Jesus gemacht hätten, würde diese
    ein Zeitgenosse von Ihm gewesen sein. Aber ist Jesus nicht auch heute unter uns, mit, in und durch Seinen Geist, welchen Er uns gesandt hat, damit wir nicht als Waisen in dieser Welt zurückbleiben?
    An Stelle einen Vorwurf, eine Herablassung… ,in diesem Brief zu erkennen meinen, könnte es durchaus auch eine Aufforderung sein, über den Glauben und dessen Verkündigung in Wort und Tat nachzudenken, da es ebenso heißt:“Macht euch keine Sorgen, was ihr reden sollt, der Geist eures Vaters im Himmel wird in dieser Stunde durch euch reden.“ Und wenn ich mir das Wort des Herrn so ansehe und darüber nachdenke, dass es das ewig gültige Wort ist, dann sollten wir alle sehr vorsichtig mit solchen Worten sein, die einen Vorwurf und eine Herablassung zu erkennen meinen, als dass wir diese Worte ernst nehmen, im Herzen darüber nachdenken und gegebenfalls unser Leben, bzw. unsere Art und Sichtweise des Glaubens ändern, wie es schon ein Paulus fordert.“Ändert euren Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an.“
    Danke P.Hagenkord, danke aber auch an P.Thomas G.Weinandy –
    danke Heiliger Geist für Dein Wirken in allen Menschen und an allen Orten. Vor allem an jenen Orten, an denen wir Dich am wenigsten vermuten.

  8. carn sagt:

    „Bei Vorwurf drei wird es nicht überraschen, dass er dasselbe aussagt: er spricht von den Menschen, die sich für die authentische Lehre – das Gelehrte – eingesetzt hätten und deren Position jetzt geschwächt wird. Leider macht der Pater weder hier noch etwa bei dem Vorwurf zu den Bischofsernennungen Beispiele, deswegen bliebt das sehr, sehr allgemein.“

    Während ich das Bedauern an Mangel an Beispielen für ersteres (Schwächung von solchen, die sich authentisch für die Lehre einsetzen) nachvollziehen kann, ist mir das bei zweiteren unklar.

    Wäre es wirklich zu bevorzugen, wenn einem konkret benannten Bischof vorgeworfen würde, dass auf ihn zuträfe: „men who seem not merely open to those who hold views counter to Christian belief but who support and even defend them“?

    Minimal denke ich, dass dann eine solche namentliche Anschuldigung durch konkrete Belege hätte unterfüttert werden müssen und dann wäre das Schreiben auf jeden Fall länger geworden.

    Und es wäre noch viel explosiver geworden, weil es dann ein klarer Angriff/Vorwurf an die namentlich genannten gewesen wäre.

    Ich verstehe also nicht, warum es negativ ist, dass dort kein Bischof namentlich genannt wurde.

    Das wirbelt doch auch so schon genug Staub auf.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Wenn ich Ihr Argument zusammenfassen darf: er darf behaupten, aber bitte keine Beweise bringen, das ist zu anstrengend. Sorry, das ist sehr grob überspitzt, aber es ist die Essenz. Wen meint er? Dann kann man sagen, ob er Recht hat oder nicht. Cupich? Farrel? Wuerl? Pell? Marx? Der Pater macht sich unangreifbar, wenn er keine Beispiele macht. Und das ist intellektuell unredlich.

      • carn sagt:

        „Wenn ich Ihr Argument zusammenfassen darf: er darf behaupten, aber bitte keine Beweise bringen, das ist zu anstrengend. Sorry, das ist sehr grob überspitzt, aber es ist die Essenz.“

        Irgendwo ist in unserem Austausch an Gedanken immer der Wurm drin.

        Das war mein Hauptargument: „es wäre noch viel explosiver geworden“

        Ich dachte Sie selber würden zu „explosive“ Auseinandersetzungen kritisch sehen; deshalb überraschte mich der Kritikpunkt etwas; aber gut, dann habe ich mich getäuscht.

        Ich persönlich bevorzuge es grundsätzlich wenn möglichst alle Behauptungen mit Belegen unterfüttert sind und würde auch gerne wissen, wenn er denn nun genau meint.

        „Farrel? Wuerl? Pell? Marx?“
        Die scheiden eigentlich aus, da er von Bischofsernennungen spricht und die wurde alle von Vorgängern von Papst Franziskus in ihren aktuellen Bischofsposten eingesetzt.

        Und auch „Cupich?“ wurde zumindest von Benedikt dem XVI. zum Bischof ernannt.

        • Pater Hagenkord sagt:

          So einfach ist es nicht: wenn ich etwas sage, dann muss das Hand und Fuß haben. Abstrakt etwas zu sagen, das dann niemand widerlegen oder bestätigen kann, das ist ärgerlich. Hier geht es nicht um „explosive“ Auseinandersetzung, hier geht es um intellektuelle Redlichkeit, und die fehlt mir.
          Und bei den Namen, die Sie nennen: Ich habe einfach mal prominente Ernennungen durch den Papst aufgezählt, im weiteren Sinn. Aber da fängt es schon an. Geht es um Ersternennungen von Bischöfen? um Verwendungen? um Versetzungen? Das ist alles viel zu vage, um als Vorwurf zu taugen. Und ein Vorwurf soll es ja sein.

  9. Michael sagt:

    So wie ich einige Berichte über diesen Brief lese, versteht sich P.Thimas auch als ‚Sprachrohr‘ der sog. ‚Kleinen und Unmündigen‘. Deshalb sollte der Vatikan diesen Brief schon ernst nehmen. Sieht sich der Papst (das Papstamt) nicht auch als ‚Diener der Diener Gottes‘ und sollte der Erste nicht auch der Letzte von allen sein, gemäß den Worten des Herrn?
    Wenn P.Thomas Verwirrung durch Papst Franziskus erkennt, bzw. von seiner Ortsgemeinde ob einer solchen angesprochen wird, wie sollte dann nicht auch das eigene Handeln, die eigene Verlautbarung seitens des Vatikanes kritisch hinterfragt werden?
    ‚Diener der Diener Gottes‘ zu sein ist eben mehr als ein schönes Wort, als dass dieses Wort eben auch bezeugt sein will, darin es Fleisch und Blut im eben einem Ernstfall wird, anders eine solche Bezeugung unglaubwürdig wird, bzw. der Mensch/das Amt unglaubwürdig wird.
    So denke ich, dass nicht nur Gläubige in den USA hinter den Worten von P.Thomas stehen, sondern auch in vielen anderen Gemeinden. Deren diesbezügliche Sorge so einfach ‚unter den Tisch zu kehren‘ ist insoweit kein guter Dienst und stiftet in der Tat in deren Reihen Verwirrung ob dieses Amtes, das im Dienste aller stehen soll und nicht „nur“ im Dienste des Klerikates des gehobenen Standes.
    Es darf hier auch an einen Johannes d.T. erinnert werden, der zu sagt:“ich muss kleiner werden, der Herr aber muss wachsen..“ und er seine Jünger nunmehr auffordert, nicht mehr ihm, sondern Jesus zu folgen. Selbsterhaltungstrieb, darin man sein Leben retten will, wird sich als Verlust desselbigen zeigen.
    Wir alle sollten selbstkritischer werden und damit bei der eigenen Person beginnen und mit der uns aufgetragenen Liebe auch unseren Bruder zurechtweisen dürfen ohne Furcht, darin es uns allen immer um das Wachstum des Geistes Jesu in uns allen geht: der „alte Mensch“ immer weniger wird. Wenngleich dies uns allen klar ist, so fällt es doch schwer, dieses Kleinwerden ernsthaft anzupacken.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Zunächst besteht ein Unterschied zwischen „ist ein Sprachrohr“ und „versteht sich als Sprachrohr“. So wie ich die meisten Gläubigen warhnehme und die Gespräche über den Papst, verstehen die meisten Menschen sehr wohl, was er meint. Von denen ist P Thomas also nicht der Sprecher. Außerdem beschreibt er ja selber, wie es zu diesem Brief gekommen ist, es ging nicht um eine Reaktion auf Gehörtes, sondern um die Frage eines Zeichens von Jesus. Das beschreibt er ja selber in einem Interview mit Cruxnow.
      Aus meiner Erfahrung: da gibt es nicht die „vielen Gemeinden“, die dahinter stünden. Im Gegenteil.
      Und was die Selbstkritik angeht: fast alle Kommentatoren in den USA haben darauf hingewiesen, dass P Thomas im Glashaus sitzt. Er war zuständig für die Maßregelung von vielen Theologen in den USA. Sich jetzt als Sprachrohr innerkirchlicher Debatte zu verstehen, ist schon ein wenig schräg.

      • Michael sagt:

        Da wir den Menschen an dessen Früchten des Geistes erkennen können: ob der Mensch der Frucht des Heiligen Geistes entspricht oder sich selbst darin sucht, so ist sicherlich das Gesamtbild des Auftretens von P.Thomas zu betrachten – da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Desweiteren ist in Betracht zu ziehen, dass Jesus Christus weniger laut ist, als vielmehr in der Stille: ohne Worte zu wirken sucht und somit ohne großes Aufsehen. Ob es also wirklich im Namen Jesu war, diessn Brief offen zu schreiben, das sei dahin gestellt. Der Widersacher ist nicht weniger kreativ, als dass er ‚wie ein brüllender Löwe umher geht und sucht, wen Er verschlingen kann.‘
        Weil wir also den Menschen an dessen Früchten erkennen können, so solltw uns weder der Papst noch P.Thomas verwirren können, da der Massstab gesetzt ist: Jesus Christus. An Ihm müssen wir uns alle messen lassen…

        • Schaaf Dr.Dr., Michael-Joseph sagt:

          „Wer mich liebt, der hält meine Gebote“ Joh 14, 21 und negiert sie nicht – denn 2 + 2 kann nicht 5 sein . sparado – einfach ein Depp!

          „Es gibt in der Kirche Skandale, tadelswerte und beschämende Vorkommnisse; kein Katholik kann das leugnen. Die Kirche hat sich immer dem Vorwurf und der Schande ausgesetzt, Mutter unwürdiger Söhne zu sein. Sie hat gute Kinder, und weitaus mehr solche, die schlecht sind… Gott hätte eine Kirche gründen können, die rein ist; er hat jedoch vorhergesagt, dass das vom Feind gesäte Unkraut zusammen mit dem Weizen wachsen werde bis zur Ernte am Ende der Welt. Er sagte, dass seine Kirche einem Fischernetz gleiche, in dem sich „Fische aller Art“ befinden, die aber erst am Abend sortiert werden (Mt 13,47f). Und er ging noch weiter und erklärte, dass es weitaus mehr Schlechte und Unvollkommene als Gute geben würde. „Viele sind gerufen“, so sagte er, „aber wenige auserwählt“ (Mt 22,14), und sein Apostel verkündet, dass es einen Rest gibt, der aus „Gnade erwählt ist“ (Röm 11,5). Es gibt also in der Geschichte und im Leben der Katholiken unaufhörlich eine Menge Dinge, die dem Widerspruchsgeist in die Hände arbeiten…

          Wir lassen aber den Kopf nicht vor Scham sinken und verbergen unser Gesicht nicht in den Händen, sondern erheben Gesicht und Hände zu unserem Erlöser „Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn…, so schauen unsere Augen auf den Herrn, unseren Gott, bis er uns gnädig ist“ (Ps 123,2). Wir wenden uns an dich, gerechter Richter, denn du schaust auf uns. Wir machen uns nichts aus Menschen, solange wir dich haben… solange du uns, wenn wir versammelt sind, gegenwärtig bist, und wir dein Zeugnis und deine Zustimmung in unseren Herzen tragen.“

          Sel. John Henry Newman (1801-1890), Theologe, Konvertit und Kardinal, Gründer eines Oratoriums in England. Aus: Predigten zu verschiedenen Anlässen, Nr. 9, 2.6

    • @Michael:
      ihr Einspruch hat ja eine ganz skurrile Note…??

      wenn dieses Wort: „DIENER der Diener Gottes“ bei einem Papst keine Worthülse geblieben ist.. DANN doch gerade bei PF !
      ich erspare mir jetzt die ganze Palette aufzählen..

      oder haben Sie nicht bemerkt, welches Zeugnis stellvertretend!- die Begegnungen mit Gefangenen und Heimatlosen-Obdachlosen haben..
      oder ich denke an die „Fußwaschung“, die er aus einer gewissen „rituellen Erstarrung“ mit Leben erfüllt hat..

  10. Pingback: Förvirrad | Signum

  11. carn sagt:

    Mich würde immer noch eine Aussage zu der Art interessieren, wie Pater Weinandy „entschieden“ hat, den Brief zu schreiben.

    Dazu habe ich z.b. den Vorwurf gegen Pater Weinandy gelesen, dass dessen Art der Entscheidungsfinden Aberglauben nahekäme (was ja dann ggf. auch eine Sünde wäre).

    • Mir kommt dazu folgende Textstelle in den Sinn (Lukasevangelium 4,1–13):

      „Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist,
      so stürz dich von hier hinab; denn es heißt
      in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er,
      dich zu behüten; und: Sie werden dich
      auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Da antwortete ihm Jesus: Die Schrift sagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen“.

      • carn sagt:

        Bei meinen sporadischen Lesen des AT ist mir aber noch in Erinnerung geblieben, dass es darin regelmäßig vorkam, dass irgendwer sich nicht ganz sicher war, ob er denn irgendwas bestimmtes Gottes Wille entspräche.

        Und regelmäßig wurde es aufgelöst, indem der betreffende Gott um ein Zeichen gab, dass der „Auftrag“ richtig verstanden wurde; und regelmäßig erfolgt dann auch die „Auftragsbestätigung“ in der erwünschten Form.

        Z.b. erinnere ich mich an irgendwas, wo der betreffende irgendwelche Felle oder ähnliches ausgelegt hat und als Bestätigung des „Auftrags“ erbeten hat, dass die Felle eben trotz Tau am nächsten Morgen nicht feucht seien.

        Sehe nicht, dass Jesus solche „Anfragen“ hinsichtlich „Auftragsbestätigung“ kritisch sieht; Jesus brauchte ja keine „Auftragsbestätigung“, sondern das Springen vom Tempel wäre eine reine Demonstration von Macht eventuell für dritte gewesen.

        • carn sagt:

          Habs nun, Richter 6 speziell 6:36-40:
          https://www.bibleserver.com/text/EU/Richter6%2C37

          „Da sagte Gideon zu Gott: Wenn du Israel wirklich durch meine Hand retten willst, wie du gesagt hast –
          37 siehe, ich lege frisch geschorene Wolle auf die Tenne; wenn Tau allein auf der Wolle und auf dem ganzen Boden Trockenheit sein wird, dann werde ich erkennen, dass du durch meine Hand Israel retten willst, wie du gesagt hast.
          38 Und so geschah es. Als er früh am Morgen aufstand und die Wolle ausdrückte, presste er Tau aus der Wolle heraus – eine Schale voll Wasser.
          39 Darauf sagte Gideon zu Gott: Dein Zorn möge nicht gegen mich entbrennen, wenn ich nur dieses eine Mal noch rede. Ich möchte es nur noch dieses eine Mal mit der Wolle versuchen: Trockenheit sei auf der Wolle allein und auf dem ganzen Boden soll Tau liegen. 40 Und so machte es Gott in jener Nacht: Trockenheit war auf der Wolle allein und auf dem ganzen Boden lag Tau.“

          Gideon erlaubt sich in Richter 6 dreimal Auftragsbestätigungen einzuholen.

          Und die erste begründet er explizit damit:
          „17 Gideon erwiderte ihm: Wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, dann gib mir ein Zeichen dafür, dass du selbst es bist, der mit mir redet.“

          damit, dass er sicher gehen will, dass es wirklich ein Auftrag von Gott ist.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Das Fragen nach dem Wirken des Geistes, Unterscheidung genannt, ist aber nicht einfach ein Erbitten eines Zeichens. Das ist schon ziemlich billig, einfach so von Gott ein Eingreifen zu erwarten. Gott in der Gegenwart zu erkennen, das ist die Kunst.

          • carn sagt:

            Noch was hinsichtlich Gideon:

            Wenn man sich dessen Geschichte konkret verdeutlicht, dann sind die Zweifel absolut verständlich.

            Denn wenn man in die Situation kommt, militärisch völlig unterlegen in den Krieg zu ziehen und einem aber der umfassende Sieg vollkommen gewiß sein soll, dann ist Zweifel am eigenen Verstand erstmal eine total rationale Handlungsweise; denn Spinner, die solches glauben und dann sich in sinnlose Gemetzel stürzen, gibt es leider zu Hauf.

          • Zunächst einmal: Grundlegend ist das Buch Deuteronomium, wo es heißt:“ Ihr sollt den Herrn, euren Gott nicht auf die Probe stellen.“ (Deut. 6,16)

            Dann kommen wir zum Buch der Richter. Auch hier lohnt es sich, die Geschichte im Zusammenhang zu lesen. Gideon erhält einen Auftrag von Gott (Richter, 6, 12 – 14), zweifelt, ob er diesem Auftrag gerecht werden kann (Richter 6,15) und erbittet sich daraufhin – in Ihren Worten – eine Auftragsbestätigung von Gott (Richter 6,17).

            Von Zweifel ist bei Pater Weinardy nichts zu lesen. Er konfrontiert Gott mit SEINER Alternative: Den Brief zu schreiben oder nicht. Dass Gott von ihm vielleicht etwas ganz anderes möchte – z.B. seine Argumente nochmals zu überdenken – kommt ihm nicht in den Sinn. Neutestamentlich gesprochen wird hier dem hl. Geist eine Falle gestellt.

          • Guardianus sagt:

            @P.Hagenkord: Sie schreiben:“Gott in der Gegenwart zu erkennen ist eine Kunst.“ Ist das nicht -um wiederum Ihre Worte zu benutzen- ein wenig „schräg“? Ist jene Erkenntnis weniger Kunst als Gnade und Barmherzigkeit? Erkennt der Mensch aus sich selbst heraus? Wenn jene Erkenntnis für Sie eine Kunst ist, so erkenne ich darin keinen wirklichen Glauben, bzw. kein wahres und auf mich wirksames Glaubenszeugnis. Das verwirrt mich…ehrlich gesagt.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Pardon, aber ich habe keine Ahnung, was Sie da schreiben und fragen.

          • Michael sagt:

            Wie hätten Sie anstelle Gideon gehandelt P.Hagenkord?

          • Pater Hagenkord sagt:

            Sie verwechseln da was. Die Bibel ist kein Handbuch, kein Geschichtsbuch. So eine Frage hat einfach keinen Sinngehalt.

  12. Michael sagt:

    Das eigentlich verwirrende ist weniger der Papst Franziskus in, mit und durch dessen Aussagen oder Entscheidungen, sondern die innere
    Zerissenheit innerhalb gar der gesamten christlichen Kirchen, welche doch grundsätzlich mit einer Stimme sprechen sollte. Das ist das eigentlich verwirrende, doch zugleich auch eine sich offenbarende Wahrheit:“Ein Reich, das in sich gespalten ist, kann keinen Bestand haben auf Dauer. Wenn also Jesus Christus oftmals zum „Zankapfel“ der christlichen Kirche wird und nicht zu jener Einheit führt, so wie Er mit dem Vater eins ist, so taucht die Frage auf, ob diese Kirchen wirklich Chritus dienen und nicht jenem, der dies alles zu verhindern sucht.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Nur zur Info: Es ist der Papst, der ständig betont, wie wichtig Einheit und Gemeinsamkeit ist. Und auch danach handelt, indem er die Hand ausstreckt. Es sind andere, die gar nicht genug von Häresie, Spaltung und Schisma reden können. Wenn hier wer verwirrt, dann nicht Papst Franziskus.

      • carn sagt:

        „indem er die Hand ausstreckt“

        Ich bitte um einen kurzen Hinweis, damit ich erkenne, wo und wie dieses Ausstrecken der Hand gegenüber den Dubia-Kardinälen oder auch Pater Weinandy erfolgte.

        Habe es nämlich leider nicht mitbekommen.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Das wollen Sie gar nicht sehen.

        • @Sorry @Carn:

          aber diese Kritiker können doch alles FREI aussprechen.

          auch dieser -für meine Begriffe starrsinnige Dubia Kardinal –

          hat doch keinen „Maulkorb“

          das EINZIGE aber auch WIRKLICH das einzige ist, dass seine Kritik´-gottseidank- keine lehramtliche!! Relevanz hat!

          aber sonst er kann doch total frei publizieren!!

        • Gabriele Luzia sagt:

          Es gibt Menschen, die brauchen – oder tun so, als ob sie bräuchten – eine erklärende Geste des Chefs.
          Wer sie wirklich braucht, wird sie bekommen, wenn der Chef Sorge haben muss, dass die intellektuellen (und hier geistlichen) Fähigkeiten nicht ausreichen, um die Reaktion – in diesem Fall eine Erübrigung einer verbalen Reaktion – zu verstehen.
          Papst Franziskus hat sich in meinen Augen einmal mehr als sehr feinfühlig, nachsichtig und ein Mensch voller Erbarmen erwiesen, indem er NICHT auf diese Provokationen reagierte.
          Ich wünsche ihm von Herzen Geduld mit seinen Mitarbeitern und Kraft und Vertrauen in Gottes Liebe für sein Amt.

          • Denny sagt:

            Er hat ihnen Erbarmen erwiesen? Franziskus ist feinfühlig? Weil er auf berechtigte Kritik seiner Brüder nicht reagierte? Sie haben ein falsches Verständnis von Barmherzigkeit. Franziskus ist wohl eher gleichgültig, abweisend, arrogant. Er befindet sich nicht mehr in der wahren Lehre der Kirche, der Tradition und der Überlieferung. Er verwässert die heiligen Gebote Gottes. Das ist ihm nicht erlaubt. Die Gebote unterliegen nicht dem Gewissen. Sie sind in Stein gemeißelt.Er steht außerhalb. Deshalb wird es auch zu einem angekündigten Schisma in der Katholischen Kirche kommen. Dann wird sich die Spreu vom Weizen trennen.

            Entweder für Christus und sein Evangelium oder gegen Christus.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Eine interessante Sichtweise: Der Papst schließt niemanden aus, Sie schon. Der Papst verdammt nicht, Sie schon. Sie schwingen sich zum Richter auf, was Ihnen nicht zukommt. Hier zeigt sich in einer Nussschale die Schlichtheit derer, die nicht Kritik üben, sondern einen Machtgestus vollziehen wollen. Denn genau das tun Sie hier.
            Mit Theologie, Geboten, der Bibel und der Lehre der Kirche hat das, was Sie hier schreiben zu meinen müssen, nichts zu tun.
            Und: wie Sie darauf kommen, dass Franziskus abweisend sei, arrogant und gleichgültig, das bleibt ein Rätsel. Das genaue Gegenteil ist der Fall.

          • Michael sagt:

            @Denny: Was verstehen Sie unter Barmherzigkeit? Warum sollten die Gebote Gottes nichts mit dem Gewissen zu tun haben? Ob in Stein gemeisselt oder in unser Herz geschrieben? Sie sind das Wort Gottes an den Menschen, die mit, in und durch den Menschen auch Fleisch und Blut werden wollen…unser Gewissen sein sollen…unser Leben prägend um Gott -der Liebe- immer ähnlicher zu werden.
            So heisst das Gebot, welches das ganze Gesetz und die Propheten erfüllt:“Du sollst den Herrn Deinen Gott lieben mit ganzen Herzen und all Deiner Kraft und Deinen Nächsten wie dich selbst.
            Aber ich glaube, das wissen Sie selbst und sind „nur“ von der Kirche enttäuscht und daher frustriert. So lege ich Ihnen die Worte des Psalmisten ans Herz:“Ereifert ihr euch, so sündigt nicht. Bedenkt es auf eurem Lager und werdet stille..“
            Erbarmen ja, Erbärmlichkeit nein. Ich glaube Sie verwechseln da etwas in Ihrem falschen Eifer für Jesus Christus und Seiner Frohen Botschaft.

      • Guardianus sagt:

        Nur zum besseren Verständnis: Ist es nicht eigenartig, dass die sich auf Jesus Christus beziehende Gemeinde derart in sich gespalt ist? Legt sie darin ein wirkliches und wahres Zeugnis von Ihm ab?
        Wenn wir Paulus glauben, so nützt uns alles nichts, wenn wir die Liebe nicht haben und diese nicht leben. Und genau da fehlt es, so glaube ich. Es fehlt an der Liebe und somit auch an gegenseitigem Glauben. Wenn nun Jesus Christus sagt, dass wir ohne Ihn nichts tun können, wie sollte das nicht auch heißen, dass wir ohne die Liebe nichts zustande bringen, da Er die Liebe ist?
        Liebt die christliche Gemeinde vielleicht so wie die Welt liebt und nicht wie Gott liebt? Vielleicht deswegen Verwirrung, Spaltung..Widerstand?

        • Gabriele Luzia sagt:

          Ja, Sie legen m.E. den Finger in die Wunde… aber diese christliche /jesuanische Gemeinde besteht nun mal aus Menschen, die Fehler machen, die sich weltlich verhalten, und sie werden es immer wieder tun… Das Ideal dieser Gemeinde wird kaum auf Erden erreichbar ist.

          Ist es nicht eher das Paradies, was Sie meinen?

          An das Ideal kann man m.E. nur versuchen, sich anzunähern.

          Es gibt Vorbilder. Heiligen-Geschichten in einschlägigen Sammlungen in der Form, wie sie noch in meiner Jugendzeit (1970++) – und leider heute immer noch – verlegt werden, sind tödlich für das Interesse der jungen Menschen an Gott und seiner Kirche. Da werden unerreichbare fremde Wesen beschrieben. Immer noch werden sie z.B. anlässlich der Firmung in Buchform verschenkt. Das liest man einmal – wenn überhaupt- und nie wieder. Weil es für einen Leser in diesem Alter nichts mit der Realität zu tun hat. Wir leben nun mal – platt gesagt – hier auf Erden, mit Fußball, Star-Treck, Mord und Totschlag, als Scheidungskinder, arm, vielleicht sogar missbraucht und vergewaltigt, und nicht mit Rosen-Wundern oder Wundmalen versehen.

          Aber wenn SO EINER von sich sagte: „Ich bin ein Sünder“, dann wird es vielleicht glaubwürdig, und dann wird es interessant. Was, D E R ist ein Sünder wie DU und ICH, und der sagt das nicht aus Koketterie, sondern der versuchte immer noch mehr Hinwendung zu Jesus… Das kann
          A U C H I C H versuchen…

          Ich wünsche mir, dass die Wirklichkeit der Gläubigen in der Kirche SEIN darf, und genau DAS versucht Papst Franziskus doch zu vermitteln: Gott hat uns HEUTE gewollt und wird uns auch HEUTE eine Chance geben, IHN und SEINEN Sinn, was er mit der Welt und uns Menschen vor hat, zu verstehen.

          Das Ideal bleibt das Ideal, es ist irgendwie unmenschlich im positiven Sinn – es bleibt eben göttlich.

          • Guardianus sagt:

            Natürlich besteht die Gemeinde Jesu aus Menschen: Menschen, die dazu berufen sind, in, mit und durch Seine Liebe zu leben und zu lieben. Das ist Sein Gebot und dieses haben wir in, mit und durch die Taufe auch versprochen zu halten. Wir sind dadurch einen ewigen Bund mit Gott eingegangen. Dass wir Fehler machen und immer wieder in der Liebe versagen, das ist eine Sache und verwirrt mich nicht. Das verwirrende an der dieser Geschichte ist, dass nicht wirklich ein Wachstum in dieser Liebe zu sehen ist: ein Stillstand, der schon lange Zeit andauert und sich wohl auch in absehbarer Zeit nicht zum Wachstum hin ändern wird.
            Wenn es uns also zuerst um Sein Reich gehen soll und alles andere Er uns dann hinzu gibt, so heisst dies wohl nichts anderes, als dass es uns zuerst um die Einhaltung dieses Bundes geht, darin wir uns gegenseitig so lieben, wie Er liebt…bzw. in dieser Liebe wachsen und heranreifen.
            Ich denke, wir entziehen uns dieser Pflicht, indem wir immer diese Ausreden erfinden, dass wir halt „nur“ Menschen sind, Fehler machen…halt in dieser Welt leben….geht nicht anders.. Hätten wir das nicht vor der Taufe überlegen sollen, bzw. bevor wir diesen Bund mit Gott engegangen sind?
            So bleibe ich dabei, dass gerade der Getaufte darin unentschuldbar ist, wenn er mit solchen „Entschuldigungen“ und Ausreden kommt, da ein solcher Mensch sich eben auch dazu verpflichtet hat, dass diese Liebe nicht „nur“ in ihm selbst wächst, sondern sich insgesamt auf der Erde ausbreitet. Und sagt nicht der Herr von diesem Feuer (der Liebe), dass Er froh wäre, es würde schon brennen….schon damals? – Ist nicht das, was verwirrend ist? …dass wir den Ernst der Taufe vergessen oder vielleicht auch noch nie richtig und wirklich erkannt haben?…

          • Michael sagt:

            @Guardianus: Die Erkenntnis eines hl.Franz v. Assisi ist offensichtlich heute noch genau so aktuell wie damals, darin sich wohl nicht viel geändert hat: allen Falles in die falsche und somit negative Richtung:“Die Liebe wird nicht geliebt.“ …und deshalb noch weniger gelebt.

    • Roswitha Steffens sagt:

      Es gab genug Zeichen, die der Papst gegeben hat, um zu verdeutlichen, dass er alle im Geiste verbunden sind, dass es nur einige wenige gibt, die sich dieser Tatsache entziehen wollen.

      Es gilt zu unterscheiden, wer zum Wohle der Gemeinschaft handelt und wer sich eher dafür einsetzt, dieser Gemeinschaft entgegenzutreten, um sie in ihrer Kraft zu schwächen.

  13. je länger ich- mittelbar- am LEBENS-Zeugnis von PF.-etwas-teilhabe, wird mir klarer, dass er ein JESUANISCHER Papst

    mit der DARAUS folgender Autorität ist..

    und eben kein moralisierendes „Oberhaupt“..

    und dieser Fakt-wie diese ganzen „Vorwürfe“ war schon im unmittelbaren Umfeld Jesu -so jedenfalls die Evangelien- äußerst aktiv und „kreativ“

    und so sehe ich diese ganzen „Querschüsse“ in DIESER Spur!

    Anmerkung: natürlich ist Franziskus -wie wir alle ein „Sünder“ und auch er kann nicht über seinen Schatten springen..

    so ist es für mich unverständlich dass auch er an der „männlichen“ Berufung zur Priesterweihe festhält…

    der „heilige Geist“ ist doch nicht an das Geschlecht gebunden..
    und Gott hat keine männliche oder weiblichen Anrede..

    aber vermutlich sind das IMMER Noch Zuckungen eines im gesellschaftlichen Leben immer noch vorhandenen Patriarchat!

    und trotzdem Franziskus LEBT das Evangelium..

    • Gabriele Luzia sagt:

      Lieber Ullrich Hopfener, das gefällt mir, und dieses Problem stecke ich auch einfach weg: „… so ist es für mich unverständlich dass auch er an der „männlichen“ Berufung zur Priesterweihe festhält… der „heilige Geist“ ist doch nicht an das Geschlecht gebunden..und Gott hat keine männliche oder weibliche Anrede… aber vermutlich sind das IMMER noch Zuckungen eines im gesellschaftlichen Leben immer noch vorhandenen Patriarchat!“ …

      Es gibt Wichtigeres jetzt, nämlich Barmherzigkeit für die Kinder Gottes zu zeigen und Einsatz für die in ihrer Existenz (aller Art) bedrohten Wesen auf der Welt anzumahnen und umzusetzen.

      • Michael sagt:

        Vielleicht ist es dahingehend von Vorteil -um dieses ‚Problem‘ zu umgehen-, dass wir uns als Getaufte in Erinnerung rufen, darin wir ein insgesamt priesterliches wie auch königliches Volk sind. Ein jeder Einzelne nach diesem Gesetz Gottes ein König und Priester für den Herrn ist, bzw.sein soll. Das sollte uns mehr als genügen, da es Aufgabe und Anforderung genug ist. Deshalb ist es doch etwas vereirrend und irritierend, wenn und weil wir dahingehend nicht wirklich eingewiesen und unterrichtet werden. Im ganz Besonderen durch lebendige Vorbilder gerade bei den Führungskräften der Kirche. Gewiss, durch Papst Franziskus ist ein kleiner Anfang wieder gemacht und wie man unschwer sieht, wird schon dieser kleine Anfang in den eigenen Reihen zum Ärgernis..zum Stein des Anstosses.
        Dennoch ist jeder Ernst zu nehmen, für den man zum Ärgernis wird, da wir uns immer wieder selbst hinterfragen müssen, wenn derlei Anschuldigungen im Raume stehen, denn: ein Körnchen Wahrheit ist immer dabei und nichts geschieht ohne Grund.
        .

  14. Michael sagt:

    @Ullrich Hopfener: Erlauben Sie mir die Frage, was Sie unter „JESUANISCHER Papst“ verstehen? Ich kann mir unter diesem Begriff nicht wirklich etwas vorstellen was Sie damit meinen. Danke.

    • @Michael,

      für mich-ich bin KEIN Theologe!-heißt das, sich dem LEBEN!!!Jesu
      -also nicht der später ausformulierten Lehre – ZUALLERERST mit seinem eigenen BEISPIEL zu nähern..

      NICHT VERURTEILEN ABER VERSTEHEN!

      die Eucharistie ist für mich DAS(!) Sakrament wie grenzenlos DIESE LIEBE ist! und nicht AUSSCHLISSEND

      also gerade auch für alle, die in „schwierigen Lebens Situationen “ befinden..

      welche “ Kirchen-JURISTSICH“*** NICHT fassbar sind..

      ich glaube,dass Jesus auch die Juristen*** in seiner umfassenden Liebe meint..

      aber ER war kein „Jurist“
      auch nicht in seiner grenzenlosen Barmherzigkeit!

      sein einziges von ihm überliefertes Gebet.. das so KONKRET ist..
      und die Seligpreisungen..

      und Franziskus setzt da BESONDERE GESTEN-wie jetzt am 26.11. dem „Welttag der Armen“ auch am Sonntag mit der Messe im Petersdom und dem anschließenden Essen.. usf.usf…..

      DAS scheint mir die SPUR(!) Jesu zu sein,

      die schon von den “ Besserwissern“ seiner Zeit nicht nur torpediert wurde, sondern mit System(!) der Lächerlichkeit!! preisgegeben wurde – mit allen daraus folgenden Konsequenzen…!

      ABER- er hat sein Leben bis zur letzten Konsequenz GELEBT!

      Ja. Sogar im -zeitweisen-Verlust- seiner Identität!!:

      „Mein Gott warum hast du mich verlassen ?“

      (so die Worte des Psalms;die Evangelisten haben sie dann -nachvollziehbar- in den Mund Jesu gelegt..)

      um dann doch sein Leben im VERTRAUEN(!) auf seinen und unseren Vaters in dieses nicht fassbare Urvertrauen „zurück-zu-geben“..

      und diese zum Teil richtig GEMEINE -manchmal garniert mit „Sorge um die Kirche..“ verbrämten Methoden gibst auch heute!!-bis in die obersten „frommen“ Kreise..

      Franziskus „weiß“ das natürlich!!

      Aber er bleibt dem Beispiel Jesu-auch in seiner ganz persönlichen „Unvollkommenheit“-treu..

      so ist dieses „und vergesst nicht für mich zu beten..
      keine Floskel“
      @Michael , das bedeutet mir jesuanisch…

      *** das deutsche Grundgesetz-unsere Verfassung ein -fast genialer Wurf-ist ja das Werk von grandiosen Juristen!!
      und – so viel will ich persönlich noch anmerken- HERIBERT PRANTL, den ich sehr schätze, ist gelernter JURIST!

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