Der Kern des Politischen

Es ist Mode geworden, das Wort „Staatsversagen“ zu gebrauchen. Jede Menge Titel in Blättern und im Netz, viele Reden und auch hier in der Kommentarsektion meinen einige, dieses Versagen behaupten zu können. Es geht natürlich um 2015 und die Folgezeit, um den Umgang mit Flüchtlingen.

Wie bitte?, mag man meinen. Einer der reichsten und stabilsten Staaten in Europa spricht vom Versagen? Unser politisches System ist stabil, unsere Verwaltung, unsere Rechtsprechung. Aber bis hin zu Ministern meinen einige, von Versagen sprechen zu müssen?

Der Papst und der Politiker

Der Mythos vom Staatsversagen lautet, die Obrigkeit hätte uns vor den Flüchtlingen, die uns etwas wegnehmen, schützen müssen, dies dann aber nicht getan. Im Gegenteil, statt des Schutzes hätte sie, die Obrigkeit, diesen Schutz (= die Grenze) bewusst geschwächt.

Natürlich ist nicht immer alles was die Politik oder die Verwaltung macht richtig. Aber Messwert für das Funktionieren eines Gemeinwesens ist doch nicht und kann doch nicht die Abwesenheit von Problemen sein. Messwert ist nur, wie ein Gemeinwesen damit umgeht, wie es aus Fehlern lernt.

 

Was wir lernen

 

Deutschland erreicht vielleicht die selbst gesteckten Umweltziele nicht. Ist das Staatsversagen? Davon spricht keiner. Deutschland entgehen jährlich riesige Beträge, weil einige ganz Reiche ihr Geld verstecken. Staatsversagen? Keiner sagt das. Wir wollen die Ursachen von Flucht bekämpfen, kürzen aber den dafür vorgesehenen Haushaltsposten um eine Milliarde, ist das schon Staatsversagen?

Es geht bei denen, die mit dieser Vokabel um sich werfen, nur um die Flüchtlingsfrage.

Und an dieser Stelle möchte ich bezweifeln, dass es die Aufgabe der Politik ist, uns Probleme vom Hals zu halten. Uns zu schützen, ja, deswegen gibt es das Gewaltmonopol. Aber Politik ist mehr als das Draußen-Halten von Problemen.

 

„Their problems are our problems”

 

Kern des Politischen ist etwas anderes. Darf ich Papst Franziskus zitieren, der hat es in seiner Rede vor dem US-Kongress 2015 sehr deutlich ausgedrückt: „Their problems are our problems”. Wer sich nicht mit den eigenen Problemen zufrieden gibt, sondern Verantwortung für andere übernimmt, macht sich ihre Probleme zu eigen. Und er bekommt auch Probleme, die er sich gar nicht ausgesucht hat. Klimafragen, Hunger, Zugang zu Wasser, und natürlich die vielen mit Migration und Flucht verbundenen Fragen.

„Behandeln wir die anderen mit derselben Hingabe und demselben Mitgefühl, mit dem wir behandelt werden möchten! Suchen wir für die anderen nach denselben Möglichkeiten, die wir uns selber wünschen! Begleiten wir die anderen in ihrem Wachstum, wie wir gerne selber begleitet werden möchten! Kurz gesagt: Wenn wir uns Sicherheit wünschen, dann sollten wir Sicherheit geben; wenn wir uns Leben wünschen, dann sollten wir Leben geben; wenn wir uns Möglichkeiten wünschen, dann sollten wir Möglichkeiten bereitstellen.“

 

Weiter blicken als bis zur Grenze

 

Das ist nicht naiv. Das ist nicht gefährlich. Das ist eminent politisch, weil es weiter blickt als nur bis zur Grenze.

Und wir werden gemessen werden, „yardstick” sagte der Papst, es gibt Fragen, an denen zukünftige Generationen ablesen, ob wir gescheitert sind, ob wir uns wirklich gemüht haben oder ob wir in Bequemlichkeit alles abgeschoben haben. Und diese Messlatten suchen wir uns nicht aus, nicht wir bestimmen, nach was wir einmal gemessen werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Umgang mit den Flüchtlingen weltweit eine solche Messlatte ist, die an uns angelegt wird.

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65 Kommentare zu Der Kern des Politischen

  1. Theodoros sagt:

    Der Kern alles Politischen, noch kürzer gesagt:
    Man muss etwas zu g e b e n haben.

  2. Silvia Brückner sagt:

    Ich denke nicht, dass es um das Wegnehmen geht. Im Herbst 2015 war die spontane Hilfsbereitschaft sehr groß.

    Aber statt Familien mit Kindern, die vor dem IS in Syrien flohen, kamen überwiegend alleinstehende jnge Männer, deren Fluchtmotive keineswegs einheitlich (und nachvollziehbar) waren.

    Dazu kamen dann – vorsichtig ausgedrückt – negative Erfahrungen, die die Bevölkerung mit einem TEIL dieser jungen Männer machte. Medienmeldungen über Mehrfachidentitäten und zuletzt der BAMF – Skandal, Sexualstraftaten und Morde an jungen Mädchen und Frauen.

    Und als Folge davon ist die Willkommenskultur erodiert. Das kann man weder der Bevölkerung noch den Politikern, die den Finger in die diversen Wunden legen, zum Vorwurf machen.

    Das Diskutieren von kontroversen Meinungen gehört zur Demokratie.

  3. Amica sagt:

    Grad beim Sprachunterricht für Flüchtlingskinder engagieren sich oft auch Menschen, die unsere Gesellschaft nicht mehr so zu brauchen scheint:
    Ich hab vor kurzem eine ältere Lehrerin (um die 70) kennengelernt, die mehreren Kindern in der Grundschule Deutschunterricht gibt. Sie ist ein richtig fröhlicher und unkomplizierter Mensch und hält sich damit auch irgendwie fit.
    Und dann, und das war auch bemerkenswert, hab ich diese Woche eine Muslima aus ursprünglich Russland kennengelernt, die nun syrische Kinder in unserer Sprache unterrichtet. Sie war in ihrer Heimat als Lehrerin tätig und unterrichtet nun ehrenamtlich die Flüchtlingskinder.
    Super Sache, nicht?

    Dann wurden auch sehr schöne “Sprachboxen” konzipiert (vom Verein “Gemeinsam Leben und Lernen in Europa”), die für Sprachpaten Materialien zum leichteren Spracherwerb bereitstellen.

    Und in jeder Grund- und Mittelschule gibt es sogar einen Lehrer, der diesbezüglich Ansprechpartner ist.

    Viele Senioren machen das.
    Es bereichert deren Leben und gibt ihm auch im Alter Sinn.

    Man muss lediglich einen Wochenendkursus belegen um Sprachpate zu werden und an regelmäßigen Austauschtreffen zwischen den Sprachpaten teilnehmen.

    Also: Wer will (und auch schon älter ist) kann im Kleinen immer und nach wie vor am Gelingen von Integration beizutragen – und ohne groß einen Kursus “Deutsch als Fremdsprache” vorher an der Uni belegt haben zu müssen oder studiert haben zu müssen.

    Ich hab das auch gemacht und schräg war schon auch, dass da sogar eine über 90-Jährige dran teilgenommen hat, die sich extra vom Altenheim mit dem Taxi zum Kursus hat fahren lassen. 🙂

  4. carn sagt:

    “es gibt Fragen, an denen zukünftige Generationen ablesen, ob wir gescheitert sind, ob wir uns wirklich gemüht haben oder ob wir in Bequemlichkeit alles abgeschoben haben. Und diese Messlatten suchen wir uns nicht aus, nicht wir bestimmen, nach was wir einmal gemessen werden.”

    “Laudetur Jesus Christus” nennt sich der Blog.

    Warum dann der Verweis auf zukünftige Generationen, die uns beurteilen?

    Natürlich wird es eine Messlate geben, anhand derer wir einmal gemessen werden. Nur die wird nicht durch zukünftige Generationen festgelegt.

    “von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.”

    Auch die verlinkten Papstworte wirken ein wenig so, als wäre das Urteil nachfolgender Generationen über uns das eigentlich entscheidende:

    “Der Maßstab, den wir an die anderen anlegen, wird der Maßstab sein, mit dem die Zeit uns messen wird.”

    • Pater Hagenkord sagt:

      Es geht hier ausdrücklich um die politische Dimension, natürlich aus christlicher Perspektive, aber der Vermittlung auch an Nichtchristen geschuldet.
      Ich bin mir nicht sicher, dass mir gefällt, was Sie mir hier unterstellen. Das Unterschlagen des eschatologischen Vorbehalts? Wenn das der Vorwurf ist, dann bitte klar und deutlich.

  5. carn sagt:

    “Ich bin mir nicht sicher, dass mir gefällt, was Sie mir hier unterstellen.”

    Entschuldigung, dass Sie da irgendeine Unterstellung gesehen haben.

    Ich sehe die von ungeborenen zukünftigen Generationen wenig relevant für irgendwelche Überlegungen/Entscheidungen, auch da wenig greifbar und unklar (*).

    Weshalb mein Beitrag eher eine Kritik war, das als Argument zu verwenden.

    (* Man hat ja schlicht keine Ahnung, welche Bewertungsmaßstäbe zukünfitge Generationen haben werden, womit man gar nicht wissen kann, was von denen negativ bewertet werden wird.)

    • Pater Hagenkord sagt:

      Es ist politisch, und da sind die kommenden Generationen sehr wohl entscheidend: das hängt mit Verantwortung ihnen gegenüber zusammen. Die Frage, woran wir gemessen werden, ist umgedreht schlicht die Frage, ob wir unserer Verantwortung den kommenden Generationen gegenüber gerecht werden. Das ist eminent politisch.
      Und ich sehe da keine Unterstellung, da ist eine Unterstellung.

      • carn sagt:

        “Die Frage, woran wir gemessen werden, ist umgedreht schlicht die Frage, ob wir unserer Verantwortung den kommenden Generationen gegenüber gerecht werden.”

        Dieses sehe ich gerade nicht als äquivalent; alleine schon deshalb, wenn unsere Generation irgendwas ganz furchtbar falsch macht und es gibt üble Kriege oder Umweltzerstörung, dann werden viele der späteren Generationen schlicht nicht geboren; messen uns also gar nicht nach irgendeiner Messlatte.

        Hingegen haben wir trotzdem dann gegenüber unseren Nachkommen versagt, da eine Welt hinterlassen, in der Nachkommen von uns schlicht nicht mehr existieren und existieren können, natürlich ein Versagen wäre.

        Die Welt in ordentlichem Zustand hinterlassen, damit da noch irgendwer gescheit leben kann? Aber immer doch.

        Mein Verhalten danch ausrichten, ob es denn dann Zustimmung bei Leuten in 100, 200 oder 500 Jahren findet, die ich nicht kenne und von denen ich nicht wissen kann, was eigentlich ihre Wertmaßstäbe sind? Klingt für mich sinnlos.

        “Und ich sehe da keine Unterstellung, da ist eine Unterstellung.”

        Dann tut es mir leid so formuliert zu haben, dass nach Ihrer Bewertung die Aussage

        “da ist eine Unterstellung”

        zutreffend ist.

        • Stephan sagt:

          Nehmen Sie doch mal das Biedermeier, Wilhelm Busch’s “Max und Moritz”. In diesem Dorf leben die Leute selbstzufrieden, satt und auf sich bezogen, Lehrer Lampe, Schneider, Witwe Bolte etc., ordentlich und eine ordentliche Welt hinterlassend, da haben die ja auch, wie Sie, nichts dagegen. Da sind auch die Kinder, die da nicht hineinpassen und nicht hineinkommen in diese abgeschlossene biedermeierliche Welt. Die “Politik” ist dann in diesem Dorf so, daß die beiden am Ende geschrotet werden. Als Leser sehen wir das von aussen, aus einer Perspektive der anderen. Diese Perspektive fehlt den Figuren, ebenso wie die Futur II Perspektive, wie man am Ende dann von außen quasi, auf die eigenen Veranstaltungen zurückschauen wird.
          Und über nichts anderes spricht Pater Hagenkord hier, den Horizont, wie sieht es von da aus, wo man gerade nicht ist, wo andere sind, und wie sieht es in der Futur II – Perspektive aus, wie werden andere später mal unsere jetzigen “Veranstaltungen” sehen, wohin sollten sie führen, wohin haben sie geführt, wie beschränkt oder destruktiv war das alles, was wir bewirkt haben werden.

          • Amica sagt:

            Na, wenn man ein typisches Beispiel für die Biedermeierzeit geben will, dann bitte nicht Wilhelm Busch.
            Der ist eher ein typisches Beispiel dafür, wie sehr Leute sich am Brutalen ergötzen können.
            Er war ein Bestellerautor in seiner Zeit. Die Mehrheit der Bevölkerung fand die “Bildergeschichten” amüsant.
            “Tom und Jerry” funktioniert übrigens genau so.
            Brutalität und Abhärtung im Kinderzimmer, die geduldet wird – sogar noch lustig empfunden wird.
            Lesen Sie mal die Autobiographie von Busch: typisch Biedermeier war er nicht.

        • Amica sagt:

          Heut ist das zum Glück nicht mehr gefragt – zumindest nicht bei Kinderbüchern:
          Ich muss mich selbst an der Nase nehmen:
          Hab mal an einen Verlag ein Skript für ein Kinderbuch eingereicht mit dem Thema: Brutalität auf lustig bzw. hatte ich da am Ende auch so eine “moralische Geschicht” eingebaut: Brutalität hat immer einen Grund (auch der Täter hat seine Geschichte etc.).
          Das Skript war, denk ich, ganz gut geschrieben aber wurde eben nicht ins Verlagsprogramm aufgenommen und ich bekam eine ziemlich arge Email vom Lektor, was ich mir da eigentlich dabei denken würde.

          Wir sind abgehärtet und merken es noch nicht mal (und das geht im Kindergarten los).

          Vielleicht braucht es manchmal auch ein Ventil (dafür steht das Biedermeier ja gerade nicht). Wenn Sie weiter gehen in der Geschichte der Kunst kam irgendwann der Jugenstil a la Schiele: da spielt dann Sigmund Freud wiederum eine entscheidende Rolle.

          Ich denk, man darf bestimmte negative Seiten in sich auch nicht leugnen. Ehrlichkeit ist sicherlich wichtig.
          Also: im Bereich zuckersüßer und heiler Volksmusikwelt ist vielleicht auch mehr unterschwellige Brutalität vorhanden als bei Leuten, die sich eben auch mal auskotzen.

          Schwierige Sache, das mit dem Finden des Gleichgewichts.

          Busch ist jedenfalls kein typischer Biedermeiermensch: der las Schopenhauer und liebte die Kunst des Barocks, aber die von Rembrandt. 🙂

          • Stephan sagt:

            Liebe Amica, gestern scheint nicht der Tag für Sie gewesen zu sein, um auf andere einzugehen oder sich selbst verständlich zu machen. Nein, Wilhelm Busch war nicht ein “Vertreter” des Biedermeier, aber er war aus der Biedermeierzeit, ist aus ihr herausgetreten und hat sie mithilfe des Humors und der Spannung zwischen der Sprache und der karikierenden Zeichnungen beschrieben und entlarvt und kritisiert. Seine Helden sind Antihelden, sie verfehlen sich und dadurch auch das Leben, verfallen frühzeitig dem Tod; durch den Humor aber behält man den Kopf oben und kann selbst über andere Wege nachdenken. Er stellt die Gewalt dar und zeigt sie als ein Versagen jeglichen Verstandes. Ich finde, er hat ein zeitloses Werk geschaffen und lässt uns auch heute noch aufwachen, wenn wir selbstzufrieden idealistische Bilder imitieren wollen und nicht mehr über die eigene Nasenspitze hinauskommen, keine anderen, keine Verantwortung sehen, eben biedermeierlich werden, wie brutal das ist. Man kann seine Werke auch einfach auf sich wirken lassen und so verstehen, ohne die in den Seminaren oder Biographien heute übliche Dekonstruktion. Kennen Sie auch seine Zeichnungen, Studien schlafender Kinder? Das ist ein sehr zärtliches Unternehmen bei ihm. Stephan

          • Amica sagt:

            Schön, dass Sie offensichtlich zu wissen meinen, dass gestern nicht mein Tag war. Interessant.
            Ich denk, Sie haben sich oben auf ein etwas jüngeres Buch bezogen, in welchem ein Wissenschaftler mal meinte, die Bildergeschichten von Wilhelm Busch würden seine Zeit “in Miniatur” widerspiegeln, nicht?
            Busch lebte aber bis zum Tod in einem Dorf – und da hat er (ähnlich wie übrigens Fritz Reuter in seinen plattdeutschen Geschichten) diese Art von Typen her (wie die besagte Witwe Bolte etc.).
            Das “Wilhelm-Busch-Album” fehlte bis vor ein paar Jahrzehnten noch in keinem Haushalt mit Kindern, nicht?
            Ist das bei Spitzwegbildern ähnlich? Keine Ahnung.
            Busch ist einfach nur zeitlos – das wollte ich ausdrücken.
            Die Zeichnungen nach der Natur kenne ich schon – er war kein großer Künstler (nicht schlecht, aber nicht wirklich zart oder besonders empfindsam).
            Die neuere Forschung (grad die Leute vom Hannoveraner Busch-Museum) haben in jüngster Zeit einiges hierzu rausgebracht und wohl auch zu viel gelobt.
            Was “schlafende Kinder” angeht, das ist eine Bildfindung, die vermehrt im 19. Jh. anzutreffen war – also rechter Standard (da brauchte es keinen sensiblen Künstler für). Es gibt da einen guten (allgemeinen) Katalog (aus Linz oder Salzburg ? – da müsst ich nachschauen): “Süßer Schlummer” heißt er.
            Die Darstellung dieser “schlafenden Kinder” finden Sie zudem vermehrt auf Kindergrabmälern des 19. Jahrhunderts: hat was mit Sterben zu tun (im Sinne von der Annahme, dass Hypnos und Thanatos ja Brüder sein sollen).

            Da könnte man jetzt noch so viel schreiben.
            Ich schließe mal lieber ab – will ja hier nicht als absoluter Schwätzer gelten.
            Schönen Abend Ihnen!

          • Amica sagt:

            Kurzer Nachtrag: wirklich grandios sind die drei Bände von Hans Ries zu den “Bildergeschichten” Buschs (ein Mammutwerk).
            Leider hab ich die lang nicht mehr durchgeblätter.
            Hier finden Sie alles zum Thema aus literaturwissenschaftlicher Sicht.

          • Stephan sagt:

            Vielleicht finden Sie ja einmal jemanden, der Ihnen wichtig ist, den Sie fragen können, oder haben sogar Nachkommen, die später über Sie urteilen werden, ob Sie überhaupt auf andere eingehen oder eingingen, sich für ein Thema interessieren können, bzw. konnten, dialogbereit sind oder waren, oder ob Sie eher abwerten, mit etwas sprechen, was sie vorher anderen unterstellt haben oder mit Büchern anderer versuchen zu blenden, die sie gar nicht gelesen haben und so Ihr Leben verfehlen oder verfehlt haben. Es wäre Ihnen zu wünschen, denn es ist auch immer möglich, umzukehren zu den Menschen, wenn man sich verstiegen hat. Stephan

          • Amica sagt:

            Ich hoffe nicht, dass das eintritt! Bewahre! Sie wissen ja: der alte Wilhelm Busch war auch nie Papa, bloß Onkel und eine bessere Hälfte – nein, die hatte er auch nicht.
            Nix für ungut!

  6. Salvina sagt:

    Zunächs gestatte ich mir eine kleine Korrektur: Die von Ihnen diffamierten “ganz Reichen” verstecken ihr Geld nicht, sie bringen es höchsten vor Sozialisten wie Ihnen in Sicherheit.

    Sie merken, wie sich der Wind dreht? Ihre Beiträge deuten darauf hin. Die Bürger merken langsam, daß das, was Sie Reichtum dieses Staates nennen, nicht der Reichtum des Staates ist, auf den die Sozialisten jeder Coleur bedenkenlos zugreifen können, sondern ihre hart erarbeite Altersversorgung, ihre Rücklage für schlechtere Zeiten, ihr eigenes kleines Zuhause, das sie ihren Kindern vererben wollen.

    Diese Menschen haben einfach keine Lust mehr, sich ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen, weil andere Menschen gierig auf das sind, was sie sich erarbeitet haben.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Ich bin ein Sozialist? Das habe ich schon lange nicht mehr gehört. Normalerweise bin ich ein Neo-Con oder sowas.
      Und seien Sie beruhigt, ich will gar kein Geld. Wenn ich ein Sozialist bin, dann bin ich ein schlechter.
      Interessant ist auch, dass Sie meinen, ich diffamiere die “ganz Reichen”. Wo tue ich das? Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Wenn trotzdem Menschen Angst um ihre Altersvorsorge haben müssen – was ich überhaupt nicht bezweifle, ganz im Gegenteil – dann ist das ein Anzeichen mehr, dass wir was tun müssen. Das Ungleichgewicht wächst sogar noch, auch das ein Anlass zum Handeln. Da wäre ein wenig Gerechtigkeit schon angesagt, finde ich. Wenn das Sozialismus sein soll, bitte sehr. Ich lese da aber schon in der Bibel, oder bei Päpsten – es gibt kein Recht auf Eigentum im Angesicht von Not – da brauche ich keinen Marx.

      • Theodoros sagt:

        Kirche war und ist immer in Nöten anderer.

      • Salvina sagt:

        1. Deutschland ist nur äußerlich reiches Land. Ab 2030 wird die gesetzliche Rentenversicherung zusammenbrechen, da dann die Geburtenlücke zuschlägt. Die eingewanderten Hartz-IV-Bezieher werden das Problem nur verschärfen.

        2. Das zur Altversvorsorge erforderliche private Kapital erregt Begehrlichkeiten der Umverteiler. Um an dieses Kapital heranzukommen, wird dann gerne die Gerechtigkeit bemüht.

        3. Ungleichheit ist etwas anderes als Ungerechtigkeit.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Deutschland ist ein reiches Land, wenn wir den Vergleich mit anderen Ländern anstellen. Aber wir sind völlig einer Meinung, wenn es um die Verteilung geht: zu viele Menschen haben zu wenig von dem Reichtum. Altersvorsorge, oder ganz aktuell die Krankenversorgung, der Wohnungsmarkt, all das zeigt doch, dass da was mit der Verteilung nicht stimmt.
          Sie haben auch Recht damit, dass einige Leute ihr Geld deswegen in Sicherheit bringen wollen, wie im vorherigen Post gesagt. Nur sind das diejenigen, die dann ihr Geld in Luxemburg und der Schweiz verstecken. Nicht diejenigen, die um ihre Altersvorsorge bangen müssen.
          Unser Grundgesetzt hat diesen Gedanken so ausgedrückt: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Das ist kein Sozialismus.

          • Salvina sagt:

            Es ist die Aufgabe des Staates, das Hab und Gut seiner Bürger zu schützen und nicht in Robin-Hood-Manier umzuverteilen.

            “Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande”

          • Pater Hagenkord sagt:

            Aber das Hab und Gut bringt eben auch Verantwortung mit sich. Und der Staat muss dafür sorgen, dass niemand vom Tellerrand fällt. Was er – siehe Rente etc. – nicht wirklich schafft. Das hat nichts mit Diebstahl oder Robin Hood zu tun, sondern mit Solidarität, Weitsicht, politischem Handeln und nicht zuletzt auch Stabilität einer Gesellschaft.

          • Salvina sagt:

            Sorry, aber wenn jemand das Wort “Solidarität” verwendet, dann geht meine Hand unbewußt an meine rechte hintere Hosentasche, um zu prüfen, ob er nicht bereits mein Portemonnaie entwendet hat.

            Solidarität ist ein Kampfbegriff zur Rechtfertigung der Ausbeutung der Produktiven durch die Unproduktiven.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Das ist zynisch und falsch. In Ihrer Welt, wo Besitz zählt und Solidarität geschmäht wird, würde ich nicht leben wollen.

          • Rosi Steffens sagt:

            Salvina, Sie sehen was ein Wort wie “Solidarität” bereits mit Ihnen anrichtet, dann denken Sie bitte auch daran, dass “Ihre” Produktivität von den Lebensumständen abhängig! ist die daraus resultieren, dass sie zwar die Gemeinschaft nutzen, ihren Nutzen jedoch für sich allein beanspruchen. Das fordert den Krieg geradezu heraus, der durch Egoismus und Zynismus seine Wurzeln dort schlägt, wo Solidarität eine Kampfansage ist.

            Unser ganzes demokratisches Rechtssystem fußt auf die Solidargemeinschaft die sich ihrer gemeinsamen Verantwortung bewusst annimmt und sie nicht als Privileg der “Produktiven” gegenüber den “Unproduktiven” betrachtet.

            Mir fehlen die Worte für eine derartig verachtende Einstellung zum Leben, durch die ich als Christin niemals in ihren Dunstkreis eintreten würde.

            Im übrigen sehe ich das Hab und Gut nicht durch materielle Güter bewertbar sondern im Gedankengut angelegt für die, die damit verantwortungsbewusst und solidarisch umgehen.

            Was nützt Ihnen all Ihr Geld, wenn es keine Menschen gibt, die dafür Sorge tragen, dass es überhaupt einen Wert darstellen kann oder glauben Sie allen Ernstes dafür wären sie allein verantwortlich?

          • Lector sagt:

            @ Frau Steffens
            Eine Solidargemeinschaft kann als Gemeinschaft immer nur eine abgeschlossene Gruppe umfassen. Damit sie funktioniert, muß sie nach außen abgeschlossen sein, sonst wird sie überfordert und verliert ihre Legitimität.
            Das ist insbesondere dann wichtig, wenn es dieser Gemeinschaft durch den Fleiß und den Einsatz der sie tragenden Mitglieder gelingt, einen gewissen Wohlstand zu erreichen, der dann zwangsläufig die Begehrlichkeiten von Außenstehenden weckt.

            Der oben angesprochene Legitimationsverlust findet gerade statt und führt zu vielerlei Reaktionen. Sie müssen diese nicht gut finden, aber sie sind Realität und sie sind nachvollziehbar.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Genau das würde ich nicht so sehen. Eine Solidargemeinschaft muss offen sein, und bleiben. Die Gruppe verändert sich, wächst. Außerdem leben wir nicht im luftleeren Raum, als Christen sind alle Menschen unsere Brüder und Schwestern, das ist genau das “über die Gruppe hinaus”, was ich meine.
            Das setzt nicht die politische Klugheit außer Kraft, die es auch braucht, kein Staat darf die Welt alleine retten wollen, das ist klar. Aber gerade mit dem Wort “Solidarität” müssen wir über uns selber hinaus weisen, wenn es seinen Sinn nicht verlieren soll.

          • Eskilcgn sagt:

            Dass eine Solidargemeinschafft nach außen abgeschlossen sein muss ist eben auch nur Ihre These um den oben verbreiteten Zynismus zu rechtfertigen.

            Es sind auch Solidargemeinschaften denkbar, die sich in ihrer Solidarität für außenstehende öffnen.

            Und als eine solche Solidargemeinschaften habe ich immer die christliche angesehen. Eine Christliche Solidargemeinschaften darf sich nicht darin genügen sich nach außen hin abzuschtoten.

            Das mag ihnen nicht gefallen. Aber so ist es. Und zynische oder rechtsradikale Parolen mit einem christlichen Feigenblatt zu verbergen ist eben weiterhin was es ist: Zynisch und rechtsradikal!

          • Rosi Steffens sagt:

            @Lector, “Begehrlichkeiten” ist ein Ausdruck mit dem ich nicht konfrontiert bin, denn er entsteht aus Gemeinsamkeiten, die sich in Schaden und Nutzen trennen lassen, was jedoch auf die Menschheit nicht zutrifft, zumindest nicht auf die, die von Gott gewollt ist und von mir mitgetragen wird. Diese Menschheit verursacht keinen Schaden sondern setzt sich ganz im Gegenteil für all die Mitmenschen ein, die ihrem Wesen entspricht.

            Wenn Sie dieses Verhalten unter Mitmenschen nicht nachvollziehen können, so sollten Sie sich Gedanken darüber machen, welcher Zugehörigkeit sie selbst dann überhaupt entsprechen.

            Zudem ist ein System nur dann wirklich abgeschlossen, wenn es einen Lebensraum für sich gewinnt, der mit seiner lokalen Versorgungsart diese Lebensform selbst erhalten kann.

            Ihre Lebensart kann das offensichtlich nicht, andernfalls würde Sie nicht Menschen von “ihrem” System ausschließen.

          • Lector sagt:

            Jede Gemeinschaft zerbricht, wenn sie sich zu sehr öffnet.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Es gibt keine Gemeinschaft, die sich nicht öffnet. Sie vertrocknet, wenn sie sich nicht öffnet.

          • Karin sagt:

            Der Kommentator Lektor hat nichts von einer Abschottung geschrieben. In seinem Beitrag steht “zu sehr öffnet”.

            Gegen eine gewisse Öffnung für geeignete Menschen ist nichts einzuwenden. Aber, und hier zitiere ich Miriam Lau von der Zeit, “stellen wir uns für zwei Minuten vor, wo Europa jetzt stünde, wenn man dem Drängen der Menschenrechtsorganisationen nach Legalisation aller Wanderungsbewegungen, ob Flucht oder Armutsmigration, nachgegeben hätte. Nach einem Europa ohne Grenzen. Eine Million, zwei Millionen, drei Millionen. Wie lange würde es wohl dauern, bis die letzte demokratische Regierung fällt?”

          • Pater Hagenkord sagt:

            “Geeignet”: pardon, aber da gruselt es mich. Es heißt zum Beispiel Asyl”recht”, nicht Asyl”eignung”. Nur um einen Bereich zu nennen. Wenn wir ein Einwanderungsrecht hätten – woran es Deutschland immer noch mangelt – dann könnte man dort festschreiben, was für Bedingungen einzuhalten sind. Aber das ist offensichtlich politisch nicht gewollt. Warum auch immer. Gleichzeitig kürzt die Bundesregierung die Mittel für die Entwicklungshilfe. Das ist mindestens kurzsichtig.
            Kurz: hier geht es gar nicht um eine vollständige Legalisierung jeglicher Wanderungsbewegung. Hier geht es um ein kluges Umgehen damit. Solidarität gilt eben auch für die Menschen, die sich gar nicht erst auf den Weg machen (können), wenn wir von Armutswanderung sprechen. Hier muss eine Öffnung stattfinden, hier zu kürzen und egoistisch zu denken ist kontraproduktiv. Und gleichzeitig auch noch nicht solidarisch.

          • Rosi Steffens sagt:

            Wer entscheidet über die “Eignung” von Menschen, die Freiheit erhalten und die “unegeeigneten”, die mit den lokalen Lebensbedingungen zu Recht kommen müssen?

            Es ist so diskriminierend was sie da formulieren.

          • Karin sagt:

            Ein Einwanderungsrecht löst das Problem nicht, solange es für diejenigen, die die für eine geregelte Einwanderung gestellten Qualifikationen nicht aufweisen, immer noch den Nebeneingang Asylrecht gibt.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Nebeneingang? Mir geht es um Regelung von Zugang, nicht um das Schließen von Türen. Natürlich bedeutet Einwanderungsrecht auch, dass eben einige nicht einwandern dürfen, sonst bräuchte es das Recht nicht. Aber es darf das Asylrecht weder ersetzen noch aushöhlen.

          • Theodoros sagt:

            Solidarität mit der Barmherzigkeit? https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2018-07/sri-lanka-kardinal-todesstrafe-drogen-dealer-politik.html. Ein Kardinal, der in aller Öffentlichkeit den Vollzug der Todesstrafe begrüßt, gehört hinter Klostermauern.

          • carn sagt:

            “Natürlich bedeutet Einwanderungsrecht auch, dass eben einige nicht einwandern dürfen,”

            Was zwingend erforderlich macht, dass man entweder an der Grenze jemanden Einlass verwehren kann oder dass man jemand außer Landes schaffen kann.

            Wenn beides aus ethischen Gründen abgelehnt wird, dann ist “eben einige nicht einwandern dürfen” eine leere Floskel.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Aber bitte nach Recht und Gesetzt. Nicht um den Eindruck zu erwecken, man tue etwas.

          • Karin sagt:

            Claudia Roth möchte 70.000.000 über das Asylrecht hereinholen. Wievielen wollen Sie Gastfreundschaft bieten? Das Aylrecht kennt doch, wie wir gelernt haben, keine Obergrenzen.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Das was Frau Roth das sagt ist – meiner Meinung nach – nicht der Sinn des Asylrechts. Und für die Debatte darum auch nicht hilfreich. Aber das ist die Meinung von Frau Roth, nicht meine. Deswegen sollten Sie sich an sie wenden.

          • Theodoros sagt:

            @Karin: Besser und zweckmäßiger ist es, sich die Zeit zu nehmen, über Vernunftthesen nachzudenken als über Emotionalverbalien: https://de.wikipedia.org/wiki/Zum_ewigen_Frieden

  7. Liebe Blog – Gemeinde,
    Wenn ich manche postes der letzten Beiträge von Pater Hagenkord lese , dann bin ich niedergeschlagen und traurig aber auch wütend..
    So möchte ich jetzt einen Gastbeitrag in der SZ eines CDU Vetreranen einstellen, der mir zeigt, dass ich eigentlich ganz natürlich empfinde- außerdem erinnere ich mich an unseren alten Deutschlehrer der uns schon damals(1966) das voraussagte ..
    Hier ist dieses „Außenansicht“;

    http://s.z.de/1.4.051237

    • carn sagt:

      Dass das “C” dabei ist, verloren zu gehen, da hat Blüm recht.

      Nur sieht er einen Teil der Ursache nicht, die Salvina oben ausdrückt:

      “Diese Menschen haben einfach keine Lust mehr, sich ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen, weil andere Menschen gierig auf das sind, was sie sich erarbeitet haben.”

      nämlich dass das Einfordern von Mitgefühl, Mitleid und christlicher Nächstenliebe als unehrlich und falsch empfunden wird; ob zu recht oder zu unrecht hat für die Folge wenig Unterschied, dass das Mitgefühl eben abstumpft, denn man will ja nicht ausgenutzt werden.

      Habe die Erfahrung selber gemacht; in meiner Heimatstadt sind öfters mal Leute unterwegs, die an Haustüren klingeln, sagen sie hätten nichts zu essen und um Geld bitten; es handelt sich aber eher um professionelle Bettler für die das schlicht ein Einkommen ist; ergo geht es gar nicht um Hilfe in Not, sondern die Not wird mir vorgetäuscht, damit ich etwas gebe.

      Die Folge ist aber auch, dass einmal als jemand fremdes mich um Hilfe bat und es wohl eigentlich keine professionelle Bettelei war (Ort, Zeitpunnkt, Vorgehen, etc. unpassend), sondern mutmasslich echte Not, ich ganz schwer mit meinem durch die Profi-Bettler antrainierten Misstrauen zu kämpfen hatte, bevor ich dann geholfen habe; und es bleibt die nagende Ungewissheit, ob ich nicht doch ausgenutzt wurde.

      Eine ähnliche Abstumpfung denke ich liegt auch bei vielen Menschen in D hinsichtlich Flüchtlingen/Migranten vor; weil die Menschen vermeinen, es ginge eigentlich eher um eine Ausnutzung von Mitgefühl, machen sie emotional gegenüber Appellen an Mitgefühl für Flüchtlinge/Migranten mehr und mehr dicht.

      Und das färbt auf die Politik ab.

      Ist also ggf. zu knapp die Schuld alleine raubaukenhaft agierenden Politikern zuzurechnen.

      • Rosi Steffens sagt:

        Bei aller Liebe zum Nächsten geht es aber auch darum die eigene, ganz persönliche Verantwortung wahrzunehmen und nicht die von anderen zu übernehmen.

        Jeder muss letztendlich selbst Rechenschaft dafür ablegen was er geleistet hat und das nicht vor anderen Menschen sondern einzig und allein an seinem eigenen Lebensende.

        Wenn es jeder jedem Recht machen soll, dann drängt sich die Frage förmlich auf, wer ist im Besitz des Rechtes und wem wird sein Recht entzogen?

        Es wird immer kontroverse Meinungen/Ansichten dessen geben, was sich uns allen in ein und demselben Bild präsentiert, dass letztendlich jedoch von der eigenen Sichtbarkeit abhängig ist, damit möglichst durch all seine Bestandteile der tatsächliche Arbeitsumfang erfasst werden kann.

  8. Klemens sagt:

    Die Flüchtlings- und Migrationsproblematik hat Deutschland und viele andere Länder in der Tat überfordert – bis heute! Die Stimmung in Land ist einfach völlig gekippt – die zigtausende negativen Begleiterscheinungen (tausendfachen Asylmissbrauch, Zuwanderung von IS-Kämpfern, Mördern, etc. täglichen Messerattacken, kriminelles Bandenwesen, Vergewaltigungen auch in kleinen Ortschaften, viele Mordfälle, etc.) sind einfach zu massiv. Es geht noch nicht mal ums Geld, ums wegnehmen, sondern darum dass der soziale Friede und auch die öffentliche Sicherheit massiv gelitten haben. Das Problem sind auch nicht die Syrer, sondern Nordafrikaner, Iraker und Afghanen die hier auffallen. Das kann man durchaus als Staatsversagen sehen und die Bürger bzw. das Volk macht das nicht mehr mit – daher kommt es wie in Italien zu massiven rechten Ausschlägen. Die Merkel-Politik – sagt der Oxford Philosoph David Miller (im Spiegle-Interview), der gerade das neue Buch: “Fremde in unserer Mitte – Politische Philosophie der Einwanderung” – war verantwortlungslos. Das Staatsversagen ist sozusagen Folge einer irrationalen Gesinnungsethik. Europa kann und darf nicht jeden Migrant der hier hin will aufnehmen – der Vatikan kann ja hier mal voranschreiten. Letztlich haben wir auch ein Staatsversagen der Entwicklungspolitik der letzten 30 Jahren – z.B. gegenüber Afrika. Das christliche Europa hat hier massiv versagt.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Massive Kriminalität? Da empfiehlt sich eine Lektüre der Kriminalitätsstatistik. Die Kriminalität geht in Deutschland zurück. Und Migranten sind im Schnitt nicht krimineller als Deutsche.
      Dass “das Volk nicht mehr mitmacht” halte ich deswegen für falsch, weil die Motivationen hinter Protest, Frust, Angst, Sorge, und so weiter zu verschieden sind, als dass man hier “ein Volk”, dass mit einer Motivation gewählt hätte, vermuten dürfte.
      Sie sprechen von irrationaler Gesinnungsethik. Das halte ich für völlig falsch. Irrational war das nicht, da ging es darum, einem anderen europäischen Land zu helfen, das war 2015 klug und politisch gedacht, auf Zukunft hin.
      Wobei ich Ihnen – außer bei der Wortwahl – recht gebe ist beim letzten Absatz. Da hat die Politik und da hat Gesellschaft nicht gut ausgesehen.

      • carn sagt:

        “Dass “das Volk nicht mehr mitmacht” halte ich deswegen für falsch, weil die Motivationen hinter Protest, Frust, Angst, Sorge, und so weiter zu verschieden sind, als dass man hier “ein Volk”, dass mit einer Motivation gewählt hätte, vermuten dürfte.”

        Es ist aber kaum zu leugnen, dass es eine starke Stimmung gegen die momentane Handhabung von Migration gibt.

        Z.b.:

        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/872578/umfrage/umfrage-zur-zurueckweisung-registrierter-fluechtlinge-an-der-deutschen-grenze/

        62% der Bevölkerung sind für Zurückweisung von woanders registrierten Flüchtlingen an der Grenze.

        Von Politikern und Journalisten sind aber ziemlich sicher weniger als 62% für diese Maßnahme.

        Somit ist Potential für erhebliche politische Verschiebungen vorhanden; denn je nachdem wie wichtig den Wählern eine Änderung der Migrationspolitik in ihrem Sinne ist, wählen sie dann halt entsprechend; und wenn 62% der Wähler nur Parteien wählen würden, die für Zurückweisung an Grenze sind, dann haben wir in D in kürzester Zeit politische Erdbeben wie sie Italien die letzten Jahre und Jahrzehnte erlebt hat.

        Es ist also zwingend, dass die Politik irgendwie darauf reagiert; die Strategie zu sagen, dass doch aktuell alles in Ordnung sei und nur alles an ein paar Stellen effizienter werden muss, kann funktionieren, muss aber nicht.

        Nebenbei:
        Zurückweisung an Grenzen könnten durchaus gesetzeskonform sein:
        https://www.focus.de/politik/deutschland/hans-juergen-papier-ex-verfassungsrichter-zurueckweisungen-an-deutscher-grenze-zwingend-geboten_id_9185994.html

        Der Ex-Verfassungsrichter hält entsprechende Zurückweisungen sogar gesetzlich für geboten.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Dass es eine stark Stimmung gibt, leugne ich ja auch gar nicht. Und dass es verschiedene Ansichten und Auslegungen auch des Rechts gibt, auch nicht. Trotzdem muss man fragen, wo genau die Motivation jeweils liegt. Eine reine Prozentzahl reicht mir persönlich da nicht aus.
          Wir sind auch einer Meinung, dass Politik reagieren muss, “alles in Ordnung” ist keine Strategie, schlicht weil nicht alles in Ordnung ist. Nur kosten uns – dem Staat – Steuerflüchlinge pro Jahr mehr Geld als Flüchtlinge, und wo ist hier bitte der Aufschrei? Es geht also um mehr als “nur” um Kosten, es geht um Angst und allerlei anderes. Und genau da müssen wir hinsehen.

          • carn sagt:

            “Es geht also um mehr als “nur” um Kosten, es geht um Angst und allerlei anderes. Und genau da müssen wir hinsehen.”

            Ich sehe allerdings große Schwierigkeiten bei der Problemanalyse.

            Denn vereinfacht gesagt, die meisten die auf die Probleme schauen, vermeinen dann das als Lösung zu sehen, was sie auch ohne die Probleme vorgeschlagen hätten.

            Ganz simpel dargestellt:

            Schaut einer von der CSU auf die Probleme, dann wird gefolgert, dass es mehr Polizei, mehr Sicherheit, mehr Durchsetzung von Recht beim Thema Migration und mehr Abschottung bräuchte.

            Würde man mit der Zeitmaschine nach 2012 zurückweisen und denselben CSUler fragen, was allgemein politisch so geboten wäre, dann wäre die Antwort wahrscheinlich: mehr Polizei, mehr Sicherheit, mehr Durchsetzung von Recht beim Thema Migration und mehr Abschottung; also exakt das gleiche.

            Hingegen bei einem von der Linkspartei wäre die Antwort vermutlich mehr soziale Gerechtgikeit, stärkere Besteurung von Vermögen, mehr Staatsausgaben im Bereich Soziales, etc. Und zwar ebenfalls jetzt wie 2012.

            Meinem Eindruck nach rutschen einige bei der Analyse und Lösungsvorschläge dahinein unbewusst dann genau bei den Dingen als Lösung zu landen, die sie sowieso schon immer wollten; und das deutet halt auf Analysefehler hin.

          • Rosi Steffens sagt:

            Das würde ja bedeuten, der Entwicklungsprozess im Umgang mit Menschlichkeit stagniert wohingegen staistisch ein allgemeiner Fortschritt des Lebens signalisiert wird, natürlich basierend auf Zahlen und deren logarithmischer Darstellbarkeit.

            Da stellt sich dann aber schon die Frage, was ist eigentlich Fortschritt im Sinn der Menschheit, wenn er die Menschen außen vor lässt und sich auf die bloße Darstellung ihrer Lebenssituation beruft, die jeder Einzelne eh selbst erfährt.

            Es wird nichts getan, um jeden einzelnen Menschen dort abzuholen, wo ihn die Statistik als “Sonderfall” auswirft, als nicht tragbaren “Zustand” deklariert.

            Was soll das, sind denn Intelligenz und Qualifikation nicht ausreichend die Kompetenz zu erlangen, die das Leben für jeden von uns als Mensch bereit hält?

            Lassen wir uns von Algorithmen einlullen und vergessen darüber die eigene Kompetenz in Frage zu stellen, wenn es darum geht auszubrechen und das Leben selbst in die Hand zu nehmen und nicht von anderen bestimmen zu lassen?

            Sich dann zu beschweren, das geht gar nicht, denn der eigene Beitrag zum Ergebnis hält sich dann genauso in Grenzen, wie der Wunsch nach einem sicheren Leben ohne den Zugang Dritter, außer sie tragen zu dessen Verbesserung bei.

          • Rosi Steffens sagt:

            Verzeihung, ich meinte natürlich “…Zahlen und deren algorithmischer Darstellbarkeit”.

      • Klemems sagt:

        Lieber Herr Hagenkord – die Fakten sprechen leider, eine deutlich andere Sprache -trotz Rückgang der Kriminalität:

        1.Nicht krimineller… “Bei Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen liegt die Zahl ausländischer Verdächtiger (1140) nicht mehr weit unter der Zahl der Deutschen (1558), obwohl den zehn Millionen Menschen in Deutschland ohne deutschen Pass rund 70 Millionen Deutsche gegenüberstehen.”

        2. “Die Fälle von Mord und Totschlag oder Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen haben messbar zugenommen. So wurden beispielsweise 2014 insgesamt 180.955 Gewalttaten registriert, voriges Jahr waren es 188.946.”

        Quelle: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article175695478/Straftaten-Statistik-Die-Wirklichkeit-hinter-den-neuen-Zahlen-zur-Kriminalitaet.html

        Im Umkreis von knapp 25 km fallen mir spontan 5 Fälle dazu ein – das ist leider die nackte Realität. Lange haben die Medien die Zahlen schön gerechnet – das ist aber vorbei.

    • Rosi Steffens sagt:

      Ich glaube nicht dass Politik Länder überfordert, sondern Menschen fühlen sich überfordert von politischen Entscheidungen. Daran kann und muss jeder selbst arbeiten indem er sich als Bürger in politische Prozesse/Dialoge mit einbringt, um seinen Standpunkt zu definieren und darüber hinaus auch im Alltag zu vertreten.

      Für viele Politiker wäre ein Stück mehr Bürgerbeteiligung sehr hilfreich, denn dann müssten sie nicht von oben herab bestimmen wo es lang geht sondern können sich auf die Bürger einlassen und eine leitende Funktion übernehmen.

      Nichts hat in der Vergangenheit so massiv gelitten wie das christliche Menschenbild, das missbraucht und gedemütigt wurde, nur um persönliche Ansprüche hinein zu interpretieren statt die gegebenen Umstände einfach mit menschlicher Würde abzuarbeiten.

      “Gesinnung” und “Ethik” in einem Wort zu verbinden, das widerspricht all meinen Vorstellungen von christlicher Nächstenliebe, die weder eine Gesinnung kennt sondern viel mehr durch Besinnung ihre Überzeugung gewinnt. Auch Ethik hat nichts mit Gesinnung zu tun sondern ergibt bei konsequentem Nachdenken einen Sinn, der für das steht, was man als Mensch gemeinsam verantwortet.

      • carn sagt:

        “Für viele Politiker wäre ein Stück mehr Bürgerbeteiligung sehr hilfreich, denn dann müssten sie nicht von oben herab bestimmen wo es lang geht sondern können sich auf die Bürger einlassen und eine leitende Funktion übernehmen.”

        Meine persönlichen Erfahrungen sind da durchwachsen; manche Politiker ja; andere defintiv und eindeutig nein; für die ist man ein Störfaktor.

        Und das ist die Erfahrung aus der persönlichen Begegnung; ich habe anhand Körperhaltung, Blick und Reaktion auf persönliche Ansprache sicher prognostizieren können, welcher Politiker gegen mein Anliegen sein wird zu einem Zeitpunkt, zu dem der Politiker mein Anliegen noch nicht kannte.

        Ergo haben da einige definitiv mein Anliegen gar nicht wirklich erwogen, sondern aufgrund der Einordnung von mir in Kategorie “nervig und unwichtiger Bürger, da keine Wählerstimmen dahinter” innerlich gegen mein Anliegen entschieden ohne es zu kennen.

        Alle hingegen, die mich nicht so eingeordnet haben (wie gesagt, ersichtlich an Körperhaltung, Mimik, etc.) hatten eine differenzierte Meinung zu meinem Anliegen (was eben zeigt, dass sie sich erst eine Meinung darüber gebildet haben nachdem sie Kenntnis vom Inhalt hatten).

        • Rosi Steffens sagt:

          Wir haben gerade in unserem Heimatort eine Bürgerinitiative gegründet, um dem Druck von oben etwas von unter entgegenzusetzen, dass eigentlich nur verlangt bei Entscheidungen mit einbezogen zu werden.

          Es geht doch nicht darum etwas für richtig oder falsch zu halten, es geht darum einen gemeinsamen Lebensraum zu schaffen, der im Idealfall von allen darin lebenden Bürgern geliebt wird, weil sie sich selbst darin verpflichtet sehen können/dürfen/wollen, diesen Raum verantwortlich mit zu gestalten.

          • carn sagt:

            “Es geht doch nicht darum etwas für richtig oder falsch zu halten,”

            Bei manchen Dingen geht es aber um Daumen rauf oder Daumen runter; da gibt es kein dazwischen; z.b. entweder baut man eine Brücke oder einen Tunnel oder nicht; man baut keine halben Brücken oder halbe Tunnel.

            Und irgendwer entscheidet irgendwann darüber; meist ein politisches Gremium.

            Aus der Erfahrung mit sowas – man macht es oder auch nicht, kein dazwischen denkbar (nur halt eben nicht Straßenbau sondern was anderes) – habe ich eben leider die Schlussfolgerung ziehen müssen, dass einigen Politikern Bürgerbeteiligung lästig ist.

            Eben daran ersichtlich, dass jemand auf Daumen runter festgelegt war ohne überhaupt genau zu wissen, worüber zu entscheiden war und was die Argumente für Daumen rauf waren.

            Echtes Nullinteresse; man steht vor einem Menschen, der gar nicht weiß und nicht wissen kann, worum die Entscheidung eigentlich geht, und sieht absolutes Nullinteresse im Gesicht des Gegenübers daran, worum es eigentlich geht.

            So wie wenn ein Politiker am Rande darüber gehört hat, dass an einer Stelle, die er gar nicht genau kennt, eine von Konstruktion und Zweck her ihm unbekannte Brücke gebaut werden soll und ein Bürger kommt zu ihm, der die Stelle und die Pläne wohl kennt, und möchte etwas vorbringen, was gegen die Brücke spricht; und das Gesicht des Politikers drückt vollkommen unzweifelhaft aus, dass es einen Dreck interessiert, was der Bürger sagt und dass der Politiker eh schon – ohne Möglichkeit der Kenntnis von auch nur groben Details – für die Brücke entscheiden wird; und damit der Bürger und das was er zu sagen hat für den Politiker selbstverständlich lästige Zeitverschwendung ist.

            Und der einzige Grund, warum der Politiker nicht klar sagt: “Ist Zeitverschwendung; interessiert mich eh nicht, was sie zu sagen habe; entscheide eh entgegen dem, was sie wollen” ist halt, dass der Politiker sich die Option offen halten muss, Interesse zu heucheln.

          • Rosi Steffens sagt:

            Ja, aber wen bezieht man in seine Entscheidungen mit ein?

            Am Sinnvollsten und auch um der Gerechtigkeit zu genügen gilt doch hier hoffentlich der Grundsatz, dass all die, die von einem Projekt betroffen sind und somit auch damit leben müssen!?

            Von welchem Recht macht der Politiker Gebrauch, wenn er über mein Leben/Umfeld verfügt, als wäre es seines, wo ich und jeder andere Bürger Deutschland das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben, genau wie jeder Politiker?

            Da muss man schon mit Lösungen aufwarten können, die alle Bürger mitnehmen können und nicht nur den Teil, den man, wie auch immer, auf seine Seite ziehen kann.

            Demokratie ist nun einmal harte, tägliche Arbeit zum Wohl der Gemeinschaft die sich daraus durch jeden Bürger trägt und mit ihm wächst und gedeiht.

  9. Silvia Brückner sagt:

    Ich möchte mal ein ganz simples Beispiel für eine Solidargemeinschaft geben.

    Die gesetzliche Krankenversicherung ist so eine Solidargemeinschaft. Der Beitragssatz für die Mitglieder richtet sich nach der Einkommenshöhe des jeweiligen Mitglieds, nicht berufstätige Ehegatten und Kinder sind beitragsfrei mitversichert.

    Jedes Mitglied bekommt im Krankheitsfall dieselben Leistungen unabhängig von der Höhe seines Beitrags.

    ABER: Jede der gesetzlichen Krankenversicherungen ist nur für ihre eigenen Mitglieder verantwortlich, also in gewissem Sinne eine geschlossene Gruppe.

    Ein Krankenkassenmitglied kann mit seinem privaten Geld die Behandlungskosten von nicht krankenversicherten Menschen bezahlen, aber nicht zu Lasten der Solidargemeinschaft, sonst wäre die in null Komma nichts pleite und alle würden ohne Krankenversicherungsschutz dastehen.

    Man kann dieses Beispiel durchaus auf den Staat und seine Steuerzahler übertragen, um nur mal bei der rein finanziellen Seite des Flüchtlingsproblems zu bleiben.

    Weitaus schwerer wiegt aber aus meiner Sicht die nicht mehr zu garantierende Sicherheit im öffentlichen Raum durch WAHLLOSE Aufnahme von praktisch jedermann.

    Unser Asylgesetz beruht darauf, dass politisch Verfolgte hier zu Recht Schutz erhalten. Aber das kann nur bei sorgfältiger Prüfung jedes Einzelfalles funktionieren. Und z.Zt. funktioniert es nicht mehr.

  10. Paul Compes sagt:

    In einigen Blogbeiträgen habe ich gelesen, dass Solidarität Grenzen voraussetzt, dass die gemeinsame Identität eben nach außen hin abgeschlossen (abgeschottet?) sein muss. Das ist der Jargon der neuen identitären Bewegungen. Zweierlei ist dazu zu sagen:

    Abgeschottete soziale Systeme isolieren sich von ihrer Umwelt. Sie nehmen nicht mehr wahr, was dort passiert und können deswegen eine gemeinsame Entwicklung auch gar nicht mehr mit gestalten. Als Strategie bleibt dann nur noch das Einer-wird-gewinnen, der Stärkere setzt sich durch. Wollen wir in einer solchen Welt leben?

    Damit komme ich zum zweiten Argument: Als katholische Christen haben wir eine globale Identität, von unserem Selbstverständnis her dürfen wir uns gar nicht abschotten, wir müssen als Weltkirche gemeinsame Lösungen finden. Utopisch? Ja – wenn wir nicht grundsätzlich unser Handeln auf den Heiligen Geist stützen würden. Es gibt da das schöne Wort von Max Weber „Denn nichts ist für den Menschen als Mensch etwas wert, was er nicht mit Leidenschaft tun kann“ (Wissenschaft als Beruf). Ich wandele es gerne ab und dann heißt es: „Denn nichts ist für den Christen als Christ etwas wert, was er nicht aus der Kraft des Heiligen Geistes tun kann.“

    Damit komme ich zum Schluss: Natürlich sind die Probleme der Globalisierung rein politisch nicht zu lösen. Aber vielleicht schlägt gerade jetzt die Stunde der Katholischen Kirche?

    • @Paul Compes,
      Danke für IHREN Beitrag!!

      grundsätzlich ist das immer gut, wenn eine kontroverse Debatte auch zu diesem Beitrag von Pater Hagenkord engagiert geführt wird. spricht das doch für die Offenheit des Blogs..

      ist sie doch auch ganz im Sinne des GG.der BRD als auch in Folge der Aufklärung..

      ohne diese hätten wir sicher AUCH nicht diese freie Debatten Kultur in den Kirchen!!
      ´
      aber es ist auch auch kein Widerspruch zu dem gerade Geschriebenen:

      ich beobachte bei der Migrationsdebatte eine ganz bestimmte Abschottungs -Ideologie und diese steht GRUNDSÄTZLICH GEGEN!! die Lehre Jesu , dem Evangelium usf..!

      ok, diese Meinung wird vertreten, aber es ist mir wichtig dafür zu werben, auch Christen bzw. “Gott suchende Menschen
      (denen ich mich zugehörig weiß)
      und die hier ja auch schreiben,

      diese-gerade in dieser so existenziellen christlich-humanistischen Identität zu respektieren..

  11. Eskilcgn sagt:

    Wenn ich so die Beiträge hier lese wird mir noch mal sehr deutlich bewusst, wie ernst es ist sich Christ zu nennen und wie radikal und schwierig es ist im Alltag diesem Jesus von Nazareth hinterher zu gehen. Das ist wirklich kein Sonntags Spaziergang. Das ist alltägliches sich bemühen.
    Und mir wird wieder sehr klar, dass Jesus von denen die ihm nachgehen wollen eine radikale Hinwendung zum Mitmenschen verlangt.

    Aber das ist ja kein Zwang.

    Um so mehr wundere ich mich, wie hier an einigen Stellenversucht wird Abschottung und Klassifizierung von Menschen, Ausgrenzung und Besitzstandswahrung christlich zu rechtfertigen.

    Warum?????

    Niemand zwingt Sie dazu. Stehen Sie doch zu Ihrer Angst vor anderem und Fremden. Stehen Sie doch zu Ihrem Wunsch Ihren Lebensstandard nicht teilen und nicht reduzieren zu wollen. Ist doch ok ….

    Es ist nicht im Sinne der radikalen Vorstellungen Jesu …. aber was solls …. Sie müssen es ja auch nicht christlich nennen …..

  12. Silvia Brückner sagt:

    Die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes haben ein sehr großzügiges Asylrecht geschaffen, basierend aus den Erfahrungen mit der nationalsozialistischen Diktatur.

    Einige waren selbst Verfolgte des Naziregimes.

    Dieses Asylrecht gewährt politisch verfolgten Menschen Aufnahme und Schutz und natürlich Solidarität.

    Wer dieses Kriterium der politischen Verfolgung nicht erfüllt, kann kein Asyl bekommen sondern ist ein Einwanderer. Hier müsste ein Einwanderungsgesetz greifen, das wir aber noch nicht haben.

    Wohl deshalb gilt z.Zt. jeder Migrant als Asylbewerber.

    Dass ein Einwanderungsgesetz andere Maßstäbe anlegen muss als das Recht auf Asyl sollte aber jedem klar sein.

    Das Asylrecht, wie wir es in Deutschland haben, ist ein hohes Rechtsgut, das aber z.Zt. gefährdet ist weil unsere Politiker selbst jeden als Asylbewerber aufnehmen, auch wenn erkennbar ist, dass kein Asylgrund besteht.

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