Einmütiges Gebet

Es hat einige Wochen gedauert, bis Papst Benedikt XVI. in seinen Mittwochskatechesen das Thema Gebet wieder aufgenommen hat. Erst die Reise nach Mexiko und Kuba, dann die Kar-, dann die Osterwoche. Nach seinem Geburtstag ist nun wieder die Gebetsschule dran, zu der der Papst heute den Pfingstgedanken dazu nimmt.

Es geht um Einheit und Verkündigung. Der Geist, der den Christen geschenkt ist, bewegt zur Verkündigung, und er tut es durch das „Gebet in Einmütigkeit“.

 

Die Katechese des Papstes

Liebe Brüder und Schwestern, in der heutigen Katechese möchte ich über ein weiteres Gebet sprechen, das uns der heilige Lukas in der Apostelgeschichte überliefert hat. Nach dem Verhör vor dem Hohen Rat und ihrer Freilassung versammeln sich Petrus und Johannes mit der Jerusalemer Gemeinde zum Gebet.

Gleich vorweg können wir hier eine Grundhaltung ausmachen: Angesichts von Gefahr und Prüfung sucht die Urgemeinde das Gebet. Und es ist ein einmütiges Gebet: Was den beiden Aposteln widerfahren ist, geht alle an; die ganze Gemeinde betet. Sie fürchtet sich nicht vor der Verfolgung und spaltet sich nicht, sondern sie ist eins im Gebet. Die Einheit festigt sich, da sie von unerschütterlichem Gebet getragen ist.

Die Gemeinde sucht, das Geschehen im Licht des Glaubens und in der Betrachtung der Heiligen Schrift zu lesen. Sie erkennt Christus als den Schlüssel des Verstehens: Die Gemeinde lebt in Christus, und was ihr geschieht, ist Teil des Planes Gottes, den er durch Christus verwirklicht.

Auch die Gegenwart ist eingebettet in die Heils­geschichte Gottes mit den Menschen. Und worum bittet die Urgemeinde? Weder um Sicherheit noch um Vergeltung, sondern einzig um die Kraft, „mit allem Freimut Gottes Wort zu verkünden“ (vgl. Apg 4,29). Am Ende des Gebets, so berichtet Lukas, „bebte der Ort, an dem sie versammelt waren, und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt“ (Apg 4,31). Die Frucht des gemeinsamen Gebets ist die Gabe des Heiligen Geistes, der Einheit schafft und die freimütige Verkündigung des Wortes Gottes unterstützt und leitet.

(…) Nehmen wir die konkreten Anliegen unseres Lebens ins Gebet hinein und in die Betrachtung des Wortes Gottes, dann lernen wir sehen, dass Gott in unserem Leben gegenwärtig ist, auch in den schwierigen Momenten, und alles zu einem höheren Plan seiner Liebe gehört. Unter der Führung des Heiligen Geistes können wir jede Situation gelassen, mutig und froh leben. Der Herr segne euch alle!

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Benedikt XVI., Glaube und Welt, Glaubens-Funde, Rom, Spiritualität / Geistliches Leben abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Einmütiges Gebet

  1. Andreas sagt:

    Ein sehr inspirierender Text – vielen Dank – und Gratulation ans Redaktionsteam.

    A. Berger, Salzburg

  2. Teresa_von_A. sagt:

    Das Bewußtsein, dass Gott in unserem Leben ist i m m e r,wir bekommen das nicht immer mit..erweitert unseren Horizont. Wir ertragen mehr als diejenigen, die nur an sich glauben oder denken, sie müssen alles alleine machen. Mir fällt da das Thema Euthanasie ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.