Wir erschaffen die Probleme

Die Flüchtlingsdebatte hat das Gesicht von Kanzlerin und Ministern, nicht mehr ausschließlich das von Booten und weinenden Kindern und Menschen, die ihr ganzes Hab und Gut über einen Zaun zu bringen versuchen. Das ist gut so. Immer mehr wird über die Politik gesprochen und darüber, was man tun muss und darf und soll und kann. Angefangen in Bayern wird jetzt in ganz Deutschland samt Berlin zum Beispiel über die Reduzierung von Familiennachführung gestritten. Die Kirche – Kardinal Woelki aus Köln – ist dafür, viele andere dagegen, weil sie sich davon eine machbare Beschränkung erhoffen.

Zunächst einmal finde ich das gut, dass die Debatte nun mehr politisch geführt wird. Wir Journalisten schaffen Bilder, von denen wir hoffen, dass sie Mitleid schaffen. Das ist im Übermaß passiert, wie will man auch anders berichten von Menschen, die alles verloren haben oder alles aufgeben, die kein Land mehr haben oder keine Zukunft mehr. Die Bilder wollen uns beteiligen an dem Schicksal.

Aber gleichzeitig schaffen diese Bilder auch Angst. Sorge, mit alldem nicht fertig zu werden und die Ahnung, dass sich sehr, sehr viel ändern wird.

Hans Rosling erklärt die Welt.

Hans Rosling erklärt die Welt.

Aber wie dem auch sei, es ist eigentlich gar nicht die Aufgabe von Journalisten, nur solche Bilder zu schaffen. Wir sollen nicht nur mit dem Herzen auf diese Situation reagieren, sondern auch mit dem Hirn. Dazu brauchen wir Information über die Welt, nicht das Aufrufen von Emotionen. Der Verstand sollte uns Dinge beibringen, Optionen zeigen und dann klug entscheiden lassen, in einer Demokratie. Mitleid ist gut. Trauer ist gut, das hat uns Papst Franziskus bei seinem Besuch auf Lampedusa gesagt, erst einmal müssen wir trauern um den Tod so vieler Brüder und Schwestern. Geholfen wird ihnen aber mit dem Hirn genauso viel wie mit dem Herzen.

 

Hirn und Herz

 

Deswegen finde ich gut, dass die Debatte jetzt nicht nur mit Flüchtlings- und Migranten-Bildern geführt wird.

Vor einigen Jahren habe ich hier an dieser Stelle schon mal über einen Vortrag von Hans Rosling berichtet. Ihn bei einer Veranstaltung zu hören hatte ich jetzt noch mal das Vergnügen. Seine These: Wir verarbeiten Informationen auf der Basis von Mythen. Profis genauso wie einfache Nutzer. Wir haben verlernt, unsere Infos einem Update zu unterwerfen.

Rolling sprach von der Flüchtlingskrise. Seinen Statistiken nach kommen Flüchtlinge und Migranten vor allem aus Ländern, die bereits einen sozialen und ökonomischen Aufstieg erlebt haben und erleben, wo Menschen also gelernt haben, eine Wahl zu haben. Also nicht aus den ärmsten der armen Ländern, sondern aus Ländern, wo es bereits Bildung und Aufstieg und Verbesserung der Lebensverhältnisse gab und gibt, so gering sie auch sein mögen.

Die Bevölkerungsentwicklung ist ein anderes Beispiel: Der „Alte Westen“ wird im Jahr 2100 weniger als 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Afrika dagegen wird vier mal so viele Einwohner haben wie ganz Europa, Russland eingeschlossen (siehe Foto). Nachzuhören ist Rosling hier.

Buchstabieren wir das einmal aus: Wir sehen im Augenblick erst den Anfang, wenn im Augenblick in Europa dieselbe Anzahl Menschen wie in Afrika leben, werden es Ende des Jahrhunderst viermal so viele Menschen sein, die moderner leben, die Strom haben und Kinder in der Schule, die also bewusste Entscheidungen über ihr Leben getroffen haben und treffen – wenn auch auf ökonomisch geringerem Niveau – und die dann entscheiden, dass es in Europa besser wäre. Wir sehen erst den Anfang.

 

Erst der Anfang

 

Bisher reagieren wir darauf falsch, viele Probleme werden von uns aus erst geschaffen. Zum Beispiel das Risiko der Überfahrt über das Mittelmehr. Wir regen uns über den Zaun auf, den Ungarn an seiner Grenze baut? Zurecht, da sehen wir weinende Kinder und verzweifelte Eltern auf dem TV-Schirm. Aber das ist nichts gegen die Grenzen, die wir gegen sicheres Reisen bauen. Warum lassen wir die Menschen nicht fliegen? Es gibt Mechanismen, die sich darum kümmern. Wenn sie ein Recht haben, lassen wir sie ein sicheres Transportmittel nehmen. Auch die EU kennt das Prinzip der Nichtzurückweisung, warum setzen wir das nicht sicher um sondern zwingen die Menschen auf Boote?

Hilfe für die Menschen auf diesen Booten und an den Grenzen ist das eine. Das sind die Bilder des Mitleids. Aber es sind eben auch die Gründe zu suchen, und die liegen oft bei uns. Wir schaffen erst die unsicheren Fluchtrouten, weil wir und dann sicherer fühlen und weil wir in der Illusion leben, die entstehenden Bewegungen aufhalten zu können. Das können wir aber nicht.

Ich darf noch einmal Hans Rosling zitieren. Er berichtet von der Hilfe für Flüchtlinge in seinem Land, Schweden. Dort wird das Geld, das Flüchtlingen insgesamt zur Verfügung gestellt wird, zunehmend in Schweden selbst eingesetzt. Das ist das Dümmste, was man tun kann. Schweden hat sein komplettes Budget für Hilfe für Flüchtlinge in Schweden ausgegeben, kaum Geld geht nach draußen. Und das löst nicht nur das Problem nicht, sondern es macht es schlimmer. Das Resultat ist nämlich eine faktische Kürzung der Entwicklungshilfe. Mit dem Ergebnis, dass immer mehr Menschen den Anreiz spüren, von dort weg zu gehen, wo ihnen eh keiner hilft. Das Ergebnis müsste eine Erhöhung der Entwicklungshilfe sein, stattdessen schaffen wir uns unsere Probleme der Zukunft gerade erst.

Also, der Verstand ist wichtig, Informationen sind wichtig, ein vorurteilsfreies Schauen auf die Realitäten ist wichtig. Und ein Eingestehen, dass es Entwicklungen gibt, die wir nicht aufhalten können, die es aber zu gestalten gilt. Und deswegen gehört das in die politische Debatte.

 

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Glaube und Gerechtigkeit, Glaube und Welt, Kirche und Medien, Neulich im Internet abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

21 Kommentare zu Wir erschaffen die Probleme

  1. Rosi Steffens sagt:

    Flucht ist die letzte Wahl!!! Wir als sesshafte Menschen sind daher in der Pflicht Menschen das anzubieten, was ihnen dazu verhilft die Gedanken auf die schönen Dinge des Lebens richten zu können. Es geht doch gar nicht darum was die Zukunft uns bringen wird, das weiß niemand, denn diese Zukunft liegt in unseren eigenen Händen. Wir sind verantwortlich für die Gegenwart und jeder sollte sich dabei an der eigenen Nase packen, um sich selbst gerecht zu werden. Was habe ich getan, um diese Flucht zu verhindern? Es liegt in unserem Menschsein, die Verantwortung zu tragen, die wir dem gegenüber haben, der uns rechtlich erst zum vollwertigen Menschen macht. Wir nutzen unser Menschsein, um möglichst viel Profit herauszuschlagen, um uns selbst dadurch ein gutes Leben zu finanzieren. Das ist nicht der Mensch, der vor Gottes Angesicht eine Überlebenschance erhält! Es gibt Menschen die arbeiten mit Herz und Verstand, um das Leben möglichst sinnvoll mitzugestalten. Das sind sehr viele Menschen, nur posaunen sie nicht in die Welt hinaus, sie arbeiten im Stillen und verhindern dadurch das Leid, dass wir heute in den Flüchtlingen erkennen können, wenn wir dafür unsere Verantwortung übernehmen. Menschsein verpflichtet zur Einhaltung von menschlich gegebenen Rechten und Pflichten, denn diese Vorgaben bestehen aus den Erkenntnissen unserer Vorgängergenerationen. Statt uns an ihnen auszurichten verleugnen wir ihre Glaubwürdigkeit und verlieren uns in unseren eigenen Lebenserfahrungen, um unseren Lebensstil rechtfertigen zu können. Wissen ist es nicht wert es zu nutzen, denn wir haben den Bezug dazu vollkommen verloren. Der Mensch ist das Potential für jegliches Wissen! Ein allgemeiner Wissenstand existiert über Generationen hinweg aus einer natürlichen Entwicklung, die jedem Menschen zu Grunde liegt. Statt diese Natur des Menschen zu nutzen, verlieren sich die Macher dieser Erde in ihren eigenen Vorstellungen von einem guten Leben, die sie dem Rest aufzwingen. Die Ursache für die Flucht vor dem Leben ist das Leben selbst, denn es hat keinen Inhalt mehr, es ist leer und unfruchtbar. Wir in den reichen Industriestaaten haben uns die Erde angeeignet, als wäre sie unser Verdienst und nicht die Schöpfung einer vor uns stehenden Macht, die unser Leben erst in seinen Anfang rief. Diese Erde spricht mit uns, sie vermittelt uns unsere Scheinheiligkeit und doch reagieren wir nicht darauf, zumindest nicht die, die die Lebensgrundlagen aller Menschen für sich nutzen, um sich selbst daran zu bereichern. Das ist die Fluchtursache, unmenschliches Verhalten und nicht die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Menschen, die keinen Zugriff auf Rohstoffe haben, weil ihr Leben keinen Platz im Leben derer findet, die sich selbst in einen Stand erhoben haben, der ihnen Macht gewährt, die sie sich nicht verdient haben. Ich wünschte, diese Menschen könnten die Welt mit meinen Augen sehen, denn ich bin traurig, einfach nur traurig über die Menschen, die Flüchtlinge als Bedrohung sehen und nicht als Hoffnung für unsere Menschlichkeit. Wir haben jetzt die einmalige Chance uns als Menschen zu bestätigen indem wir uns als solche fühlen und für dieses Gefühl einsetzen, um es zu teilen und mit jedem neuen Tag in ein Gemeinwohl zu tragen, das alle Menschen mitnimmt und nicht diejenigen ausschließt, die nicht unserm Stand der Dinge entsprechen. Die Zeit hat diejenigen privilegiert, die ihre Lebensgrundlagen aus dem Vollen schöpften, doch nun stehen die Menschen im Vordergrund, die genau dieser Lebensgrundlagen entbehren müssen. Wir sollten uns nicht in einen Stand erheben, der uns nur dann zusteht, wenn wir diese Situation menschenwürdig meistern können und nicht als Menschen auf unser eigenes Dasein zurückwerfen müssen. Jetzt ist unsere Chance zu zeigen wie menschlich wir als ein Volk agieren können, um diese Welt menschwürdig zu gestalten und nicht als unwürdige Menschen verlassen zu müssen. Wiedergeburt ist die Gotteserfahrung eines Menschen, der sein Leben für den Glauben an Gott hingibt, um es durch ihn in den richtigen Händen zu wissen. Jesus Christus hat getan, was jeder Mensch in der Lage ist zu tun, er hat Gott sein Leben anvertraut und damit unsere Rettung durch Gott verursacht. Wir können heute glauben was wir wollen, doch eins ist sicher, Menschen mögen heute weiter entwickelt sein, als sie es aufgrund ihrer Vorgeschichte damals waren, doch sie sehen sich nicht mehr in der Lage diesen göttlichen Vorteil für ein Gemeinwohl einzusetzen, das die Grundvoraussetzung für ein friedliches und freies Miteinander ist. Dafür müssen sie nur auf die Umweltenzyklika des Papstes eingehen und sich in den Worten wiederfinden, die dort an die ganze Menschheit gerichtet sind, egal ob gottesgläubig, gottesfürchtig oder aber Atheist. Es spielt keine Rolle welchem Glauben man anhängt, jeder Glaube führt am Ende zur selben Einheit im Ganzen, dem Menschen, denn allein er ist in der Lage zu verwirklichen, was das Leben für uns alle gleichermaßen bereit hält. Ob man nun Gott als die Naturgewallt anerkennt, die aus dem Anfang das erschaffen konnte, was heute als Mensch greifbar ist, oder ob er sich gegen die Kirche wehrt, weil auch sie aus Menschen besteht. Es spielt keine Rolle mehr, denn der Mensch ist Fakt und wird sich nun um dieses Leben kümmern müssen, damit es in die Bahnen laufen kann, die wir als Menschen für erstrebenswert erachten, um als Lebensgemeinschaft einen gemeinsamen Auftrag erfüllen zu können, das Erhalten unseres Lebensraumes für die Generationen, aus denen wir entstanden sind. Damit will ich sagen, das Leben ist ein Kommen und Gehen und wir sind an dem Punkt angekommen, an dem wir uns dafür oder dagegen entscheiden können, um uns selbst die Achtung entgegenzubringen, die die menschliche Würde im Nächsten hervorrufen kann. Liebe ist das Muttergefühl, das neues Leben aus dem Bestand schöpfen kann, den die Natur zur Verfügung stellt, sie nimmt sich nichts, sie wandelt es nur, und das ist eine Eigenschaft, die dem Menschen durch das Blut Christi vorgegeben ist. Nun sollte jeder diese Eigenschaft für die Menschen einsetzen, die ihm ihre Menschlichkeit entgegensetzen, indem sie sich ängstlich und vielleicht auch vertrauensvoll in die Hände derer begeben, die das Leben offensichtlich besser meistern können als sie selbst. Diese Menschen wollen von uns lernen und das ist ein Privileg das wir nicht aufs Spiel setzen dürfen, denn es birgt in sich das Vertrauen, das nur Gott in den Menschen legen kann.

  2. Heinz G. sagt:

    Das ist mir trotzdem noch zu einfach. Was sind denn die Gründe für die Flucht? Warum gibt es einen IS? Das haben wir als Westen doch mit zu verantworten. Wir müssten einmal unsere ausbeuterische und arrogante Weltpolitik in den Blick nehmen. Wer kritisiert die Amerikaner für die Sünde des Irakkrieges? Welche Schlüsse ziehen wir aus dem ganzen Schlamassel?

    • …und Deutschland kuscht weiter vor den USA!
      in einer seiner letzten Wortmeldungen hat der „Atlantiker“ Helmut Schmidt ausdrücklich darauf verwiesen..
      unsere Werteordnung unterscheidet sich-eben in Teilen- von denen in den USA Menschenrechte´.. Mord durch Todesspritze in den Gefängnissen usf..

  3. Vernunft ist wichtig, aber kommt später

    Zunächst müssen wir uns fragen, was wir uns in der sogenannten Flüchtlingskrise zutrauen: Das schaffen wir, oder das schaffen wir nicht.

    Je nachdem kommen dann unterschiedliche Szenarien in den Blick: Die überforderte Leistungsfähigkeit des Staates oder die überraschende Hilfsbereitschaft der Bevölkerung.

    Von diesen unterschiedlichen Ausgangspunkten setzt sich dann der Problemlösungsmechanismus in Gang: Entweder in Richtung Abwehr der Flüchtlinge oder in Richtung Aufnahme und Integration.

    Beides wird Folgewirkungen haben, die wir zwar ahnen, aber nicht berechnen können. Hier erreichen wir wieder die Grenzen der Vernunft.

    • Rosi Steffens sagt:

      Die Frage stellt sich doch gar nicht, ob wir das schaffen oder nicht, wir müssen die Flüchtlinge, diese Menschen in unser Leben integrieren, denn es gibt nur ein Leben, das wird uns gerade bewusst gemacht. Das Lebenssystem, das uns von den Regenten auferlegt wurde hat offensichtlich nicht so funktioniert, wie es angedacht und umgesetzt wurde, dafür erhalten wir alle gerade die Abrechnung. Wie immer muss das Volk die Unruhen und Unwägbarkeiten auffangen, auch wenn sie durch die Regenten verursacht werden, das ist die Mitverantwortung, die man als Staatsbürger mit den Regenten teilt, um die Gesamtverantwortung überhaupt tragen zu können. Außerdem sind Staaten nur Grenzen, die der Bevölkerung dieser Erde aufgebürdet werden und nicht deren Regenten. Ich sehe die Grenze der Vernunft dort, wo sie fremdes Leben bestimmt, um das eigene Leben zu schützen, das scheint mir unrechtmäßig. Wir müssen uns jetzt zu unserer eigenen Identität bekennen, jeder, und sie jedem entgegensetzen, um überhaupt vernünftige Reaktionen hervorrufen zu können. Jeder ist in der Pflicht sich als Mensch anständig zu benehmen und sich auf das zu besinnen, was ihn als Mensch ausmacht. Ich glaube, unsere Regenten brauchen jetzt Zeit, um sich neu zu ordnen und ihre Fähigkeiten für das Wohl einer Weltbevölkerung einzusetzen, die sich nicht mehr an Grenzen halten kann, weil diese Grenzen durch die freie Marktwirtschaft und deren Globalisierung gebrochen wurden, ohne die betreffenden Menschen mitzunehmen und ihrem Einsatz entsprechend zu entlohnen. Jetzt stehen wir vor einer Welt, die nur der Mensch wieder in eine Ordnung führen kann, der sich dem unterordnet was die Menschenrechte vorgeben. Das bedeutet nichts anderes, als dass sich die für diese Katastrophe verantwortlichen Menschen an einen Tisch setzen müssen, um aus dieser globalen Herausforderung individuelle Aufgabe erwachsen zu lassen an deren Lösung all die beteiligt werden, die dazu in der Lage sind und sich auch beteiligen wollen. In meinen Augen wird das auch bereits getan, nur wird die Dringlichkeit eines menschlichen Signals an alle Betroffenen durch die Regenten nicht erkannt, denn die Bevölkerung ist gerade das Opfer, nicht der Täter. Persönliche Eitelkeiten haben keinen Platz mehr in dieser Welt, die gerade auf dem Kopf steht. Jetzt müssen Kompetenzen an der Vernunft rühren, die jedem Menschen zu Grunde liegt, der ein bisschen Ehre im Leib hat. Gleichzeitig muss nach den Menschenrechten gehandelt werden, andernfalls landen wir im Chaos unserer hausgemachten Ignoranz.

    • die Diskrepanz zwischen dem engagierten Engagement der Zivilgesellschaft.,die Ehrenamtler!! ; anderseits die bewusste(?) oder nur unbewusste Entmutigung durch Destruktive Auguren in der Politik,(de Maiziere!)usf.. Flüchtlinge mit Schneelawinen vergleichen..
      Der absolute Ausfall der meisten EU- Mitglieder. alle osteuropäischen Staaten, aber auch F, oder GB..

      ich habe Respekt vor Angela Merkel sie ist eben keine Ideologin aber Naturwissenschaflerin(!), hoffentlich lässt sie sich von ihren Unionschristen nicht irre machen. Schritt für Schritt..

  4. Ja, es braucht beides, Verstand und Herz; und es braucht einen klaren Blick auf die Realität und die sich eröffnenden Perspektiven.

    In diesen Zusammenhang passt sehr gut ein RadioBeitrag von Ulrich H.J. Körtner, in dem er von Gesinnungs- und Verantwortungsehtik spricht.

    „Flüchtlingspolitik: Verantwortungsethik gefragt! “
    Zwischenruf (ORF OE1) 18.10.2015 zum Nachlesen und Nachhören:

    http://religion.orf.at/radio/stories/2737354/

    Herzlichst, Euer Lese-Esel

  5. Amica sagt:

    Das mit den sicheren Transportmitteln ist ein interessanter Punkt. Das wäre sicherlich sehr gut.
    Die Psyche dieser Menschen ist vor der Flucht eh schon ziemlich angekratzt und nach den ganzen Strapazen auf dem Weg nach Europa verschlimmert sich das Ganze um einiges mehr. Die Frage die sich da auch stellt, ist die, was das mit diesen Menschen macht und was das eventuell für Spätfolgen haben kann, also ich meine eben psychische.
    Und so seltsam das auch klingt, es sind dunkelhäutige Menschen: wir wissen etwa, dass unser nordeuropäisches Klima diesem Hauttyp auf Dauer nicht gut tut: dunkelhäutige Menschen benötigen sehr viel mehr Sonnenlicht als Europäer um ausreichend Vitamin D zu bilden. Ein Mangel an Vitamin D führt zu vielen Krankheiten, etwa auch zu Depressionen (es gibt sicherlich gute Präparate, aber können die etwa die adäquate Sonneneinstrahlung ersetzen?). Allein schon dieser kleine Aspekt macht deutlich, was man in Bezug auf die Flüchtlinge und deren Integration alles zu bedenken hätte. Und es wirft die Frage auf, ob die jungen Leute, die da zu uns kommen, so arbeitsfähig sein können, wie das etwa die Kanzlerin und viele andere vorhersehen wollen.

    • Silvia Brückner sagt:

      @Amica, und was schlagen Sie konkret als Hilfe gegen das fehlende Sonnenlicht vor außer Vitamin D – Präparaten?

      Noch größer ist dieses Problem dann wohl in Schweden.

      Wobei dieses Problem ja wohl primär Schwarzafrikaner betrifft. Die Syrer und Iraker die ich aus meiner Pfarrei kenne, sind nicht dunkelhäutig.

      • Amica sagt:

        Ich denke, dass selbst Syrer und Iraker – die doch auch etwas dunkler sind als Mitteleuropäer bzw. Nordeuropäer (und eben ein anderes Klima gewöhnt sind) – darunter zu leiden haben… aber ich bin kein Mediziner. Der menschliche Körper ist jedenfalls hochkompliziert und kleinste Abweichungen bringen ihn schon aus dem Gleichgewicht.
        Selbst wir Ansässigen reagieren auf die sonnenärmeren Herbst- und Wintermonaten und das hängt eben mit diesem Vitamin D-Mangel zusammen, den viele Europäer in diesen Jahreszeiten dann eben auch vorweisen.
        Was ich dagegen konkret vorschlagen kann? Nichts, ich bin schließlich kein Fachmann. Ich gebe nur zu bedenken, dass nicht „nur“ die kulturellen Unterschiede – von denen ja zumeist die Rede ist – ein Problem für die Integration der Flüchtlinge darstellen könnten.

        • Angelika Oetken sagt:

          Die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, haben viel größere Probleme bewältigt, als eventuellen Vitamin-D-Mangel. Insofern können wir sie in einem Land, wo Leute leben, die so verwöhnt sind, dass sie überfordert reagieren, wenn mal ihr Lieblingskäse im Kühlregal des Supermarktes fehlt gut gebrauchen.
          Abgesehen davon, dass Vorbehalte viel über den aussagen, der sie hat. Wenig über die denen sie gelten.

          • Amica sagt:

            Ich habe nicht geschrieben, dass dieser Vitaminmangel eines der größten Probleme wäre. Ich habe in Zusammenhang mit den psychischen Belastungen die diese Menschen auch auf den Fluchtwegen einstecken müssen auf einen medizinischen Aspekt verwiesen, der in Zukunft mitberücksichtigt werden sollte – mehr nicht. (Was den Lieblingskäse angeht… Ich bin jedesmal froh, wenn ich aus Supermärkten wieder draußen bin). „Vorbehalte“ besitze ich auch keine. Wieso muss ich mich eigentlich rechtfertigen?

    • chrisma sagt:

      @Amica@Silvia@Angelika ärztlicher Rat: Die klassische Vitamin-D-Mangelerkrankung war die Rachitis, die mit der Industrialisierung eine immer größer werdende Anzahl von Arbeiterkindern in den Städten betraf. Lange Zeit stellten geschwollene Gelenke, krumme Beine und verwachsene Wirbelsäulen Ärzte vor ein Rätsel. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Forscher fündig. Sie konnten nachweisen, dass die Knochenerweichung im Zusammenhang steht mit fehlendem Sonnenlicht zwischen Mietskasernen. Zeitgleich konnte bewiesen werden, dass Lebertran die bis dahin als „Englische Krankheit“ bezeichnete Rachitis heilt und ihr gut vorbeugt. Heute werden Kinder bis zum ersten Lebensjahr mit Vitamin-D-Tabletten von Kinderärzten versorgt.Wie groß der Einfluss von Vitamin D wirklich ist, beweisen zahlreiche Untersuchungen, die vor allem aus den letzten Jahrzehnten stammen. So ist das Sonnenhormon nicht nur für den Kalziumstoffwechsel wichtig, sondern beeinflusst auch das Immun- und Hormonsystem, die Psyche und den Stoffwechsel. „Eine Unterversorgung mit Vitamin D kann deshalb zu zahlreichen Erkrankungen führen, darunter Autoimmunerkrankungen, Infektionen wie Tuberkulose, Bluthochdruck, Osteoporose und Diabetes. Sogar die Entstehung von Darm-, Brust-, Prostata- und Lungenkrebs sowie Pankreaskarzinomen wird mit Vitamin-D-Mangel in Verbindung gebracht“, erklärt der Experte. Menschen mit Vitamin-D-Mangel sterben zudem früher als Menschen mit einem optimalen Vitamin-D-Spiegel. Der Mangel an Vitamin D soll zudem direkt mit der Entstehung von Depressionen zu tun haben.
      Die Vitamin D Versorgung hat durchaus in der medizinischen Grundversorgung der Flüchtlinge ihren Platz. Nun ist diese Grundversorgung der Flüchtlinge aber insgesamt katastrophal gemessen an dem medizinischen Standard unserer Republik.

  6. chrisma sagt:

    Politische Debatte??? Ja wichtig, ganz wichtig um Lösungen zu finden. Aber die Flüchtlingsfrage – sie ist eine Frage der Humanität –verkommt inzwischen zu einem Stellvertreter-Problem. Das ist das Beschämend. Was ist das für ein hilfloser und verkommener Politikstil. Die Politik hat jahrzehntelang eine proaktive Flüchtlingspolitik verhindert („Deutschland ist kein Einwanderungsland!“). Die Politik hat eine rechtzeitige Vorbereitung auf die derzeitige, vorhersehbare Flüchtlingssituation verschlafen. Dazu kommt die verunsicherte Mittelschicht (die Niedrigzinsen, die Niedrigzinsen!), die augenscheinlich gar nicht so resistent gegen Parolen, deren Klartext sie zwar verabscheut, in kultivierter Form (der Islam teile nicht die Werte der hiesigen Zivilgesellschaft) aber wiederholt. Es gibt Gegenstimmen. Zu ihnen gehört Kardinal Marx, der bekanntgab, die ganze christliche Identität könne ihm gestohlen bleiben, wenn sie sich gegen Flüchtlinge richtet. Wenn die christliche Identität nicht schon in der Ägis oder im Mittelmeer untergegangen ist. Dazu kommt dann noch ein „wildgewordener“ Vorsitzender einer sog. Christlichen Partei – von der ihr großer Vorsitzender FJS einmal gesagt hat: es darf rechts von ihr keine andere Partei geben – der nun krampfhaft versucht alle anderen Splittergruppen von rechts zu überholen. Ich mach mir Sorgen, das er aus versehen, die Abfahrt nach Dachau erwischt. Flugzeuge und@Amica Vitamin D, ich bin sofort dabei. Wird nicht klappen, die schwarze Null im Haushalt der Bundesrepublik ist wichtiger. Politische Debatte??? mit diesen „Flachpfeifen“ ( mußte raus) nicht. Soweit mein Verstand. Ja mein Herz das ist bei den Menschen, bei denen die helfen, unermüdlich, fantasievoll, witzig, spontan, immer eine gute Idee was sie noch alles auf die Beine stellen können, natürlich auch bei denen die unseren Schutz suchen und ihn brauchen. Sie haben alle ein Gesicht, eine persönliche Geschichte. Sie sind keine anonyme Herde sondern MENSCHEN.
    Ja Pater Hagenkord: wir stehen erst am Anfang….. unsere Welt wird sich verändern. Arbeiten und beten wir dafür das es eine für die Menschen erträgliche Welt wird.

    • @liebe Chrisma. noch deutlicher auf den Punkt gebracht!!!
      ich sehe den Kardinal Marx bildhaft vor mir, denn der kann wirklich KLARTEXT.. Kardinal Wölki hat sich in Köln ja wunderbar von seinem Ziehvater emanzipiert und ist auch nah dran..

      es ist erbärmlich, wie die politische Klasse agiert.. als käme es jetzt auf Wahlumfragen an!!

      wie sie schreiben: durch immer mehr TATSÄCHLICHER Nähe zu Pegida und AFD Positionen in der aktuellen „Politik“; wir müssen wachsam bleiben, Weimar lässt leider grüßen..

    • Peter Lehmann sagt:

      Liebe Chrisma
      Die schwarze Null ist in Gefahr ?
      Für die „Rettung“ der Banken waren in den letzten Jahren hunderte Milliarden, wenn nicht inzwischen gar einige Billionen einfach so, wie aus dem nichts, da. Was soll der Blödsinn mit dem, es ist kein Geld da, das wird zu teuer ? Das ist reine Stimmungmache und grenz an Aufhetzung.

      • chrisma sagt:

        @Peter Lehmann, das sehe ich genauso wie sie. Ja und dann ist da auch noch der Minister der als erstes mal ausgerechnet hat was den so ein Flüchtling des Staat kostet. Dazu fällt mir nur die Definition des Zynikers von Oscar Wilde ein: das ist ein Mensch der viel über den Preis weiß,aber wenig über Werte…..

  7. Nach diesem schrecklichen Terror Anschlag: ich bin davon überzeugt,dass diese Barbaren auch ganz gezielt die Flüchtlinge treffen wollte.. Das Kalkül des IS zielt gerade auch auf die Millionen friedlicher Muslime und besonders auf jene, DIE GERADE VOR IHNEN FLIEHEN…!!!
    ich befürchte ,dass die Rechtsradikalen bei uns jetzt erst recht
    die Bevölkerung noch mehr verunsichern wollen.. wir müssen auf der Hut sein!!!
    denken wir nur an unsere eigene Tradition: es sing gerade mal 50 Jahre seit NOSTRA AETATE.. jeder Hochmut ist unangebracht

    noch der schon recht aufgeschlossene LEO XIII hat beispielsweise protestiert als die Römer das Denkmal für GIORDANO BRUNO errichtet haben..
    Frage an den Theologen: ist G. Bruno eigentlich rehabilitiert worden..?
    PS gerade im TV hat Herr Seehofer schon angefangen.. Was ist das für ein Mensch..?????

    • chrisma sagt:

      @Ullrich Hopfener, ich weiß nicht was für ein Mensch Herr Seehofer ist und möchte es auch nicht herausfinden. Politisch ist er auf dem Weg in den Rechtspopulismus und gegen den habe ich etwas. Mit diesen Figuren kann die Debatte aber noch geführt werden. Alles was sich rechts davon befindet gilt es zu „bekämpfen“. Was den terroristischen Anschlag anlangt sollte wir halbwegs gesicherte Erkenntnis abwarten und uns von den allgemeinen Spekulationen fern halten. Schützen und dies habe ich weiter oben schon gesagt müssen wir die Menschen die unserer Hilfe suchen. Was mich allerdings unendlich stört, auch bei Herrn Hollande ist das Kriegsgeheul, das nun allerorten ausbricht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*