Verantwortung, bitte!

Es ist niemand persönlich zu Schaden gekommen. Es sind auch keine Millionen von Euro versenkt worden. Und trotzdem hat gestern der Präfekt des Medien-Sekretariats des Vatikan, mein Chef, seinen Rücktritt eingereicht. Einen Rücktritt, den der Papst dann auch angenommen hat.

Die Geschichte dahinter ist nicht schön, es geht um einen Brief, den der emeritierte Papst Benedikt XVI. geschrieben hat und der erst nur teilweise und dann ganz veröffentlicht wurde. Aber es war eine Medien-Geschichte. Und von Tag Eins an stand Don Dario Viganò im Kreuzfeuer der Kritik. Als Person.

Auf den deutschsprachigen Medienseiten und im Netz war die Aggressivität, die hier in Italien zu beobachten war, zum Glück nicht zu lesen. Aber selten habe ich hier eine solche Gehässigkeit gesehen wie in diesem Fall. Und niemand hat versucht, die Gegenseite – Viganò – zu verstehen (Zusatz 16:48 Uhr, das stimmt nun nicht mehr, im Laufe des Tages sind einige Artikel erschienen, die das doch versuchen, das nehme ich also zurück).

 

Medien-Geschichte

 

Don Dario Vigano (r) bei der Unterschrift unter der Übereinkunft zwischen Vatikanmedien und Jesuitenorden (vertreten durch P Juan Guerrero, l)

Don Dario Vigano (r) bei der Unterschrift unter der Übereinkunft zwischen Vatikanmedien und Jesuitenorden (vertreten durch P Juan Guerrero, l)

Und weil sein Verbleibt auch wegen der vielen Kontroversen und der Polemik dem Projekt Reform geschadet hätte, hat er den Papst um die Annahme des Rücktritts gebeten.

Noch einmal: niemand ist zu Schaden gekommen. Er hat auch nicht öffentlich mit seinem Rücktritt gespielt um Sympathiepunkte zu bekommen, ohne den Rücktritt dann auch zu vollziehen. Er hat kein Geld verschwendet und es hat auch keiner seiner Angestellten Geld verschwendet oder kriminell entwendet.

Der Schaden ist rein medial. Das macht ihn nicht weniger wirklich oder wirkmächtig, aber es ist eben keine von den vielen anderen Geschichten, die wir über Kirchenvertreter immer wieder lesen müssen.

 

Auch das ist Reform

 

Ich will hier niemandem zum Opfer erklären oder alles heilig sprechen, was bisher passiert ist. Aber ich werbe dafür, die Dinge in ihren Proportionen zu sehen. Und ich wünsche mir, dass dieser Standard, nämlich das Übernehmen von Verantwortung wenn der eigene Verbleib schaden würde, in der Kirche normal würde.

Hut ab, Don Dario, wir haben zu viele gesehen, die sich an Amt und Würde klammern. Auch der Rücktritt wird also – wider Willen – zu einem Teil der Reform des Vatikan.

 

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86 Kommentare zu Verantwortung, bitte!

  1. Harrer_rer sagt:

    „keine Millionen von Euro versenkt worden“ – eine schöne, direkte Anspielung Eichstätt gegenüber… Na dann?

    • Erwin Z sagt:

      Es ist mir sehr interessant, dass Sie sich zur Aussage versteigen, es sei niemand zu Schaden gekommen.

      Für mich ist sehr wohl etwas kaputt gegangen: Nämlich das Vertrauen darauf, dass im Vatikan eine Presseabteilung ohne Betrug und der Wahrheit verpflichtet arbeitet. Eigentlich wäre das von Medienvertretern eine Selbstverständlichkeit. Von Christen muss man solcherlei um so mehr erwarten.

      Stattdessen hat Viganò bewusst getäuscht, manipuliert und den Namen von Benedikt XVI. für eine billige Schmierenkomödie missbraucht. Benedikt hat das Gegenteil von dem kundgetan (und zwar nicht-öffentlich) von dem, was der Pressechef des Vatikans der Öffentlichkeit und den Gläubigen unterjubeln wollte. Das mag von Motiven der PR gedeckt gewesen sein, redlich ist es nicht.

      Ich will keine PR-Leute und Groschenromanpolitiker im Vatikan, sondern Leute, die das Evangelium verbreiten. Der Schaden den Viganò angerichtet hat, ist immens und es ist der Schaden des Papstes, dessen Mann er ist. Offenbar sind ihm alle Mittel recht.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Es ist schon interessant, wie schnell Sie zum Richter werden. Ich war dabei, ich habe die Vorgänge gesehen. Da waren sicherlich Fehler dabei, ohne Zweifel, ohne die wäre es nicht dazu gekommen. Aber Täuschung oder gar Manipulation in dem Sinn, dass man betrügen wollte, hat es nicht gegeben. Und „Schmierenkomödie“, ich bitte Sie. Benedikt XVI. hat den Brief selber unterschrieben, da ist nichts missbraucht worden.
        Und vielleicht nehmen Sie die Dynamik ihrer Wortwahl etwas zurück, „Groschenromanpolitiker“ ist noch nicht einmal ironisch-witzig, sondern peinlich.
        Und: ich versteige mich nicht zu einer Aussage. Wenn Sie die jüngere Geschichte der Kirche in den Blick nehmen und den Schaden, der bei jungen Menschen angerichtet wurde, dann braucht es tatsächlich etwas Perspektive. Bitte.

  2. Das Problem ist, Papst Benedikt hat Versprochen, sich nicht mehr zu äusseren und im Schweigen und Gebet zu verharren. Das tut er nicht!

    • Pater Hagenkord sagt:

      Erstens: darum geht es hier gar nicht. Der Brief steht hier gar nicht zur Debatte, das mögen andere Blogs behandeln.
      Zweitens: Bitte verwechseln Sie nicht eigene Wünsche mit der Realität. Er sagt fast nichts, schreibt kaum. Ein Brief hier und ein Vorwort da darf niemandem verboten sein. Im Gegenteil, wenn wir wollen, dass Rücktritt für Päpste eine Option bleibt, dann sollten wir nicht selbstgerecht-streng zu Richtern über das Verhalten der Zurückgetretenen werden.

      • Albert Begin sagt:

        Sie sagen, dass niemnand zu Schaden gekommen ist und liefern hier exakt den Gegenbeweis. Der Brief von Benedikt war persönlich an Don Dario Vigano gerichtet, also nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Vigano hat diesen ausdrücklich an ihn persönlich gerichteten Brief veröffentlicht und zwar nur den Teil, der ihm für Prpagandazwecke passte. Dann wurde der ganze Brief bekannt. Benedikt ist nun wieder der „Panzergeneral“ Joachim Frank auf katholisch.de), dadurch z.B. wurde er geschädigt. Auch der Leser, dem Sie hier geantwortet haben, sieht in Benedikt der Schuldigen, was auch ein Schaden für Benedikt ist, usw., usw. Papst Franziskus steht nun auch nicht gut da und wurde auch geschädigt. Interessant ist aber, dass Sie als Schaden auf Geld abstellen. Ist Geld der Maßstab?

        • Pater Hagenkord sagt:

          Woher wissen Sie, dass die Veröffentlichung eines Teils nicht abgesprochen war? Vielleicht kommen Sie etwas vom hohen Ross herunter.
          Geld ist nicht der Maßstab. Aber wenn Sie auf die jüngere Geschichte der Kirche schauen, dann haben die meisten Schadens-Geschichten mit Macht, Sexualität oder eben Geld zu tun. Das ist alles sehr schwerwiegend. In dieser Geschichte gibt es nichts davon, deswegen mein Plädoyer für eine Perspektive, in die das ganze zu rücken ist.

          • Albert Begin sagt:

            Zu beweisen, dass etwas nicht war (abgesprochen) ist nicht möglich, wie es nie möglich ist zu beweisen, dass etwas nicht war. Oder woher wissen Sie, dass nicht Putin dahinter steckt. Was aber bewiesen werden kann ist, dass der Brief an Vigano höchstpersönlich adressiert war.
            Auf die Frage des verursachten Schadens sind Sie indes nicht eingegangen. Und, btw, wieso bin ich auf dem hohen Ross???

          • Pater Hagenkord sagt:

            Sie machen mir einen versteckten Vorwurf, nämlich den, dass Geld der Maßstab sei. Deswegen meine Antwort mit dem hohen Ross. In meinem Stück habe ich für eine ausgewogene Perspektive geworben, nicht dafür, alles dem Maßstab Geld zu unterwerfen.
            Den ersten Teil ihres Kommentars verstehe ich nicht. Was hat Putin nun damit zu tun?

          • Albert Begin sagt:

            Lieber Pater Hagenkord,worin ich Ihnen widerspreche ist, dass kein Schaden entstanden ist. Daran scheinen Sie jedoch festzuhalen.

      • Theo Becker sagt:

        Papst Benedikt sagte er wolle nach seinem Rücktritt „vor der Welt verborgen“ leben.

        Ein Brief hier oder ein Vorwort da darf niemandem verboten sein, da haben Sie recht. Aber warum hält sich Benedikt nicht an seine Aussage? Er ist immer noch sehr präsent und es vergeht nicht eine Woche, in dem es nicht Bilder gibt mit ihm und diversen Leuten. Ich hatte gedacht, er würde sich an seine eigene Aussage halten, aber das tut er nicht.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Pardon, ich sitze hier in Rom an der „Quelle“ und es vergehen sehr, sehr viele Wochen ohne Bilder, ohne Texte, ohne Briefe. Natürlich darf er Gäste empfangen, wollen Sie das verbieten? Oder sagen, dass auch das unter „schweigen“ fallen muss? Und dass er sich äußert ist sehr selten. Also bitte nicht übertreiben.

          • Theo Becker sagt:

            Sehr geehrter Pater Hagenkord. Sie sitzen an der Quelle in Rom. Das erklärt einiges. Selten habe ich einen aggressiveren Pater erlebt. Unsere Padres diskutieren in freundlichem Ton, was viel interessanter und beflügelnder ist. Mit keinem Wort habe ich etwas verboten noch schwinge ich mich zum Experten auf. Ich habe lediglich den emeritierten Papst mit seinen eigenen Worten zitiert.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Ja, vielleicht bin ich in meinem Diskussionston nicht immer freundlich, das gebe ich zu. Aber ich glaube, dass man Dinge beim Namen nennen muss. Gerade hier im Netz. Ich weiß nicht, wer „ihre Patres“ sind, ich kann aber nur vermuten, dass das echte Gespräche sind, nicht über Internet. Eine Vermutung. Meiner Erfahrung nach darf man ab und zu Dinge auch mal beim Namen nennen. Würden Sie denn sagen, dass ich der Einzige bin, der hier aggressiv ist? Oder finden Sie das auch bei Kommentatoren hier im Forum?
            UNd was Sie lediglich getan haben: sie haben nicht nur zitiert, sie haben bewertet. Sie haben das Zitat an der Wirklichkeit gemessen und ein Urteil gefällt, nämlich dass der Papst sich nicht an seiner Worte hält: Das ist mehr als ein Zitat. Sie schreiben, dass kaum eine Woche vergeht. Bleiben wir doch bitte intellektuell redlich: das ist doch ein wenig rhetorisch übertrieben, oder? Und das ärgert mich, das gebe ich zu. Hier ein wenig Übertreibung, da ein wenig Erregung, da kann es schon sein, dass meine Worte etwas härter rüber kommen, als vielleicht beabsichtig.
            Nehmen Sie nur Ihre Bemerkung „das erklärt einiges“. Sie klagen über meinen „aggressiven“ Ton, machen selber aber solche Bemerkungen, die man nur abwertend verstehen kann. Und dann erwarten Sie, dass ich freundlich diskutiere. Sorry, aber nein. Ich bin da nicht wie „ihre“ Patres. Und ich bezweifle auch, dass Sie derlei Bemerkungen anderen Patres gegenüber so direkt machen würden.

        • Rosi Steffens sagt:

          Sich dem Gehorsam gegenüber dem amtierenden Papst zu verpflichten, das hat nichts mit Schweigen zu tun, ganz im Gegenteil, würde das Papst Franziskus sicher nicht gefallen.

          Es kommt meines Erachtens darauf an wen man anspricht und wie man jemanden anspricht und da sollte jeder an sich selbst arbeiten und nicht die Sprache anderer für eigene Zwecke missbrauchen.

          Mit sich selbst ins Gericht zu gehen, das hat Don Dario Vigano wohl getan, anders wäre es sicher nicht zu seinem Rücktritt gekommen. Außerdem sollte man aneinander das Gute zu entdecken versuchen, das gilt auch für die, die sich hier zu Richtern aufspielen und dabei eine Ausdrucksweise verwenden, die eines Richters nicht würdig ist.

          Ich glaube Papst Franziskus ist Manns genug sich derer zu erwehren, die sich der Würde (noch) nicht bewusst sind für die er als Papst einsteht, immerhin geht es um einen Verantwortungsbereich, den er sehr ernst nimmt.

  3. Giorgio sagt:

    Reputationsschäden sind auch ein konkreter und messbarer Schaden.
    Vertrauensverlust ist ein konkreter Schaden der hier sich hierbei ereignete .
    Ob man diesen unbedingt in Geldeinheiten messen soll sei dahingestellt.
    In der heutigen Weltwirtschaft (zumindest seit Bretton Wods) ist der Wert aller Währungen ein Vertrauenswert in diese Währungen.
    Man sollte doch erklären was die Aussage „.::der Schaden sei nur medial:..“ zu bedeuten habe.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Dann erkläre ich das: Die Geschichte hat nur in den Medien stattgefunden. Nirgendwo sonst. Vertrauen ist verloren worden, aber es gibt in anderen Fällen ganz konkrete und langfristige Schäden, die tiefer gehen. Das meinte ich damit.

      • Giorgio sagt:

        Danke für Ihre Ausführungen.
        Sehe ich das richtig, dass Sie im Berich der Medien auch einen Schaden durch diese Sache feststellen.
        M.E. ist das öffentlich bekannt gewordene Verhalten des Don Dario Vigano leider bezüglich der damit verbundenen Rufschädigung als grob fahrlässig einzuschätzen, man hat M.E. im Vorwege keine gute Einschätzung des damit verbundenen Einflusses auf das Reputationsrisiko vorgenommen.
        Daher ist was nun geschehen ist M.E. folgerichtig.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Natürlich ist das Schaden da, aber ich persönlich bezweifle, dass irgendwer hat einschätzen können, was danach passiert ist und – leider muss man sagen – losgetreten wurde. Dass es die richtige Entscheidung ist, sagt Dario Viganò ja auch, sonst hätte er den Rücktritt ja nicht eingereicht. Sie nennen es „grob varlässig“, das ist ein juristischer Begriff, der schon sehr stark ist. Den mag ich nicht teilen, aber darüber können wir gerne streiten, da darf es gerne unterschiedliche Einschätzungen geben.

          • Giorgio sagt:

            Wir brauchen nicht zu streiten, da ich eine andere Meinung gut aushalten kann.

            Bin kein Jurist nutze für die Unterscheidung bei der fahrlässigen Handlung folgende Faustregel: Wenn „ das darf mal passieren „ eher leichte Fahrlässigkeit wenn „ das darf auf keinen Fall passieren „ grobe Fahrlässigkeit.

            Nun da Don Dario Viganò wegen der Sache seinen Rücktritt erwogen gaziate dies M.E. eine grobe Fahrlässigkeit gewesen.

            Bleibe der Meinung man solle besser Reputationsrisiken erwägen.
            Das gewesene ist doch als sehr Verbesserungsbedürftig anzusehen.

          • Rosi Steffens sagt:

            Sie scheinen in einem sehr bequemen Sessel zu sitzen, da sie andere Meinungen gut aushalten können.

            Unterscheidung sucht das Quäntchen an dem man das Gute festmachen kann und geht nicht nach einer Faustregel mit zwei Auswahlkriterien. Die Goldene Regel wäre da wohl eher angebracht.

            Der Rücktritt war die Konsequenz, die der Verursacher selbst gezogen hat und ich finde, das zeugt von einer Würde, die ich mir von manch anderem auch wünsche.

            Was sie mit Reputatiosrisiken im Zusammenhang mit dem Vatikan meinen, dass kann ich nicht nachvollziehen und verbesserungswürdig sind wohl unzählige Dinge an denen jeder von uns dort arbeitet, wo er es eben tut, um die Gemeinschaft zu fördern, die diese Arbeiten zu schätzen weiß.

  4. Kuchenbecker sagt:

    „Es sind auch keine Millionen von Euro versenkt worden.“ und so redet ein Pater. Es ist nur traurig. Das hier Informationen manipuliert wurden und so das Vertrauen in den Vatikan weiter verletzt wurde, spielt bei Herrn Hagenkord natürlich keine Rolle. Nur Geld zählt, nicht die Wahrhaftigkeit!

    • Pater Hagenkord sagt:

      Sie sind ja witzig. Ja, ein Pater redet so. Wo ist das Problem? Natürlich spielt Vertrauen eine Rolle, das bezweifelt doch auch niemand. Aber die Aufklärung der IOR Geschichten zum Beispiel hat jede Menge Unterschlagungen und so weiter zu Tage gebracht. Auch das hat den Vatikan geschädigt. Eichstätt und Freiburg und Limburg wissen von Geldgeschichten auch ein Lied zu singen. Geld ist nicht alles, was zählt, das behauptet keiner.
      Im Übrigen hängt ihr Urteil an der Voraussetzung, dass Manipulation zum Zweck des Betrugs stattgefunden hat. Dass es vielleicht auch Propaganda von anderer Seite gegeben haben könnte, derer Sie hier aufsitzen, darauf kommen Sie nicht? Die Dinge sind meistens nicht einfach schwarz und weiß, böse und gut, böser Vatikan und aufklärender Journalist. Die Realität ist komplexer.

      • Hubert Krebser sagt:

        Ich sehe sehr wohl, dass eine Manipulation zum Zwecke des Betrugs stattgefunden hat. Ihre Leugnung der Betrugsabsicht – Betrug nach Ihrem Verstäändnis – kann sich nur dann halten, solange man den Geldverlust durch liegengebliebene Ware völlig außerachtlässt. – Wer will schon elf Büchlein, die von vornherein mit dem Makel der Manipulation behaftet sind.

        Der schlimmste Betrug geschieht am Gläubigen, dem der Glaube beschädigt wird, gar abhanden kommt. Betrug geht nicht nur über Geld; der Diabolus beweist sich darin ständig.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Wenn Sie meinen Artikel gelesen haben, dann wissen Sie, dass es mir um die Perspektive geht, in die diese Geschichte gehört. Ich halte es für völlig überzogen, hier von Manipulation zum Zweck des Betrugs zu sprechen. Das ist auch ein Vorwurf, den bisher niemand gemacht hat, selbst die härtesten Kritiker von Dario Viganò nicht.
          Außerdem: indem Sie mir Leugnung vorwerfen, drehen Sie die Beweislast um. Die liegt bei Ihnen und Ihrer Behauptung. Es ist so einfach, sich zum Richter aufzuschwingen, ohne die Dinge wirklich zu kennen.

          • Hubert Krebser sagt:

            Ich lasse den Vorwurf der Leugnung fallen, um Aufwand zu sparen. Ich kann aber nicht umhin zu sehen, dass Benedikt XVI. sich mit den Bändchen nicht befassen, sie also auch nicht fördern wollte; Gründe spielen keine Rolle.
            Aus Art und Umfang der Veränderung (Manipulation) von Benedikts XVI. Brief ergab sich de facto eine Empfehlung für diese Bändchen. Uneingeweihte wurden dadurch getäuscht. Täuschung und Lüge stehen im Umfeld von Betrug, haben letztlich dieselbe Wirkung; es wird Vertrauen gebrochen.
            Nun zu behaupten, dass niemand geschädigt worden sei, geht an der Wirklichkeit vorbei. Denn für meine Beurteilung von Autoritäten in Rom stelle ich als Lehre aus dieser causa eine deutsche Rede um: „Wie das Gescherr, so der Herr.“

          • Pater Hagenkord sagt:

            Ich glaube, es lohnt sich, meinen Text zu lesen. Daraus ergibt sich ziemlich klar, was ich mit „Schaden“ meine. Denke ich jedenfalls.
            Und was das alles mit Herr und Gescherr zu tun hat, erschließt sich mir nicht.

  5. Galahad sagt:

    Wenn sich der CVD für seinen bisherigen Chef ins Zeug legt, ist das ein ehrenwertes Unterfangen. Wenn dafür aber das Argument herhalten muss, dass niemand zu Schaden gekommen sei und auch keine Millionen verzockt worden sind, dann ist das schon ein sehr lockerer Umgang mit dem Produzieren von „Fake News“, von denen Bergoglio unlängst sagte: „Es handelt sich um die Strategie der ,schlauen Schlange‘, von der das Buch Genesis spricht und die sich an den Anfängen der Menschheit zum Urheber der ersten ,Fake News‘ gemacht hat.“
    Und wenn Herr Vigano eben nicht aus Einsicht in diese Medienmanipulation zurückgetreten ist, sondern „nur“ politisch begründet, weil dies dem eigenen Laden schaden könne, dann demonstriert dies schon ein rechte ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein. Und ja, er darf ja auch mit päpstlichem Segen im PR-Umfeld weiter machen.
    Danke für die Einladung, die Dinge in den richtigen Proportionen zu sehen. 🙂

    • Pater Hagenkord sagt:

      Wir sollten glaube ich nicht mit dem Begriff „Fake News“ einfach so um uns werfen, dann wird der unscharf und wir kriegen das nie in den Griff. Es ist eines Sache, bewusst Daten und Nachrichten zu fälschen. Es ist etwas anderes, einen Fehler zu machen. Das eine mit dem anderen zu verwechseln, hilft nicht. So könnte ich zum Beispiel auch „Fake News“ nennen, was hier alles als Kommentar verbreitet wird, das willentliche aufschäumen einer Geschichte zu einem Skandal, um einer Person und einem Amt zu schaden. Denn das ist auch Teil der Geschichte. Aber das würde nichts bringen, bzw. es würde nichts bringen, das „Fake News“ zu nennen, denn dann ist das nur noch ein Schlagwort, eine Keule, die als Begriff nicht mehr tauglich ist.

      • Galahad sagt:

        Wenn das Unterschlagen eines nicht eben unwesentlichen Teils eines – soweit ich das sehe: persönlichen, nicht öffentlichen – Schreibens sowie die „kreative“ Bearbeitung (vulgo: Fälschung) eines Fotos nicht das sind, was im allgemeinen Sprachgebrauch unter „Fake News“ verstanden wird, dann will ich mich gerne dahingehend belehren lassen, dass in der vatikanischen PR eine alternative Hermeneutik gepflegt wird.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Ok, Stilpunkte für versuchte Ironie. Aber nicht-sichtbar-machen und unterschlagen sind zweierlei, was die Absicht angeht. Und kreative Bearbeitung ist auch nicht gleich Fälschung. Es war eine misslungene PR-Aktion, wenn wir auf alles das Etikett „Fake“ kleben, dann – und dabei mag ich an dieser Stelle bleiben – wird das zu weich und als Begriff unscharf.

  6. Harald Schuwerack sagt:

    „Es ist eines Sache, bewusst Daten und Nachrichten zu fälschen. Es ist etwas anderes, einen Fehler zu machen.“
    Was ist denn dann z.B. das Foto vom Brief mit dem 11-Bändchenschuber, ihrer Meinung nach: eine Fälschung oder ein Fehler? Oder auch Kunst? Vigano hat es glaub ich mal so genannt.

    In dieser „Geschichte“, wie Sie richtig sagen, gehts nicht um Sex und um Geld. Aber doch sehr wohl um Macht, die Deutungshoheit über den Papst und seine Reform. Deswegen ja auch diese heftigen Reaktionen.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Ich wage das zu bezweifeln. Das Erregungspotential lag woanders. Es ging ja erst hier, in Italien, los und dann mit Verspätung in Deutschland/Österreich/Schweiz. Und hier war es klar gegen eine Person gerichtet. Ich sage ja auch gar nicht, dass das alles richtig war. Aber sehr viele haben diesen Fehler für das eigene Machtspiel benutzt.

      • @Pater Hagenkord, ich will nur 2 „Stichworte „bzw Fragen einbringen:

        1.ist die -teilweise – arg zugespitzte Empörung wirklich der Causa geschuldet, oder teilweise nicht eher VORGESCHOBEN, um gegen die so überfälligen kurialen Reformen zu polemisieren..??!!

        2.worüber ich aber so richtig“ Stinksauer“ bin:

        Benedikt scheint in diesem Brief wieder in die Rolle des Chefs der „Glaubens-Behörde“ gerutscht zu sein , und hat gegen die -aus meiner Sicht- damals so notwendige „Kölner Erklärung“ polemisiert- sicher eher angedeutet- aber er hat..!

        das theologische Klima war damals in Deutschland eben NICHT so „frei“ wie glücklicherweise bei Franziskus… .

        JP.II war „innenpolitisch“ eben eher rigoristisch!

        der verstorbene Kardinal Lehmann selig hat das häufig genug erlebt und das hat ihm -dem Vermittler- das Leben völlig unnötig schwer gemacht..

        namentlich wird- vermutlich (katholisch.de) – von Benedikt in diesem Brief PETER HÜNERMANN genannt.

        ich erinnere mich an diese Welte- Schüler:
        seine 3 Mitarbeiter: Klaus Hemmerle-Peter Hünermann -Bernhard Casper und natürlich Bernhard Welte selbst.

        diese religionsphilosophische Schule hat den damaligen Studenten DIESE freie Luft -schon damals- ermöglicht..

        Peter Hünermann ,ein Mitglied der Priestergemeinschaft Jesus Caritas-(Charles de Foucauld), habe ich öfters halböffentlich erlebt- ein ganz lauterer Priester und Theologe!!, dem allerdings theologische“ Maulkörbe“ schon damals zuwider waren..

        aber vielleicht muss man auch dem Papa Emeritus zubilligen, dass er in seinem hohen Alter nicht mehr mit „Vergangenem“ konfrontiert werden möchte..

        • Pater Hagenkord sagt:

          Zu ihrer Frage: ich bin mir da nicht sicher. Natürlich gibt es nicht nur Fans der Reform, aber in diesem Fall kam die Empörung nicht nur von einer Seite, den üblichen Kritikern. Sondern von überall her. Und die Angriffe auf Don Dario Viganò waren auch alle persönlich, die Reform als solche wurde kaum angegriffen. Deswegen mag ich da eher zweifeln. Aber da mag ich auch falsch liegen, ich weiß es nicht.

      • Galahad sagt:

        Nun mal Butter bei die Fische: Wer genau hat das für welches „Machtspiel“ benutzt? Denn das ist schon so eine Art verschwörungstheoretisches Abwatschen, die ich in diesem Blog so bislang noch nicht erfahren habe …

        • Pater Hagenkord sagt:

          Wer redet denn hier von „Verschwörung“? Man braucht hier nur Zeitung zu lesen oder im Internet zu blättern, um Machtspiele verfolgen zu können. Ganz offen, ohne Verschwörung. Da geht deine Fantasie etwas mit dir durch.

      • Harald Schuwerack sagt:

        Zu diesen sehr vielen, die den „Fehler“ von Vigano „für das eigene Machtspiel benutzt“ haben, gehört z.B. auch Ihr Mitbruder Spadaro: „Das (Briefteil 1 Benedikt an Vigano) ist eine sehr elegante, aber klare Art, sich von denen zu distanzieren, die ihn in ihrem Kampf gegen Franziskus ausbeuten. Benedikt sagt: Ich werde es Euch nicht erlauben, das in meinem Namen zu tun. sagte Spadaro zu Reuters.“ Von ihm selber auf Twitter am 13. März verlinkt.

        Man wollte (konnte?) nicht wahrhaben, daß sich Ratzinger nicht nur „von denen“ distanziert hat.

        In Deutschland bekam Benedikt von Journalisten wie Kleinjung, Küpper, Strack u.a.m. in Deutschland eins übergebraten, warum er sich immer noch öffentlich und in dieser „kleingeistigen“ Weise äußert u.ä.. Keine Rede dabei vom manipulierten („von Hand gezogenen“) Foto. Dagegen von Kunst zu reden, finde ich, redet schön, daß der Ratzingerbrief eben nicht nur schön für die eigene Agenda ist. Der gute Zweck heiligt die Mittel?

        Und zu Ihrer These, daß Vigano nur persönlich angegriffen wird. Ich habe nochmal gelesen, was Vigano über FakeNews geschrieben hat, als im Herbst der Papst das zum Thema des Tages der Sozialen Kommunikationsmittel geschrieben hat. Hehre Worte. Ich habe auch sein Rücktrittsangebot gelesen. Das Wort Fehler kommt nicht vor. Der Papst hat seinen Rücktritt angenommen, was ihm „sehr schwer“ und gleichzeitig für ihn das Amt des Assessors geschaffen. Jeder ist frei sich seinen Teil zu denken.

        Man versuche auch sich vorzustellen, daß Vigano sich bei Ratzinger persönlich entschuldigt hat und der ihn umarmt hat wie der barmherzige Vater auf dem Bild von Rembrandt. Das zweite kann ich mir eher vorstellen …

  7. Jürgen H. sagt:

    Ui, der Radio-Vatikan-Blog macht auf Satire!
    Wenn das Geschehene keinen Schaden angerichtet haben soll, würde das ja bedeuten, das Veröffentlichte wäre nicht relevant. Dann sollte man die Medienarbeit des Vatikan ganz einstellen…
    Und zu „selten habe ich eine solche Gehässigkeit gesehen“ kann ich nur sagen: Das liegt an der sehr einseitigen eigenen Wahrnehmung.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Ui, da ist ein Kommentator herablassend!
      Nein, das ist keine Satire. Und ich habe auch nicht behauptet, dass es keinen Schaden angerichtet hat. Ich werbe nur dafür – wie es auch im Text steht – das Ganze in Perspektive zu sehen. Aus dieser Werbung für Ausgewogenheit (vielleicht ist es mir ja misslungen, das kann schon sein) heraus nun zu folgern, ich würde behaupten, es gebe keinen Schaden, geht dann doch irgendwie an meinem Text vorbei.
      Zur Gehässigkeit: das bezieht sich auf innerkirchliche Themen und auf die italienischen Medien. Vielleicht ist meine Wehrnehmung einseitig, aber ich glaube nicht, dass Sie mich gut genug kennen, das beurteilen zu können.

      • Jürgen H. sagt:

        Sie schreiben: „Niemand ist zu Schaden gekommen“ und machen das an lebenden Einzelpersonen und Finanzen fest. Und genau hier sehe ich das Problem in der heutigen Zeit. An den HERRN und die von Ihm gestiftete Kirche denkt niemand mehr. (Finanzieller Schaden ist auch für die Kirche nicht gut. Aber die aktuell gravierdende Schä(n)d(ig)ung z.B. an den Sakramenten sollte eigentlich viel mehr Sorgen bereiten.) Es geht nur noch um persönliche Reputation (Macht) und Geld. Traurig.
        Und dass Ihnen z.B. die Gehässigkeiten gegenüber den besorgten Dubia-Kardinälen, denen mancher sogar gerne die Kardinalswürde genommen hätte, entgangen sein wollen verwundert mich doch sehr.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Ich finde das nicht vergleichbar. Bei den Dubia-Kardinälen waren es vor allem Argumente gegen die Dubia, die vorgetragen wurden. Am Charakter von Kardinal Meisner oder den anderen habe ich nicht so viele Zweifel gelesen, eher im Gegenteil. Man hat ihnen Motivationen unterstellt, das schon, und ihr Handeln interpretiert. Aber Charakter-Attacken gab es weniger.
          Und mit der Perspektive auf den HERRN habe ich auch ein Problem. Natürlich schadet das der Kirche, wie andere Dinge auch. Aber der Blick auf Jesus macht eben nicht alles unwichtig oder gleich wichtig. Eher im Gegenteil. Und auf die Kirche wurde immer geblickt, leider hat das auch zu Blindheiten geführt, der Wunsch der Vermeidung von Skandalen hat Unrecht gedeckt.

          • carn sagt:

            Diskussionen über die Dubia Fragen ohne Charakter-Attacken?

            Schade, dass ich die Diskussionen nicht mitbekommen habe; und schade, dass ich nie an einer teilnehmen konnte.

  8. Rosi Steffens sagt:

    Es ist mir ein Rätsel, wie sich erwachsene Menschen, die sich von einem Brief nicht einmal angesprochen fühlen müssen, auch wenn er in Teilen veröffentlicht ist und der Presse vor Ort in vollem Zugang präsentiert wurde, so gegen zwei bzw. drei Parteien aufbringen lassen, die in direktem Bezug zu diesem Brief stehen.

    Wenn man davon ausgeht, dass dieser Brief überhaupt nur deshalb veröffentlicht wurde, um eine Debatte über die Unterschiede zwischen dem Papst Emeritus und Papst Franziskus aufzugreifen oder auch anzustoßen, so bleibt mir nur, mich über die Reaktionen zu wundern. Was daran Streitkultur sein oder auch werden soll, das stelle ich hier doch ernsthaft in Frage, denn das sieht mir eher nach Angriff und Verteidigung von Personen aus, denen man selbst nicht einmal nahe steht.

    Es scheint, es geht gar nicht so sehr um die Inhalte im Brief oder um die Debatte an sich als vielmehr um das gegenseitige diskreditieren des Umgangs mit einem Sachverhalt, der ebenso eingetreten ist. Einfach nur traurig nenne ich all die hier abgegebenen Tiraden, die ohne jegliches Mitgefühl für die betroffenen Personen abgegeben werden und ohne die in Bezugnahme von deren Ansprüchen auf Integration in die Debatte, zumindest gedanklich, wenn schon nicht real.

    Wusste Papst Benedikt von der Veröffentlichung des Briefes, hat er sie für gut geheißen oder frei gestellt? Warum wurde nur ein Teil des Briefes abgedruckt, jedoch der ganze Brief vorgelesen? Wer hat das Recht über diese Fragen zu urteilen ohne deren Antworten zu kennen?

    Für mich sieht das hier aus, als hätte Pater Hagenkord einen Brocken Fleisch in einen Löwenkäfig geworfen und die Löwen werfen sich alle darauf, aus Angst, das Fleisch könnte nicht für alle reichen. Im übertragenen Sinn hat sich aus einer Mücke ein Elefant erzeugt, ohne einen Beitrag zur allgemeinen Aufklärung zu leisten, wie dies möglich ist.

    Der einzige der in meinen Augen die Reißleine gezogen hat ist der Präfekt selbst, denn er hat aus gegebenem Anlass seinen Rücktritt eingereicht. Alle anderen sehe ich als Hetzer, die nichts Besseres zu tun haben als auszubeuten, was noch auszubeuten geht, um die zu schädigen, die damit geschädigt werden können, auch wenn diese, wovon ich persönlich ausgehe ihre eigenen Schlüsse ziehen.

    Wie im richtigen Leben, traurig, denn hier wird nicht mit Substanz gearbeitet sondern sie wird sukzessive zerstört, bis nichts mehr davon übrig bleibt außer ein Häufchen Elend.

  9. Michael sagt:

    Danke erst einmal, Pater Bernd, über einen Kommentar, aus dem herauszulesen ist, dass Sie ihren Chef sehr geschätzt haben. Wahrscheinlich stimmt es, dass Dario Vigano einfach nur einen Fehler gemacht hat, den er vermutlich selber am meisten bereut.

    Pater Bernd, Sie haben in einer Ihrer Antworten auf einen Leser-Kommentar – „auch die Teil-Veröffentlichung war abgesprochen“ – angedeutet, dass es eine Absprache mit Benedikt gegeben hat. Das klingt für mich plausibel: Der Medienchef fragt bei Papa Benedikt nach, ob er aus dem persönlichen Brief zitieren darf, Benedikt sagt ja, dann braucht Msgr. Vigano noch ein Pressefoto und macht den Fehler, den Brief abzulichten und das Foto darüber hinaus so offensichtlich nachzubearbeiten, dass „interessierte Parteien“ leicht dahinter kommen können, dass da noch sehr viel mehr steht in dem Brief. Dieser Fehler öffnet jetzt Spekulationen aller Art Tür und Tor. Also bleibt nichts mehr anderes übrig, als den gesamten Inhalt des Briefes zu veröffentlichen.

    Warum ist eine Absprache plausibel? Dass Benedikt sein OK gibt, Stellen zur Kontinuität zwischen den beiden Pontifikaten und zu den lästigen Klischees über beide Päpste zu zitieren, macht Sinn: vielleicht, weil Benedikt nicht gerne als der „kalte Professor“ abgestempelt werden will, weil er sich auch über das Klischee des angeblich „theologisch ungebildeten“ Papst Franziskus ärgert, weil er sich wahrscheinlich noch mehr darüber ärgert, wenn einschlägige Blogs immer wieder versuchen, beide Päpste gegeneinander auszuspielen – und dies will er die Öffentlichkeit wissen lassen. Plausibel ist auch, dass er seine Kritik an der Buchreihe und insbesondere an einem der Autoren eben gerade nicht veröffentlicht haben wollte – wie heißt es so schön: Kirchen-FAMILIE. In einer Familie spricht man offen und äußert auch offen sein Missfallen – intern! Keiner in einer Familie will, dass so etwas nach außen dringt.

    Benedikt wollte das wahrscheinlich nicht, seine selbsternannten Verteidiger aber offensichtlich schon. Dass einschlägige Medien schon seit längerem versuchen, einen Keil zwischen Benedikt und Franziskus zu treiben, ist bekannt. Diese suchen akribisch und systematisch nach „Fehlern im System“ und sobald sie einen gefunden haben, schreien sie „Fake News“ und „Skandal“ – dabei sind es gerade diese „Wut-Katholiken“, die mit Vorliebe Fake-News verbreiten. Hat Vigano einen Fehler gemacht, der Vertrauen kostet? Ja. Hat er bewusst Fake-News verbreitet? Nein, glaube ich nicht. Er hat ein Bild gebraucht und einen entscheidenden Moment lang nicht nachgedacht. Der bewusst herbeigeführte Vertrauensverlust der „Wut-Katholiken“ in unseren Reihen ist weitaus schlimmer. Aber das kennen wir ja nicht nur in der Kirche, das gibt es mittlerweile überall …

  10. Suarez sagt:

    Die Veröffentlichung des Briefes war sicher nicht glücklich; man muss aber auch festhalten, dass angesichts der Tatsache, dass der ehemalige Papst noch meint, uralte Sträuße ausfechten zu müssen, die ein fragliches Bild von ihm hinterlassen, Don Vigano eigentlich Joseph Ratzinger in Schutz (vor sich selbst) genommen hat. Da gehört schon auch viel Loyalität dazu. Und dafür verdient er Respekt.

    • carn sagt:

      Das hängt eben davon ab, ob und inwieweit Benedikt XVI. sich im Klaren darüber war, dass der Brief veröffentlicht werden würde.

      Rechnete er mit einer kompletten Veröffentlichtung, dann könnte ihre Analyse passen.

      Rechnete er aber mit einer nur teilweisen oder auch überhaupt keiner Veröffentlichung, dann war er eigentlich nicht in Schutz zu nehmen; denn dann hat er nur privat und unter Annahme von Vertraulichkeit Don Vigano etwas mitgeteilt.

      Niemand der unter Vertraulichkeit kommuniziert braucht Schutz durch den Adressaten hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung, denn der Schutz ist ja bereits durch die Vertraulichkeit vollständig gegeben.

      Aber soweit ich weiß, ist schlicht nicht bekannt, ob und inwieweit die Veröffentlichung abgesprochen war.

      Oder haben Sie andere Informationen?

      • Rosi Steffens sagt:

        Absolutes Vertrauen nimmt in Kauf, was mit ihm geschieht, so denn es auf Gott baut und sich seinem Weg unterwirft.

        Damit will ich sagen, sobald ich einen Brief an eine mir vertraute Person schreibe, so übergebe ich dessen Inhalt in deren Hände. Im Grunde genommen liegt es am Empfänger des Schreibens, wie vertraulich er damit umgeht, um nicht die Person damit zu verletzen, die sich ihm darin anvertraut. Ich glaube kaum, bei aller Polemik die hier aufgegriffen wird, dass die betroffenen Personen mehr Schaden nehmen als den, den sie selbst dadurch an sich heranlassen.

  11. carn sagt:

    Irritierend, wie hoch es hier her geht.

    Ich finde die ganze Sache eher harmlos.

    Interessant und leider ungeklärt aus meiner Sicht immer noch im übrigen der Punkt, ob und inwieweit Benedikt XVI. den Brief ursprünglich mit dem Gedanken geschrieben hat, er könnte in Teilen oder ganz veröffentlicht werden.

    Die einen scheinen so zu tun, als sei Benedikt sicher völlig ahnungslos gewesen, dass dieser Brief veröffentlicht werden könnte; aber bitte, einer der wichtigsten Personen hinsichtlich der Öffentlichkeitswirkung des Vatikans und Papst Franziskus bittet den Papst Emeritus ein Vorwort für eine offensichtliche Papst Franziskus PR-Buchreihe zu schreiben, und Benedikt soll nicht auf den Gedanken gekommen sein, dass sein Adressat auf eine positive öffentliche PR für Papst Franziskus abzielt?

    Aber gleichzeitig wirkt es in Teilen schon so, als sei eine Veröffentlichung nicht in Betracht gezogen worden beim Schreiben; denn ich vermute Benedikt würde nicht öffentlich gegen einen Theologen namentlich austeilen, mit dem er mal im Klinsch lag; das passt nicht zu ihm.

    Ziemlich unklar.

    Deshalb verstehe ich auch nicht, wie man Benedikt nun für den Inhalt angreifen kann, solange unklar ist, in welchen Umfang er beim Schreiben mit einer Veröffentlichung rechnete.

    Der einzig andere wirklich interessante Aspekt:

    Warum war es vielen so wichtig und warum sind so viele Medien aufgesprungen, als nur der erste Absatz bekannt war, der quasi den Eindruck bestärkte, es gäbe keinen Bruch zwischen den beiden Pontifikaten?

    Ich dachte es sei nur eine völlig unbedeutende und irrelevante kleine Minderheit, die sowas vermeint; wegen denen müsste man das doch nicht so breit treten, dass scheinbar Benedikt dem explizit widersprochen habe.

  12. carn sagt:

    @Pater Hagenkord:

    Ist eigentlich der Wortlaut des Beginns des Absatzes des Briefes über den Theologen und die Kölner Erklärung eindeutig im Original?

    Ich frage, da ich im deutschen die Übersetzung „Am Rande sei bemerkt“ gesehen habe und im Englischen passend dazu „Only by way of gloss“; aber ich habe im Englischen auch gesehen „As a footnote“; und da Papst Emeritus Benedikt kein Einsidlerdasein auf der Rückseite des Mondes führt, wüsste er, dass zur Zeit „nur als Fußnote“ etwas zu sagen in den Augen einiger ungefähr genau gleich ist, wie wenn man es in großen Lettern auf den Petersdom schreiben würde.

    Ich vermute zwar, dass „footnote“ da eine eher weniger passende Übersetzung ist; aber ich bin neugierig, ob das original da eindeutig ist.

    • carn sagt:

      Da steht im Orginal „margine“; onlineübersetzer spucken „Rand“ aus; auch Sandro Magister – keiner der besonders rücksichtsvoll gegenüber Papst Franziskus wäre – übersetzt mit „Rand“.

      Scheinen wieder freie Übersetzer in Teilen am Werk zu sein; wie es nervt, dass die Leute wieder und wieder sich nicht die Mühe machen, sauber zu übersetzen. Vor allem in dem Fall, wo es einen Bedeutungsunterschied haben könnte, ob Benedikt jetzt Fussnote nutzte oder nicht.

  13. Theodoros sagt:

    „Ese vivir para darse gloria los unos a otros.“ (Cardinal Bergoglio SJ). Die Verantwortlichen haben diesen vor fünf Jahren mitbejubelten Satz überhört oder überlesen, ihn weder verstanden noch beherzigt und entsprechend gehandelt, wo nicht zu handeln ‚angemessen‘ gewesen wäre.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Welche Verantwortlichen meinen sie? Und könnten Sie allen bitte das Zitat angeben? Danke.

      • Theodoros sagt:

        Nun, verantwortlich sind diejenigen, die entschieden haben, dass auf der Pressekonferenz zur Buchvorstellung sowie im Kurzfilm, mit sorgsam ausgewählten Worten des zurückgetretenen Papstes für alle Öffentlichkeit die theologische und philosophische Bildung des amtierenden Papstes besonders gewürdigt und herausgestellt wird. Man hätte m.E. mit etwas Nachdenken darauf verzichten können. Das Zitat können Sie hier, gewissermaßen bei sich selber, nachlesen: https://blog.radiovatikan.de/die-kirche-die-sich-um-sich-selber-dreht-theologischer-narzissmus/ Es trifft mental genau das Presse-Ereignis: Sie leben, um einander Ehre zu geben.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Danke für das Zitat. Und die Klarstellung, das hatte ich so nicht verstanden, jetzt verstehe ich was Sie meinen.

  14. G.F. sagt:

    „Er hat kein Geld verschwendet und es hat auch keiner seiner Angestellten Geld verschwendet oder kriminell entwendet.“

    Lobenswert. Hab ich auch noch nicht getan. Hilft mir aber nicht bei der nächsten Lossprechung in der Beichte, wenn ich gelogen habe.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Zynismus soll also helfen? Falls Sie meinen Text gelesen haben, dann haben Sie festgestellt, dass es mir nicht darum geht, etwas nachträglich für ok zu erklären, was nicht ok war. Es geht mir um die Perspektive und das richtige Einordnen. Aber wenn Sie den Stab schon gebrochen haben, dann wird mein Argument eh nicht helfen.

      • G.F. sagt:

        Natürlich hilft Zynismus nicht. Es könnte allerdings sein, dass der von mir zitierte Satz ihrer Aussage genau in die Sparte Zynismus fällt. Wenn jemand kein Geld verschwendet hat, sagt das was genau über diese Person aus? Eigentlich nichts. Was soll das genau für eine Perspektive sein? Dass niemand zu Schaden gekommen ist, kann man nur als sehr verengte Sichtweise betrachten. So sehe ich das zumindest, ohne den Stab zu brechen.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Noch einmal: es geht mir ums Vergleichen. Ums Einordnen. Um die Perspektive. Und dann sagt das sehr wohl etwas aus.

      • Dr. Hildegard Königs-Albrecht sagt:

        Ich finde diese „Perspektive und das richtige Einordnen“ („kein Geld verschwendet usw.“) einfach billig. Mit Limburg und seinem damaligen Bischof ist genug Schindluder getrieben worden. Da hat sich niemand mit Ruhm bekleckert. Ich halte es für schäbig, die Geschichte um Limburg in diesem Zusammenhang zu erwähnen.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Wieso? Erstens erwähne ich Limburg nicht, das tun sie. Zweitens: wenn das mit gemeint sein sollte, warum wäre das dann schäbig?

          • Dr. Hildegard Königs-Albrecht sagt:

            Ich halte es für nicht korrekt, zwei völlig verschiedene Sachverhalte in Beziehung und Bewertung zu setzten.
            Die Andeutung von finanziellen Schäden implementiert den Fall Limburg, vielleicht auch schon Eichstätt. Wenn Sie einen anderen Fall meinten, dann bitte ich um Angabe. Schäbig fände ich es, wenn Limburg gemeint gewesen sein soll, weil dort viel Porzellan zerschlagen worden ist und offensichtlich etliche Akteure unredlich gehandelt haben.
            Im Übrigen finde ich wie einige Vorschreiber, daß Sie einen sehr agressiven Rede- bzw. Schreibstil pflegen.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Danke für die Rückmeldung zum Schreibstil, ich bemühe mich um Klarheit und Deutlichkeit, wenn das in Ihren Augen in einen aggressiven Rede- und Schreibstil abgleitet, tut mir das Leid. Allerdings fällt es mir schwer, das hier in meinen Kommentaren heraus zu lesen. Das Internet ist ein rauher Ort, wenn Sie die Kommentare hier verfolgt haben, haben Sie das bemerkt. Meine Weise, darauf zu reagieren, ist eben der Versuch von Deutlichkeit und Klarheit. Außerdem gibt es ja viele Formen von Aggressivität, das passiv aggressive zum Beispiel, die Unterstellung, alles Dinge, die im Ton sanft daher kommen, aber trotzdem Gewalt in sich tragen.
            Was die Frage nach Limburg oder Eichstätt angeht: Es erschließt sich nicht, dass ich diese offensichtlich immer noch nicht beendete Geschichte nicht erwähnen darf, nur weil dort viel Porzellan zerschlagen worden ist. Dass es etwa in Limburg nicht nur um eine Person geht – dasselbe lässt sich für all die anderen Geschichten auch sagen – ist klar, um so mehr darf das nicht ins Vergessen absinken.
            Es gibt einen gemeinsamen Nenner der Sachverhalte, und deswegen halte ich die Beziehung durchaus für korrekt.

          • Rosi Steffens sagt:

            In der heutigen Zeit ist es nicht ungewöhnlich Geld und falsches Verhalten in einen Topf zu werfen, denn die Masse urteilt nach dem Einkommen/den Ausgaben und nicht nach Würde und Wert des Menschen.

            Wie kann ein Schreibstil aggressiv sein? Es liegt doch wohl eher am Leser Dinge in Worte hineinzuinterpretieren oder durch sie herauszulesen, was die Positionen wie in Ihrem Fall, negativ beeinflusst statt durch Texte eigene Objektivität zu gewinnen.

            Zu lesen ist anspruchsvoll, denn es führt all das Potential zusammen, das dem Schreiber und dem Leser innewohnt, die dafür ihre menschliche Substanz einsetzen. Es ist also die Aufgabe des Lesers herauszufinden, was dem Text gemäß eigener Aussagekraft innewohnt, die ja erst die Möglichkeit gibt, den vollen Umfang des Textes anzunehmen oder in den Teilen die wir nicht verstehen zu hinterfragen, immer in Anbetracht der Liebe zum Nächsten und nicht als Aggressor.

          • Dr. Hildegard Königs-Albrecht sagt:

            Korrektur: aggressiv

  15. Eva Fuchswans sagt:

    Darf nicht jeder einmal einen Fehler machen? Warum darf Ms. Vigano, nachdem er einen Fehler eingestanden hat, nicht weiterarbeiten? Haben alle, die ihn jetzt so aggressiv angreifen, in ihrem bisherigen Leben noch nie Fehler gemacht?

    • G.F. sagt:

      Wenn jemand weiß, dass er einen Fehler macht, dann „darf“ er natürlich keinen Fehler machen.

      • Rosi Steffens sagt:

        Woher sollte jemand wissen, dass er einen Fehler macht, der wäre ja Hellseher? Was ist so schlimm daran einen Brief unvollständig wiederzugeben, der aus dem Zusammenhang gerissen nicht den gegebenen Anlass unterstreicht sondern eher aufbauscht? Wie sollte jemand Reaktionen abschätzen können, die so am vielleicht ursprünglichen Gedanken vorbeizielen, denn ich glaube kaum, dass der Präfekt wollte, was jetzt durch ihn geschehen ist? Glauben Sie wirklich irgendeine Person möchte einen derartigen Aufstand auslösen, nur um dem Papstamt/der Kirche/sich selbst einen Schaden zuzufügen?

        Wie kann man einzelnen Personen Absichten unterstellen, die so viele Menschen betreffen, die vorher nicht dazu Stellung nehmen konnten? Ich kann das einfach nicht nachvollziehen.

        • G.F. sagt:

          Es ging mir in meinem Kommentar um den Begriff „Fehler“ den Eva Fuchswans gebraucht. Einen Fehler macht man im Diktat oder bei der Fahrprüfung. Für mich hat Don Dario Viganò keinen Fehler im klassischen Sinn gemacht.

          • Rosi Steffens sagt:

            Sondern? Was hat der ehemalige Präfekt denn verbrochen, was Sie ihm vorwerfen könnten?

            Wenn ich Sie im Kommentar v.o. richtig verstehe, dann bezichtigen Sie ihn der vorsätzlichen Lüge oder habe ich das falsch verstanden?

          • G.F. sagt:

            Also ich werfe dem Präfekten erst mal nix vor. Ich kenne den Mann gar nicht. Wenn ich allerdings die Berichte vorurteilsfrei lese und eine Bewertung darüber abgeben sollte, ergibt sich folgendes Bild: Der Präfekt veröffentlicht Auszüge aus einem Brief den er anscheinend nur halb gelesen hat. Dann hat er keinen Fehler gemacht. Das ist, wie sie zugeben müssen, sehr sehr unwahrscheinlich. Wenn er ihn ganz gelesen hat, und davon gehe ich aus sonst wäre er ja nicht der Präfekt, dann hat er wissentlich Passagen aus diesem Brief unterschlagen, die dem Schreiber des Briefes wohl wichtig waren, sonst hätte er sie ja nicht geschrieben. Dann sieht die Sache schon etwas anders aus. Oder geben sie mir da Unrecht?

          • Rosi Steffens sagt:

            Ich kann das nicht beurteilen, denn ich kenne weder die Veranlassung des Präfekten diesen Brief zu veröffentlichen, noch kenne ich die Entscheidungsgrundlage für die nur teilweise Veröffentlichung des Briefes. Diese beiden Tatbestände scheinen mir jedoch von grundlegender Bedeutung, um mich auf die Debatte um eine Beurteilung einlassen zu können.

            Beide Tatbestände wären meines Erachtens sehr privater Natur und gäben nichts desto Trotz einer breiten Öffentlichkeit die Monition, sich einfach gegen sie zu richten, statt sie in ihrer Annahme neutral zu bewerten, um vielleicht einen tragenden Sinn dahinter zu erkennen.

            Es mag ja stimmen, dass es falsch war, was der Präfekt getan hat, doch ist es demzufolge richtig als Mitmensch gleich ein Urteil über ihn ergehen zu lassen, oder sollte man nicht lieber an der Tatsache festhalten ihn in seiner Entscheidung zu hinterfragen ohne sie über zu bewerten?

            Damit will ich sagen, muss verbale Munition immer gleich eingesetzt werden oder reicht es auch zu wissen, dass sie bereit liegt, sollte ihr Einsatz zur Verteidigung christlicher Werte zwingend nötig werden?

            Wie christlich ist ein persönliches Urteil, das über einen Mitmenschen richtet, der immerhin Teil einer ihn tragenden Kommunität ist und nicht in persönlicher Verantwortung uns gegenüber Rechenschaft ablegen muss?

            Wäre es nicht Aufgabe seines Oberen gewesen den Präfekten zu rügen/zu ermahnen/zu entlassen? Mit welchem Recht mischen wir uns in Angelegenheiten ein, die ein inneres Zerwürfnis hervorrufen können oder gar wollen? Sollte nicht jedem einzelnen Menschen daran gelegen sein, sich von bestehenden Tatsachen nicht negativ beeinflussen zu lassen sondern ihnen in aller Güte und Herzlichkeit das Positive abzugewinnen, das der objektiven Bewertung ihre Substanz verleiht?

            Es tut mir leid, wenn meine Ausführungen zu Ihrer einfachen Frage etwas länger ausfallen, doch es gibt für mich nichts schlimmeres als eine ungerechte Verurteilung, die nicht von Versöhnung geprägt ist sondern ein Zerwürfnis provoziert oder gar darin endet.

    • markus sagt:

      Ganz genau!
      Wem hilft der ganze Wirbel in dieser Sache weiter?
      Die Kirche hat weiß Gott drängendere Probleme.

      • Alice sagt:

        Meine Güte! Mir tut es echt leid, dass Don Dario Viganò zurückgetreten ist. Meine spontane Reaktion war: Das ist doch völlig unangemessen… wegen so einer Lapalie… man sollte ‚die Kirche im Dorf lassen’… Ich möchte hiermit keinen erneuten ’shitstorm‘ auslösen, nur eben sagen, wie ich es empfinde.
        Danke, Pater Hagenkord, für Ihre erklärenden Worte. Wie schmerzlich zu sehen, welcher Hasstirade Sie ausgesetzt sind. Ich versteh’s nicht.
        Sehr selten beteilige ich mich überhaupt an Foren – der Seelenhygiene wegen.
        Ihre Beiträge lese ich gerne und schätze sie sehr. Danke.

      • Rosi Steffens sagt:

        Und Sie schießen gleich noch einmal nach, wofür?

  16. Micaela Riepe sagt:

    Ich habe mich zunächst auch furchtbar geärgert über die Vorgehensweise Viganos. In meinen Augen war das höchst unprofessionell und zuviel des Guten gewollt. Schade ist jetzt, dass ein qualifizierter Mann seinen Hut genommen hat, der, wie ich auf katholisch.de nachlesen konnte, wunderbare Projekte angestoßen hat – auf den Wim-Wenders-Film freue ich mich schon – und dessen Stil im Umganf mit Menschen dem Vatikan gut getan hat. Wirklich blöd, das Ganze!

  17. Antonia sagt:

    Viganos Verhalten war ausgesprochen dilettantisch, um es einmal freundlich auszudrücken. Wenn er nicht auf ausdrückliche Anweisung gehandelt hat, war sein Rücktritt natürlich überfällig.

    PS:
    Hat jemand von einer Entschuldigung Viganos an seine Heiligkeit Benedikt XVI wegen des Bruchs der Vertraulichkeit des Briefes gehört oder gelesen?

    • Galahad sagt:

      Vertraulichkeit? Pater Hagenkord hat uns doch versichert, dass die Veröffentlichung mit Benedikt abgesprochen gewesen sei.

    • Giorgio sagt:

      Antonia stimme dir ganz und voll zu.
      Deine Kurzaussage sowie deine Frage sind sehr treffend zur Überschrift „Verantwortung „ in dieser Sache.

    • Rosi Steffens sagt:

      Ein Wort wie „diletantisch“ zu bemühen, um etwas „freundlich“ auszudrücken, das entzieht sich meinem Verständnis vollkommen, wenn jemand nicht direkt von der Sache betroffen ist, die er damit, doch in meinen Augen, sehr persönlich bewertet.

      Wer hätte denn ein Anrecht darauf, von dieser Entschuldigung zu „hören“, geschweige denn sie zu entscheiden?

  18. Elisabeth sagt:

    Ist ja alles gut gemeint, was da so benannt wird…aber was hilft das dem normalen Katholiken in einem pastoralbesetztem Raum, der höchstens noch als dankbarer Konsument die angebotenen „Leistungen des Seelsorgeteams“ in Anspruch zu nehmen hat?
    Ich habe von Prophezeiungen aller Art a la Katharina Emmerick nie viel gehalten, aber nun sind diese „Schauungen“ ja nicht mehr zu übersehen…ein einziges Kuddelmuddel, sowohl in den Pfarren vor Ort als auch im „Heiligen Rom“! Kann vielleicht irgendein verborgener (Heiliger) Bischof oder Kardinal zum Gebet (Erzengel Michael etc…) aufrufen? Was hindert eigentlich die Ortskirchen daran, dies bindend zu tun? Nachdem man ja „sonstige Entscheidungen“ auch liebend gerne dorthin delegiert…

  19. Dieser Brief ist eine leidige Sache. Er steht für eine falsch verstandene Solidarität mit einem Vorgesetzten, der im Laufe der Jahre ins Schussfeld konservativer Medien geraten ist und ins Kreuzfeuer jener Katholiken, die den „etwas anderen Kurs“ des Pontifex nicht mögen. Viganò hat dem Papst einen Bärendiest erwiesen und es ehrt ihn, dass er den Mut hat, dies einzugestehen. Er geht, aber andere hätten ebenso die „Pflicht“ ihren Job im Vatikan zu verlassen. Ihnen fehlt aber der Mut dazu. Franziskus ist ein umstrittener Papst, so wie es alle Visionäre nun mal sind. Er wird, meiner Ansicht nach, nach meiner eigenen Erfahrung von 25 Jahren, simpel missverstanden. Wollen wir glauben, dass „Gott derart blöd ist“ uns einen Oberhirten vor die Nase vorgesetzt zu haben, den Er gar nicht wollte? Sind wir selbst so blöd zu glauben, dass Gott nicht in der Geschichte der Kirche nicht immer wieder einen Papst gesandt hat, der für eben diese Periode der Richtige war? ich

    Papst Franziskus benimmt sich allzu oft tapsig und ungeschickt, doch er ist von seiner innovativen Mission überzeugt und vom Geist Gottes geleitet. Dies mögen doch endlich auch seine Kritiker und „Besserwisser von Gottes Gnaden“ einsehen (mich eingeschlossen!). Mich ärgert die Arroganz der Kritiker, deren theologische Selbstgefälligkeit und die mangelnde Gottesliebe ihrer Worte.

    Gott gibt in jede Zeit den Papst den unsere Kirche braucht und nun ist es (zum Donnerwetter) eben dieser ungeliebte Franziskus! Durften wir bei unserer Geburt Mamma und Papa auswählen? Nein!

    So hören wir doch bitte a l l e mit dem kindischen „Popebashing“ auf und gehen wir auf unsere Knie und b e t e n eir für ihn und seine (oft unerwünschten) Mitarbeiter in der Kurie…

    H i e r liegt der Hund begraben! Ein Papst kann, wie jeder Manager, nur dann gut regieren, wenn er ehrliche und wahre Informationen aus seinem Mitarbeiterstab erhält. Wie viele Päpste wurden v o r Franziskus belogen und betrogen?

    Fast alle! Für wie viele Prälaten ist der Vatikan „Endstation“ in hierarchischer und intellektueller Sicht. Raus mit denen! Zurück in ihre Heimat mit ihnen, den Berufsquerulanten und Besserwissern.

    Ecclesia Semper Reformanda…? Also dalli, dalli ihr Staubfänger, Stellt Euch selbst frei, wie der mutige Viganò. Dann können wir alle wieder Halleluja singen….“denn der Herr ist nah“!

    ..

    • carn sagt:

      „Mich ärgert die Arroganz der Kritiker, deren theologische Selbstgefälligkeit und die mangelnde Gottesliebe ihrer Worte.“

      Mich ärgert, dass so viele sich in Bezug auf Papstkritiker in maßlos arrgogantes Gedankenlesen ergehen, was in derem Denken doch so alles falsch sei und damit selbst oft grottenfalsch liegen.

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